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Wie alles kam

Roman meiner Kindheit

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Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

24.11.2021

Verlag

Fischer Taschenbuch Verlag

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

18,6/12,1/2,5 cm

Beschreibung

Rezension

ein wunderbarer Erzähler ("ZEIT Online")
Frei von moralischer Erhöhung zeichnet Paul Maar hier sprachlich fein justiert das Bild einer Epoche. ("Journal Frankfurt")
Sehr spannend und lesenswert ist das alles, weil Paul Maar mit großer Kunst Entferntes zusammenbringt. ("Stuttgarter Nachrichten")
Maars Fähigkeit, seine Kindheit zu reflektieren und gelegentlich ein Schmunzeln auszulösen, macht die einzelnen Erinnerungen zu Lesestücken, deren Erkenntnisse einen aller Härte zum Trotz erfüllen. ("Neue Zürcher Zeitung")
Paul Maar erzählt auf unvergleichlich sanfte, selbstironische und nun auch selbstreflexive Weise von allen Schattierungen seines Lebens als Kind und Jugendlicher. ("Deutschlandfunk")
Eindringlich einfach, nie aber simpel, erzählt Maar in ›Wie alles kam‹ von seiner Kindheit. ("Augsburger Allgemeine")
ein sehr persönliches Buch voller detaillierter, manchmal sehr berührender Erinnerungen und anschaulicher Szenen. ("dpa")
Dass es geklappt hat mit dem Graben im Gestern ist ein Glück für Leserinnen und Leser ("Hamburger Abendblatt")
das stille, sympathische und kluge Buch eines Mannes, der es geschafft hat, die Kindheitstraumata durch seine Literatur in Erfolge zu verwandeln ("WDR 5 Scala")
Wer es liest, der versteht, warum Paul Maar das Sams erfinden musste. ("SWR2")

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

24.11.2021

Verlag

Fischer Taschenbuch Verlag

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

18,6/12,1/2,5 cm

Gewicht

268 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-596-70059-2

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Mein neuer Buchtipp für Sie!

Bewertung am 11.11.2021

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wir kennen Paul Maar als Erfinder des Sams, jenes respektlosen Wesens mit den blauen Punkten im Gesicht. Und er hat noch viele weitere Bücher für Kinder und Jugendliche geschrieben und illustriert. Mit „Wie alles kam“ erzählt er uns nun aus seinem Leben. Eine berührende Freund-schaftsgeschichte und eine Auseinandersetzung mit dem strengen Vater. Beschenken Sie sich selbst und Ihre Lieben mit diesem lesenswerten Buch!

Mein neuer Buchtipp für Sie!

Bewertung am 11.11.2021
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wir kennen Paul Maar als Erfinder des Sams, jenes respektlosen Wesens mit den blauen Punkten im Gesicht. Und er hat noch viele weitere Bücher für Kinder und Jugendliche geschrieben und illustriert. Mit „Wie alles kam“ erzählt er uns nun aus seinem Leben. Eine berührende Freund-schaftsgeschichte und eine Auseinandersetzung mit dem strengen Vater. Beschenken Sie sich selbst und Ihre Lieben mit diesem lesenswerten Buch!

Vom Kleinkind bis zum Erwachsenen

Lerchie am 21.04.2021

Bewertet: eBook (ePUB)

Paul Maar erinnert sich an den im Krieg verschwundenen Vater, den frühen #Tod seiner Muttern an die neue Mutter und die schöne Zeit bei seinen Großeltern. Er hatte bei seinem Vater eine strenge Erziehung genossen. Diese Erinnerungen sind zugleich Freundschaft- und Abenteuergeschichten. Es ist ein Vater- Sohn-Roman und eine Liebeserklärung an seine Frau Nele. Er beschreibt darin das, womit er sich auskennt. Eine innere Insel, wohin sich Kinder zurückziehen. Wer in diesem Buch liest weiß, warum Paul Maar das Sams erfinden musste. Meine Meinung Das Buch beinhaltet Erinnerungen Paul Maars an seine Jugend, Kindheit bis zum Erwachsenen. Es war interessant zu erfahren, wie der Autor aufgewachsen ist und zeitweise hat es mich an die eigene Kindheit erinnert. Was mich jedoch durch das ganze Buch durch immer wieder gestört hat, ist der laufende Wechsel des Alters: Vom jugendlichen Paul Maar zum Kind, wieder zurück, ja sogar zum Erwachsenen und wieder zurück. etc. Ich hatte auch gehofft, mehr über den Schriftsteller Paul Maar zu erfahren. Allerdings steht ja auch beim Buchtitel: Roman meiner Kindheit. Und so durfte ich das eigentlich nicht wer warten. Die Szene mit seiner Frau Nele hat mich sehr berührt. Es hat mir gefallen, wie fürsorglich er mit ihr umging Genau gesagt hat er in dem Buch die Zeit von seiner frühen Kindheit bis zum Tod seines Vaters beschrieben. Denn erst ab dort war ihm klar, was er werden wollte. Insgesaqmt hat es mir ganz gut gefallen, doch für die dauernden Wechsel gibt es einen Stern Abzug, denn das hätte er besser machen können. Somit empfehle ich dieses Buch allen Paul-Maar-Fans und vergebe iver von fünf Sternen bzw. acht von zehn Punkten.

