Mehr als drei Jahrhunderte lang hat das Grauen überdauert, eingeschlossen in einen bleiernen Sarg. Eine Chimäre - ein tödlicher Erreger aus den Zeiten des Dreißigjährigen Krieges, setzt eine skrupellose Terror-Organisation ein, um einen Massenmörder aus der Haft freizupressen. In einem verzweifelten Rennen gegen die Zeit versuchen ein Archäologe und eine Kieler Hauptkommissarin die Drahtzieher aufzuspüren und zugleich uralte Aufzeichnungen zu finden, die bei der Entwicklung eines Medikamentes helfen können. Währenddessen sterben immer mehr Menschen...
Bioterrorismus gilt neben dem Atomkrieg als größte Gefahr für die Menschheit. In diesem erschreckend aktuellen und packenden Thriller hat Thomas Frankenfeld diese Bedrohung verarbeitet. Während ihrer Suche geraten die beiden Protagonisten immer wieder in Kämpfe auf Leben und Tod, die beklemmend realistisch geschildert werden.
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"Braucht jemand noch diesen Tag?", murrte Lindberg missmutig. "Ich glaube nämlich, der kann weg..."
Bewertet: Buch (Paperback)
"Chimäre (Genetik), Organismus aus genetisch unterschiedlichen Zellen und Geweben."
Die Kleinstadt Wedel in Norddeutschland. Beim positionieren eines Hubsteigers an einer Kirche durch zwei erfahrene Dachdecker, bricht das schwere Arbeitsgerät plötzlich tief in einen Hohlraum ein. Vergessene Gräber und Gruften an und in Kirchen sind nicht weiter verwunderlich, zum Glück passiert den beiden Männern nichts. Vorerst. Aber wie lautete doch der Werbespruch für einen billigen Horrorfilm der 70er Jahre? Genau, "Wenn Du im Garten gräbst, grabe nie zu tief!"
Einer der beiden Männer steigt dennoch tief nach unten, eindeutig eine Grabkammer, darin nichts als ein bleierner Sarg, verziert mit merkwürdigen Symbolen, eine Ecke zerbrochen und offen. In einer trüben Flüssigkeit liegt ein Toter, der die Jahrhunderte verblüffend gut überstanden hat. Hätte der bedauernswerte Dachdecker nun wenigstens seine Finger bei sich halten können, aber nein, er muss auch noch in die Brühe greifen. Exitus des Facharbeiters innert weniger Stunden, äußerst qualvoll, die Todesumstände passen verblüffenderweise sowohl zu einer Ebola-Infektion, als auch zu einer mit der guten alten Pest.
Bei der Obduktion wird die Vermutung zur Gewissheit - der Mann starb an einem Virus, das es gar nicht geben dürfte. Hochinfektiös, äußerst leicht übertragbar, erste weitere Opfer des "Killers" sind zu beklagen. Und der Großraum Hamburg ist nah, sehr nah. Im schleunigst eingerichteten Krisenstab treffen nicht nur Polizei, BKA, Tropenmediziner und Politiker zusammen, auch ein Archäologe, Tristan Lindberg, ist mit an Bord, ein Mann mit exzellentem Wissen über die Zeit des dreißigjährigen Krieges, aus der der gefundene Bleisarg stammt. Mit seiner Hilfe kann die Identität des Toten aus eben jenem Sarg schnell geklärt werden, ein Pfarrer und Wissenschaftler war er wohl.
Während die Frauen und Männer noch über die Gefahrenabwehr beraten, die Wissenschaftler verzweifelt nach einer medizinischen Lösung der nahenden Katastrophe suchen, entwenden ruchlose Terroristen einen verseuchten Arm des Bleisarg-Leichnams und drohen mit einem Biowaffen-Anschlag ungeheuren Ausmaßes....
Es ist immer wieder eine Freude, wenn man als Buchhändler einen neuen Autor entdeckt. Der schreiben kann, der eine sehr sehr gute Geschichte zu erzählen hat. Thomas Frankenfeld hat einen tollen Thriller verfasst, extrem schnell, hochspannend und sehr nah an der Realität. Sollten Sie das Szenario für insgesamt etwas unglaubwürdig halten, gar an den Haaren herbei gezogen - jede noch so große inhaltliche Absurdität, die dem Rezensenten auffiel, liess sich, leider, verifizieren...
Sollten Sie von einem Virus, z.B dank Covid 19, die Nase gestrichen voll haben, lesen Sie "Der bleierne Sarg", dem Buch mit der Kraft des Doppel-Virus :-)
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