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Hotel du Lac Roman mit einem Vorwort von Elke Heidenreich | Anita Brookners Meisterwerk - ausgezeichnet mit dem Booker-Prize! »Ein fabelhafter Schmöker!« ELKE HEIDENREICH

7

20,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

02.06.2020

Verlag

Eisele Verlag

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

21,1/13,1/3,2 cm

Gewicht

387 g

Farbe

Weiß / Graugrün

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Dora Winkler

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-96161-079-2

Beschreibung

Rezension

Bewundernswert, wie Anita Brookner die filigranen Vernetzungen des Inneren beschreibt, und sie tut das mit einem immensen Sprach- und Bilderreichtum. Das liest sich fabelhaft und macht die Lektüre zur reinen Freude. ("Elke Heidenreich")
Das ist ein Roman, der auf den ersten Blick etwas langsam anmutet, sehr gediegen, aber dann zeigt sich eben, was eine Stilistin vermag, wenn sie diese Szenerie durchschaut, wenn sie die Psychologie auslotet, wenn sie uns die Abgründe zeigt, deswegen eine wunderbare Wiederentdeckung. ("MDR Kultur")
Sehr lustig, so böse wie Anita Brookner in ihrem Booker-Preis-prämierten Klassiker von 1984 schreibt. ("Der Tagesspiegel")
Ein Klassiker – ein Buch, das die Menschen auch in 100 Jahren noch lesen werden. ("Spectator")
Eine umwerfende Liebesgeschichte – sehr romantisch, aber auch humorvoll, witzig, berührend und außerordentlich clever.  ("The Times")
Wie Anita Brookner diesen Stoff umsetzt, ist schlicht meisterhaft. ("Kölner Stadt-Anzeiger")
Einfach wunderbar! ("Freundin")
Ein Meisterwerk der feinen, ironischen Zwischentöne. ("Brigitte")
Anita Brookner ist eine sehr originelle Stilistin. Eine feine Wiederentdeckung! ("Rainer Moritz, Literaturhaus Hamburg")
Anita Brookner schreibt auf leichte und beschwingte Art und Weise über komplexe, innere Konflikte und konfrontiert ihre Hauptfigur Edith mit sich selbst. ("WDR5")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

02.06.2020

Verlag

Eisele Verlag

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

21,1/13,1/3,2 cm

Gewicht

387 g

Farbe

Weiß / Graugrün

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Dora Winkler

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-96161-079-2

Herstelleradresse

Julia Eisele Verlag GmbH
Lilienstraße 73
81669 München
DE

Email: kontakt@eisele-verlag.de

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  • Lesezauber_Zeilenreise

    aus Eggenstein-Leopoldshafen

    5/5

    30.06.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Kunstwerk mit gewaltigem Sprachreichtum

    Die Schriftstellerin Edith Hope wurde von ihren Freunden in Zwangsferien an den Genfer See geschickt. Sie finden nämlich, dass Edith sich zu Hause in England unmöglich gemacht hat, als sie, nicht mehr ganz jung und nicht übermäßig attraktiv, am Tag ihrer Hochzeit den Bräutigam sitzenließ. Wider Erwarten ist sie jedoch auch im gepflegt langweiligen Hotel du Lac verschiedenen Anfechtungen ausgesetzt – und gerät in Versuchung, sich erneut zu verloben. Zunächst einmal ist zu sagen, dass in diesem Buch nichts passiert. Aber das auf eine sehr unterhaltsame Art und Weise. Edith Hope ist nun also in diesem Hotel du Lac mit einigen anderen Gästen, die alle mehr oder weniger normal sind – so wie Edith eben auch. Jeder von ihnen hat sein Päckchen zu tragen und jeder geht anders damit um. Edith lernt so nach und nach alle kennen, doch alles nur oberflächlich. Sie selbst möchte ja schließlich von sich auch nichts wirklich preisgeben. Bis sie auf den einzigen männlichen Hotelgast trifft, der sie zu durchschauen scheint. Doch wer nun denkt, es handelt sich hier um eine Liebesgeschichte – weit gefehlt. Es ist vielmehr eine Studie über das Menschsein. Anita Brookner, die 1928 geborene und bereits 2016 verstorbene Autorin, hat einen Schreibstil, der schlicht fasziniert. Sie geht mit der Sprache derart kunstvoll um, dass die Geschichte nicht einfach nur eine Geschichte ist, sondern vielmehr ein Kunstwerk. Ich halte mich für recht belesen, doch hier habe ich zwei Begriffe gefunden, dir mir bislang unbekannt waren. Aber dennoch ist es keine schwere Literatur. Man schwebt durch das Buch, ist plötzlich am Ende angelangt und denkt sich „wow“. Dabei passiert wie gesagt eigentlich nichts. Großartig! Ich empfehle dieses Buch jedem, der sich für Literatur abseits des Mainstreams und für grandiosen Sprachreichtum begeistern kann.

