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Wenn man vom Teufel spricht 200 Zeitgeschichten

8

12,95 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

19540

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.01.2020

Abbildungen

2-farbige Innengestaltung, mit Lesebändchen und Schutzumschlag

Verlag

Adeo Verlag

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

19/13,1/2,7 cm

Gewicht

391 g

Farbe

Anthrazit / Grau

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-86334-252-4

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

19540

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

15.01.2020

Abbildungen

2-farbige Innengestaltung, mit Lesebändchen und Schutzumschlag

Verlag

Adeo Verlag

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

19/13,1/2,7 cm

Gewicht

391 g

Farbe

Anthrazit / Grau

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-86334-252-4

Herstelleradresse

Adeo Verlag
Dillerberg 1
35614 Aßlar
DE

Email: info@scm-verlagsgruppe.de

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  • Bewertung

    aus Hamburg

    5/5

    14.07.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eines meiner Highlights des Jahres

    In den 200 Zeitgeschichten dieses Buches spricht Heinz Rudolf Kunze nicht nur vom Teufel, sondern auch von Gott, von Wahrheit und Lüge, Liebe, Ignoranz und Toleranz, vom Leben und vom Sterben. Die Themen sind so vielfältig wie man es sich nur wünschen kann. Was immer wieder auftaucht, ob direkt oder indirekt, ist das Älterwerden mit allem was dazugehört. Hinter jedem Text steht das Entstehungsdatum, denn oft liefern politische oder gesellschaftliche Ereignisse den Zündstoff für philosophische oder auch scharfzüngig ironische Gedanken. Dieses Buch zu lesen war wirklich ein Genuss! Nicht etwa weil die Texte den Leser umschmeicheln und einlullen, sondern weil es herrliche Geschichten und Gedichte voller Witz und Tiefgang sind, dabei ein Text besser als der nächste. Ich habe mich auf jeden neuen Text gefreut und wurde selten enttäuscht. Es handelt sich sowohl um Fließtexte als auch um solche in Gedicht- oder Liedform. Manche wirken wie Gebete an einen Gott, von dem der Autor sich selbst nicht so ganz sicher ist, ob er zuhört (einer meiner persönlichen Favoriten: „Ohne jedes Risiko“). Zum Inhalt kann und möchte ich nicht mehr sagen, denn ich finde die Texte muss man einfach selbst gelesen haben. Nur so viel: Da ist jede Menge dabei, ob tiefgründig, augenzwinkernd, kritisch, politisch oder einfach nur nachdenklich. Viele geflügelte Worte, Sprichworte, Wortspielereien, Metaphern, und oft überrascht die letzte Zeile dann doch wieder. Es ist meistens eine feine Art von Sarkasmus bzw. Ironie, die mich mehr als einmal zum Schmunzeln gebracht hat. Viele Texte habe ich mehr als einmal gelesen und bei jedem Lesen etwas Neues entdeckt. Wenn man Zeit und Muße hat, kann man versuchen herauszufinden, welches wie auch immer geartete öffentliche Ereignis oder Geschehen Kunze zu dem entsprechenden Text inspiriert haben könnte, aber oft wird es auch einfach ein persönliches Erlebnis gewesen sein. Fazit: Die Texte in diesem Buch sind von einer Sprachgewalt und Ausdruckskraft, die ihresgleichen sucht, aber auch voller leiser Untertöne. Man kann sie gut zwischendurch lesen, aber wenn man nicht aufpasst bleibt man hängen, weil man neugierig auf den nächsten Text ist. Ich war traurig, als das Buch zu Ende war. Absolute Empfehlung für jeden!

