Beinahe Alaska

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Beschreibung


»Eine der schönsten Erzählungen über die Arktis.« NDR 90.3

»Mit poetischen Sprachbildern und viel Herz porträtiert Arezu Weitholz die raue Naturschönheit der Arktis.«

BÜCHER Magazin

Eine Fotografin, 45, kein Partner, keine Kinder, keine Eltern mehr, geht auf eine Kreuzfahrt von Grönland nach Alaska. Sie ist froh, dass ihr Beruf es ihr erlaubt, immer nach vorn zu sehen. Sie weiß, in der Leere der Arktis kann alles entstehen – und nichts. Natürlich melden sich unterwegs die nicht zu Ende gedachten Gedanken und offenen Fragen. Und es gibt an Bord kein Entkommen vor schrägen und nicht immer angenehmen Mitreisenden. Als das Schiff vor der vereisten Bellotstraße kehrtmachen muss, mit neuem Kurs auf Neufundland, begreift sie nach und nach, dass der Trick manchmal gerade im Beinahe-Ankommen besteht, auf Reisen wie im Leben.

»Weitholz‘ warmherziger Ton, ihr Sinn für Humor, gewürzt mit ein wenig Sarkasmus und die Eröffnung der Möglichkeit sich mit dem Unperfekten auszusöhnen, macht dieses tolle Buch zu einem kurzweiligen, leichten und trotzdem tiefsinnigen Lesegenuss.« ("Goslarsche Zeitung")

Arezu Weitholz, 1968 bei Hannover geboren, ist Autorin, Illustratorin, Journalistin und Songtexterin, u.a. für Herbert Grönemeyer, Die Toten Hosen, Udo Lindenberg und 2raumwohnung. Sie schreibt Romane und Fischgedichte und lebt in Berlin. Für »Beinahe Alaska« wird sie mit dem Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster 2022 ausgezeichnet.

Details

Einband

Taschenbuch

Verlag

Goldmann

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

18,7/12,4/1,8 cm

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Verlag

Goldmann

Seitenzahl

192

Maße (L/B/H)

18,7/12,4/1,8 cm

Gewicht

191 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-442-49263-3

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Ein stilles und poetisches Buch, das Denkanstöße gibt und den Horizont erweitert.