  • https://lieslos.blog/

    5/5

    03.06.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein MUSS im Klassikerregal!

    „Hotel du Lac“ ist die Neuauflage eines Romans, der bereits 1984 erschienen ist und mit dem Booker Prize ausgezeichnet wurde. September. Nachsaison. Eine kleine verschlafene Stadt in der Schweiz. Ein elegantes, aber unprätentiöses Hotel am Ufer des Genfer Sees. Die 39-jährige Romanschriftstellerin Edith Hope will bzw. soll ihre „unglückliche Entgleisung“, „diese anscheinend schreckliche Sache“, hier an diesem Ort vergessen. An diesem Ort der Verbannung, der ihr von ihren Bekannten nahegelegt wurde. An diesem Ort der Verbannung, von dem sie eines Tages „älter, klüger und gehörig um Verzeihung bittend“ zurückkommen soll. An diesem Ort der Verbannung, der ihr einen Besserungsaufenthalt ermöglichen soll. Wir erfahren erst weit nach der Hälfte, um was es sich bei dieser Entgleisung handelt. Die Neugierde zieht sich bis dahin wie ein roter Faden im Hintergrund durch. Sie ist immer da, aber man wird vom interessanten und kurzweilig erzählten Vordergrund so abgelenkt und in Bann gezogen, dass Neugierde und Spannung erträglich sind. Nichtsdestotrotz ist man umso erfreuter, wenn das Geheimnis endlich gelüftet wird. Ich finde es sehr bedauerlich und sogar ärgerlich, dass in manchen Buchvorstellungen, Ankündigungen und Rezensionen erwähnt wird, um welche Entgleisung es sich handelt. Dadurch wird einem als Leser etwas genommen. Und natürlich werde ich es deshalb nicht verraten ;-) Es ist der Tag der Ankunft im „Hotel du Lac“, einem abgeschiedenen und gleichermaßen bescheidenen, wie vornehmen Zufluchtsort für Erholungsuchende. Edith, eine eher verschlossene und zurückhaltende Frau, erinnert sich an das letzte Mittagessen mit ihrem Agenten vor der Abreise und daran, wie ihre Freundin Penelope sie wie eine Abzuschiebende zum Flughafen Heathrow brachte. Sie arbeitet an ihrem neuen Roman weiter, schreibt an ihren geliebten David und geht zum ersten „Auftritt im Speisesaal“, wo ihr erstmals der Gedanke kommt, dass der Aufenthalt ihr nicht nur Ruhe, sondern auch Eintönigkeit und Langeweile bescheren würde. Man spürt Ediths Einsamkeit und Melancholie. Sie vermisst ihren Liebhaber David, beginnt, die anderen Gäste zu beobachten und sich mit ihrer lebhaften Phantasie ihre Lebensgeschichten auszumalen. Ihre Gedanken