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11.05.2021
Musik (Vinyl)
"I was born to sing the Blues, Mamma had `em, Pappa had `em too - Thank God for the Blues..."
Gespannt warten wir Leserinnen und Leser auf die literarische Aufarbeitung dieses Ausnahmezustands, der unser aller Leben seit Monaten bestimmt...
Der Musik-Fan ist da besser dran - Ich merkte es ja schon einmal an: Es gibt tatsächlich auch Gutes, das aus der weltweiten Pandemie erwächst!
Van "The Man" Morrison nutzte das vergangene Jahr um ein neues Album einzuspielen, 28 funkelnagelneue großartige Stücke, die musikalisch und textlich direkt an "Three Chords and the Truth" anschließen. 75 Jahre alt ist der Mann mit der gigantischen Stimme mittlerweile, muss nichts mehr, wem auch immer, beweisen, er macht einfach das, was er am Besten kann: Starke Musik komponieren, sein Misanthropentum so richtig fein in Worte fassen, dann das Ganze einsingen und seine Fans einmal mehr bestätigen, dass dem Mann kaum jemand das Wasser reichen kann!
Dabei ist es doch ganz einfach, eigentlich:
"Only a Song, it`s not set in Stone, i´t`s only a Song
It`s what I said then just to make it rhyme
Could have been on my mind at the Time
Only a Song when everything`s said and done
At the end of the day, in the warmth of the sun..."
Das ganze Album ist beeindruckend vielfältig, vom Blues zum Jazz zum swingenden, ja echt jetzt, Rock n Roll, eine wie geschmiert spielende Band dazu, alles zusammen gehalten von dieser Stimme, die ein wenig dunkler geworden ist, aber immer noch voller Kraft und Intensität. Ab und an gibt`s ein mehr als gelungenes Wechselspiel mit diversen Background-Sängerinnen (Dana Masters, Mez Clough & Teena Lyle), die zum Glück so gar nicht nur im Hintergrund zu hören sind, man lehnt sich zurück, hört begeistert zu und sitzt dann plötzlich wie elektrisiert kerzengerade und fragt sich: Und wer war das denn gerade, der grummelnd und dann (fast) röhrend Herrn Morrison Paroli bietet? Kurzer Blick in die Liner Notes - Chris Farlowe, gut wie seit Ewigkeiten nicht vernommen...
Die Abmischung der Songs ist ohne Fehl, die Pressung auf drei LPs ebenfalls, dazu alle Texte ( Nein, der Mann ist kein Aluhut-Träger & Querdenker, auch wenn mancher Titel den Eindruck erwecken mag, man muss die ganzen Lyrics lesen...) in einem Booklet, das auch keine Wünsche offen lässt, besser geht`s einfach nicht.
Genug des Lobes - ich muss jetzt unbedingt noch einmal "My Time after a while" goutieren, der vielleicht beste Blues, der jemals außerhalb des Mississippi-Deltas geschrieben wurde :-)
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