  • Bewertung

    aus Glauchau

    5/5

    16.04.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Texte zum Nachdenken

    „...Früher wollten wir, dass der Spaß zur Pflicht wird. Heute wollen wir, dass die Pflicht Spaß macht...“ In 200 Texten arbeitet der Autor unsere Zeit auf. Es wechseln Geschichten mit Gedichten. Letztere können gereimt sein oder auch nicht. Eines aber ist allen gemeinsam. Der Autor legt gekonnt die Finger in die Wunden unserer Zivilisation. Der Schriftstil fällt durch seine Vielfalt auf. Dazu gehören völlig neue Wortschöpfungen: „...Ein Ei von blassem Ampelgelb und ein Wenigerrettichquark sind auch nur ein schwacher Trost für Nieselregenkaffee und Reformstaumeldungsradio...“ Es gibt besinnliche Texte und tiefschwarze. Manche Gedanken kommen fast philosophisch daher wie zum Beispiel das Eingangszitat. Auch die Themen bestechen durch ihre Vielfalt. Die Betrachtung des eigenen Ichs, der neue Blick auf Alltagssituationen, die Hinterfragung von altbekannten literarischen Texten und die tagesaktuelle Politik werden mal zynisch, mal analysierend auf die Schippe genommen. „...Ich glaube, ich gehöre nicht zu Deutschland. Zum Beispiel hätte ich einen Migrationshintergrund anzubieten. Meine Eltern kommen aus dem heutigen Polen. […] Und der Islam und alles, was damit zusammenhängt, macht mir auch nicht mehr Angst als die amerikanische Regierung...“ Bei den Geschichten um Herrn Hut wurde ich an Brechts Herrn K. erinnert. Ab und an wendet sich der Autor der Schulbildung zu. Sein Buch ist in „alter“ Rechtschreibung geschrieben. „...Fünfe grade sein zu lassen tun nur die die`s Rechnen hassen richtig rechnen das ist schwer kann ja eh bald keiner mehr...“ Die Anspielung auf die Märchenwelt fehlt ebenfalls nicht. „...Das Kind, das entdeckt hat, dass der Kaiser nackt ist, hat nicht geahnt, was es mit dieser Entdeckung angerichtet hat. ..“ Nicht bei allen Texten habe ich auf Anhieb begriffen, was der Autor damit sagen will. Beim manchen klappte es beim zweiten Lesen, bei wenigen nie. Sicher wird jeder seine persönlichen Lieblingstexte finden. Einen aus 200 herausgreifen ist schwierig. Meiner ist „Wie wollen wir leben“. Normalerweise könnte ich dem eine Reihe weiterer Texte danebenstellen. Jeder Text ist mit dem Entstehungsdatum versehen. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, auch wenn der Humor des Autors nicht an jedem Punkt meiner ist. Mit einem Zitat möchte ich meine Rezension beenden. „...Fahrerlaubnis ist Pflicht. Aber Wahlerlaubnis hat jeder. Wie fahrlässig. Die Politik scheint ein geradezu kindliches Vertrauen zu haben, dass die Anzahl hier aufwachsender unmündiger Idioten vernachlässigt und ertragen werden kann...“

  • Bewertung

    5/5

    16.04.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Großartig

    „ Wenn man vom Teufel spricht – 200 Zeitgeschichten“ von Heinz Rudolf Kunze. Klappentext übernommen: Wir sind die Menschen. Wir sind weder Moralpächter und Correctness-Klugscheißer noch rechtsdrehende Ratten für die diesbezüglichen Fänger. Wir sind die Bewohner dieser schönen Gegend. Wir sind die Bürger. Wir sind die Menschen." "Der Wahrheit die Ehre" zu geben, gegen Fake News, Lügen, Ignoranz und Gleichgültigkeit einzustehen, das ist Heinz Rudolf Kunzes Anliegen. In den 200 Zeitgeschichten seines neuen Buches "Wenn man vom Teufel spricht" finden seine Besorgnis über die politischen Entwicklungen und die Bedrohung der Freiheit ebenso wortgewandt und scharfsinnig Platz wie der Spaß am Absurden und Geschichten über Liebe, Schmerz und das kleine Glück im Leben. Heinz Rudolf Kunze greift hier sehr viele verschiedene Themen auf. Diese beschreibt er ohne dabei ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Dies finde ich großartig, da er zu den wenigen Menschen gehört, die ihre Gedanken, Meinungen frei äußern. Unter jeder Zeitgeschichte steht das Datum, an dem sie verfasst wurde. Poetische, gereimte und sachliche Zeitgeschichten wechseln sich ab. Dies fand ich sehr abwechslungsreich und interessant. Ich habe immer eine Zeitgeschichte gelesen und anschließend mir Gedanken über Herr Kunzes Aussage gemacht. Hier erfährt man, dass er sich mit fast allen Themen, die die Menschen beschäftigen, sich auch beschäftigt und sich viele Gedanken darüber macht. Einige Zeitgeschichten habe ich zweimal lesen müssen, da sie so komplex und tiefgründig sind. Alle Zeitgeschichten sind gut verständlich , leicht zu lesen und wirklich etwas besonderes. Ich empfehle dieses Buch weiter.

