Dresden

Roman einer Familie

Michael Göring

(7)
Die Leseprobe wird geladen.
Buch (gebundene Ausgabe)
Buch (gebundene Ausgabe)
24,00
24,00
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar Versandkostenfrei
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei

Weitere Formate

gebundene Ausgabe

24,00 €

Accordion öffnen

eBook (ePUB)

14,99 €

Accordion öffnen

Hörbuch (MP3-CD)

21,99 €

Accordion öffnen

Hörbuch-Download

18,95 €

Accordion öffnen

Beschreibung

Fabian reist 1975 zum ersten Mal nach Dresden. Er kommt bei Freunden der Eltern unter. Der Student aus Köln will sehen, ob das Leben in der „Ostzone“ wirklich so schlecht ist, wie sein Vater immer behauptet. Fabian freundet sich schnell mit Gleichaltrigen in Sachsen an und verliebt sich Hals über Kopf in Anne. Diese Verwirrung der Gefühle wird rasch eingeholt vom Alltag im geteilten Deutschland, und als Fabian ein Jahr später erneut nach Dresden reist, ist Anne verheiratet und hat ihren Sohn Leo zur Welt gebracht. Was trotz des Eisernen Vorhangs eine große Liebe hätte werden können, entwickelt sich über die Jahre zu einer tiefen Freundschaft. Fabian kommt fast jedes Jahr, sucht Annes Nähe, erlebt, wie ihr Bruder Kai durch die Elbe schwimmend in den Westen will und scheitert. Während Kai sich im Hass auf das DDR-Regime der Familie entzieht, ist dessen Vater Ekki weiterhin davon überzeugt, dass die DDR reformfähig ist. Am 1. Oktober 1989 sitzt Kai im Zug von Prag nach Hof, und Fabian trifft sich mit Anne in Ostberlin.
Michael Göring schreibt eine Liebeserklärung an eine Dresdener Familie und erzählt von den entscheidenden Jahren von 1975 bis 1989. Eine bewegende Familiengeschichte, in der auch beim Westbesucher einiges in Unordnung gerät.

Produktdetails

Verkaufsrang 9376
Einband gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum 09.02.2021
Verlag Osburg Verlag
Seitenzahl 300
Maße 20,5/12,8/3,2 cm
Gewicht 434 g
Auflage 2
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-95510-243-2

Buchhändler-Empfehlungen

„Warum willst du eigentlich in den Westen, Mama? Ist das wirklich schöner als Cottbus?“

André Pingel, Thalia-Buchhandlung Bremen

Inspiriert von eigenen Erfahrungen, die Michael Göring als Student Mitte der 70er gesammelt hat (denn er war in dieser Zeit selbst regelmäßig in Ostdeutschland unterwegs), nimmt er seine Leser mit nach Dresden, zurück in die Zeit zwischen 1975 und 1989. Mit Hilfe seiner Protagonisten lässt er sie tief in diesen Abschnitt der deutschen Geschichte eintauchen. Was wissen Menschen heutzutage eigentlich noch über die Zeit der DDR? Vieles aus dieser Zeit ist mittlerweile in Vergessenheit geraten und auch ich war überrascht, wie wenig aus dem Geschichtsunterricht hängen geblieben war. Michael Göring frischt die Erinnerung gekonnt und unterhaltsam auf, denn auch wenn ich sonst kein großer Fan von Familiengeschichten bin, hier war ich von Anfang bis Ende mitten drin. Die Charaktere sind unheimlich glaubhaft dargestellt, die einzelnen Beweggründe mehr als nur nachvollziehbar und alles ist mit genau der richtigen Dosis Geschichte gewürzt, so dass man nebenbei einfach unheimlich viel dazu lernt. „Ostalgie“ ist für Göring ein Fremdwort und daher wird hier nichts geschönt, allerdings wird auch nichts schlimmer gemacht, als es eigentlich war. Ich habe mir zwischendurch oft die Zeit genommen, um gewisse Begriffe, Darstellungen und Ereignisse zu googeln, bin aber jedes Mal wieder positiv überrascht worden, wie nah Göring sich an der Realität entlang gehangelt hat. Ein weiterer Pluspunkt ist der erhobene Zeigefinger, den sich der Autor auch komplett gespart hat. Hut ab! Es ist eine unheimlich glaubwürdige Geschichte mit Charakteren, die einem ans Herz wachsen und die man unheimlich gerne durch die Zeit begleitet. Göring schildert sie mit viel Gefühl und dem nötigen Blick für Details, aber auch die authentischen Schilderungen politischer Verhältnisse kommen nicht zu kurz. Wer also gut geschriebene Familiengeschichten mag und beim Lesen gerne nochmal etwas dazu lernt, dem lege ich „Dresden – Roman einer Familie“ wirklich ans Herz. Mir hat dieser Ausflug in vergangene Zeiten jedenfalls sehr gut gefallen!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
7 Bewertungen
Übersicht
3
3
0
1
0