nachzuvollziehen ist interessant, ihren Beobachtungen zu folgen ist vergnüglich, unterhaltsam, inspirierend, und z. T. witzig. Wir lernen die oberflächliche, konsumfreudige, wählerische, anspruchsvolle und mitteilsame Mrs. Pusey mit ihrer pummeligen Tochter Jennifer kennen, die im Schatten ihrer Mutter steht und für Höheres bestimmt ist. Wir treffen auf die schöne, schlanke und große Lady Monica, „ein Mitglied der herrschenden Klasse“, eine „träge Luxusfrau“, die ihr Hündchen Kiki gnadenlos verwöhnt. Wir begegnen der von Sohn und Schwiegertochter ausrangierten, schwerhörigen und ständig Zeitung lesenden Mme. de Bonneuil mit dem „Bulldoggengesicht“. Und dann weckt ein Mann im grauen Anzug Ediths Interesse: Philip Neville, der in ihr die Schriftstellerin Vanessa Wilde erkennt. Es ist ein äußerlich ruhiger und gleichzeitig innerlich bewegter und dichter Roman. Handlung und Aktion stehen im Hintergrund. Es geht vor allem um das Innenleben Ediths: ihre Gefühle, Empfindungen, Gedanken, Erinnerungen und Vorstellungen. Man hat den Eindruck, als bewege sich Edith, eine Frau mit schlechter Menschenkenntnis und viel Fantasie, in einer Parallelwelt. Entweder verliert sie sich in ihrer Innenwelt, in ihren Tagträumen und Fantasien oder sie taucht tief in die Handlung ihres neuen Romans ein. Eine gute Methode, um „die allzu realen Umstände, über die sie keine Kontrolle hatte, fernzuhalten“ In dem faszinierenden Roman stecken viele kleine Schätze, zum Beispiel die schöne Bemerkung: „Literatur, die altbewährte Trösterin der sich unbehaglich Fühlenden…“ Die bildhafte und anschauliche Sprache macht es zum Genuss, sich all das vorzustellen, was Edith erlebt und beobachtet. Letztlich hat man das Gefühl, mit dieser elitären Luxusgesellschaft im Speisesaal zu essen oder im Salon Tee zu trinken, weil Anita Brookner sowohl Charaktere als auch Ambiente und Atmosphäre so bravourös beschreibt. Es ist eine sowohl eindrucksvolle und tiefgründige, als auch unterhaltsame und vergnügliche Lektüre, die immer wieder amüsant ist und zum Schmunzeln anregt. Dieses Buch mit dem schönen und ausführlichen Vorwort von Elke Heidenreich werde ich sicher ein zweites Mal lesen. Bisher habe ich es nur als eBook, aber ich werde es mir noch als Printausgabe gönnen. „Hotel du Lac“ ist ein Roman, der in meinem Klassikerregal stehen muss, weil ich ihn unglaublich gut finde.

