Produktbild: Franz

Franz Schwul unterm Hakenkreuz

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

27.09.2021

Verlag

Verlag Kremayr & Scheriau

Seitenzahl

192 (Printausgabe)

Dateigröße

1065 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783218012997

Beschreibung

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Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

27.09.2021

Verlag

Verlag Kremayr & Scheriau

Seitenzahl

192 (Printausgabe)

Dateigröße

1065 KB

Sprache

Deutsch

EAN

9783218012997

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  • Bewertung

    aus Brandis

    5/5

    12.11.2021

    eBook (ePUB 3)

    Einfach leichtsinnig oder lebensfroh?

    Franz Doms ist jung, lebensfroh und homosexuell. Und das in einer Zeit, wo bereits geringere Dinge für eine Inhaftierung und Verurteilung reichen. Im Jahr 1944 wird der 21jährige, nach einer ihm durch die Polizei gestellten Falle, zum Tode verurteilt. Bis zuletzt blieb er dabei loyal darüber hinaus und hat niemanden verraten. Der Autor verbindet reale Belege wie Originalzitate oder Dokumentenabschnitte mit einer möglichen (Lebens)Geschichte. Diese Rekonstruktion des Geschehens kann dabei stellvertretend für viele Opfer stehen. So vieles was für uns heute so selbstverständlich ist gab damals Anstoss zu Denunzierung. Mit seiner Lebenseinstellung war Franz dafür etwas zu sehr seiner Zeit voraus, was ihm letztendlich zum Verhängnis wurde. Gerade durch die eingefügten Originalbelege wirkt die ganze Geschichte sehr authentisch. Mich hat dieses Buch sehr gefesselt und berührt. Gern empfehle ich es weiter.

  • de.Susi

    5/5

    12.11.2021

    eBook (ePUB 3)

    Franz Doms ist jung, lebensfro…

    Franz Doms ist jung, lebensfroh und homosexuell. Und das in einer Zeit, wo bereits geringere Dinge für eine Inhaftierung und Verurteilung reichen. Im Jahr 1944 wird der 21jährige, nach einer ihm durch die Polizei gestellten Falle, zum Tode verurteilt. Bis zuletzt blieb er dabei loyal darüber hinaus und hat niemanden verraten. Der Autor verbindet reale Belege wie Originalzitate oder Dokumentenabschnitte mit einer möglichen (Lebens)Geschichte. Diese Rekonstruktion des Geschehens kann dabei stellvertretend für viele Opfer stehen. So vieles was für uns heute so selbstverständlich ist gab damals Anstoss zu Denunzierung. Mit seiner Lebenseinstellung war Franz dafür etwas zu sehr seiner Zeit voraus, was ihm letztendlich zum Verhängnis wurde. Gerade durch die eingefügten Originalbelege wirkt die ganze Geschichte sehr authentisch. Mich hat dieses Buch sehr gefesselt und berührt. Gern empfehle ich es weiter.

  • Bewertung

    5/5

    16.10.2021

    eBook (ePUB 3)