Berührendes und authentisches Familienporträt gegen das Vergessen
von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 10.08.2021

Fabian ist 20, als er 1975 erstmals in die DDR reist, um die Brieffreundin seiner Tante und deren Familie in Dresden zu besuchen. Es entwickelt sich eine langjährige Freundschaft, in deren Verlauf Fabian merkt, wie sich die Hoffnungen und Wünsche der Familie Gersberger ändern. Und auch Fabian selbst verändert sich durch seine Er... Fabian ist 20, als er 1975 erstmals in die DDR reist, um die Brieffreundin seiner Tante und deren Familie in Dresden zu besuchen. Es entwickelt sich eine langjährige Freundschaft, in deren Verlauf Fabian merkt, wie sich die Hoffnungen und Wünsche der Familie Gersberger ändern. Und auch Fabian selbst verändert sich durch seine Erfahrungen in dieser Familie - und deren unerschütterlichen Zusammenhalt... Von Michael Göring kannte ich bisher den wunderbaren Vorgängerroman "Hotel Dellbrück", und auch "Dresden - Roman einer Familie" hat mich überzeugt und berührt. Das Besondere ist vor allem die große Empathie, die der Autor seinen Figuren zukommen lässt. Ihre Ängste und Probleme nimmt er ernst, für ihre Fehler zeigt er Verständnis. Dadurch überträgt sich die familiäre Wärme des Romans fast zwangsläufig auf die Leser:innen. Zudem verurteilt er die DDR nicht, ist aber auch weit von einer "Ostalgie" entfernt. In wechselnden Kapiteln begleitet man einerseits die Freundschaft Fabians zur Familie Gersberger in den Jahren 1975 bis 1989, während andererseits die Flucht Kais - des Sohns der Familie Gersberger - 1989 über die Prager Botschaft in den Westen geschildert wird. Diese Konstruktion gelingt Michael Göring sehr gut, sie sorgt für Abwechslung und spannende Momente. Gleichzeitig betrachtet man mit Faszination die Dialoge des Romans und Geschehnisse in der DDR, aus denen man fast beiläufig sehr viel Wissenswertes aus der finalen Phase des Staates erfährt. Gerade mit dem Wissen, dass einen Monat später die Mauer fallen sollte, erlebt man so fast ungläubig die Anstrengungen Kais auf seinem Weg in den Westen. Die angesprochenen Dialoge sind dabei zugleich Stärke und Schwäche von "Dresden". Einerseits wirkt es ungemein authentisch, wenn sich die Figuren über ihre Nöte und Freuden austauschen, und lässt die Menschen zu Wort kommen, die diese Zeit wirklich miterlebt haben und oft ungehört bleiben. Auf der anderen Seite wird der Dialog als Stilmittel fast erschöpfend eingesetzt, so dass kaum Raum und Zeit für innere Monologe und Gedanken der Figuren bleiben. Ein weiterer kleinerer Kritikpunkt ist die Schattierung der Charaktere. Zwar benötigt nicht jeder Roman einen klassischen (Anti-)Helden, doch bei "Dresden" hatte ich vor allem bei den Eltern Gersberger - Gabi und Ekki - das Gefühl, dass sie einfach zu gut sind, um wahr zu sein. Vielleicht ist das eine zynische oder abgeklärte Sicht, doch streckenweise fühlte ich mich durch die alles durchdringende Liebe der beiden ein wenig übersättigt. Doch kann man das Michael Göring zum Vorwurf machen? Der Autor selbst hat seit mehr als 45 Jahren Freunde in Dresden, wie wir im Nachwort erfahren. Sollte er also eigene Erfahrungen dieser Freundschaft in die Romanhandlung eingeflossen haben lassen, so spürt man stark diese freundschaftlichen Gefühle - und die Liebe zu seinen Figuren. Und letztlich ist diese Wärme, die der Roman von Beginn bis zum Ende ausströmt, auch das, was mich stark berührt hat. Der finale Kniff war da zwar keine große Überraschung mehr, ändert jedoch nichts an der Qualität dieses lesenswerten Buches. Michael Göring leistet mit ihm im Jahr, in dem wir auch dem Mauerbau vor 60 Jahren gedenken, einen wunderbaren Beitrag gegen das Vergessen, den ich dringend auch jüngeren Leser:innen empfehlen kann, die die DDR heutzutage vielleicht nur noch aus den Geschichtsbüchern kennen.

