"Hell glänzten auf dem Tische, frisch gefüllt, die schönen Weinflaschen, zwei glänzende Schinken prangten, (...) und auch die Kännchen mit dem süßen Tee fehlten nicht. So war's ein schönes Schauen, und doch achteten sich alle desselben wenig, aber alle sahen sich um mit ängstlichen Augen, ob nicht die Spinne aus irgendeiner Ecke glitzere oder gar vom prangenden Schinken herab sie anglotze mit giftigen Augen."Der Klassiker von Jeremias Gotthelf, hier in einer ungekürzten Neuausgabe aus Anlass der Corona-Epidemie.Jeremias Gotthelf.Die schwarze Spinne.Erzählung.Erstdruck in: Bilder und Sagen aus der Schweiz. Bdch. 1. Die schwarze Spinne. - Ritter von Brandis - Das gelbe Vögelein und das arme Margrithli. Jent und Gaßmann, Solothurn 1842. S. 1-112.Durchgesehener Neusatz, diese Ausgabe folgt: Verlag Philipp Reclam jun., Stuttgart 1986.Neuausgabe, LIWI Verlag, Göttingen 2020.LIWI Literatur- und Wissenschaftsverlag
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Jugend ohne Gott von Odön von Horvath ist ein unfassbar gut aber auch leicht verständlich geschriebenes Buch. Es zeigt die Machtausnutzung und genommene Freiheit des einzelnen im dritten Reich. Pflichtlektüre meiner Meinung nach,da man so leichte Vorurteile,die von den großen kommen,hervorsehen kann.
MaWiOr
aus Halle
5/5
05.11.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Schweizer Schriftsteller…
Der Schweizer Schriftsteller und Pfarrer Jeremias Gotthelf (eigentlich Albert Bitzius, 1797-1854) hat neben seinen bekannten Bildungsromanen „Uli der Knecht“ und „Uli der Pächter“ auch zahlreiche Erzählungen geschrieben. Der Diogenes-Band versammelt eine Auswahl seiner bekanntesten Geschichten. In der Auftaktgeschichte „Die Wassernot im Emmental am 13. August 1837“ gibt Gotthelf eine präzise Darstellung einer Hochwasserkatastrophe; mit gewaltiger Sprache lieferte er eine der eindrucksvollsten Schilderungen einer Naturkatastrophe in der deutschen Literatur. In „Wie fünf Mädchen im Branntwein jämmerlich umkommen“ beobachtet ein Geschäftsreisender in der Gaststube eines Berner Wirtshauses fünf branntweinsüchtige Mädchen. Gotthelf spricht hier das konkrete soziale Problem des Alkoholkonsums an. Joggeli, ein junger Bauer verkleidet sich in „Wie Joggeli eine Frau sucht“ als Kesselflicker und begibt sich auf Brautschau. Er schaut sich unter den Töchtern des Landes um und findet am Ende tatsächlich die ahnungslose Richtige. „Die schwarze Spinne“ ist Gotthelfs bekannteste Geschichte. Die Rahmenhandlung bildet ein Tauffest einer gottesfürchtigen Familie im Emmental, darin eingebettet sind zwei Binnengeschichten, die vom zweimaligen Auftreten einer teuflischen schwarzen todbringenden Spinne erzählen, zuerst zur Zeit der Kreuzritter und Kreuzzüge im 13. Jahrhundert, ein weiteres Mal in der frühen Neuzeit des 15. Jahrhunderts. Die abschließende Geschichte „Elsi, die seltsame Magd“ erzählt von einer Müllerstochter, die nach dem Tod ihrer lieben Mutter das Vaterhaus verlässt und von einem Bauern als Magd aufgenommen wird. Wegen ihrer stillen und „adelichen“ Art wird sie von den Dorfbewohnern allerdings gemieden. Ergänzt wird die Diogenes-Ausgabe durch zehn Kalendergeschichten Gotthelfs, ein Nachwort „Gestatten, Gotthelf, vormals Bitzius“ von Nora Gomringer und ein umfangreiches Glossar zum besseren Verständnis. Fazit: Ein willkommener Einstieg in das Werk von Jeremias Gotthelf. Der Diogenes Verlag lässt demnächst die beide „Uli“-Romane folgen.
Criss Seiler
aus Gränichen
5/5
16.06.2021
eBook (ePUB)
Kindheits-Erinnerungen, Schulzeit-Feeling
Ich habe das Buch das erste Mal in der Schule gelesen und bin mit Begeisterung wieder an die Geschichte herangegangen. Dieses Buch ist fantastische Literatur und nur zu empfehlen.
Bewertung
5/5
24.10.2017
eBook (ePUB)
Was wird das für eine Generation? Eine harte oder nur eine rohe?
Es ist nicht nur eine ganze Generation, gegen die er sich stellt - Schüler, Eltern, Offziere.
Es ist eine Weltanschauung, eine Ideologie, ein Glauben.
Ein Glauben, den er nicht vertritt.