  • SternchenBlau

    4/5

    04.09.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ruhig erzählt ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile.

    In diesem Hotel habe ich mich wie in einer zeitlosen Blase gefühlt, als wäre es aus der Zeit gefallen. Gleichzeitig ist die zentrale behandelte Frage sehr modern: Was fängt eine Frau mit ihrem Leben an – bei all den gesellschaftlichen Erwartungen, derer sie sich gegenüber sieht? „Das Ergebnis von alledem war, dass Edith sich wieder von Neuem die Frage stellte, welches Verhalten einer Frau am angemessensten sei, die Frage, um die es in fast allen ihren Romanen ging, die Frage, die sie mit Harold Webb zu diskutieren versucht, die sie nicht zu beantworten gewusst hatte und die sie nun als geradezu lebenswichtig erkannte.“ Anita Brooker bedient sich eines Kunstgriffes, indem sie diesen zeitlosen, stellenweise antiquierten Raum des Hotels erschafft. Was die Protagonist:innen sagen und denken und wie sie sich verhalten, entspricht nicht ihrer Haltung. Gerade weil die Figuren wie aus antiquierten Zeiten entstiegen sind, war ich manchmal am Grübeln, wie ich das Buch als Feministin einordnen soll. Vor allem, wenn Frauensolidarität hinterfragt wird. „Es war der Umgang mit dem eigenen Geschlecht, überlegte Edith, der viele Frauen in die Ehe trieb. So war es bei ihr gewesen.“ Ein Mann bekommt eine Art feministischen Diskurs als Dialog: „Ganz einfach dies. Ohne gewaltige Gefühlsbesetzung kann man tun, was immer einem gefällt. Man kann Entscheidungen treffen, es sich anders überlegen, seine Pläne ändern. Ohne die ängstliche Besorgnis, ob dieser andere Mensch auch alles hat, was er begehrt, ob er nicht unzufrieden, ärgerlich, unruhig, gelangweilt ist. Man kann so nett oder so grob sein, wie man will. Wenn man so weit ist, das Einzige tun zu können, was einem von frühester Kindheit an abgewöhnt wurde – einfach zu tun, was einem Spaß macht –, gibt es keinen Grund mehr, warum man je wieder unglücklich sein sollte.“ Es ist die Summe der Teile und die Quintessenz, die Brookers Haltung zeigen. Scheinbar passiert in diesem Buch sehr wenig, das liegt nicht allen Lesenden, darauf sollte man sich aber einstellen: Edith wird nach einem „Fehltritt“ von ihrem Umfeld für einige Wochen in ein Schweizer Hotel geschickt. Schon das Konzept dahinter wirkt antiquiert, so wurde mit höheren Töchtern verfahren, die in der Fremde dann ihre unehelichen Kinder entbunden haben, um dann von „der Schmach“ entbunden, wieder in ihre gesellschaftlichen Kreise zurückkehren konnten. Dieser Fakt schwingt für mich mit, auch, wenn der Roman viel später spielt. Erschienen ist er 1984, aber wenn ich ihn lese, verorte ich ihn vielleicht in die 1960er oder auch in die 1970er. Wenn ich am Ende angekommen bin, weiß ich, dass viele Frauen sich auch heute noch erst vollständig fühlen, wenn sie „in den Hafen der Ehe“ eingelaufen sind. Wann der Roman also genau spielt, wurde für mich beim Lesen daher schnell zweitranig Edith zweifelt an diesem Konzept der Ehe, dann aber auch wieder nicht. Sie sieht sich selber oftmals in der Rolle einer grauen Maus, obwohl sie sehr selbstbewusst und selbstbestimmt lebt. Sehr positiv fand ich ihre „Sex Possitivity“, obwohl das Thema Sex immer nur angeschrammt wurde. Die feministische Quintessenz fand ich letztendlich sehr gereift, ohne, dass ich das Ende spoilern möchte. Zwei, drei Sachen haben sich für mich nicht ganz gelöst, wie ich die Ereignisse interpretieren soll. Dazu gefallen mir Brookers Beobachtungen sehr gut und ihr Blick für Details: „Und als sie in ihr Schlafzimmer voranging, wies Mrs. Pusey mit einem Lächeln auf ein dicht mit Spitzen überkrustetes Négligé aus austernfarbenem Satin hin, das über eine Stuhllehne drapiert war.“ Und dazu Books feiner Witz: „»Ach, meine Liebe, die mit den wirklichen Geschichten bin ich«, hörte sie gerade noch Penelope sagen. »Ich wundere mich, dass sie mich nicht in einem Buch verwendet.« Das habe ich doch, dachte Edith. Du hast dich nur nicht wiedererkannt.“ Was ich sehr schade fand, war das der Verlag dem Buch ein Vorwort voranstellt. Wenn es eine Kommentierung geben soll (die bei manchen Werken wirklich hilfreich sein können), möchte ich sie am Ende haben. So bin ich in die ersten Seiten von Elke Heidenreichs Vorwort hineingeworfen worden. Die fand ich nicht schlecht, habe mich dann aber entschieden, erst zum Roman überzugehen, weil ich mir vor dem Lesen ungern eine Interpretationsbrille aufsetzen lassen möchte. Und weil für mich die Reihenfolge vertauscht war, wollte ich dann nach der Lektüre nicht mehr zum Vorwort zurück. Weil ich meine ganz eigene Interpretation gefunden habe. Fazit Gefiel mir sehr gut, vor allem, da hier das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Eine Empfehlung für alle, die die Dynamik in etwas nur scheinbar Ereignislosem entdecken wollen. 4 von 5 Sternen.

