• Wie alles kam
  • Wie alles kam
Band 52325

Wie alles kam

Roman meiner Kindheit

Buch (Taschenbuch)

14,00 €

inkl. gesetzl. MwSt.
Taschenbuch

Taschenbuch

14,00 €
eBook

eBook

9,99 €

Wie alles kam

Ebenfalls verfügbar als:

Gebundenes Buch

Gebundenes Buch

ab 15,00 €
Taschenbuch

Taschenbuch

ab 14,00 €
eBook

eBook

ab 9,99 €

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

24.11.2021

Verlag

Fischer Taschenbuch Verlag

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

18,6/12,1/2,5 cm

Beschreibung

Rezension

ein wunderbarer Erzähler Ijoma Mangold ZEIT Online 20201217

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

24.11.2021

Verlag

Fischer Taschenbuch Verlag

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

18,6/12,1/2,5 cm

Gewicht

267 g

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-596-70059-2

Weitere Bände von Fischer Taschenbibliothek

Unsere Kundinnen und Kunden meinen

4.8

10 Bewertungen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Konto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

5 Sterne

4 Sterne

3 Sterne

(0)

2 Sterne

(0)

1 Sterne

(0)

Berührend und interessant

Sabrina Tschorn - Aus Liebe zum Lesen Literaturblog am 12.01.2023

Bewertungsnummer: 1858678

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Nachdem ich gestern schon seine Sammlung „Ein Hund mit Flügeln“ vorgestellt habe, kommt heute der autobiografische Roman „Wie alles kam – Roman meiner Kindheit“ von Paul Maar. Darin blickt er auf eine bewegende Kindheit zurück und erzählt von nächtlichen Bombenangriffen auf Schweinfurt im Zweiten Weltkrieg, den Umzug aufs Land zur Familie seiner Stiefmutter, dem völlig verändert heimgekehrten Vater, unter dem er sehr litt, der ersten Liebe und dem Ausbrechen aus den engen Grenzen von Familie und Schule. Paul Maar lässt uns tief in seine Seele blicken und erzählt authentisch und einfühlsam von schwierigen, aber auch von glücklichen Momenten seines Lebens. Durch sein großes Erzähltalent fühlt man sich fast, als wäre man dabei gewesen und kann sich bildlich vorstellen, welche Anspannung und Neugierde, z. B. vorherrschte, als die amerikanischen Panzer 1945 anrückten oder die grenzenlose Freiheit, die er mit seinem besten Kumpel Lud beim nachmittäglichen Schippern auf „ihrem“ Kahn fühlte. Neben all den persönlichen Momenten, wird auch ein großes Stück Zeitgeschichte erzählt. Für mich war es dabei noch einmal besonders spannend, dass ich viele der Schauorte kenne. Trotz harter Zeiten und Umstände, hat sich der Autor stets seinen Humor bewahrt, der nicht nur in seinen Kinderbüchern, sondern auch in seiner Autobiografie immer wieder zum Vorschein kommt. Einmal mehr begeistert mich Paul Maar mit seiner Fähigkeit, den Leser sofort in seinen Bann zu ziehen. Große Leseempfehlung! Ergänzend dazu möchte ich euch auch die bewegende Doku „Paul Maar – Das Sams und ich“ anlässlich seines 85. Geburtstags in der BR-Mediathek ans Herz legen.
Melden