    Ein Justizmord an einem jungen Mann, dessen Verbrechen die Liebe war

    Dieser Faktion-Roman erzählt die Geschichte des Franz Doms, der im Alter von 21 Jahren im Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichtes exekutiert wurde … Und hier – bereits in diesem ersten Satz, den ich schreie, steckt ein Fehler – nämlich das Wort „exekutieren“; dieses wird nämlich gemeinhin mit dem Verb „vollstrecken“ übersetzt. Franz Pettinger wurde nämlich nicht exekutiert – nein, der junge Mann wurde in einem Alter, in dem das Leben eigentlich erst so richtig losgeht: ermordet! Er wurde aufgrund seines Andersseins von einem menschenverachtenden Regime ermordet, die eigentlichen Täter bei diesem ganzen Verbrechen, das waren die Denunzianten, die Polizisten, die Richter und Henker. Und alle anderen, die durch ihr Schweigen das alles erst ermöglicht haben. Es handelt sich ganz klar um einen Justizmord, den Autor Jürgen Pettinger hier beschreibt. Der Henker war übrigens niemand geringer als der Scharfrichter Johann Reichart, der auch die Geschwister Scholl ermorden half. Nach dem Krieg arbeitete Reichard übrigens für die Alliierten und vollstreckte die Gerichtsurteile an 156 nationalsozialistischen Verbrechern; er ging als letzter Henker Deutschlands in die Geschichte ein – aber das ist nur ein Nebenschauplatz, den ich am Range erwähnen möchte, weil sich im Schicksal des Scharfrichters auch das Wertebild unserer Gesellschaft im 20. Jahrhunderts widerspiegelt. Franz Doms war einer von vielen schwulen Männern, die dem Nazi-Regime zum Opfer gefallen sind. Jürgen Pettinger beschreibt seine Nöte und Sehnsüchte und Gefühle; auch als heterosexueller Mann kann man sich dadurch ohne weiteres in Franz einfühlen. Schließlich geht es um Liebe – und Liebe stellt das verbindende Element unseres Lebens dar. Dort, wo Liebe als pervers und amoralisch hingestellt wird, dort regieren Hass und Verfolgung. Pettinger lässt uns im ersten Kapitel teilhaben an den bangevollen Minuten, die Doms durchlebt, kurz bevor er zum letzten Mal aus seiner Zelle geholt wird. Er fügt immer wieder Original-Dokumente in die Erzählung ein, aber in seinem dosierten Ausmaß, so dass sie des Erzählfluss in keiner Weise stören. Dadurch bleibt Franz über das ganze Buch hinweg lebendig; man hat das Gefühl, er könnte ein guter Freund sein, ein Verwandter, ein Nachbar, den man selbst gekannt hat. Und obwohl man weiß, was am Ende des Buches unweigerlich kommt, bleibt man zurück und ist völlig fassungslos. Man kann und will es einfach nicht glauben. Franz! Wenigstens erspart der Autor uns eine effektheischende Beschreibung des Blutbades – und der Scharfrichter Reichart braucht in gewohnter Manier zur Ausführung des Justizmordes exakt zehn Sekunden und dann ist alles vorbei. Und alles, was wir davor und dazwischen mit Franz erlebt haben von der ersten Liebe, der ersten Einvernahme, der ersten Nazi-Folter … all das bleibt als Eindruck im Leser zurück. Jürgen Pettinger hat hier ein Buch vorgelegt, das ich als Schul-Pflicht-Lektüre vorschlage! Anmerkung: Der Scharfrichter Reichart hatte übrigens auch seine Hände bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen im Spiel gemeinsam mit amerikanischen Kollegen. Reichart starb in den Siebzigerjahren des zwanzigsten Jahrhunderts; kein Wunder, dass er zuvor etliche Male auch in einer Nervenheilanstalt gewesen ist. – Ich denke, Jürgen Pettinger hätte auch das Zeug dazu, diese außergewöhnliche Lebensgeschichte in seinem fesselnden Stil zu schreiben. Immerhin spiegelt sich in ihr die Geschichte des zwanzigstens Jahrhunderts auf grausame Weise wider. Zurück zu Franz Doms, um den es in diesem Buch geht, möchte ich auch noch auf die Nachkriegsgeschichte eingehen. Es ist ein Verbrechen unserer bundesdeutschen/österreichischen Geschichte, dass Homosexualität bis 1972 strafbar blieb. Dadurch haben Franz' Leidensgenossen, die das Glück hatten zu überleben, niemals jene Rehabilitation erfahren, die ihnen zustand. Schwul-sein ist normal! Es ist keine Krankheit und kein Verbrechen! Liebe ist niemals ein Verbrechen. Und so tut es mir als Mensch weh, dass Franz Doms im vierten Kriegsjahr ermordet worden ist - so kurz vor dem Ende. Denn ich hätte ich gerne kennengelernt, Franz.

  • bolie

    aus Langscheid

    5/5

    15.11.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Name Franz Doms steht für…

    Der Name Franz Doms steht für viele Opfer des Nationalsozialismus, die in Vergessenheit gerieten. Sie waren „widernatürlich“ veranlagt und hatten laut Gesetzeslage von damals ihr Recht auf Leben verwirkt. Er starb im Jahr 1941 und das mit 21 Jahren. Ihn zeichnete aus, dass er niemals andere „Schwule“ verriet, um seine eigene Haut zu retten. Er gehörte nicht nur Spezies der Denunzianten. Wer von „Franz“ nette Unterhaltung erwartet, der wird schnell enttäuscht sein. Der Autor Jürgen Pettinger recherchierte sehr genau, was damals gesagt und getan wurde. Er zeigt die Leidensgeschichte von Franz und seiner Familie auf. Wie er zum ersten Mal seine Neigung akzeptierte. Was seine Schwester und seine Mutter dazu sagten und wann er zum ersten Mal der Polizei in die Hände fiel. Immer wieder gibt es Abschriften der Verhörprotokolle zu lesen und auch an den Aussagen vor Gericht lässt der Autor seine Leser teilhaben. Es ist nicht neu, wie Minderheiten im „Dritten Reich“ drangsaliert wurden. Das aber so genau nachlesen zu können, das hat mir zugesetzt. Weil es halt keine erfundene und unmögliche Geschichte ist, sondern ein Tatsachenbericht. Und es ist ja nicht so, dass Homosexualität heute in allen Ländern der Erde toleriert wird. Wie viele Männer und Frauen müssen sich verstecken und leben ständig in Angst. Und auch heute gilt vielerorts die Meinung der Nachbarn noch etwas. Will sagen, dass selbst aktuell die ganze Familie unter dem „Makel“ der Homosexualität zu leiden hat. Die Menschheit wird sich wohl nie ändern. Am Schluss des Buches gibt der Autor Quellenangaben und Verweise zu Papieren, die er in dem Buch zitierte. Daran kann jeder erkennen, welche Arbeit hinter Herrn Pettinger liegt. Alle Originaldokumente zu finden und diese dann zu einem Buch zusammenzufügen, das finde ich beachtenswert.