Vom Kleinkind bis zum Erwachsenen

Lerchie am 21.04.2021
Bewertet: eBook (ePUB)

Paul Maar erinnert sich an den im Krieg verschwundenen Vater, den frühen #Tod seiner Muttern an die neue Mutter und die schöne Zeit bei seinen Großeltern. Er hatte bei seinem Vater eine strenge Erziehung genossen. Diese Erinnerungen sind zugleich Freundschaft- und Abenteuergeschichten. Es ist ein Vater- Sohn-Roman und eine Liebeserklärung an seine Frau Nele. Er beschreibt darin das, womit er sich auskennt. Eine innere Insel, wohin sich Kinder zurückziehen. Wer in diesem Buch liest weiß, warum Paul Maar das Sams erfinden musste. Meine Meinung Das Buch beinhaltet Erinnerungen Paul Maars an seine Jugend, Kindheit bis zum Erwachsenen. Es war interessant zu erfahren, wie der Autor aufgewachsen ist und zeitweise hat es mich an die eigene Kindheit erinnert. Was mich jedoch durch das ganze Buch durch immer wieder gestört hat, ist der laufende Wechsel des Alters: Vom jugendlichen Paul Maar zum Kind, wieder zurück, ja sogar zum Erwachsenen und wieder zurück. etc. Ich hatte auch gehofft, mehr über den Schriftsteller Paul Maar zu erfahren. Allerdings steht ja auch beim Buchtitel: Roman meiner Kindheit. Und so durfte ich das eigentlich nicht wer warten. Die Szene mit seiner Frau Nele hat mich sehr berührt. Es hat mir gefallen, wie fürsorglich er mit ihr umging Genau gesagt hat er in dem Buch die Zeit von seiner frühen Kindheit bis zum Tod seines Vaters beschrieben. Denn erst ab dort war ihm klar, was er werden wollte. Insgesaqmt hat es mir ganz gut gefallen, doch für die dauernden Wechsel gibt es einen Stern Abzug, denn das hätte er besser machen können. Somit empfehle ich dieses Buch allen Paul-Maar-Fans und vergebe iver von fünf Sternen bzw. acht von zehn Punkten.

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Ulrike Ackermann

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Eine Biografie, die sehr berührt

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Es ist so schön und berührt sehr, dem „Papa vom Sams“ durch seine jungen Jahre zu folgen. Ihn bei seinen Jugendstreichen „zuzuhören“ und ins Erwachsenenleben zu folgen. Trotz der schweren Kindheit die er hatte und trotz der Schicksalsschläge, die ihn prägten, ist es eine Biografie, die ich sehr gerne und voll Empathie gelesen habe. Es ist schön, einen kleinen Einblick in das Leben der Person bekomm zu haben, die uns Leser immer wieder mit tollen Geschichten verzaubert... Daher meine dringende Leseempfehlung!
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Eine Biografie, die sehr berührt

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Es ist so schön und berührt sehr, dem „Papa vom Sams“ durch seine jungen Jahre zu folgen. Ihn bei seinen Jugendstreichen „zuzuhören“ und ins Erwachsenenleben zu folgen. Trotz der schweren Kindheit die er hatte und trotz der Schicksalsschläge, die ihn prägten, ist es eine Biografie, die ich sehr gerne und voll Empathie gelesen habe. Es ist schön, einen kleinen Einblick in das Leben der Person bekomm zu haben, die uns Leser immer wieder mit tollen Geschichten verzaubert... Daher meine dringende Leseempfehlung!