Berührend und interessant

Sabrina Tschorn - Aus Liebe zum Lesen Literaturblog am 12.01.2023
Bewertungsnummer: 1858678
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Nachdem ich gestern schon seine Sammlung „Ein Hund mit Flügeln“ vorgestellt habe, kommt heute der autobiografische Roman „Wie alles kam – Roman meiner Kindheit“ von Paul Maar. Darin blickt er auf eine bewegende Kindheit zurück und erzählt von nächtlichen Bombenangriffen auf Schweinfurt im Zweiten Weltkrieg, den Umzug aufs Land zur Familie seiner Stiefmutter, dem völlig verändert heimgekehrten Vater, unter dem er sehr litt, der ersten Liebe und dem Ausbrechen aus den engen Grenzen von Familie und Schule. Paul Maar lässt uns tief in seine Seele blicken und erzählt authentisch und einfühlsam von schwierigen, aber auch von glücklichen Momenten seines Lebens. Durch sein großes Erzähltalent fühlt man sich fast, als wäre man dabei gewesen und kann sich bildlich vorstellen, welche Anspannung und Neugierde, z. B. vorherrschte, als die amerikanischen Panzer 1945 anrückten oder die grenzenlose Freiheit, die er mit seinem besten Kumpel Lud beim nachmittäglichen Schippern auf „ihrem“ Kahn fühlte. Neben all den persönlichen Momenten, wird auch ein großes Stück Zeitgeschichte erzählt. Für mich war es dabei noch einmal besonders spannend, dass ich viele der Schauorte kenne. Trotz harter Zeiten und Umstände, hat sich der Autor stets seinen Humor bewahrt, der nicht nur in seinen Kinderbüchern, sondern auch in seiner Autobiografie immer wieder zum Vorschein kommt. Einmal mehr begeistert mich Paul Maar mit seiner Fähigkeit, den Leser sofort in seinen Bann zu ziehen. Große Leseempfehlung! Ergänzend dazu möchte ich euch auch die bewegende Doku „Paul Maar – Das Sams und ich“ anlässlich seines 85. Geburtstags in der BR-Mediathek ans Herz legen.

Melden

Wie alles kam - ein autobiografischer Roman des Sams-Vaters Paus Maar

Bewertung am 19.08.2022

Bewertungsnummer: 1770317

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Diesen autobiografischen Roman des Sams-Vaters (nein, ich meine nicht Herrn Taschenbier!) sondern den Sams-Erfinder Paus Maar, hat mir sehr viel Freude bereitet. Geboren 1937, erzählt er von seiner frühen Kindheit erst in Schweinfurt, später seiner Kindheit im fränkischen Dorf Theres und dann als Jugendlicher wieder in Schweinfurt lebend. Da mein Vater ebenfalls Jahrgang 1937 gewesen ist und seine Kindheit als evakuierter Flüchtling ebenfalls in Franken verbracht hat, haben mich die von Maar geschilderten Erlebnisse besonders berührt. Dass Paul Maar als Neugeborener die Mutter verlor, in seiner Stiefmutter, die er als 2jähriger bekam, so eine liebevolle Mama bekam, hat mich als Leser gefreut und erklärt für mich auch die Herzenswärme des Autors. Auch in seinen Großeltern hatte er gute und prägende Menschen um sich. Die Schilderungen des frustrierten aus langer Kriegsgefangenschaft wiedergekommenen Vaters, der sehr streng war und ihn auch prügelte, machen hingegen sehr betroffen. Beeindruckend fand ich, wie Paul Maar heute über diese Vater-Sohn-Beziehung denkt und wie verständnisvoll und sogar selbstkritisch er im Nachhinein urteilt. Auch seinen Exkurs in die heutige Zeit, in der seine Ehefrau, die er bereits in sehr jungen Jahren kennenlernte, leider an Alzheimer erkrankt ist, empfand ich als sehr einfühlsam und wertvoll. Auch dieses beschreibt den Menschen Paus Maar. Selbstverständlich kann man sich jetzt auch umso besser vorstellen, wie der Autor zu seinem von uns allen geliebten Sams kam und welcher Personen seines Umfeldes und welcher Beobachtungen er sich herbei bediente. Nach Lektüre dieses tollen Buches musste ich Herrn Maar erstmal umfassend googlen, um meine noch offenen Fragen zu klären. Außerdem habe ich jetzt große Lust auf das Sams, werde also die alten Bücher meiner Kinder raussuchen und in Erinnerungen schwelgen! Danke an den großartigen Autor Paul Maar!
Melden