Ein toller DDR-Roman
von einer Kundin/einem Kunden am 03.05.2021

1975 reist Fabian mit seinem Freund Till das erste Mal vom westfälischen Köln/Paderborn zum ersten Mal über die deutsch-deutsche Grenze nach Quedlinburg zum Onkel der Familie und nach Dresden zu den Gersbergers, zu der seit über 20 Jahren eine Brieffreundschaft besteht. Nach seinem ersten Besuch reist Fabian, mal alleine, mal z... 1975 reist Fabian mit seinem Freund Till das erste Mal vom westfälischen Köln/Paderborn zum ersten Mal über die deutsch-deutsche Grenze nach Quedlinburg zum Onkel der Familie und nach Dresden zu den Gersbergers, zu der seit über 20 Jahren eine Brieffreundschaft besteht. Nach seinem ersten Besuch reist Fabian, mal alleine, mal zusammen mit Till, jährlich nach Dresden bzw. in die DDR, einerseits um ein unbekanntes Land, andererseits auch, um sich selber kennenzulernen und erlebt bei seinen Besuchen in Dresden eine für ihn bis dato unbekannte zwischenmenschliche Wärme der Familie, die ihn verändert und die er zu schätzen lernt. Bei seinem ersten Besuch verliebt sich Fabian in Anne, die Tochter der Gersbergers und muss ein Jahr später feststellen, dass sie bereits geheiratet hat, was ihn zwar kränkt, jedoch nicht von Besuchen im Osten abhält. Denn Kai, 1975 15 Jahre alt und Sproß der Familie, sucht den Kontakt zu Fabi und Till. Von Anfang an entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft zwischen allen Protagonisten, die einem einen spannenden Einblick in das Leben in der “Zone” mit all seinen Problemen gibt. Dies reicht von der “Bückware” in Geschäften der DDR bis hin zu innerfamiliären Konflikten zur Haltung zum Staat. Auf der einen Seite ist Kai, der sich als der Familie in seiner radikalen Abneigung zum politischen System und zwei Fluchtversuchen entzieht, sowie sein Vater Ekkehard, Ingenieur und Hochschullehrer in Dresden, der nach dem ersten Fluchtversuch seines Sohnes über die Elbe nicht mehr zu Tagungen ins westliche Ausland darf, aber an eine Reformierbarkeit des Systems von innen heraus glaubt. Abschließend lässt sich sagen, dass es ein fesselnd geschriebener Roman ist, der einem Einblicke in das Leben der DDR bietet und Probleme ebenso wie die kleinen Freuden des Lebens aufzeigt. Dabei gelingt es Michael Göring, der selber als Student in den Vorwendejahren in die DDR gereist ist, vielleicht auch bereits Vergessenes der DDR Geschichte, wie etwa den Zwangsumtausch von D-Mark in DDR Mark, die Bedeutung Westpakete etc. wieder ins Bewusstsein zu rufen.