  • kingofmusic

    aus Bielefeld

    5/5

    15.04.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Kunze kann es immer noch

    War ich am Anfang noch recht „zögerlich“ und langsam beim Lesen, war ich irgendwann in einem Sog drin, der es mir schwergemacht hat, das Buch aus der Hand zu legen. Dabei ist der Großteil von Kunze´s Texten bei weitem keine „Eben mal so schnell nebenbei“-Lektüre. Nein, man muss sich in die Melodie der Texte, in die Hintergründe und –gedanken von Heinz Rudolf Kunze „einlesen“, sinnieren und manches Mal sogar einen zweiten, dritten, vierten Blick „riskieren“, um den Text zu erfassen. Was von vornherein auffällt, sind die Gedanken über das „Älterwerden“ von Heinz Rudolf Kunze. Das zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch. Und auch wenn ich einige Jahre jünger bin, kann ich die Gedanken und Ängste größtenteils nachvollziehen und verstehen. In vielen Texten kommt aber auch die Wut respektive Verständnislosigkeit gegenüber den aktuellen politischen Strömungen und Gesinnungen der Gesellschaft zum Tragen; ebenso die Verblendung und (leider) auch die Verdummung der Menschen durch die (a-)sozialen Netzwerke, womit wir wieder bei Kunzes (literarischem) Abbild der Gesellschaft wären. Er hält den Leser*innen also den Spiegel vor, was falsch läuft und gibt die Empfehlung „Werdet Elite!“ (nebenbei bemerkt einer meiner Lieblingstexte in dem Buch!). Allerdings ist Kunze auch in der Lage, einfach nur poetisch-schöne Texte wie „Wolken“ oder „Lebensfeldweg“ (noch einer meiner absoluten Lieblingstexte) zu schreiben; bei letzterem musste ich spontan an das Lied „Eigene Wege“ denken. Auch einem seiner (scheinbaren) Lieblingsschriftsteller (Franz Kafka) setzt er mit den kafkaesken Texten „Die Bewerbung“, „Gregor Sumsum“ (da musste ich auch an Ian McEwan´s Novelle „Die Kakerlake“ aus dem letzten Jahr denken *g*) sowie „Sag deinen Satz“ ein „Denkmal“. Schön, dass ich mindestens eine literarische Vorliebe mit Heinz Rudolf Kunze teile :-). Dass nicht jeder der im Buch abgedruckten 200 Texte überzeugt (als Beispiel sei hier „Frauen für Trump“ genannt), ist logisch und absolut normal. Jede*r wird hier einen anderen „Schwerpunkt“ haben, welche Texte für ihn respektive für sie herausragen. Ich habe ein paar meiner Highlights genannt. Nun hoffe ich, dass Heinz Rudolf Kunze mit seiner Lesetour zu diesem Buch (vier Termine stehen bereits fest) auch noch ein bisschen näher an oder direkt nach Bielefeld kommt; dann wäre ich nämlich definitiv an diesem Abend dabei. Denn Kunze live habe ich schon viel zu lange nicht mehr gesehen; jetzt durch das vorliegende Buch und die neue CD habe ich jedoch verstärkt wieder Lust drauf! Well done! 5*

  • Bewertung

    4/5

    28.07.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    "Der Teufel hat nicht die besten Lieder" - Poetische Gegenwehr in unruhigen Zeiten