Wie alles kam - ein autobiografischer Roman des Sams-Vaters Paus Maar

Bewertung am 19.08.2022
Bewertungsnummer: 1770317
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Diesen autobiografischen Roman des Sams-Vaters (nein, ich meine nicht Herrn Taschenbier!) sondern den Sams-Erfinder Paus Maar, hat mir sehr viel Freude bereitet. Geboren 1937, erzählt er von seiner frühen Kindheit erst in Schweinfurt, später seiner Kindheit im fränkischen Dorf Theres und dann als Jugendlicher wieder in Schweinfurt lebend. Da mein Vater ebenfalls Jahrgang 1937 gewesen ist und seine Kindheit als evakuierter Flüchtling ebenfalls in Franken verbracht hat, haben mich die von Maar geschilderten Erlebnisse besonders berührt. Dass Paul Maar als Neugeborener die Mutter verlor, in seiner Stiefmutter, die er als 2jähriger bekam, so eine liebevolle Mama bekam, hat mich als Leser gefreut und erklärt für mich auch die Herzenswärme des Autors. Auch in seinen Großeltern hatte er gute und prägende Menschen um sich. Die Schilderungen des frustrierten aus langer Kriegsgefangenschaft wiedergekommenen Vaters, der sehr streng war und ihn auch prügelte, machen hingegen sehr betroffen. Beeindruckend fand ich, wie Paul Maar heute über diese Vater-Sohn-Beziehung denkt und wie verständnisvoll und sogar selbstkritisch er im Nachhinein urteilt. Auch seinen Exkurs in die heutige Zeit, in der seine Ehefrau, die er bereits in sehr jungen Jahren kennenlernte, leider an Alzheimer erkrankt ist, empfand ich als sehr einfühlsam und wertvoll. Auch dieses beschreibt den Menschen Paus Maar. Selbstverständlich kann man sich jetzt auch umso besser vorstellen, wie der Autor zu seinem von uns allen geliebten Sams kam und welcher Personen seines Umfeldes und welcher Beobachtungen er sich herbei bediente. Nach Lektüre dieses tollen Buches musste ich Herrn Maar erstmal umfassend googlen, um meine noch offenen Fragen zu klären. Außerdem habe ich jetzt große Lust auf das Sams, werde also die alten Bücher meiner Kinder raussuchen und in Erinnerungen schwelgen! Danke an den großartigen Autor Paul Maar!

Melden

Unsere Kundinnen und Kunden meinen

Wie alles kam

von Paul Maar

4.8

0 Bewertungen filtern

Meinungen aus unserer Buchhandlung

Profilbild von Ulrike Ackermann

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Ulrike Ackermann

Thalia Erlangen

Zum Portrait

5/5

Eine Biografie, die sehr berührt

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Es ist so schön und berührt sehr, dem „Papa vom Sams“ durch seine jungen Jahre zu folgen. Ihn bei seinen Jugendstreichen „zuzuhören“ und ins Erwachsenenleben zu folgen. Trotz der schweren Kindheit die er hatte und trotz der Schicksalsschläge, die ihn prägten, ist es eine Biografie, die ich sehr gerne und voll Empathie gelesen habe. Es ist schön, einen kleinen Einblick in das Leben der Person bekomm zu haben, die uns Leser immer wieder mit tollen Geschichten verzaubert... Daher meine dringende Leseempfehlung!
5/5

Eine Biografie, die sehr berührt

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Es ist so schön und berührt sehr, dem „Papa vom Sams“ durch seine jungen Jahre zu folgen. Ihn bei seinen Jugendstreichen „zuzuhören“ und ins Erwachsenenleben zu folgen. Trotz der schweren Kindheit die er hatte und trotz der Schicksalsschläge, die ihn prägten, ist es eine Biografie, die ich sehr gerne und voll Empathie gelesen habe. Es ist schön, einen kleinen Einblick in das Leben der Person bekomm zu haben, die uns Leser immer wieder mit tollen Geschichten verzaubert... Daher meine dringende Leseempfehlung!

Ulrike Ackermann
  • Ulrike Ackermann
  • Buchhändler*in

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Profilbild von Sabine van Ahlen

