Was macht man mit knapp 80, wenn anscheinend nichts mehr geht? Diese Frage stellt sich Paul Riemenschneider nach dem Tod seiner Frau Lissy. Allerdings nicht lang, dann kennt er die Antwort. Nach einer Nacht und Nebelaktion sitzt der Witwer im geklauten Leichenwagen; Tochter Ela, Pfleger Alex samt Freundin und die Katze Nuschi sind mit an Bord. Ziel der Reise ist Prag, denn Paul will ein Versprechen einlösen, das er seiner Frau einst gegeben hat. Wenn es mit der Antwort nur so einfach wäre. Ehe es sich Paul versieht, hat sich die Reisegruppe vergrößert und stellt alles auf den Kopf.
Ein heiterer und gleichzeitig trauriger Roman, bei dem es um mehr geht als nur ein Versprechen. Pauls Göttliche Komödie eben!
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Dieses Buch erschien 2020 und beinhaltet 255 Seiten.
Paul Riemenschneider ist knapp 80 Jahre und er stellt sich die Frage, was man macht, wenn anscheinend nichts mehr geht. Seine Frau Lissy ist bereits gestorben. Es dauert nicht lange und Paul kennt die Antwort. Der Witwer sitzt nach einer Nacht- und Nebelaktion im geklauten Leichenwagen; dabei sind Tochter Ela, Pfleger Alex samt Freundin und die Katze Nuschi ist auch mit an Bord. Das Ziel der Reise ist Prag, denn Paul hat seiner Frau einst ein Versprechen gegeben, was er einlösen will. Wenn das aber so einfach wäre mit der Antwort, denn Ehe Paul es sich versieht, hat sich die Reisegruppe vergrößert und stellt alles auf den Kopf. Es handelt sich hier um einen heiteren, aber auch gleichzeitig um einen traurigen Roman, in dem es um mehr als nur ein Versprechen geht. Eben um Pauls Göttliche Komödie!
Das Cover ist einfach nur wunderbar gestaltet. Zu Beginn jedes Kapitels ist eine tolle Zeichnung. Von der ersten Seite an hat mich der Schreibstil der Autorin Victoria Suffrage begeistert. Ich war sofort in der Geschichte und lernte den sympathischen älteren Herrn Paul und seinen Pfleger Alex kennen. Paul hat seine Tochter in seinem Haushalt, mit der er es nicht immer leicht hat. Sie ist schwerstbehindert und das ist für einen älteren Mann wirklich sehr schwer, sie zu betreuen, hat er doch selbst schon eineige Wehwehchen und mit dem Gedächtnis ist es auch nicht mehr so weit her. Und dann gibt es da noch die Hausbewohner, die sich an den Schreien der Tochter stören. Da kann er froh sein, dass es den Pfleger Alex gibt, der bereit ist, alles für ihn zu tun. Wir begeben uns auf eine zauberhafte Reise nach Prag, bei der es drunter und drüber geht. Der Humor kommt dabei keinesfalls zu kurz, aber diese Geschichte hat mich auch traurig gemacht, da man hier erkennen kann, dass das Verständnis von jüngeren Menschen gegenüber älteren Menschen nicht immer toll ist. Ob Pauls Plan aufgeht und er letzten Endes sein Versprechen einhalten kann? Tja, da müsst ihr wohl diese Geschichte lesen! Ihr werdet es nicht bereuen. Mir hat sie unterhaltsame Stunden beschert und Paul, Ela, Alex und seine Freundin Roxy sind mir dabei sehr ans Herz gewachsen. Die Autorin hat sich hier mit vielen Themen auseinandergesetzt, zum Beispiel um das Altern in Würde, Demenz, Trauer, Verständnis für ältere Menschen... Ich habe mich keine Minute gelangweilt und empfehle euch das Buch gern! Diese Geschichte hat mich echt begeistert und ich bin jetzt noch fasziniert. Schön, dass es Menschen wie Alex und Roxy gibt, die gern bereit sind, einem älteren Herrn ein Abenteuer zu bieten. Einfach nur toll geschrieben! Danke für dieses tolle Buch!