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Erinnerungspfützen

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Paul Maar ist einer der beliebtesten und berühmtesten Kinderbuchautoren Deutschlands. Gibt es irgendjemanden, der das großartig freche Sams, das den verschüchterten Herrn Taschenbier auf Trab bringt, nicht kennt? Nicht zu vergessen den im wahrsten Sinne des Wortes zauberhaften Roman „Lippels Traum“. Paul Maar gibt immer wieder leisen, eher ängstlichen Menschen eine Stimme, lässt uns durch ihre Augen die Welt betrachten, und es ist die Kraft der Fantasie, respektive eines Fantasiewesens, die sie stärkt und ermutigt. So durchzieht die Fantasie auch leitmotivisch seine biographische Selbstbetrachtung „Wie alles kam“, die er ausdrücklich als Roman bezeichnet, vielleicht, weil sie notwendigerweise eine sehr subjektive Sicht der Dinge darstellt, vielleicht aber auch, weil das, was ihn, Paul Maar, geprägt hat und bis heute ausmacht, durchaus erkennbar auch zu einem Teil seiner Romanwelt wurde. Besonders das geringe Selbstbewusstsein seiner Protagonisten, deren nachhaltig verunsichernde Konfrontation mit deutlich weniger sensiblen Naturen und ihr Suchen von Zuflucht in der Sicherheit von Parallelwelten verbindet seine Bücher mit seiner eigenen Biographie. Und die ist weniger eine chronologische, detailversessene Lebensdarstellung, sondern erscheint bisweilen eher wie das klassische mündliche „Von-Früher-Erzählen“. Auf dem großzügig abgesteckten Areal seiner Kindheit liegen verstreut die „Erinnerungspfützen“, wie Paul Maar sie selbst nennt, deren Oberfläche prägende Bilder der Vergangenheit reflektieren, und nur dort wo diese Pfützen groß genug sind und nahe genug beieinander liegen, fließen sie mitunter ineinander und ergeben einen größeren Zusammenhang, der durchaus bis in die Gegenwart reichen kann. Von hier aus betrachtet Paul Maar mit leiser, manchmal kopfschüttelnder Verwunderung, wie aus dem eigenen kindlichen Ich dieser merkwürdige Erwachsene werden konnte, in dem eben dieses kindliche Ich in erstaunlicher Gleichzeitigkeit bis heute – mitunter erschreckend beherrschend - präsent ist. So ist die alte tiefsitzende Angst, nicht zu genügen, etwas falsch gemacht zu haben, noch immer präsent, wie eine, trotz aller Erfolge und rationaler Vernunft des inzwischen längst Erwachsenen, nie mehr gänzlich abzuschüttelnde Konditionierung. So leidet das Kind Paul Maar unter der Ungerechtigkeit, Härte und Brutalität des prügelnden Vaters, aber auch unter dem Gefühl der Erniedrigung und Beschämung, das seine eigene Angst und Hilflosigkeit in ihm auslöst. Das einzige, was ihm seelischen und geistigen Freiraum verschafft, ist die Fantasie, in die er in Form von heimlich gelesenen Abenteuerromanen ganz bewusst eintauchen und sich darin verlieren kann. Dies ist die heilsame Form der Fantasie, jederzeit abrufbar und lenkbar, nicht zu vergleichen mit der erschreckenden surrealen Vision, der er sich als kleines Kind hilflos und unentrinnbar ausgeliefert sieht, ausgelöst offenbar durch halluzinogen wirkendes Mutterkorn im Brot. Hier wurde Fantasie zu einer Form der Machtlosigkeit, des sich Verlierens, das er niemals mehr erleben will. Und doch wird Paul Maar, in späten Jahren auf ganz eigene und erschütternde Art noch einmal genau damit konfrontiert: seine Frau ist an Alzheimer erkrankt und lebt in ihrer eigenen surrealen, unerreichbaren Welt, die man – wie er schmerzlich erkennen muss - nicht mit dem Bestehen auf Vernunft einfach zurechtrücken kann, so sehr man auch darauf pocht. Die väterlichen Schläge haben einst aus dem sensiblen Kind ein ängstliches Kind gemacht, das sich unverstanden fühlte und das Vertrauen zum Vater verlor. Und so begreift Paul Maar als Erwachsener, welch ein brutaler Akt es wäre, einer Alzheimerkranken die Realität einbläuen zu wollen und taucht stattdessen in einem Akt der Liebe in die Anderswelt seiner Frau ein, versucht die Welt mit ihren Augen zu sehen. Nur indem er sich ihre Logik zu eigen macht, kann er sich ihr Vertrauen bewahren, ihr ein Gefühl von Ruhe und Glück vermitteln und sie im Leben halten, solange es noch geht. Paul Maar erzählt seine Geschichte reflektiert und sich selbst gegenüber nie unkritisch mit poetischer, eindringlicher und berührender Schlichtheit. Man man folgt ihm gerne auf seinem Zickzackweg durch die „Erinnerungspfützen“, der letztlich zu dem Menschen und Künstler führt, der er heute ist. Auf dem Einband des Buches sehen wir die Zeichnung eines Jungen, der vorsichtig lächelnd, mit einer Art schüchterner Neugier in die Welt blickt. In diesem ausdrucksstarken Porträt seines kindlichen Selbst steckt letztlich