Produktbild: Barracoon

Barracoon Die Geschichte des letzten amerikanischen Sklaven

1

11,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

13.09.2021

Abbildungen

schwarz-weiss Illustrationen

Verlag

Penguin

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

17,9/12/2,2 cm

Gewicht

227 g

Farbe

Mokka / Seidengrau

Originaltitel

Barracoon. The Story of the Last "Black Cargo"

Übersetzt von

Hans-Ulrich Möhring

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-328-10757-6

Beschreibung

Rezension

»Ein schauriger Einblick in eines der großen Menschheitsverbrechen.« The Guardian

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

13.09.2021

Abbildungen

schwarz-weiss Illustrationen

Verlag

Penguin

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

17,9/12/2,2 cm

Gewicht

227 g

Farbe

Mokka / Seidengrau

Originaltitel

Barracoon. The Story of the Last "Black Cargo"

Übersetzt von

Hans-Ulrich Möhring

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-328-10757-6

Herstelleradresse

Penguin TB Verlag
Neumarkter Straße 28
81673 München
DE

Email: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de

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Ein dunkles Kapitel amerikanischer Geschichte

ausgebucht.blog am 19.07.2022

Bewertungsnummer: 1750065

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Die Lebensgeschichte von Kossola, der in Amerika in Cudjo Lewis umbenannt wurde, ist der Zeitzeugenbericht des damals letzten noch lebenden ehemaligen Sklaven. 1841 geboren wurde er 1859 vom letzten amerikanischen Sklavenschiff an Bord genommen, die Sklaverei war zu diesem Zeitpunkt längst verboten. 1927 nahm Nora Zeale Hurston im Auftrag des "Journal of Negro History"zum ersten Mal Kontakt zu Kossola auf um seine afrikanische Geschichte zu erfahren, wie er erst Sklave und schließlich ein freier Mann wurde und was ihm seither in Amerika widerfahren ist. Die Geschichte ist eine Art Interview in Etappen, angereichert mit Beobachtungen der Autorin und den Umständen der Treffen. Es tut einem das Herz weh, wenn man so eine Geschichte nicht als Bericht sondern in eines Menschen eigenen Worten liest. Die Übersetzung von Hans-Ullrich Möhring bleibt dem treu, was zuvor Hurston schon so originalgetreu wie möglich überliefert hat, denn Kossola hatte eine ganz eigene Art zu sprechen und zu erzählen, ich habe einen unglaublich detaillierten Eindruck seiner Stimmung, Mimik und Sprachmelodie gewonnen. Es ist ein einzigartiges Dokument über ein Schicksal, das so viele zuvor schon geteilt haben. Ich habe eine womöglich schwer nachzuvollziehende Kritik. Das Buch verfügt über umfangreiches Zusatzmaterial, darunter ein Vorwort von Alice Walker sowie eine Einleitung der Herausgeberin Deborah G. Plant, ebenso beides auch von Zora Neale Hurston. Im Anhang sind Erläuterungen zu den Erzählungen Kossolas, Anmerkungen, Quellen... Das Buch umfasst 216 Seiten - ca 80 davon nehmen die Begegnungen an sich ein. Vieles wird leider in den einleitenden Kapiteln vorweg genommen, was ich etwas unglücklich finde. Vielleicht muss man es gelesen haben, um meine Kritik nachvollziehen zu können aber ich hätte die meisten Ergänzungen lieber am Ende gelesen, grundsätzlich liebe ich sowas sehr und da waren fundierte Informationen dabei. Zora Neale Hurston war eine afro-amerikanische Schriftstellerin. In den 1920er Jahren war sie Teil der "Harlem Renaissance", schrieb zunächst Essays, Kurzgeschichten und Zeitungsartikel, dann konzentrierte sie sich auf die Sammlung von Gedichten, Gebeten, Liedern und Geschichten der schwarzen Bevölkerung. Ihre Forschungen wurden finanziell unterstützt, so auch die Arbeit an "Barracoon", welche 1931 abgeschlossen wurde. Der Schriftstellerin Alice Walker ist es zu verdanken, dass Hurstons Werke wiederentdeckt und neuentdeckt wurde, einige Theaterstücke der Autorin wurden uraufgeführt und so wurde auch "The story of the last black Cargo" 2018 erstmals veröffentlicht und 2021 ins Deutsche übersetzt. Ich bin ein bisschen verblüfft, dass "Barracoon" zuvor nie veröffentlicht wurde, aber mit diesem Teil der amerikanischen Geschichte möchte man sich dort auch heute noch nicht auseinander setzen. Man muss leider auch darüber als Teil der afrikanischen Geschichte sprechen. Denn Kossola wurde von Amerikanern gekauft - verkauft wurde er von Afrikanern. Der Häuptling eines anderen Stammes ließ sein ganzes Dorf auslöschen, bis auf die, die als Sklaven brauchbar waren und gegen Waffen oder Handelsgüter eingetauscht werden konnten. Über diesen Verrat und diese Trauer ist Kossola nie hinweg gekommen. Dass dort niemand mehr seinen Namen kennt, niemand ihn vermisst, niemand übrig ist. Dass sie alle nicht zurück konnten. Sie mögen frei gewesen sein, aber ohne Wurzeln. Und so ist dies keine Schreckensgeschichte von Folter und Misshandlung eines Leibeigenen, sondern von Heimweh, Ausgrenzung und Identitätsverlust, von Hoffnung und Liebe und unendlicher Trauer.