  • Dreamworx

    aus Berlin

    4/5

    27.02.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Selbstreflexion

    Als die englische Schriftstellerin Edith Hope, eine Frau in den besten Jahren, ihren Bräutigam am Tag ihrer Hochzeit sitzen lässt, überreden ihre engsten Freunde sie, sich in Genf in einem eleganten Seehotel einzunisten und auszuspannen, bis sich das Gerede um ihre Person gelegt hat. Edith erreicht das luxuriöse Hotel und startet ihre Selbstreflexion, während ihr so manch skurriler Hotelgast über den Weg läuft. Während dort am Ort so gar nichts mehr los ist, da die Touristensaison zuende ist, hat Edith genügend Zeit, die Gegend zu erkunden, die weiteren Gäste kennenzulernen und sich in einem Rückblick über ihren Faux pas Gedanken zu machen… Anita Brookner hat mit „Hotel du Lac“ wohl ihren eindrucksvollsten Roman vorgelegt, die Booker-Prize-prämierte Geschichte gehört zu den sogenannten Klassikern der Literatur. Der Schreibstil ist flüssig, dabei anspruchsvoll und der Zeit angemessen. Brookner, die sich mit der Schriftstellerei auskennt, lässt ihre Protagonistin Edith ebenfalls Bücher schreiben, so bewegt sie sich in sicheren Bahnen und weiß um die Gedanken, der Suche nach Lösungen, der nötigen Phantasie und die Entwicklung von Geschichten. Jedoch lässt sie Edith eher lieblos und geringschätzig ihrer Berufung nachgehen, während sich die Gedanken von Edith immer nur um ihre eigene Person und ihre Handlungen kreisen, diese aber dann sehr detailliert und aus allen nur möglichen Blickwinkeln betrachtet. Dabei kommt auch Ediths Vergangenheit nach und nach an die Oberfläche und die Ereignisse, die dazu führten, dass Edith sich nun in ihrem Genfer Exil aufhält. Brookner gelingt es mit ihrer Detailbesessenheit und ihrer Sprache, die Zeit sprichwörtlich einzufangen und den Leser einen Blick in die Seele ihrer Protagonistin werfen zu lassen. Die wenigen Charaktere sind allesamt ungewöhnlich und fein ziseliert. Ihr zufälliges Zusammentreffen im Hotel und ihr Interagieren miteinander ist eher von nebensächlicher Natur, hauptsächlich steht Edith im Vordergrund mit ihren Gedanken und Gefühlen. Sie ist eine Frau, die wahrscheinlich selbst noch über ihren Mut staunt, ihren Bräutigam sitzengelassen zu haben, doch im Inneren weiß sie, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hat. Dies wird ihr erst bewusst, nachdem sie mit ihren Zufallsbekanntschaften (Madame de Bonneuil, Monica, Iris Pusey, Jennifer) unterhält, mehr von ihnen erfährt und Rückschlüsse auf ihre eigenen Taten zulässt. Der Roman „Hotel du Lac“ lässt den Leser eine Woche in einem eleganten Hotel verbringen und Edith Hope bei ihrem eindrucksvollen Seelenstriptease Gesellschaft leisten. Tiefgründig und eindrucksvoll, jede Zeile wert!

  • Dreamworx

    aus Berlin

    4/5

    27.02.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Als die englische Schriftstell…

