Licht zwischen den Bäumen

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Am liebsten würde die vierzehnjährige Libby Gallagher den Sommer wie immer mit ihrer Freundin Sage verbringen. In ihrem heimlichen Königreich im Wald lauwarmes Bier trinken, reden und Menthol-Zigaretten rauchen. Doch diese Ferien fangen gar nicht gut an. Auf der Fahrt von der Schule nach Hause herrscht im Auto dicke Luft. Die fünf Geschwister liegen sich in den Haaren, und Libbys kleinere Schwester Ellen bringt die Mutter zur Weißglut. So sehr, dass sie am Straßenrand anhält und ihre Tochter auffordert, auszusteigen. Sollen die anderen Geschwister protestieren wie sie wollen, die Mutter legt den Gang ein und tritt aufs Gaspedal. Im schwindenden Tageslicht, im dunklen Schatten der Bäume bleibt die zwölfjährige Ellen zurück. Die Entscheidung eines Augenblicks, die alles verändert. Licht zwischen den Bäumen ist das bewegende Porträt einer zerrissenen Familie und literarischer Thriller. Ein Roman über Loyalität und Liebe, Scham und Schuld und den bitteren Geschmack wohlmeinenden Verrats.

Details

Verkaufsrang

67222

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Nein

Erscheinungsdatum

07.09.2021

Verlag

Steidl GmbH & Co. OHG

Beschreibung

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ePUB

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Verkaufsrang

67222

Erscheinungsdatum

07.09.2021

Verlag

Steidl GmbH & Co. OHG

Seitenzahl

344 (Printausgabe)

Dateigröße

595 KB

Auflage

1. Auflage

Übersetzer

Tanja Handels

Sprache

Deutsch

EAN

9783958299894

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Etwas ganz besonderes, ein echtes Highlight

