Methoden der Rezeptions- und Wirkungsästhetik bei Hans-Robert Jauß und Wolfgang Iser
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
10.09.2019
Verlag
GRINSeitenzahl
9 (Printausgabe)
Dateigröße
513 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783346012685
Rezeption bezeichnet im Allgemeinen die Aufnahme und Übernahme von fremden Ideen, Normen und Wertvorstellungen bzw. Verhaltensweisen. Die Rezeptionsgeschichte untersucht die Aufnahme, die ein literarischer Text im Laufe der Zeit bei seinem Publikum gefunden hat. Sie ist historisch beziehungsweise literaturgeschichtlich orientiert. Rezeptionsästhetik untersucht die Bedingungen dieser Aufnahme.
Die Wirkungsästhetik entwirft eine Theorie des Leseprozesses, wobei dem Leser eine besondere Rolle in der Sinnkonstitution zukommt. Wirkungsästhetik ist weniger an den historischen Rezeptionsbedingungen interessiert. Der Ausgangspunkt ist die Kritik an der positivistisch ausgerichteten, marxistischen Literaturwissenschaft und die Kritik an der ausschließlichen Untersuchung von Textstrukturen, die außertextuelle Komponenten des Verstehens vernachlässigt.
Die Methoden von Rezeptions- und Wirkungsästhetik begreifen das literarische Faktum im geschlossenen Kreis einer Produktions- und Darstellungsästhetik. Sie verkürzen die Literatur damit um eine Dimension, die unerlässlich zu ihrem ästhetischen Charakter und gesellschaftlichen Funktion gehört: die Dimension ihrer Rezeption und Wirkung.
Das Interesse wird nicht auf den Autor und das Werk, sondern auf den Leser gelenkt. Denn erst durch seine Vermittlung tritt das Werk in den sich wandelnden Erfahrungshorizont einer Kontinuität, in der sich die ständige Umsetzung von einfacher Aufnahme in kritisches Verstehen, von passiver in aktive Rezeption, von anerkannten ästhetischen Normen in neue, sie übersteigende Produktion vollzieht.
Das Interesse an Leser und Leseakt verändert und ergänzt die traditionelle Felder der Literaturwissenschaft. Den Anstoß gab die Konstanzer Antrittsvorlesung des Romanisten Hans-Robert Jauß "Literaturgeschichte als Provokation der Literaturwissenschaft" im Jahre 1967.
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