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Sabine van Ahlen

Thalia Münster - Münster-Arkaden

Zum Portrait

5/5

Erinnerungspfützen

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Paul Maar ist einer der beliebtesten und berühmtesten Kinderbuchautoren Deutschlands. Gibt es irgendjemanden, der das großartig freche Sams, das den verschüchterten Herrn Taschenbier auf Trab bringt, nicht kennt? Nicht zu vergessen den im wahrsten Sinne des Wortes zauberhaften Roman „Lippels Traum“. Paul Maar gibt immer wieder leisen, eher ängstlichen Menschen eine Stimme, lässt uns durch ihre Augen die Welt betrachten, und es ist die Kraft der Fantasie, respektive eines Fantasiewesens, die sie stärkt und ermutigt. So durchzieht die Fantasie auch leitmotivisch seine biographische Selbstbetrachtung „Wie alles kam“, die er ausdrücklich als Roman bezeichnet, vielleicht, weil sie notwendigerweise eine sehr subjektive Sicht der Dinge darstellt, vielleicht aber auch, weil das, was ihn, Paul Maar, geprägt hat und bis heute ausmacht, durchaus erkennbar auch zu einem Teil seiner Romanwelt wurde. Besonders das geringe Selbstbewusstsein seiner Protagonisten, deren nachhaltig verunsichernde Konfrontation mit deutlich weniger sensiblen Naturen und ihr Suchen von Zuflucht in der Sicherheit von Parallelwelten verbindet seine Bücher mit seiner eigenen Biographie. Und die ist weniger eine chronologische, detailversessene Lebensdarstellung, sondern erscheint bisweilen eher wie das klassische mündliche „Von-Früher-Erzählen“. Auf dem großzügig abgesteckten Areal seiner Kindheit liegen verstreut die „Erinnerungspfützen“, wie Paul Maar sie selbst nennt, deren Oberfläche prägende Bilder der Vergangenheit reflektieren, und nur dort wo diese Pfützen groß genug sind und nahe genug beieinander liegen, fließen sie mitunter ineinander und ergeben einen größeren Zusammenhang, der durchaus bis in die Gegenwart reichen kann. Von hier aus betrachtet Paul Maar mit leiser, manchmal kopfschüttelnder Verwunderung, wie aus dem eigenen kindlichen Ich dieser merkwürdige Erwachsene werden konnte, in dem eben dieses kindliche Ich in erstaunlicher Gleichzeitigkeit bis heute – mitunter erschreckend beherrschend - präsent ist. So ist die alte tiefsitzende Angst, nicht zu genügen, etwas falsch gemacht zu haben, noch immer präsent, wie eine, trotz aller Erfolge und rationaler Vernunft des inzwischen längst Erwachsenen, nie mehr gänzlich abzuschüttelnde Konditionierung. So leidet das Kind Paul Maar unter der Ungerechtigkeit, Härte und Brutalität des prügelnden Vaters, aber auch unter dem Gefühl der Erniedrigung und Beschämung, das seine eigene Angst und Hilflosigkeit in ihm auslöst. Das einzige, was ihm seelischen und geistigen Freiraum verschafft, ist die Fantasie, in die er in Form von heimlich gelesenen Abenteuerromanen ganz bewusst eintauchen und sich darin verlieren kann. Dies ist die heilsame Form der Fantasie, jederzeit abrufbar und lenkbar, nicht zu vergleichen mit der erschreckenden surrealen Vision, der er sich als kleines Kind hilflos und unentrinnbar ausgeliefert sieht, ausgelöst offenbar durch halluzinogen wirkendes Mutterkorn im Brot. Hier wurde Fantasie zu einer Form der Machtlosigkeit, des sich Verlierens, das er niemals mehr erleben will. Und doch wird Paul Maar, in späten Jahren auf ganz eigene und erschütternde Art noch einmal genau damit konfrontiert: seine Frau ist an Alzheimer erkrankt und lebt in ihrer eigenen surrealen, unerreichbaren Welt, die man – wie er schmerzlich erkennen muss - nicht mit dem Bestehen auf Vernunft einfach zurechtrücken kann, so sehr man auch darauf pocht. Die väterlichen Schläge haben einst aus dem sensiblen Kind ein ängstliches Kind gemacht, das sich unverstanden fühlte und das Vertrauen zum Vater verlor. Und so begreift Paul Maar als Erwachsener, welch ein brutaler Akt es wäre, einer Alzheimerkranken die Realität einbläuen zu wollen und taucht stattdessen in einem Akt der Liebe in die Anderswelt seiner Frau ein, versucht die Welt mit ihren Augen zu sehen. Nur indem er sich ihre Logik zu eigen macht, kann er sich ihr Vertrauen bewahren, ihr ein Gefühl von Ruhe und Glück vermitteln und sie im Leben halten, solange es noch geht. Paul Maar erzählt seine Geschichte reflektiert und sich selbst gegenüber nie unkritisch mit poetischer, eindringlicher und berührender Schlichtheit. Man man folgt ihm gerne auf seinem Zickzackweg durch die „Erinnerungspfützen“, der letztlich zu dem Menschen und Künstler führt, der er heute ist. Auf dem Einband des Buches sehen wir die Zeichnung eines Jungen, der vorsichtig lächelnd, mit einer Art schüchterner Neugier in die Welt blickt. In diesem ausdrucksstarken Porträt seines