Ein dunkles Kapitel amerikanischer Geschichte

ausgebucht.blog am 19.07.2022
Bewertungsnummer: 1750065
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Die Lebensgeschichte von Kossola, der in Amerika in Cudjo Lewis umbenannt wurde, ist der Zeitzeugenbericht des damals letzten noch lebenden ehemaligen Sklaven. 1841 geboren wurde er 1859 vom letzten amerikanischen Sklavenschiff an Bord genommen, die Sklaverei war zu diesem Zeitpunkt längst verboten. 1927 nahm Nora Zeale Hurston im Auftrag des "Journal of Negro History"zum ersten Mal Kontakt zu Kossola auf um seine afrikanische Geschichte zu erfahren, wie er erst Sklave und schließlich ein freier Mann wurde und was ihm seither in Amerika widerfahren ist. Die Geschichte ist eine Art Interview in Etappen, angereichert mit Beobachtungen der Autorin und den Umständen der Treffen. Es tut einem das Herz weh, wenn man so eine Geschichte nicht als Bericht sondern in eines Menschen eigenen Worten liest. Die Übersetzung von Hans-Ullrich Möhring bleibt dem treu, was zuvor Hurston schon so originalgetreu wie möglich überliefert hat, denn Kossola hatte eine ganz eigene Art zu sprechen und zu erzählen, ich habe einen unglaublich detaillierten Eindruck seiner Stimmung, Mimik und Sprachmelodie gewonnen. Es ist ein einzigartiges Dokument über ein Schicksal, das so viele zuvor schon geteilt haben. Ich habe eine womöglich schwer nachzuvollziehende Kritik. Das Buch verfügt über umfangreiches Zusatzmaterial, darunter ein Vorwort von Alice Walker sowie eine Einleitung der Herausgeberin Deborah G. Plant, ebenso beides auch von Zora Neale Hurston. Im Anhang sind Erläuterungen zu den Erzählungen Kossolas, Anmerkungen, Quellen... Das Buch umfasst 216 Seiten - ca 80 davon nehmen die Begegnungen an sich ein. Vieles wird leider in den einleitenden Kapiteln vorweg genommen, was ich etwas unglücklich finde. Vielleicht muss man es gelesen haben, um meine Kritik nachvollziehen zu können aber ich hätte die meisten Ergänzungen lieber am Ende gelesen, grundsätzlich liebe ich sowas sehr und da waren fundierte Informationen dabei. Zora Neale Hurston war eine afro-amerikanische Schriftstellerin. In den 1920er Jahren war sie Teil der "Harlem Renaissance", schrieb zunächst Essays, Kurzgeschichten und Zeitungsartikel, dann konzentrierte sie sich auf die Sammlung von Gedichten, Gebeten, Liedern und Geschichten der schwarzen Bevölkerung. Ihre Forschungen wurden finanziell unterstützt, so auch die Arbeit an "Barracoon", welche 1931 abgeschlossen wurde. Der Schriftstellerin Alice Walker ist es zu verdanken, dass Hurstons Werke wiederentdeckt und neuentdeckt wurde, einige Theaterstücke der Autorin wurden uraufgeführt und so wurde auch "The story of the last black Cargo" 2018 erstmals veröffentlicht und 2021 ins Deutsche übersetzt. Ich bin ein bisschen verblüfft, dass "Barracoon" zuvor nie veröffentlicht wurde, aber mit diesem Teil der amerikanischen Geschichte möchte man sich dort auch heute noch nicht auseinander setzen. Man muss leider auch darüber als Teil der afrikanischen Geschichte sprechen. Denn Kossola wurde von Amerikanern gekauft - verkauft wurde er von Afrikanern. Der Häuptling eines anderen Stammes ließ sein ganzes Dorf auslöschen, bis auf die, die als Sklaven brauchbar waren und gegen Waffen oder Handelsgüter eingetauscht werden konnten. Über diesen Verrat und diese Trauer ist Kossola nie hinweg gekommen. Dass dort niemand mehr seinen Namen kennt, niemand ihn vermisst, niemand übrig ist. Dass sie alle nicht zurück konnten. Sie mögen frei gewesen sein, aber ohne Wurzeln. Und so ist dies keine Schreckensgeschichte von Folter und Misshandlung eines Leibeigenen, sondern von Heimweh, Ausgrenzung und Identitätsverlust, von Hoffnung und Liebe und unendlicher Trauer.

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