Michaela Weber
aus Weimar
5/5
31.08.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine einfühlsame Geschichte
Paul ist 78-ein liebenswürdiger Mann,der nach dem Tod seiner geliebten Frau Lissy sich alleine um seine schwerbehinderte Tochter Ela kümmert.Da es ihm altersbedingt schwer fällt,holt er den Pfleger Alex zur Unterschützung und Hilfe.Alex will ihm helfen,das sie ein menschenwürdiges Leben führen können.Doch so kann es nicht weitergehen-zumal die anderen Hausbewohner kein Verständnis zeigen.Dann bekommt Paul und Ela die Kündigung.Mit Hilfe von Alex und dessen Freunin Rosy mit ihrer Katze Nuschi machen sie sich auf den Weg nach Prag.Es soll für Paul und Ela die letzte Reise sein.Paul will sein Versprechen einlösen,was er seiner Frau Lissy gab-bevor sie starb.Auf den Weg nach Prag vergrößert sich die Reisetruppe....
Die AutorinVictoria Suffrage hat einen humorvollen Roman geschrieben.Der eigendlich sehr traurig sein müßte,aber durch ihre Erzählung begegnet sie den Charakteren mit viel Respeckt,Liebe und Geborgenheit.Er ist mit viel Turbulenzen voll leiser Töne und voll Melanconie.Er macht einem Mut-sich dem Leben zu stellen.Die Charaktere sind liebevoll beschrieben mit all ihren Schwächen und Stärken.Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und ab und an hatte ich ein Tränchen in den Augen-ich gebe dem Buch 5 Sterne.
Bewertung
aus Lichtenstein
5/5
24.08.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie das Leben so spielt
Eine ganz andere Reise nach Prag, als viele von uns schon selbst einmal erlebt haben, erwartet den Leser hier. Der noch recht rüstige, geistig fitte, aber auch schon etwas altersstarrsinnige Paul erlebt im hohen Alter das Abenteuer seines Lebens. Eine Reise nach Prag sollte es sein, lange erseht und anders geplant als letztendlich erlebt, verändert das Leben des Seniors noch einmal gewaltig. Seine Begleitung und auch das Fahrzeug für die lange Tour sind mehr als außergewöhnlich. Doch Paul lässt sich nicht entmutigen und erlebt endlich doch noch seinen wohlverdienten Ruhestand.
Immer im Herzen mit dabei ist seine verstorbene Frau Lissy, die mal sein Lebensinhalt war. Die Erinnerung an sie führt ihn am Ende zu einem zufriedenen Lebensabend in Ruhe und Geborgenheit. Schön, dass es solche Beziehungen gibt.
Elke Seifried
aus Gundelfingen
5/5
13.08.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
„Ehrenwortgarantie wegen Weiterleben.“
»Liebes, wenn wir dann nicht mehr genug Atem haben, meinst du, wir gehen zusammen?«, eine tolle Vorstellung, aber »Einer von uns wird bei Ela bleiben und bringt sie später mit. Es sind nur Raum und Zeit, die uns trennen. Eine kleine Weile sind wir bloß halb zusammen, eine kleine Weile.« Halb zusammen? Das ist mehr als gar nicht.“, für ein Wiedersehen wird als Treffpunkt a la Schwejk, „Nachm Regenbogen. Um sechs Uhr abends.“ vereinbart. Paul und Lissy waren ihr Leben lang ein Herz und eine Seele, eine Einheit und die Verantwortung für ihre gemeinsame Tochter Ela, die weder spricht noch das Bett verlassen kann, hat sie zusammengeschweißt. Als Lissy stirbt, bricht beim 78-jährigen Paul nicht nur die Hälfte ab, sondern er stößt auch zunehmend an seine Grenzen, seine Tochter alleine versorgen zu können.