alles, was uns dieses Buch erzählt. Paul Maar ist einer der beliebtesten und berühmtesten Kinderbuchautoren Deutschlands. Gibt es irgendjemanden, der das großartig freche Sams, das den verschüchterten Herrn Taschenbier auf Trab bringt, nicht kennt? Nicht zu vergessen den im wahrsten Sinne des Wortes zauberhaften Roman „Lippels Traum“. Paul Maar gibt immer wieder leisen, eher ängstlichen Menschen eine Stimme, lässt uns durch ihre Augen die Welt betrachten, und es ist die Kraft der Fantasie, respektive eines Fantasiewesens, die sie stärkt und ermutigt. So durchzieht die Fantasie auch leitmotivisch seine biographische Selbstbetrachtung „Wie alles kam“, die er ausdrücklich als Roman bezeichnet, vielleicht, weil sie notwendigerweise eine sehr subjektive Sicht der Dinge darstellt, vielleicht aber auch, weil das, was ihn, Paul Maar, geprägt hat und bis heute ausmacht, durchaus erkennbar auch zu einem Teil seiner Romanwelt wurde. Besonders das geringe Selbstbewusstsein seiner Protagonisten, deren nachhaltig verunsichernde Konfrontation mit deutlich weniger sensiblen Naturen und ihr Suchen von Zuflucht in der Sicherheit von Parallelwelten verbindet seine Bücher mit seiner eigenen Biographie. Und die ist weniger eine chronologische, detailversessene Lebensdarstellung, sondern erscheint bisweilen eher wie das klassische mündliche „Von-Früher-Erzählen“. Auf dem großzügig abgesteckten Areal seiner Kindheit liegen verstreut die „Erinnerungspfützen“, wie Paul Maar sie selbst nennt, deren Oberfläche prägende Bilder der Vergangenheit reflektieren, und nur dort wo diese Pfützen groß genug sind und nahe genug beieinander liegen, fließen sie mitunter ineinander und ergeben einen größeren Zusammenhang, der durchaus bis in die Gegenwart reichen kann. Von hier aus betrachtet Paul Maar mit leiser, manchmal kopfschüttelnder Verwunderung, wie aus dem eigenen kindlichen Ich dieser merkwürdige Erwachsene werden konnte, in dem eben dieses kindliche Ich in erstaunlicher Gleichzeitigkeit bis heute – mitunter erschreckend beherrschend - präsent ist. So ist die alte tiefsitzende Angst, nicht zu genügen, etwas falsch gemacht zu haben, unabsichtlich unangenehm aufgefallen zu sein, noch immer präsent, wie eine, trotz aller Erfolge und rationaler Vernunft des inzwischen längst Erwachsenen, nie mehr gänzlich abzuschüttelnde Konditionierung. So leidet das Kind Paul Maar unter der Ungerechtigkeit, Härte und Brutalität des prügelnden Vaters, aber auch unter dem Gefühl der Erniedrigung und Beschämung, das seine eigene Angst und Hilflosigkeit in ihm auslöst. Das einzige, was ihm seelischen und geistigen Freiraum schafft, ist die Fantasie, in die er in Form von heimlich gelesenen Abenteuerromanen ganz bewusst eintauchen und sich darin verlieren kann. Dies ist die heilsame Form der Fantasie, jederzeit abrufbar und lenkbar, nicht zu vergleichen mit der erschreckenden surrealen Vision, der er sich als kleines Kind hilflos und unentrinnbar ausgeliefert sieht, ausgelöst offenbar durch halluzinogen wirkendes Mutterkorn im Brot. Hier wurde Fantasie zu einer Form der Machtlosigkeit, des sich Verlierens, das er niemals mehr erleben will. Und doch wird Paul Maar, in späten Jahren auf ganz eigene und erschütternde Art noch einmal genau damit konfrontiert: seine Frau ist an Alzheimer erkrankt und lebt in ihrer eigenen surrealen, unerreichbaren Welt, die man – wie er schmerzlich erkennen muss - nicht mit dem Bestehen auf Vernunft einfach zurechtrücken kann, so sehr man auch darauf pocht. Die väterlichen Schläge haben einst aus dem sensiblen Kind ein ängstliches Kind gemacht, das sich unverstanden fühlte und das Vertrauen zum Vater verlor. Und so begreift Paul Maar als Erwachsener, welch ein brutaler Akt es wäre, einer Alzheimerkranken seine Realität einbläuen zu wollen und taucht stattdessen in einem Akt der Liebe in die Anderswelt seiner Frau ein, versucht die Welt mit ihren Augen zu sehen. Nur indem er sich ihre Logik zu eigen macht, kann er sich ihr Vertrauen bewahren, ihr ein Gefühl von Ruhe und Glück vermitteln und sie im Leben halten, solange es noch geht. Paul Maar erzählt seine Geschichte reflektiert und sich selbst gegenüber nie unkritisch mit poetischer, eindringlicher und berührender Schlichtheit. Man man folgt ihm gerne auf seinem Zickzackweg durch die „Erinnerungspfützen“, der letztlich zu dem Menschen und Künstler führt, der er heute ist. Auf dem Einband des Buches sehen wir die Zeichnung eines Jungen, der vorsichtig lächelnd, mit einer Art schüchterner Neugier in die Welt blickt. In diesem ausdrucksstarken Porträt seines kindlichen Selbst steckt letztlich alles, was uns dieses Buch erzählt.
5/5