Renas Wortwelt am 27.08.2022

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ganz entgegen meiner üblichen Art habe ich dieses Buch sehr langsam gelesen, über mehrere Tage und habe dabei jeden einzelnen Satz inhaliert. Der Roman, das Debüt der für ihre Kurzgeschichten mehrfach ausgezeichneten Autorin, ist etwas ganz besonderes. So sehr, dass er mich bis in den Schlaf verfolgte mit seiner minutiös aufgebauten Spannung und mich die Figuren durch den Tag begleiteten, als wären sie leibhaftig. Erzählt werden die Geschehnisse eines heißen Sommers im Jahr 1981 in Pennsylvania. Erzählt wird die Geschichte in Ich-Form von der 15-jährigen Libby, mittleres von fünf Kindern der Familie Gallagher. Die Familie lebt „am Berg“ und damit bei den sozial Schwachen, den Außenseitern. Libbys Vater ist gestorben, vor fast einem Jahr, lebte aber schon länger nicht mehr in der Familie, da die Eltern geschieden waren. Die Mutter Faye ist wie ein Schatten, der von den Kindern weitestgehend von allem ausgeschlossen wird. Nur ganz am Anfang des Romans tritt die Mutter in Aktion. Auf der Rückfahrt von der Schule – es ist der letzte Schultag vor den Ferien – eskaliert ein Streit unter den Kindern und die Mutter wirft die 12-jährige Ellen aus dem Auto. An einer einsamen Straße, kurz vor dem Hereinbrechen der Abenddämmerung und wohl wissend, dass das Kind für den Nachhauseweg Stunden brauchen wird und durch den dunklen Wald gehen muss. Mit dieser Aktion wird eine Lawine von Ereignissen losgetreten, die Libby so gerne und so verzweifelt aufhalten möchte. Doch all ihre Versuche gehen schief, machen die Dinge schlimmer und reißen Libby in immer größere Schwierigkeiten. Dabei will sie unbedingt alle Erwachsenen aus den Problemen heraushalten, lässt ihre älteren Geschwister und ihre beste Freundin Sage schwören, nichts zu verraten. Sage, die ihr stets hilft, immer zu ihr hält, ihr aber auch den nicht immer willkommenen Spiegel vorhält. „Sage und ihre Ehrlichkeit. Ich wusste, dass mich auch das schon gegen sie aufgebracht hatte, dass ich ihr übelnahm, wie nah sie an uns dran war, so nah, dass sie Dinge sah, die ich nicht sehen konnte oder nicht sehen wollte. Ich hasste mich selbst dafür, ihr überhaupt etwas erzählt zu haben, und sie dafür, dass sie zuhörte, dass sie bezeugte, was geschah, und es mir dann manchmal später wieder servierte.“ (S. 206) Dadurch gewinnt die Lawine immer mehr an Tempo und das Unheil, das sich ankündigt, wird größer. Aus dem Wissen, dass all das nicht gut ausgehen kann, gewinnt der Roman eine derart hohe, subtile Spannung, dass es Herzklopfen erzeugt, dass man Libby immer wieder zurufen möchte, innezuhalten. Das Buch ist kein Thriller, kein oberflächlicher Spannungsroman, sondern ein tiefgreifendes, atmosphärisch hochverdichtetes Psychogramm eines pubertierenden Teenagers, der ins Verhängnis steuert aufgrund seiner fehlerhaften Sicht auf die Erwachsenenwelt. Una Manion erzählt ihre Geschichte dabei nicht wirklich aufgeregt, obgleich sie aufregend ist. Vieles wird in langen, ruhigen Szenen beschrieben, vor allem immer dann, wenn sich Libby an ihren geliebten Vater erinnert, an das, was er sie gelehrt hat, wie die Liebe zu den Bäumen. Hier zeigt sich die Kraft der Worte, wenn die Autorin die Natur, die Landschaft beschreibt, seien es die Wälder, in denen sich Libby am wohlsten fühlt, oder die Zerstörung durch großflächigen Kohleabbau. Besonders berührend sind auch die Szenen zwischen den fünf Geschwistern, von der 7-jährigen Beatrice bis zur gerade volljährig gewordenen Ältesten Marie, an die sich die anderen bei Kummer und Sorgen wenden, statt die Mutter anzusprechen. Erwähnenswert ist auch noch das, wie ich finde, ungemein gelungene Cover des Buchs. Für mich ist dieses Buch eines meiner Jahreshighlights, wenn nicht eines der letzten Jahre. Ich hoffe sehr, noch viele Roman von Una Manion lesen zu dürfen. Una Manion – Licht zwischen den Bäumen aus dem Englischen von Tanja Handels Steidl Verlag, August 2021 Gebundene Ausgabe, 343 Seiten, 24,00 €

