Oh, oh, offenbar befand sich Prince nach dem guten Album "2010" von, ah, 2010 in einer Schaffenskrise. Ganz anders als zehn oder fünfzehn Jahre zuvor, öffnete er sich aktuellen Einflüssen und ließ sich von RnB und Rock beeinflussen. Allzu sehr, wie ich finde. Die Songs bieten sehr durchschnittliche Sounds, die von jedem anderen stammen könnten, der "black music" macht; die typische Handschrift des Meisters fehlt völlig. Auch ein schrecklicher Hang zu handgemachter Musik ohne Effekte und Elektronica ist leider, leider auszumachen. Und groben Rock gibt es obendrein, wer soll das verstehen - denn Prince war einst der Meister seines EIGENEN Gebräus! Ach ja, singen will er auch nur selten, das lässt er den Frauenchor ran - warum nur? Pricefan seit 1984
Meinung aus der Buchhandlung
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"When the war is 2 long, Stand up and B strong, it won´t take long, U can´t go wrong..."
Bewertet: Musik (Vinyl)
Endlich erscheint dieses Album nun doch, fünf Jahre, nachdem Prince völlig überraschend im Alter von noch nicht einmal 60 Jahren starb. Die Geschichte dieses starken Stücks Musik passt zur Vita des Ausnahmekünstlers: 2010 eingespielt, fertig abgemischt, auf einer Tour wiederholt angekündigt, auch Kostproben gab es live zu hören, dann verschwand es im sagenumwobenen Geheimschrank, in dem angeblich ja noch viel mehr lagert....
Beim ersten hören der übliche Gedanke bei fast allen Prince-Alben: Verdammt, "Purple Rain" oder "When Doves cry" werden wohl seine Meisterstücke bleiben. Dann dreht sich die zweite Seite auf dem Plattenteller, "Hot Summer" erklingt, mitreissend, originell, kraftvoll. gleich noch eins drauf, "Stand up and B strong", es kracht so richtig zu einem ganz starken Text. "Check the record" ist feinster Funk, auch hier mehr als gelungene Lyrics, ähnlich wie bei "Welcome 2 America" und "Son of a Slave Master". Böse, anklagend, das meiste wirkt, als sei es erst unter dem Eindruck der Trumpschen Präsidentschaft entstanden, prophetisch, faszinierend, wie Mr Spock sagen würde...
Auf der dritten Seite ein höchst erotisches Liebeslied, "When she comes", leise, zärtlich, auf den Punkt, einfach toll. "One day we will all B free" beschliesst ein Album, das in den besten Stücken an Prince Zeit mit "The Revolution" locker mithalten, ja toppen kann - ja, aber nicht "Purple Rain", klar. Aber 10 Songs, ganz unterschiedlich, und doch zusammen passend und gehörend, die Klammer heißt natürlich Prince, dem man hier nur einen Vorwurf machen kann: Er hätte sein unfassbares Talent an der Gitarre ein wenig mehr zeigen dürfen / sollen - aber jetzt jammert der Rezensent auf hohem Niveau :-)
Perfekt gepresst, super abgemischt, eine Klangfülle und Pracht, die ihres gleichen sucht....
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