kindlichen Selbst steckt letztlich alles, was uns dieses Buch erzählt. Paul Maar ist einer der beliebtesten und berühmtesten Kinderbuchautoren Deutschlands. Gibt es irgendjemanden, der das großartig freche Sams, das den verschüchterten Herrn Taschenbier auf Trab bringt, nicht kennt? Nicht zu vergessen den im wahrsten Sinne des Wortes zauberhaften Roman „Lippels Traum“. Paul Maar gibt immer wieder leisen, eher ängstlichen Menschen eine Stimme, lässt uns durch ihre Augen die Welt betrachten, und es ist die Kraft der Fantasie, respektive eines Fantasiewesens, die sie stärkt und ermutigt. So durchzieht die Fantasie auch leitmotivisch seine biographische Selbstbetrachtung „Wie alles kam“, die er ausdrücklich als Roman bezeichnet, vielleicht, weil sie notwendigerweise eine sehr subjektive Sicht der Dinge darstellt, vielleicht aber auch, weil das, was ihn, Paul Maar, geprägt hat und bis heute ausmacht, durchaus erkennbar auch zu einem Teil seiner Romanwelt wurde. Besonders das geringe Selbstbewusstsein seiner Protagonisten, deren nachhaltig verunsichernde Konfrontation mit deutlich weniger sensiblen Naturen und ihr Suchen von Zuflucht in der Sicherheit von Parallelwelten verbindet seine Bücher mit seiner eigenen Biographie. Und die ist weniger eine chronologische, detailversessene Lebensdarstellung, sondern erscheint bisweilen eher wie das klassische mündliche „Von-Früher-Erzählen“. Auf dem großzügig abgesteckten Areal seiner Kindheit liegen verstreut die „Erinnerungspfützen“, wie Paul Maar sie selbst nennt, deren Oberfläche prägende Bilder der Vergangenheit reflektieren, und nur dort wo diese Pfützen groß genug sind und nahe genug beieinander liegen, fließen sie mitunter ineinander und ergeben einen größeren Zusammenhang, der durchaus bis in die Gegenwart reichen kann. Von hier aus betrachtet Paul Maar mit leiser, manchmal kopfschüttelnder Verwunderung, wie aus dem eigenen kindlichen Ich dieser merkwürdige Erwachsene werden konnte, in dem eben dieses kindliche Ich in erstaunlicher Gleichzeitigkeit bis heute – mitunter erschreckend beherrschend - präsent ist. So ist die alte tiefsitzende Angst, nicht zu genügen, etwas falsch gemacht zu haben, unabsichtlich unangenehm aufgefallen zu sein, noch immer präsent, wie eine, trotz aller Erfolge und rationaler Vernunft des inzwischen längst Erwachsenen, nie mehr gänzlich abzuschüttelnde Konditionierung. So leidet das Kind Paul Maar unter der Ungerechtigkeit, Härte und Brutalität des prügelnden Vaters, aber auch unter dem Gefühl der Erniedrigung und Beschämung, das seine eigene Angst und Hilflosigkeit in ihm auslöst. Das einzige, was ihm seelischen und geistigen Freiraum schafft, ist die Fantasie, in die er in Form von heimlich gelesenen Abenteuerromanen ganz bewusst eintauchen und sich darin verlieren kann. Dies ist die heilsame Form der Fantasie, jederzeit abrufbar und lenkbar, nicht zu vergleichen mit der erschreckenden surrealen Vision, der er sich als kleines Kind hilflos und unentrinnbar ausgeliefert sieht, ausgelöst offenbar durch halluzinogen wirkendes Mutterkorn im Brot. Hier wurde Fantasie zu einer Form der Machtlosigkeit, des sich Verlierens, das er niemals mehr erleben will. Und doch wird Paul Maar, in späten Jahren auf ganz eigene und erschütternde Art noch einmal genau damit konfrontiert: seine Frau ist an Alzheimer erkrankt und lebt in ihrer eigenen surrealen, unerreichbaren Welt, die man – wie er schmerzlich erkennen muss - nicht mit dem Bestehen auf Vernunft einfach zurechtrücken kann, so sehr man auch darauf pocht. Die väterlichen Schläge haben einst aus dem sensiblen Kind ein ängstliches Kind gemacht, das sich unverstanden fühlte und das Vertrauen zum Vater verlor. Und so begreift Paul Maar als Erwachsener, welch ein brutaler Akt es wäre, einer Alzheimerkranken seine Realität einbläuen zu wollen und taucht stattdessen in einem Akt der Liebe in die Anderswelt seiner Frau ein, versucht die Welt mit ihren Augen zu sehen. Nur indem er sich ihre Logik zu eigen macht, kann er sich ihr Vertrauen bewahren, ihr ein Gefühl von Ruhe und Glück vermitteln und sie im Leben halten, solange es noch geht. Paul Maar erzählt seine Geschichte reflektiert und sich selbst gegenüber nie unkritisch mit poetischer, eindringlicher und berührender Schlichtheit. Man man folgt ihm gerne auf seinem Zickzackweg durch die „Erinnerungspfützen“, der letztlich zu dem Menschen und Künstler führt, der er heute ist. Auf dem Einband des Buches sehen wir die Zeichnung eines Jungen, der vorsichtig lächelnd, mit einer Art schüchterner Neugier in die Welt blickt. In diesem ausdrucksstarken Porträt seines kindlichen Selbst steckt letztlich alles, was uns dieses Buch erzählt.
5/5