In dieser Situation lernt man Paul kennen und auch Alex den jungen engagierten und warmherzigen Pfleger vom ambulanten Pflegdienst. Man wird Zeuge, wie die Nachbarn Paul das Leben schwer machen, ihn aus dem Haus ekeln wollen und für Paul gilt, „Das Damoklesschwert, ich spüre es wieder. Eine Kleinigkeit mit mir, und für Ela und mich ist es aus.“, wenig später flattert ein Brief mit der Wohnungskündigung ins Haus. Als ihm dann auch noch Pfleger Alex, der seine Arbeit mit ganz viel Herzblut macht und bisher einige Zusatzdienste übernommen hat, eröffnet, dass er nur noch drei Tage arbeiten wird und zudem die tote, vergiftete Katze Nuschi, die einzige die Ela nachts in ihren Schreianfällen beruhigen konnte, auf den Armen hält, entsteht eine verrückte Idee. »Wir lassen die Nuschi zum Regenbogen fahren«, hat Alex gesagt.“ Gesagt getan und so geht es auf eine Reise nach Prag. Allerdings „Was wird meine Liebste denken, wenn nicht ich komme, sondern das Viech? Hoffentlich ist sie nur sauer, denn enttäuschen wollte ich sie nie.“ Nur Nuschi, oder gleich gesammelt zu Lissy gehen? Das wird nicht verraten, selbst mit auf die Reise gehen ist angesagt. Also schnell ein Plätzchen sichern im umgebauten Leichenwagen, den Alex organisiert, damit Ela hinten liegen kann und in dem die tote Nuschi den Kofferraum bevölkert, sich Roxy und Paul die Beifahrersitze teilen, bevor auch noch Gott, »Er hat ein Schild hochgehalten. ›Gott sucht Mitfahrgelegenheit‹ und Hildchen, die am Rastplatz samt ihrem Kater übriggeblieben ist, an Bord drängen.
Victoria Suffrage weiß wie man Leser völlig in Bann nimmt und die Geschichte so richtig selbst mitleben und mitleiden lässt. Ich konnte die Hilflosigkeit, die Paul verspürt, weil sein Körper immer mehr abbaut, selbst fühlen, weil die Autorin mit solch grandiosen Bildern dafür sorgt. „Man kann auch mit einer dreckigen Brille lesen. Und mit dreckigen Ohren hören. Warum kann man mit einem dreckigen Gehirn nicht denken? Am liebsten würde ich jetzt allen auf der Welt das Weinen erlauben. Dann könnte man die Untröstlichkeit darin ersäufen, wenn genug zusammenkommt.“ Auch die schweren Gewissenskonflikte, die er mit sich ausfechten muss, sind mehr als gekonnt dargestellt. Ich hätte nicht in seiner Haut stecken wollen. Dabei ist Authentizität das oberste Gebot, genau solche Gedanken muss jemand an Pauls Stelle, später auch an Alex´ haben. Sie hat mich auf eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt. Nicht selten war ich den Tränen nahe, weil es so viele berührende, abgrundtief traurige Szenen gibt, bei denen man meint, „die Stimmung heben, aber das schafft der Alex nicht mal mit fünfzig Schwerlasttransportern, gefüllt mit Lachgas.“. Aber Victoria Suffrage schafft es tatsächlich, dass man wenig später durch eine perfekt dosierte Prise Humor, teilweise auch Galgenhumor, wieder über das ganze Gesicht grinsen, stellenweise sogar laut lachen muss. Dafür sorgen Erinnerungen wie, „Sonst macht sich Lissy Sorgen, sie meint zu oft, dass ich vergesslich bin. Knoblauch soll ich essen, sagt sie immer. Oder Kräuter, deren Namen ich mir nun wirklich nicht merken kann. Meinen Underberg lässt sie nicht gelten, deshalb trinke ich den lieber heimlich.“, pointiert bissige Antworten wie für die biestig, neugierige Nachbarin, »Du meinst diese Leichenkutsche? Das ist Teil des Events. War für mich sicherer, als mich mit einer Harley abholen zu lassen. Und du weißt ja, mit der Ela ist das schwierig auf so einem Ding.« oder auch Gedankenexperimente wie, „Ich könnte jedes Rollatorrennen gewinnen, ganz ohne Training. […] Pfleger Alex schiebt den Zahnschutz ein. Es gibt keine zweiten Dritten von der Kasse. Und dann, dann geht Paul in die Startphase, beugt sich windschnittig über den Sitz seines Gefährts. Im Korb, deutlich sichtbar, hat er Knoblauch.‹ Muss Lissy reingelegt haben. […]. ›Will er seine Gegner einfach wegstinken?“. Zudem holt sie mit dem Tschechen Vojtech, der jahrelang Karel Gott mehr schlecht wie recht imitiert hat und so gut singt, dass sogar Biene Maja Tinnitus bekommt, und Hildchen schräg, liebenswerte Mitfahrer an Bord, über die man jede Menge schmunzeln kann.