  • sleepwalker

    5/5

    08.11.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Franz Doms wurde als Homosexue…

    Franz Doms wurde als Homosexueller ein Opfer des Nationalsozialismus, denn er wurde 1944 mit 21 Jahren in Wien hingerichtet. Jürgen Pettinger hat seine Geschichte im gleichnamigen Buch aufgeschrieben, teils fiktiv, teils aber auf authentischen Protokollen und Aussagen fußend. Herausgekommen ist ein einfühlsames Buch, das betroffen und nachdenklich macht. Der Autor schafft damit ein Denkmal, nicht nur für den Protagonisten, sondern stellvertretend für alle „vergessenen Opfer des Nationalsozialismus“. Das Buch ist für die Leserschaft keine leichte Kost. Der Tod des Protagonisten ist stets präsent, auch wenn sein Leben eigentlich das Thema ist. Die immer wieder eingeflochtenen und in einer anderen Schriftart gesetzten Auszüge aus Vernehmungen und Akten, lassen das Publikum eines nie vergessen: am Ende der Geschichte steht sein Tod. Bis dahin ist das Buch aber die kurze Biografie eines eher unangepassten jungen Mannes. Als einziger in der Familie ging er nach dem Volksschul-Abschluss zur Handelsschule, lernte Kurzschrift und Maschineschreiben. Aber glücklich wurde er damit nicht, irgendwie scheint er das schwarze Schaf in der Familie gewesen zu sein. Sein älterer Bruder interessiert sich nicht wirklich für ihn, aber seine Schwester Josefine kümmert und sorgt sich um ihn, denn der gutaussehende junge Mann pflegt einen Lebensstil, den er sich als ungelernter Bürodiener eigentlich nicht leisten kann. Schnell gibt es in der Nachbarschaft Gerüchte und Gerede, vor allem auch, weil er oft betrunken ist und sich dann lautstark mit seiner Schwester streitet. Aber ihm ist es lieber, dass er für einen Gauner gehalten wird, als für einen „Warmen“, denn tatsächlich waren die Zeiten für Homosexuelle oft gefährlicher als für Kleinkriminelle. Sprachlich ist das Buch eher schlicht und manchmal mit ganz klar österreichischem Zungenschlag geschrieben. Und dennoch schafft der Autor es, mit seinen einfachen Worten eine packende, tragische, berührende und auch wütend und betroffen machende Geschichte zu erzählen. Über die Suche nach Liebe, Zuneigung und den Platz im Leben, über die Sorge einer Schwester um ihren Bruder, über Gefahren durch Denunzianten und falsche Freunde, Polizeibrutalität und das Leben als Außenseiter in einem Unrechtsstaat. Auch die eher unrühmliche Rolle der Kirche wird am Rande angesprochen. Die Charaktere sind vom Autor gut und gründlich ausgearbeitet, da das Buch bis auf die Verhörprotokolle aus den verschiedenen Strafverfahren gegen Franz Doms fiktional ist. Aber das „so hätte es sein können“, macht aus dem Buch ein gleichermaßen bedrückendes wie berührendes Werk. Besonders Franz beschreibt der Autor meiner Meinung nach fast liebevoll-freundschaftlich, als hätte er ihn wirklich gekannt. Er schildert ihn als unangepassten, manchmal sehr naiven junger Mann mit Flausen und dem Traum der großen Liebe im Kopf, aber immer loyal und bis zum Schluss eher um andere besorgt, als um sich selbst. Angesichts der aktuellen politischen Lage in Europa macht dieses Buch traurig und betroffen – und es macht mir persönlich Angst vor dem, was auf die Menschen hier, und nicht zuletzt auf mich selbst, zukommen mag. Daher empfehle ich dieses Buch nicht nur von ganzem Herzen, ich fordere jeden auf, es unbedingt zu lesen und daraus zu lernen. Fünf Sterne.

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