Roman einer Familie
von einer Kundin/einem Kunden aus Hürm am 28.03.2021

Mit Fabian lernen wir einen sehr sympathischen Protagonisten kennen, der 1975 das erste Mal auf die andere Seite des eisernen Vorhanges fährt. Seine Mutter Laura und Gabi Gersberger sind beide begeisterte Chorsängerinnen und schreiben sich seit Jahren Briefe. Fabian ist neugierig auf die Deutschen auf der anderen Seite und möcht... Mit Fabian lernen wir einen sehr sympathischen Protagonisten kennen, der 1975 das erste Mal auf die andere Seite des eisernen Vorhanges fährt. Seine Mutter Laura und Gabi Gersberger sind beide begeisterte Chorsängerinnen und schreiben sich seit Jahren Briefe. Fabian ist neugierig auf die Deutschen auf der anderen Seite und möchte auch wissen, wie sich das Leben wirklich in der DDR abspielt. Gemeinsam mit seinem Freund Till machen sich die beiden Studenten mit jeder Menge Bekleidung, Waschpulver, Kaffee und Schokolade Richtung Dresden auf. Während Fabian zuhause Probleme mit seinem Vater hat, begeistert er sich schnell für die Gersbergers. Gabi und Ekkhard nehmen die beiden Jungs gerne für ein paar Tage auf. Er fühlt sich sofort wohl und erfährt erstmal, was Familie wirklich bedeutet. Gabis und Ekkehards Tochter Anne und ihr Sohn Kai sind etwa im selben Alter bzw. jünger. Vorallem Anne gefällt Fabian sehr, doch die junge Frau ist bereits mit einem Jungen, genannt TK, verlobt. Was als "Abenteuerurlaub" für Fabian beginnt, wird zu einem jährlichen Besuch bei den Gersbergers. Als Leser lernt man die einzelnen Figuren sehr gut kennen. Während Gabi und Ekki darauf hoffen, dass sich in den Jahren in der DDR etwas verändert und die Wirtschaft ebenso einen Aufschwung nimmt, lehnt sich Kai gegen die Politik auf. Mit der Zeit verliert aber auch der Rest der Familie Gersberger die Hoffnung, obwohl sie sich an die Regeln des Regime halten. Doch vorallem Kai stößt sich immer wieder an der Politik und die Reaktion bekommt nicht nur er, sondern auch der Rest der Familie zu spüren. Ich bin zwar kein Freund von zu viel Liebesgeschichten in einem Buch, wo es eigentlich um andere Themen geht, aber hier kam sie eindeutig zu kurz. Wenn man als Leser nicht ganz mitbekommt, ob jetzt etwas zwischen zwei Menschen "gelaufen" ist oder nicht, dann ist es meiner Meinung zu wenig. Erst im letzten Drittel wird dieses Rätsel im Laufe der Handlung aufgelöst. Das hätte man anders lösen können... Der Roman endet mit dem 1. Oktober 1989, also zwei Monate vor dem Mauerfall. Der Autor wechselt immer wieder zwischen diesem Tag im Oktober 1989 und der Vergangenheit ab 1975. Manchmal war ich dadurch etwas verwirrt, obwohl ich sehr viele Bücher auf zwei und drei Zeitebenen lese. Im Endeffekt passiert nicht wirklich viel mehr, als im Klappentext beschrieben wird. Jedoch gelingt es dem Autor perfekt, die Gefühle und Gedanken seiner Protagonisten zu vermitteln. Es gibt viele Dialoge und Streitgespräche. Es werden beide Seiten von Deutschland beleuchtet. Dabei gelingt es Michael Göring den erhobenen Zeigefinger wegzulassen. Er zeigt die Facetten beider Staaten auf - Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Geschichtliche Eckdaten zieht er dabei genauso heran, wie kleine persönliche Tragödien. Gefallen haben mir die vielen Ausflüge durch Dresden. Da ich die wunderschöne Stadt vor einigen Jahren selbst besucht habe, konnte ich einige bekannte Plätze und Ecken wiedererkennen. Vorallem die Figuren des Romans sind sehr lebendig und detailiert gezeichnet. Man fühlt sich mitten drin und von Freunden umgeben. Natürlich kommt die Politik und auch die Umwelt nicht zu kurz. Alle Jüngeren, die denken unsere Generation hat sich keine Gedanken um die Umwelt in den 1980igern gemacht, erfährt hier das Gegenteil. Doch auch schon damals hat die Wirtschaft und die Politik zu ihren Vorteil gehandelt....nicht anders als heute. Fazit: Ein ruhiger Familienroman, der beide Seiten des ehemals geteilten Deutschlands aufzeigt. Dem Autor gelingt es besonders gut die Gefühle und Gedanken seiner Protagonisten zu transportieren, sowie die Orte zu beschreiben. Gerne empfehle ich den Roman weiter.

  • artikelbild-0