    Als die englische Schriftstellerin Edith Hope, eine Frau in den besten Jahren, ihren Bräutigam am Tag ihrer Hochzeit sitzen lässt, überreden ihre engsten Freunde sie, sich in Genf in einem eleganten Seehotel einzunisten und auszuspannen, bis sich das Gerede um ihre Person gelegt hat. Edith erreicht das luxuriöse Hotel und startet ihre Selbstreflexion, während ihr so manch skurriler Hotelgast über den Weg läuft. Während dort am Ort so gar nichts mehr los ist, da die Touristensaison zuende ist, hat Edith genügend Zeit, die Gegend zu erkunden, die weiteren Gäste kennenzulernen und sich in einem Rückblick über ihren Faux pas Gedanken zu machen… Anita Brookner hat mit „Hotel du Lac“ wohl ihren eindrucksvollsten Roman vorgelegt, die Booker-Prize-prämierte Geschichte gehört zu den sogenannten Klassikern der Literatur. Der Schreibstil ist flüssig, dabei anspruchsvoll und der Zeit angemessen. Brookner, die sich mit der Schriftstellerei auskennt, lässt ihre Protagonistin Edith ebenfalls Bücher schreiben, so bewegt sie sich in sicheren Bahnen und weiß um die Gedanken, der Suche nach Lösungen, der nötigen Phantasie und die Entwicklung von Geschichten. Jedoch lässt sie Edith eher lieblos und geringschätzig ihrer Berufung nachgehen, während sich die Gedanken von Edith immer nur um ihre eigene Person und ihre Handlungen kreisen, diese aber dann sehr detailliert und aus allen nur möglichen Blickwinkeln betrachtet. Dabei kommt auch Ediths Vergangenheit nach und nach an die Oberfläche und die Ereignisse, die dazu führten, dass Edith sich nun in ihrem Genfer Exil aufhält. Brookner gelingt es mit ihrer Detailbesessenheit und ihrer Sprache, die Zeit sprichwörtlich einzufangen und den Leser einen Blick in die Seele ihrer Protagonistin werfen zu lassen. Die wenigen Charaktere sind allesamt ungewöhnlich und fein ziseliert. Ihr zufälliges Zusammentreffen im Hotel und ihr Interagieren miteinander ist eher von nebensächlicher Natur, hauptsächlich steht Edith im Vordergrund mit ihren Gedanken und Gefühlen. Sie ist eine Frau, die wahrscheinlich selbst noch über ihren Mut staunt, ihren Bräutigam sitzengelassen zu haben, doch im Inneren weiß sie, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hat. Dies wird ihr erst bewusst, nachdem sie mit ihren Zufallsbekanntschaften (Madame de Bonneuil, Monica, Iris Pusey, Jennifer) unterhält, mehr von ihnen erfährt und Rückschlüsse auf ihre eigenen Taten zulässt. Der Roman „Hotel du Lac“ lässt den Leser eine Woche in einem eleganten Hotel verbringen und Edith Hope bei ihrem eindrucksvollen Seelenstriptease Gesellschaft leisten. Tiefgründig und eindrucksvoll, jede Zeile wert!

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    Angela Franke

    Thalia Magdeburg – Allee-Center

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    5/5

    19.02.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wiederentdeckung

    Eine wunderbare Wiederentdeckung. Die Autorin Edith Hope wird in den Zwangsurlaub geschickt. Ohne Reue steigt sie in den Flieger. Was war passiert, was hat sie denn bloß angestellt? Im plüschigen, elitären Hotel du Lac ist Nachsaison und nur wenige (schräge) Gäste sind noch da. Ediths Blick und ihre Bewertungen auf die verbliebenen Gäste ist sehr amüsant. Hier werden noch Briefe geschrieben (wenn auch nicht abgeschickt;-)), Telegramme versendet, Zeitungen gelesen und es wird sich entspannt von angesicht zu angesicht unterhalten. Mir hat das Buch viel Freude bereitet...die Sprachgewalt...einfach schön...Der Roman wurde 1984 mit dem Booker Prize ausgezeichnet.
  • Zum Bewerterprofil von Dorothea Bereswill

    Dorothea Bereswill

    Thalia Sindelfingen – Breuningerland

    Buchhändler*in

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    5/5

    07.07.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein wunderbarer Klassiker der...

    Ein wunderbarer Klassiker der Moderne neu aufgelegt. Seinerzeit zu Recht mit dem Booker Prize ausgezeichnet. Leise und brilliant formuliert ist dieses Lehrstück über gesellschaftliche Normen und Moralvorstellungen, über Einsamkeit, Illusion und Desillusionierung. Lesen!

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