Er kämpft, um sich nicht unterordnen zu müssen, seine eigene Meinung vertreten zu dürfen.
Er kämpft, um selbst denken zu dürfen, hinterfragen zu dürfen.
Aber er hinterfragt nicht nur den Glauben oder die Ideologie. Er hinterfragt auch die Religion, die Rolle des Staates und der Gesellschaft.
Er hinterfragt seine Existenz. Er hinterfragt das ganze Sein.
Er kämpft, bis er aufgibt. Bis er sich geschlagen gibt. Er kämpft, bis er nicht mehr kämpft.
Es ist das Bild einer verkorksten Jugend, die von Horvath hier beschreibt.
Einer Jugend, gnadenlos und eiskalt.
Einer Jugend, geblendet von falschen Ideologien und Rassenvorstellungen.
Geblendet von dem Glauben an die Überlegenheit der eigenen Rasse.
Und es ist das Bild eines Mannes, der es sich zur Gewohnheit gemacht hat, über andere zu urteilen (zurecht, bedenkt man seinen gesellschaftlichen Kontext), aber sich bald eingestehen muss, dass auch er nicht völlig ohne Schuld ist.
Dass vielleicht niemand völlig ohne Schuld ist. Und dass irgendwann der Moment kommt, an dem man sich fragen muss, wie man denn handeln möchte. Wie man denn sein möchte. Ob man weiter schweigen kann oder sich eingestehen muss, dass jeder Sklave seiner Handlungen und Entscheidungen ist.
Und dass der Moment kommt, kommen kann, an dem man sich beugt. An dem man aufgibt. Auch wenn man es nicht möchte, auch wenn es den eigenen moralischen Vorstellungen widerspricht. Es kommt der Moment, an dem man sich beugt.
Es ist eine klare, direkte Sprache mit der von Horvath die Entwicklung des Faschismus' der NS-Zeit beschreibt. Dabei kommt es durchaus auch vor, dass man lachen muss, weil man es einfach nicht glauben kann, dass erwachsene Menschen sich so leicht "verführen" lassen, einer Lüge so leicht aufliegen. Doch genau das war der Fall. Genau das war die Realität.
Und wenn man das begrifft, sich dessen bewusst wird, Seite um Seite, dann vergeht das Lachen ganz schnell, weicht dem Entsetzen darüber, wie so etwas passieren konnte.
Doch von Horvarths Buch ist so viel mehr als ein Anprangern der Kollektivschuld während des Regimes. Es ist vor allem ein Buch über die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, über die Rolle von Moral, von Verantwortung und Schuld.
Es ist ein Buch, welches immer wieder die eine Frage stellt: Soll ich schweigen, um mich selbst zu schützen oder sage ich die Wahrheit, obwohl ich mich dadurch selbst in Gefahr bringe?
Genau diese Frage ist es, die dieses Buch auch heute noch, obwohl bereits 1937 erschienen, mit einer Aktualität belegt, die seinesgleichen sucht.
Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklung und der Frage nach Anstand und Moral ist dieses Buch alles andere als ein eingestaubter Klassiker, sondern Pflichtlektüre und Lehre, wie man es nicht machen sollte.
Lehre, wie schnell sich einzelne Ansichten zu einem Kollektiv entwickeln können.
Lehre, wie schnell wir uns ihr hingeben, der Lüge, der Mutter aller Sünden.
Lisega
5/5
19.03.2012
Buch (Taschenbuch)
„Auch die Neger sind doch…
„Auch die Neger sind doch Menschen“ – meint der Ich-Erzähler dieses Klassikers, ein junger Geographie-Lehrer, im Gegensatz zu manchem seiner Schüler beim Aufsatz-Thema „Warum müssen wir Kolonien haben?“. Im Jahr 1937 wird er für diese Aussage prompt von der Aufsichtsbehörde gerügt. Mit dieser Episode und vielen weiteren kleinen Erlebnissen des Lehrers mit seinen Schülern wird klar, welche Jugend da heranwächst: Eine harte und rohe Generation, die, wie der Direktor bemerkt, moralisch zum Krieg erzogen werden muss. Doch ein Verbrechen bei einem Klassenausflug führt zu einem Prozess, bei dem der Lehrer, eigentlich ein opportunistischer Mitläufer, seinen humanistischen Idealen treu bleibt und zur Aufklärung des Falls beiträgt. Und er entdeckt, dass er nicht alleine ist: Eine Gruppe seiner Schüler lässt sich das selbständige Denken nicht verbieten und hat einen Club „Für Wahrheit und Gerechtigkeit“ gegründet – ein Lichtblick. Spannender Kriminalroman, Antikriegsroman, wichtiger Bestandteil des Kanons antifaschistischer Literatur – Ödön von Horvaths „Jugend ohne Gott“ ist vieles, aber vor allem mit seinem Plädoyer für Zivilcourage, Toleranz und geistige Unabhängigkeit immer noch aktuell und überaus lesenswert.
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