Erinnerungspfützen

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Paul Maar ist einer der beliebtesten und berühmtesten Kinderbuchautoren Deutschlands. Gibt es irgendjemanden, der das großartig freche Sams, das den verschüchterten Herrn Taschenbier auf Trab bringt, nicht kennt? Nicht zu vergessen den im wahrsten Sinne des Wortes zauberhaften Roman „Lippels Traum“. Paul Maar gibt immer wieder leisen, eher ängstlichen Menschen eine Stimme, lässt uns durch ihre Augen die Welt betrachten, und es ist die Kraft der Fantasie, respektive eines Fantasiewesens, die sie stärkt und ermutigt. So durchzieht die Fantasie auch leitmotivisch seine biographische Selbstbetrachtung „Wie alles kam“, die er ausdrücklich als Roman bezeichnet, vielleicht, weil sie notwendigerweise eine sehr subjektive Sicht der Dinge darstellt, vielleicht aber auch, weil das, was ihn, Paul Maar, geprägt hat und bis heute ausmacht, durchaus erkennbar auch zu einem Teil seiner Romanwelt wurde. Besonders das geringe Selbstbewusstsein seiner Protagonisten, deren nachhaltig verunsichernde Konfrontation mit deutlich weniger sensiblen Naturen und ihr Suchen von Zuflucht in der Sicherheit von Parallelwelten verbindet seine Bücher mit seiner eigenen Biographie. Und die ist weniger eine chronologische, detailversessene Lebensdarstellung, sondern erscheint bisweilen eher wie das klassische mündliche „Von-Früher-Erzählen“. Auf dem großzügig abgesteckten Areal seiner Kindheit liegen verstreut die „Erinnerungspfützen“, wie Paul Maar sie selbst nennt, deren Oberfläche prägende Bilder der Vergangenheit reflektieren, und nur dort wo diese Pfützen groß genug sind und nahe genug beieinander liegen, fließen sie mitunter ineinander und ergeben einen größeren Zusammenhang, der durchaus bis in die Gegenwart reichen kann. Von hier aus betrachtet Paul Maar mit leiser, manchmal kopfschüttelnder Verwunderung, wie aus dem eigenen kindlichen Ich dieser merkwürdige Erwachsene werden konnte, in dem eben dieses kindliche Ich in erstaunlicher Gleichzeitigkeit bis heute – mitunter erschreckend beherrschend - präsent ist. So ist die alte tiefsitzende Angst, nicht zu genügen, etwas falsch gemacht zu haben, noch immer präsent, wie eine, trotz aller Erfolge und rationaler Vernunft des inzwischen längst Erwachsenen, nie mehr gänzlich abzuschüttelnde Konditionierung. So leidet das Kind Paul Maar unter der Ungerechtigkeit, Härte und Brutalität des prügelnden Vaters, aber auch unter dem Gefühl der Erniedrigung und Beschämung, das seine eigene Angst und Hilflosigkeit in ihm auslöst. Das einzige, was ihm seelischen und geistigen Freiraum verschafft, ist die Fantasie, in die er in Form von heimlich gelesenen Abenteuerromanen ganz bewusst eintauchen und sich darin verlieren kann. Dies ist die heilsame Form der Fantasie, jederzeit abrufbar und lenkbar, nicht zu vergleichen mit der erschreckenden surrealen Vision, der er sich als kleines Kind hilflos und unentrinnbar ausgeliefert sieht, ausgelöst offenbar durch halluzinogen wirkendes Mutterkorn im Brot. Hier wurde Fantasie zu einer Form der Machtlosigkeit, des sich Verlierens, das