Rezensent aus BW am 15.05.2021

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Eine Kreuzfahrt fast nach Alaska, Alltag auf dem Schiff und Eindrücke von den Tagesausflügen. Die Ich-Erzählerin, eine Mittvierzigerin und Fotografin aus Berlin, begibt sich auf den Weg nach Alaska. Sie soll für einen Verlag Bilder von der Arktis machen und darauf die dortige Atmosphäre einfangen. Sie sitzt zunächst im Flugzeug über den Gletschern Grönlands und denkt an ihre Verluste, die sie in ihrem bisherigen Leben verkraften musste. Nach der Landung in „Nasser Sack“, einem kleinen Ort an der Südspitze Grönlands, geht sie über die Gangway an Bord des Passagierschiffes MS Svalbard, das sie und die anderen Kreuzfahrtteilnehmer in zweieinhalb Wochen nach Alaska bringen soll. Sie beobachtet die anderen Passagiere und lernt den ein oder anderen, darunter auch nervtötenden, Gesprächspartner kennen. „Sie drücken einen mit ihren luftdichten Wörtern und nahtlos aneinandergefügten Sätzen förmlich zu Boden, man kam nicht hoch, man konnte sich nicht rühren, keine Chance. Kein aber, kein ach, man hätte husten, röcheln, an Atemnot verenden können, sie hätten zumindest den Satz noch zu Ende geredet und einen dann vorwurfsvoll angesehen.“ (S. 52) Der ca. 70-jährige akkurate Herr Mücke war vor seiner Pensionierung Uhrmacher und Lehrer und ist seit dem Tod seiner Frau fast ständig auf Reisen. Lewis hat Krebs und wird bald sterben. George hatte schon drei Schlaganfälle und seine Frau Agnes legt Wert auf Butterkuchen um vier. Die Kreuzfahrt bekamen sie von ihren Kindern zum Hochzeitstag geschenkt. Kinder seien wirklich alles, betont George... und da war es wieder: das Kinderthema. Die Ich-Erzählerin wünscht sich, dass der eiskalte Wind an Deck ihren Schmerz und die quälenden Erinnerungen davonbläst. Schon bald steht der erste von vielen Landausflügen an. Mit einem Tenderboot geht’s, begleitet von Expeditionsleitern, zu mehr oder weniger bekannten, geschichtsträchtigen oder verlassenen, kargen, freundlichen oder unwirtlichen Orten. Zwischendurch geht’s mit dem Schiff immer weiter Richtung Alaska. Wir lernen weitere Kreuzfahrttouristen kennen, erleben Ausschnitte von Vorträgen über die Arktis oder die Inuit mit und lauschen Gesprächen zwischen Expeditionsteilnehmern. Wir haben Teil an den Gedanken und Beobachtungen der Ich-Erzählerin, entdecken Krabbentaucher, Schneegänse und Eissturmvögel und nähern uns so der Arktis. Es gibt auch viel Interessantes zu erfahren, wie zum Beispiel: „Perlerorneq - so nennen die Inuit die Winterdepression. Das Wort bedeutet: vom Gewicht des Lebens erdrückt werden.“ (S. 77) Und immer wieder begleiten wir die Ich-Erzählerin auf Exkursionen. Mit dem Boot vom Schiff aus durchs Meer zu beeindruckenden archaischen Orten wie Dundas Harbour oder Beechey Island, die ich natürlich googeln „musste“, weil Arezu Weitholz mich so neugierig gemacht hat. Und dann wurde das Eis zu dick, um weiter zu fahren… Arezu Weiholz formuliert in „Beinahe Alaska“ äußerst interessante Gedanken. Sie hinterfragt z. B. gängige Bezeichnungen: „Wieso überhaupt alleinstehend? Wieso nicht alleingehend oder alleinliegend oder alleinlaufend? Als stünde man die ganze Zeit herum, so alleine. Zu einem Paar würde ja auch keiner sagen: „Ach, Sie sind wohl zusammenstehend.“...“ (S. 16) Immer wieder stößt man auf wunderschöne, bildhafte und poetische Formulierungen: „Leise zog das Schiff durch den Fjord, wie ein Messer durch weiche Butter.“ (S.18) „Da war ein Glitzern und Funkeln, das die Sonne auf das Blau warf, Abertausend Diamanten, die das Meer in einen gigantischen Lurexteppich verwandelten.“ (S. 30) „An Deck klatschte mir eiskalter Wind wie ein feuchter Lappen ins Gesicht.“ (S. 38) Mir gefiel die eindrückliche Sprache der Autorin und ich staunte immer wieder über die schönen Bilder: „Es war unmöglich, über ein Manuskript zu reden. Wenn man darüber sprach, fiel es in sich zusammen wie ein Soufflé, das man zu früh aus dem Ofen genommen hatte. Ideen waren besonders zarte und zerbrechliche Geschöpfe.“ (S. 59) „Beinahe Alaska“ ist ein nur 186-seitiges ruhiges und tiefgründiges Werk, das weder mit Ernsthaftigkeit noch mit leisem Humor geizt und zum Mit- und Nachdenken anregt. Arezu Weitholz ist eine präzise Beobachterin und talentierte Erzählerin. Aufgrund der detaillierten und eindrücklichen Naturbeschreibungen sieht man die Landschaft vor sich und spürt die Kälte. Das leuchtende Weiß, die gefleckten und marmorierten Felswände, beeindruckende Wasserfälle, grellgrün leuchtendes Moos, Eisberge mit türkisen Streifen... Darüber hinaus war „Beinahe Alaska“ für mich eine lehrreiche Lektüre, denn ich konnte es nicht lassen, immer wieder parallel dazu zu googeln. Ich empfehle diese „Reisebeschreibung“, in der es nicht in erster Linie um das Außen, sondern um das Innen geht, sehr gerne weiter. Es macht Freude, den Gedanken der Ich-Erzählerin zu dem, was sie auf der Expeditionskreuzfahrt sieht und erlebt, zu lauschen.

Ein stilles und poetisches Buch, das Denkanstöße gibt und den Horizont erweitert.