Erinnerungspfützen

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Paul Maar ist einer der beliebtesten und berühmtesten Kinderbuchautoren Deutschlands. Gibt es irgendjemanden, der das großartig freche Sams, das den verschüchterten Herrn Taschenbier auf Trab bringt, nicht kennt? Nicht zu vergessen den im wahrsten Sinne des Wortes zauberhaften Roman „Lippels Traum“. Paul Maar gibt immer wieder leisen, eher ängstlichen Menschen eine Stimme, lässt uns durch ihre Augen die Welt betrachten, und es ist die Kraft der Fantasie, respektive eines Fantasiewesens, die sie stärkt und ermutigt. So durchzieht die Fantasie auch leitmotivisch seine biographische Selbstbetrachtung „Wie alles kam“, die er ausdrücklich als Roman bezeichnet, vielleicht, weil sie notwendigerweise eine sehr subjektive Sicht der Dinge darstellt, vielleicht aber auch, weil das, was ihn, Paul Maar, geprägt hat und bis heute ausmacht, durchaus erkennbar auch zu einem Teil seiner Romanwelt wurde. Besonders das geringe Selbstbewusstsein seiner Protagonisten, deren nachhaltig verunsichernde Konfrontation mit deutlich weniger sensiblen Naturen und ihr Suchen von Zuflucht in der Sicherheit von Parallelwelten verbindet seine Bücher mit seiner eigenen Biographie. Und die ist weniger eine chronologische, detailversessene Lebensdarstellung, sondern erscheint bisweilen eher wie das klassische mündliche „Von-Früher-Erzählen“. Auf dem großzügig abgesteckten Areal seiner Kindheit liegen verstreut die „Erinnerungspfützen“, wie Paul Maar sie selbst nennt, deren Oberfläche prägende Bilder der Vergangenheit reflektieren, und nur dort wo diese Pfützen groß genug sind und nahe genug beieinander liegen, fließen sie mitunter ineinander und ergeben einen größeren Zusammenhang, der durchaus bis in die Gegenwart reichen kann. Von hier aus betrachtet Paul Maar mit leiser, manchmal kopfschüttelnder Verwunderung, wie aus dem eigenen kindlichen Ich dieser merkwürdige Erwachsene werden konnte, in dem eben dieses kindliche Ich in erstaunlicher Gleichzeitigkeit bis heute – mitunter erschreckend beherrschend - präsent ist. So ist die alte tiefsitzende Angst, nicht zu genügen, etwas falsch gemacht zu haben, noch immer präsent, wie eine, trotz aller Erfolge und rationaler Vernunft des inzwischen längst Erwachsenen, nie mehr gänzlich abzuschüttelnde Konditionierung. So leidet das Kind Paul Maar unter der Ungerechtigkeit, Härte und Brutalität des prügelnden Vaters, aber auch unter dem Gefühl der Erniedrigung und Beschämung, das seine eigene Angst und Hilflosigkeit in ihm auslöst. Das einzige, was ihm seelischen und geistigen Freiraum verschafft, ist die Fantasie, in die er in Form von heimlich gelesenen Abenteuerromanen ganz bewusst eintauchen und sich darin verlieren kann. Dies ist die heilsame Form der Fantasie, jederzeit abrufbar und lenkbar, nicht zu vergleichen mit der erschreckenden surrealen Vision, der er sich als kleines Kind hilflos und unentrinnbar ausgeliefert sieht, ausgelöst offenbar durch halluzinogen wirkendes Mutterkorn im Brot. Hier wurde Fantasie zu einer Form der Machtlosigkeit, des sich Verlierens, das er niemals mehr erleben will. Und doch wird Paul Maar, in späten