er niemals mehr erleben will. Und doch wird Paul Maar, in späten Jahren auf ganz eigene und erschütternde Art noch einmal genau damit konfrontiert: seine Frau ist an Alzheimer erkrankt und lebt in ihrer eigenen surrealen, unerreichbaren Welt, die man – wie er schmerzlich erkennen muss - nicht mit dem Bestehen auf Vernunft einfach zurechtrücken kann, so sehr man auch darauf pocht. Die väterlichen Schläge haben einst aus dem sensiblen Kind ein ängstliches Kind gemacht, das sich unverstanden fühlte und das Vertrauen zum Vater verlor. Und so begreift Paul Maar als Erwachsener, welch ein brutaler Akt es wäre, einer Alzheimerkranken die Realität einbläuen zu wollen und taucht stattdessen in einem Akt der Liebe in die Anderswelt seiner Frau ein, versucht die Welt mit ihren Augen zu sehen. Nur indem er sich ihre Logik zu eigen macht, kann er sich ihr Vertrauen bewahren, ihr ein Gefühl von Ruhe und Glück vermitteln und sie im Leben halten, solange es noch geht. Paul Maar erzählt seine Geschichte reflektiert und sich selbst gegenüber nie unkritisch mit poetischer, eindringlicher und berührender Schlichtheit. Man man folgt ihm gerne auf seinem Zickzackweg durch die „Erinnerungspfützen“, der letztlich zu dem Menschen und Künstler führt, der er heute ist. Auf dem Einband des Buches sehen wir die Zeichnung eines Jungen, der vorsichtig lächelnd, mit einer Art schüchterner Neugier in die Welt blickt. In diesem ausdrucksstarken Porträt seines kindlichen Selbst steckt letztlich alles, was uns dieses Buch erzählt. Paul Maar ist einer der beliebtesten und berühmtesten Kinderbuchautoren Deutschlands. Gibt es irgendjemanden, der das großartig freche Sams, das den verschüchterten Herrn Taschenbier auf Trab bringt, nicht kennt? Nicht zu vergessen den im wahrsten Sinne des Wortes zauberhaften Roman „Lippels Traum“. Paul Maar gibt immer wieder leisen, eher ängstlichen Menschen eine Stimme, lässt uns durch ihre Augen die Welt betrachten, und es ist die Kraft der Fantasie, respektive eines Fantasiewesens, die sie stärkt und ermutigt. So durchzieht die Fantasie auch leitmotivisch seine biographische Selbstbetrachtung „Wie alles kam“, die er ausdrücklich als Roman bezeichnet, vielleicht, weil sie notwendigerweise eine sehr subjektive Sicht der Dinge darstellt, vielleicht aber auch, weil das, was ihn, Paul Maar, geprägt hat und bis heute ausmacht, durchaus erkennbar auch zu einem Teil seiner Romanwelt wurde. Besonders das geringe Selbstbewusstsein seiner Protagonisten, deren nachhaltig verunsichernde Konfrontation mit deutlich weniger sensiblen Naturen und ihr Suchen von Zuflucht in der Sicherheit von Parallelwelten verbindet seine Bücher mit seiner eigenen Biographie. Und die ist weniger eine chronologische, detailversessene Lebensdarstellung, sondern erscheint bisweilen eher wie das klassische mündliche „Von-Früher-Erzählen“. Auf dem großzügig abgesteckten Areal seiner Kindheit liegen verstreut die „Erinnerungspfützen“, wie Paul Maar sie selbst nennt, deren Oberfläche prägende Bilder der Vergangenheit reflektieren, und nur dort wo diese Pfützen groß genug sind und