Die Autorin ist eine Meisterin der Figurenzeichnung. Ich konnte mich perfekt in Paul hineindenken und fühlen und bin regelrecht als er mit auf die Reise gegangen, habe in ihm gelebt. Nicht nur ihn, sondern auch Pfleger Alex, habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Er hat seine Ambition zum Glück noch nicht im Stress der Pflegeberufe verloren. Er hat ein gehöriges Päckchen zu tragen, von dem man nach und nach erfährt und die dem liebenswerten jungen Mann noch mehr Profil verleihen. Richtig gut hat mir auch seine Freundin Roxy gefallen, die ihm in seiner Herzlichkeit in nichts nachsteht, auch wenn gilt,. „Innerhalb von wenigen Minuten wechselt sie zwischen Bundeswehr und Heilsarmee, ist aber immer der General.“ Die kleineren Rollen ergänzen die Geschichte gelungen und auch ein überwiegend amüsanter Gott bleibt z.B. alles andere als flach.
»Doch wenn es da einen einzigen Menschen gibt, dann lohnt es sich, zu kämpfen.« Wertes Leben, selbstbestimmter Tod, das sind zwei sehr schwere Themen, denen sich die Autorin mit ihrem berührend, aufwühlend und zugleich amüsanten Roman, ja dieser göttlichen Komödie, widmet und ich denke besser hätte man dies nicht umsetzen können. Ich habe gebannt von der ersten bis zur letzten Seite gelesen. Begeisterte fünf Sterne für dieses Lesehighlight und eine absolute Leseempfehlung.
Bewertung
5/5
12.08.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Absolute Leseempfehlung
„ Pauls Göttliche Komödie“ von Victoria Suffrage.
Hier handelt es sich um eine tiefgründige Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Die Autorin hat hier ernste , emotionale und humorvolle Situationen sehr gut unter einen Hut gebracht.
An Pauls Schicksal kann der Leser von der ersten Seite an teilhaben. Ich konnte dadurch seine Gedanken, Ängste usw. sehr gut nachvollziehen. Habe mit ihm gelitten und mich gefreut.
Auch die anderen Protagonisten werden gut beschrieben. Eine tolle Reisegruppe und Katze Nushi.
Hier hat mir besonders Alex gefallen. Er ist sehr hilfsbereit und nett. Im Laufe der Geschichte erfährt man sehr viel Interessantes aus seiner Vergangenheit.
Die Grundidee für diese Geschichte macht mich sehr nachdenklich. Paul ist knapp 80 Jahre alt und sieht keinen Ausweg mehr. Seine Frau ist tot, seine Tochter...- hier war ich die ganze Zeit über so neugierig wie sein Lebensweg weitergeht, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Dieser Roman lässt sich sehr flüssig lesen und der Einstieg ist mir leicht gefallen. Über jedem neuen Kapitel befindet sich eine wunderschöne Illustration, die zu der Geschichte sehr gut passt.
Ich empfehle dieses Buch weiter.
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