Jahren auf ganz eigene und erschütternde Art noch einmal genau damit konfrontiert: seine Frau ist an Alzheimer erkrankt und lebt in ihrer eigenen surrealen, unerreichbaren Welt, die man – wie er schmerzlich erkennen muss - nicht mit dem Bestehen auf Vernunft einfach zurechtrücken kann, so sehr man auch darauf pocht. Die väterlichen Schläge haben einst aus dem sensiblen Kind ein ängstliches Kind gemacht, das sich unverstanden fühlte und das Vertrauen zum Vater verlor. Und so begreift Paul Maar als Erwachsener, welch ein brutaler Akt es wäre, einer Alzheimerkranken die Realität einbläuen zu wollen und taucht stattdessen in einem Akt der Liebe in die Anderswelt seiner Frau ein, versucht die Welt mit ihren Augen zu sehen. Nur indem er sich ihre Logik zu eigen macht, kann er sich ihr Vertrauen bewahren, ihr ein Gefühl von Ruhe und Glück vermitteln und sie im Leben halten, solange es noch geht. Paul Maar erzählt seine Geschichte reflektiert und sich selbst gegenüber nie unkritisch mit poetischer, eindringlicher und berührender Schlichtheit. Man man folgt ihm gerne auf seinem Zickzackweg durch die „Erinnerungspfützen“, der letztlich zu dem Menschen und Künstler führt, der er heute ist. Auf dem Einband des Buches sehen wir die Zeichnung eines Jungen, der vorsichtig lächelnd, mit einer Art schüchterner Neugier in die Welt blickt. In diesem ausdrucksstarken Porträt seines kindlichen Selbst steckt letztlich alles, was uns dieses Buch erzählt. Paul Maar ist einer der beliebtesten und berühmtesten Kinderbuchautoren Deutschlands. Gibt es irgendjemanden, der das großartig freche Sams, das den verschüchterten Herrn Taschenbier auf Trab bringt, nicht kennt? Nicht zu vergessen den im wahrsten Sinne des Wortes zauberhaften Roman „Lippels Traum“. Paul Maar gibt immer wieder leisen, eher ängstlichen Menschen eine Stimme, lässt uns durch ihre Augen die Welt betrachten, und es ist die Kraft der Fantasie, respektive eines Fantasiewesens, die sie stärkt und ermutigt. So durchzieht die Fantasie auch leitmotivisch seine biographische Selbstbetrachtung „Wie alles kam“, die er ausdrücklich als Roman bezeichnet, vielleicht, weil sie notwendigerweise eine sehr subjektive Sicht der Dinge darstellt, vielleicht aber auch, weil das, was ihn, Paul Maar, geprägt hat und bis heute ausmacht, durchaus erkennbar auch zu einem Teil seiner Romanwelt wurde. Besonders das geringe Selbstbewusstsein seiner Protagonisten, deren nachhaltig verunsichernde Konfrontation mit deutlich weniger sensiblen Naturen und ihr Suchen von Zuflucht in der Sicherheit von Parallelwelten verbindet seine Bücher mit seiner eigenen Biographie. Und die ist weniger eine chronologische, detailversessene Lebensdarstellung, sondern erscheint bisweilen eher wie das klassische mündliche „Von-Früher-Erzählen“. Auf dem großzügig abgesteckten Areal seiner Kindheit liegen verstreut die „Erinnerungspfützen“, wie Paul Maar sie selbst nennt, deren Oberfläche prägende Bilder der Vergangenheit reflektieren, und nur dort wo diese Pfützen groß genug sind und nahe genug beieinander liegen, fließen sie mitunter ineinander und ergeben einen größeren Zusammenhang, der durchaus bis in die Gegenwart reichen