nahe genug beieinander liegen, fließen sie mitunter ineinander und ergeben einen größeren Zusammenhang, der durchaus bis in die Gegenwart reichen kann. Von hier aus betrachtet Paul Maar mit leiser, manchmal kopfschüttelnder Verwunderung, wie aus dem eigenen kindlichen Ich dieser merkwürdige Erwachsene werden konnte, in dem eben dieses kindliche Ich in erstaunlicher Gleichzeitigkeit bis heute – mitunter erschreckend beherrschend - präsent ist. So ist die alte tiefsitzende Angst, nicht zu genügen, etwas falsch gemacht zu haben, unabsichtlich unangenehm aufgefallen zu sein, noch immer präsent, wie eine, trotz aller Erfolge und rationaler Vernunft des inzwischen längst Erwachsenen, nie mehr gänzlich abzuschüttelnde Konditionierung. So leidet das Kind Paul Maar unter der Ungerechtigkeit, Härte und Brutalität des prügelnden Vaters, aber auch unter dem Gefühl der Erniedrigung und Beschämung, das seine eigene Angst und Hilflosigkeit in ihm auslöst. Das einzige, was ihm seelischen und geistigen Freiraum schafft, ist die Fantasie, in die er in Form von heimlich gelesenen Abenteuerromanen ganz bewusst eintauchen und sich darin verlieren kann. Dies ist die heilsame Form der Fantasie, jederzeit abrufbar und lenkbar, nicht zu vergleichen mit der erschreckenden surrealen Vision, der er sich als kleines Kind hilflos und unentrinnbar ausgeliefert sieht, ausgelöst offenbar durch halluzinogen wirkendes Mutterkorn im Brot. Hier wurde Fantasie zu einer Form der Machtlosigkeit, des sich Verlierens, das er niemals mehr erleben will. Und doch wird Paul Maar, in späten Jahren auf ganz eigene und erschütternde Art noch einmal genau damit konfrontiert: seine Frau ist an Alzheimer erkrankt und lebt in ihrer eigenen surrealen, unerreichbaren Welt, die man – wie er schmerzlich erkennen muss - nicht mit dem Bestehen auf Vernunft einfach zurechtrücken kann, so sehr man auch darauf pocht. Die väterlichen Schläge haben einst aus dem sensiblen Kind ein ängstliches Kind gemacht, das sich unverstanden fühlte und das Vertrauen zum Vater verlor. Und so begreift Paul Maar als Erwachsener, welch ein brutaler Akt es wäre, einer Alzheimerkranken seine Realität einbläuen zu wollen und taucht stattdessen in einem Akt der Liebe in die Anderswelt seiner Frau ein, versucht die Welt mit ihren Augen zu sehen. Nur indem er sich ihre Logik zu eigen macht, kann er sich ihr Vertrauen bewahren, ihr ein Gefühl von Ruhe und Glück vermitteln und sie im Leben halten, solange es noch geht. Paul Maar erzählt seine Geschichte reflektiert und sich selbst gegenüber nie unkritisch mit poetischer, eindringlicher und berührender Schlichtheit. Man man folgt ihm gerne auf seinem Zickzackweg durch die „Erinnerungspfützen“, der letztlich zu dem Menschen und Künstler führt, der er heute ist. Auf dem Einband des Buches sehen wir die Zeichnung eines Jungen, der vorsichtig lächelnd, mit einer Art schüchterner Neugier in die Welt blickt. In diesem ausdrucksstarken Porträt seines kindlichen Selbst steckt letztlich alles, was uns dieses Buch erzählt.

Sabine van Ahlen
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