Etwas ganz besonderes, ein echtes Highlight

Renas Wortwelt am 27.08.2022
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ganz entgegen meiner üblichen Art habe ich dieses Buch sehr langsam gelesen, über mehrere Tage und habe dabei jeden einzelnen Satz inhaliert. Der Roman, das Debüt der für ihre Kurzgeschichten mehrfach ausgezeichneten Autorin, ist etwas ganz besonderes. So sehr, dass er mich bis in den Schlaf verfolgte mit seiner minutiös aufgebauten Spannung und mich die Figuren durch den Tag begleiteten, als wären sie leibhaftig. Erzählt werden die Geschehnisse eines heißen Sommers im Jahr 1981 in Pennsylvania. Erzählt wird die Geschichte in Ich-Form von der 15-jährigen Libby, mittleres von fünf Kindern der Familie Gallagher. Die Familie lebt „am Berg“ und damit bei den sozial Schwachen, den Außenseitern. Libbys Vater ist gestorben, vor fast einem Jahr, lebte aber schon länger nicht mehr in der Familie, da die Eltern geschieden waren. Die Mutter Faye ist wie ein Schatten, der von den Kindern weitestgehend von allem ausgeschlossen wird. Nur ganz am Anfang des Romans tritt die Mutter in Aktion. Auf der Rückfahrt von der Schule – es ist der letzte Schultag vor den Ferien – eskaliert ein Streit unter den Kindern und die Mutter wirft die 12-jährige Ellen aus dem Auto. An einer einsamen Straße, kurz vor dem Hereinbrechen der Abenddämmerung und wohl wissend, dass das Kind für den Nachhauseweg Stunden brauchen wird und durch den dunklen Wald gehen muss. Mit dieser Aktion wird eine Lawine von Ereignissen losgetreten, die Libby so gerne und so verzweifelt aufhalten möchte. Doch all ihre Versuche gehen schief, machen die Dinge schlimmer und reißen Libby in immer größere Schwierigkeiten. Dabei will sie unbedingt alle Erwachsenen aus den Problemen heraushalten, lässt ihre älteren Geschwister und ihre beste Freundin Sage schwören, nichts zu verraten. Sage, die ihr stets hilft, immer zu ihr hält, ihr aber auch den nicht immer willkommenen Spiegel vorhält. „Sage und ihre Ehrlichkeit. Ich wusste, dass mich auch das schon gegen sie aufgebracht hatte, dass ich ihr übelnahm, wie nah sie an uns dran war, so nah, dass sie Dinge sah, die ich nicht sehen konnte oder nicht sehen wollte. Ich hasste mich selbst dafür, ihr überhaupt etwas erzählt zu haben, und sie dafür, dass sie zuhörte, dass sie bezeugte, was geschah, und es mir dann manchmal später wieder servierte.“ (S. 206) Dadurch gewinnt die Lawine immer mehr an Tempo und das Unheil, das sich ankündigt, wird größer. Aus dem Wissen, dass all das nicht gut ausgehen kann, gewinnt der Roman eine derart hohe, subtile Spannung, dass es Herzklopfen erzeugt, dass man Libby immer wieder zurufen möchte, innezuhalten. Das Buch ist kein Thriller, kein oberflächlicher Spannungsroman, sondern ein tiefgreifendes, atmosphärisch hochverdichtetes Psychogramm eines pubertierenden Teenagers, der ins Verhängnis steuert aufgrund seiner fehlerhaften Sicht auf die Erwachsenenwelt. Una Manion erzählt ihre Geschichte dabei nicht wirklich aufgeregt, obgleich sie aufregend ist. Vieles wird in langen, ruhigen Szenen beschrieben, vor allem immer dann, wenn sich Libby an ihren geliebten Vater erinnert, an das, was er sie gelehrt hat, wie die Liebe zu den Bäumen. Hier zeigt sich die Kraft der Worte, wenn die Autorin die Natur, die Landschaft beschreibt, seien es die Wälder, in denen sich Libby am wohlsten fühlt, oder die Zerstörung durch großflächigen Kohleabbau. Besonders berührend sind auch die Szenen zwischen den fünf Geschwistern, von der 7-jährigen Beatrice bis zur gerade volljährig gewordenen Ältesten Marie, an die sich die anderen bei Kummer und Sorgen wenden, statt die Mutter anzusprechen. Erwähnenswert ist auch noch das, wie ich finde, ungemein gelungene Cover des Buchs. Für mich ist dieses Buch eines meiner Jahreshighlights, wenn nicht eines der letzten Jahre. Ich hoffe sehr, noch viele Roman von Una Manion lesen zu dürfen. Una Manion – Licht zwischen den Bäumen aus dem Englischen von Tanja Handels Steidl Verlag, August 2021 Gebundene Ausgabe, 343 Seiten, 24,00 €