kann. Von hier aus betrachtet Paul Maar mit leiser, manchmal kopfschüttelnder Verwunderung, wie aus dem eigenen kindlichen Ich dieser merkwürdige Erwachsene werden konnte, in dem eben dieses kindliche Ich in erstaunlicher Gleichzeitigkeit bis heute – mitunter erschreckend beherrschend - präsent ist. So ist die alte tiefsitzende Angst, nicht zu genügen, etwas falsch gemacht zu haben, unabsichtlich unangenehm aufgefallen zu sein, noch immer präsent, wie eine, trotz aller Erfolge und rationaler Vernunft des inzwischen längst Erwachsenen, nie mehr gänzlich abzuschüttelnde Konditionierung. So leidet das Kind Paul Maar unter der Ungerechtigkeit, Härte und Brutalität des prügelnden Vaters, aber auch unter dem Gefühl der Erniedrigung und Beschämung, das seine eigene Angst und Hilflosigkeit in ihm auslöst. Das einzige, was ihm seelischen und geistigen Freiraum schafft, ist die Fantasie, in die er in Form von heimlich gelesenen Abenteuerromanen ganz bewusst eintauchen und sich darin verlieren kann. Dies ist die heilsame Form der Fantasie, jederzeit abrufbar und lenkbar, nicht zu vergleichen mit der erschreckenden surrealen Vision, der er sich als kleines Kind hilflos und unentrinnbar ausgeliefert sieht, ausgelöst offenbar durch halluzinogen wirkendes Mutterkorn im Brot. Hier wurde Fantasie zu einer Form der Machtlosigkeit, des sich Verlierens, das er niemals mehr erleben will. Und doch wird Paul Maar, in späten Jahren auf ganz eigene und erschütternde Art noch einmal genau damit konfrontiert: seine Frau ist an Alzheimer erkrankt und lebt in ihrer eigenen surrealen, unerreichbaren Welt, die man – wie er schmerzlich erkennen muss - nicht mit dem Bestehen auf Vernunft einfach zurechtrücken kann, so sehr man auch darauf pocht. Die väterlichen Schläge haben einst aus dem sensiblen Kind ein ängstliches Kind gemacht, das sich unverstanden fühlte und das Vertrauen zum Vater verlor. Und so begreift Paul Maar als Erwachsener, welch ein brutaler Akt es wäre, einer Alzheimerkranken seine Realität einbläuen zu wollen und taucht stattdessen in einem Akt der Liebe in die Anderswelt seiner Frau ein, versucht die Welt mit ihren Augen zu sehen. Nur indem er sich ihre Logik zu eigen macht, kann er sich ihr Vertrauen bewahren, ihr ein Gefühl von Ruhe und Glück vermitteln und sie im Leben halten, solange es noch geht. Paul Maar erzählt seine Geschichte reflektiert und sich selbst gegenüber nie unkritisch mit poetischer, eindringlicher und berührender Schlichtheit. Man man folgt ihm gerne auf seinem Zickzackweg durch die „Erinnerungspfützen“, der letztlich zu dem Menschen und Künstler führt, der er heute ist. Auf dem Einband des Buches sehen wir die Zeichnung eines Jungen, der vorsichtig lächelnd, mit einer Art schüchterner Neugier in die Welt blickt. In diesem ausdrucksstarken Porträt seines kindlichen Selbst steckt letztlich alles, was uns dieses Buch erzählt.

Sabine van Ahlen
  • Sabine van Ahlen
  • Buchhändler*in

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Meinungen aus unserer Buchhandlung

Wie alles kam

von Paul Maar

0 Rezensionen filtern

Weitere Artikel finden Sie in

Die Leseprobe wird geladen.
  • Wie alles kam
  • Wie alles kam