    Es gibt Bücher, die man in einem Zug verschlingt. Und es gibt Bücher, die einen zwingen, immer wieder innezuhalten, den Blick von der Seite zu heben und das Gelesene erst einmal wirken zu lassen. Heinz Rudolf Kunzes "Wenn man vom Teufel spricht" gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Diese Sammlung von 200 "Zeitgeschichten" – eine charmante Untertreibung für ein literarisches Panoptikum aus Gedichten, Prosaskizzen, Aphorismen und satirischen Essays – ist kein Buch für die U-Bahn-Lektüre. Es ist ein Buch für die stille Stunde, für den Leser, der bereit ist, sich auf ein Wagnis einzulassen. Das Wagnis beginnt bereits auf den ersten Seiten. Da ist kein roter Faden, keine durchgehende Handlung, kein wiederkehrender Held. Stattdessen: ein Kaleidoskop aus politischer Wut, existenzieller Melancholie und beißendem Witz. Der Titel, dem ein geflügeltes Wort entlehnt ist, erweist sich als Programm – der Teufel, so die eingängige These, ist längst da. Nicht als "man of wealth and taste", sondern als Prinzip der Verwirrung, der Lüge, der "unendlichen Beerdigung namens Gegenwart". Kunze, Jahrgang 1956, Schriftsteller, Liedermacher, Rocksänger, erweist sich als Chronist einer aus den Fugen geratenen Welt – und als Poet, der sich weigert, die Waffen zu strecken. Was mich an diesem Buch besonders beeindruckt, ist die Bandbreite der Töne. Da sind die politischen Texte, die mit beißendem Sarkasmus die Absurditäten der Trump-Ära, den Aufstieg der AfD und die Selbstverzwergung der politischen Klasse sezieren – etwa in dem großartigen Gedicht "Frauen für Trump", das mit seinem infernalischen Rhythmus an die Litaneien eines James Baldwin erinnert. Da sind die zarten, fast verschämten Liebeserklärungen wie "Lisa mit a" oder "Mein Leitstern", die von unerfüllter Sehnsucht handeln. Und da sind die existenziellen Miniaturen – "Probesarg", "Stehenzubleiben für immer" –, die mit wenigen Sätzen ganze Abgründe aufreißen. Was mich jedoch als Leser auch herausgefordert hat: Die Fragmentarik. Kaum hat man sich in einen Text eingefunden, ist er schon zu Ende – und der nächste beginnt mit etwas völlig anderem. Ein innerer Reset, immer wieder. Wer narrative Kontinuität sucht, wird enttäuscht sein. Wer aber bereit ist, sich auf dieses Wagnis einzulassen, wird mit einem Reichtum an Bildern, Gedanken und sprachlicher Präzision belohnt, den man in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur selten findet. Meine Lieblingsszene? Die Schilderung des "Bades im Meer" – eine geradezu märchenhafte Geschichte über ein zerstrittenes Paar, das plötzlich eine Tür öffnet und dahinter das Meer findet. Sie schwimmen, sie lächeln, sie finden für einen kurzen, magischen Moment zueinander. Es ist eine der wenigen Stellen, an denen Kunze nicht anklagt, sondern einfach erzählt. Und sie beweist, dass dieser Autor nicht nur zornig, sondern auch zärtlich sein kann. Und dann gibt es die Texte, die einfach nur unterhaltsam sind – wie die köstliche Satire über den Polizeibeamten, der von "Fehlerkultur" spricht, oder der Auftritt des "Seelenverkäufers", der als Teufel im Kundendienst enttarnt wird. Hier zeigt Kunze sein Talent für Komik, ohne jemals platt zu werden. Das Buch ist keine Gebrauchsanweisung für ein besseres Leben. Es ist auch keine wissenschaftliche Analyse. Es ist Literatur – mit all ihren Widersprüchen, ihrer Unschärfe und ihrer subversiven Kraft. Es fordert den Leser, es fordert die Zeit, in der wir leben. Und das ist, in Zeiten wie diesen, vielleicht das Größte, was ein Buch sein kann. Ich habe beschlossen, 4 von 5 Sternen für dieses Werk zu geben. Ein Stern Abzug – und das ist gleichzeitig meine größte Anerkennung –, weil das Buch durch seine extreme Fragmentarik und den fehlenden roten Faden vielen Lesern den Zugang erschweren wird. Wer nicht bereit ist, sich immer wieder neu einzulassen, wird an diesem Werk scheitern. Die ständigen thematischen Brüche sind anstrengend, sie fordern eine Disziplin, die nicht jeder Leser aufbringen mag – oder aufbringen möchte. Zudem wiederholen sich einige politische Pointen, sodass die satirische Schärfe gelegentlich zu einer rhetorischen Masche verkommt. Hierfür habe ich drei Tage gebraucht und für die Rezension eine ganze Stunde. Das schrieb sich nicht locker, flockig. Vier Sterne für die sprachliche Präzision, die atemberaubende Bandbreite der Töne (vom zärtlichen Liebesgedicht bis zur beißenden politischen Satire) und die kompromisslose Haltung eines Autors, der sich weigert, die Welt durch die rosarote Brille zu betrachten. Selten habe ich ein Buch gelesen, das so wütend, so traurig, so zärtlich und so komisch zugleich sein kann. Selten habe ich ein Buch gelesen, das mich so oft zum Innehalten gezwungen hat. Dies ist kein Buch für leichte Unterhaltung. Aber es ist ein Buch für diejenigen, die glauben, dass Literatur mehr sein kann als bloße Zerstreuung – nämlich ein Akt der poetischen Gegenwehr.

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