Fatale Entscheidung

mimitatis_buecherkiste aus Krefeld am 18.04.2022

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Libby ist vierzehn Jahre alt und das mittlere von fünf Kindern im Alter zwischen sechs bis achtzehn Jahren. Zusammen mit ihrer Mutter wachsen die Kinder ohne Vater auf, der vor eineinhalb Jahren verstorben ist. Bereits vorher war dieser von ihrer Mutter getrennt und lebte in New York. Am Anfang der Sommerferien fahren alle zusammen im Auto nach Hause, als die zwölfjährige Ellen den Bogen mal wieder überspannt und ihre Mutter zur Weißglut treibt, worauf diese sie aus dem Auto wirft und alleine in der Dunkelheit zurücklässt. Am Ende dieses Sommers wird nichts mehr sein, wie es vorher war. Dieser Roman war anders, als ich es erwartet habe. Die gesamte Handlung spielt sich in einem Sommer ab, obwohl es mir im Nachhinein viel länger vorkommt. Wer hier unglaubliche Spannung erwartet, wird enttäuscht. Der Fokus liegt auf der Familie von Libby; die Erinnerungen an den Vater, das Zusammenleben mit der Mutter, das Band der Geschwister untereinander, all dies wird hier ausführlich thematisiert und noch viel mehr. Das Verschwinden von Ellen spielt zwar eine wichtige, aber nicht immer eine zentrale Rolle. Natürlich führt diese Aktion zu einer Reaktion, aber zu welcher und in welcher Form, das habe ich so nicht erwartet. Anfangs hatte ich Probleme damit, dass fast nichts passiert, dass es einfach nur das normale Leben ist, das Libby so eindringlich schildert und erklärt. Aber irgendwann hat gerade das mich begeistert, mich an meine Kindheit und Jugend erinnert, mich gefesselt und mitgenommen auf eine Reise in die Vergangenheit. Der Schluss wurde dramatisch und rasant, die Auflösung war stimmig und ich traurig, dass das Buch nun zu Ende geht. Es hat mir gefallen und mich letztendlich überzeugt. Von mir gibt es vier Sterne und eine Leseempfehlung.

Fatale Entscheidung

mimitatis_buecherkiste aus Krefeld am 18.04.2022
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Libby ist vierzehn Jahre alt und das mittlere von fünf Kindern im Alter zwischen sechs bis achtzehn Jahren. Zusammen mit ihrer Mutter wachsen die Kinder ohne Vater auf, der vor eineinhalb Jahren verstorben ist. Bereits vorher war dieser von ihrer Mutter getrennt und lebte in New York. Am Anfang der Sommerferien fahren alle zusammen im Auto nach Hause, als die zwölfjährige Ellen den Bogen mal wieder überspannt und ihre Mutter zur Weißglut treibt, worauf diese sie aus dem Auto wirft und alleine in der Dunkelheit zurücklässt. Am Ende dieses Sommers wird nichts mehr sein, wie es vorher war. Dieser Roman war anders, als ich es erwartet habe. Die gesamte Handlung spielt sich in einem Sommer ab, obwohl es mir im Nachhinein viel länger vorkommt. Wer hier unglaubliche Spannung erwartet, wird enttäuscht. Der Fokus liegt auf der Familie von Libby; die Erinnerungen an den Vater, das Zusammenleben mit der Mutter, das Band der Geschwister untereinander, all dies wird hier ausführlich thematisiert und noch viel mehr. Das Verschwinden von Ellen spielt zwar eine wichtige, aber nicht immer eine zentrale Rolle. Natürlich führt diese Aktion zu einer Reaktion, aber zu welcher und in welcher Form, das habe ich so nicht erwartet. Anfangs hatte ich Probleme damit, dass fast nichts passiert, dass es einfach nur das normale Leben ist, das Libby so eindringlich schildert und erklärt. Aber irgendwann hat gerade das mich begeistert, mich an meine Kindheit und Jugend erinnert, mich gefesselt und mitgenommen auf eine Reise in die Vergangenheit. Der Schluss wurde dramatisch und rasant, die Auflösung war stimmig und ich traurig, dass das Buch nun zu Ende geht. Es hat mir gefallen und mich letztendlich überzeugt. Von mir gibt es vier Sterne und eine Leseempfehlung.

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von Una Mannion

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