Rezensent aus BW am 15.05.2021
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Eine Kreuzfahrt fast nach Alaska, Alltag auf dem Schiff und Eindrücke von den Tagesausflügen. Die Ich-Erzählerin, eine Mittvierzigerin und Fotografin aus Berlin, begibt sich auf den Weg nach Alaska. Sie soll für einen Verlag Bilder von der Arktis machen und darauf die dortige Atmosphäre einfangen. Sie sitzt zunächst im Flugzeug über den Gletschern Grönlands und denkt an ihre Verluste, die sie in ihrem bisherigen Leben verkraften musste. Nach der Landung in „Nasser Sack“, einem kleinen Ort an der Südspitze Grönlands, geht sie über die Gangway an Bord des Passagierschiffes MS Svalbard, das sie und die anderen Kreuzfahrtteilnehmer in zweieinhalb Wochen nach Alaska bringen soll. Sie beobachtet die anderen Passagiere und lernt den ein oder anderen, darunter auch nervtötenden, Gesprächspartner kennen. „Sie drücken einen mit ihren luftdichten Wörtern und nahtlos aneinandergefügten Sätzen förmlich zu Boden, man kam nicht hoch, man konnte sich nicht rühren, keine Chance. Kein aber, kein ach, man hätte husten, röcheln, an Atemnot verenden können, sie hätten zumindest den Satz noch zu Ende geredet und einen dann vorwurfsvoll angesehen.“ (S. 52) Der ca. 70-jährige akkurate Herr Mücke war vor seiner Pensionierung Uhrmacher und Lehrer und ist seit dem Tod seiner Frau fast ständig auf Reisen. Lewis hat Krebs und wird bald sterben. George hatte schon drei Schlaganfälle und seine Frau Agnes legt Wert auf Butterkuchen um vier. Die Kreuzfahrt bekamen sie von ihren Kindern zum Hochzeitstag geschenkt. Kinder seien wirklich alles, betont George... und da war es wieder: das Kinderthema. Die Ich-Erzählerin wünscht sich, dass der eiskalte Wind an Deck ihren Schmerz und die quälenden Erinnerungen davonbläst. Schon bald steht der erste von vielen Landausflügen an. Mit einem Tenderboot geht’s, begleitet von Expeditionsleitern, zu mehr oder weniger bekannten, geschichtsträchtigen oder verlassenen, kargen, freundlichen oder unwirtlichen Orten. Zwischendurch geht’s mit dem Schiff immer weiter Richtung Alaska. Wir lernen weitere Kreuzfahrttouristen kennen, erleben Ausschnitte von Vorträgen über die Arktis oder die Inuit mit und lauschen Gesprächen zwischen Expeditionsteilnehmern. Wir haben Teil an den Gedanken und Beobachtungen der Ich-Erzählerin, entdecken Krabbentaucher, Schneegänse und Eissturmvögel und nähern uns so der Arktis. Es gibt auch viel Interessantes zu erfahren, wie zum Beispiel: „Perlerorneq - so nennen die Inuit die Winterdepression. Das Wort bedeutet: vom Gewicht des Lebens erdrückt werden.“ (S. 77) Und immer wieder begleiten wir die Ich-Erzählerin auf Exkursionen. Mit dem Boot vom Schiff aus durchs Meer zu beeindruckenden archaischen Orten wie Dundas Harbour oder Beechey Island, die ich natürlich googeln „musste“, weil Arezu Weitholz mich so neugierig gemacht hat. Und dann wurde das Eis zu dick, um weiter zu fahren… Arezu Weiholz formuliert in „Beinahe Alaska“ äußerst interessante Gedanken. Sie hinterfragt z. B. gängige Bezeichnungen: „Wieso überhaupt alleinstehend? Wieso nicht alleingehend oder alleinliegend oder alleinlaufend? Als stünde man die ganze Zeit herum, so alleine. Zu einem Paar würde ja auch keiner sagen: „Ach, Sie sind wohl zusammenstehend.“...“ (S. 16) Immer wieder stößt man auf wunderschöne, bildhafte und poetische Formulierungen: „Leise zog das Schiff durch den Fjord, wie ein Messer durch weiche Butter.“ (S.18) „Da war ein Glitzern und Funkeln, das die Sonne auf das Blau warf, Abertausend Diamanten, die das Meer in einen gigantischen Lurexteppich verwandelten.“ (S. 30) „An Deck klatschte mir eiskalter Wind wie ein feuchter Lappen ins Gesicht.“ (S. 38) Mir gefiel die eindrückliche Sprache der Autorin und ich staunte immer wieder über die schönen Bilder: „Es war unmöglich, über ein Manuskript zu reden. Wenn man darüber sprach, fiel es in sich zusammen wie ein Soufflé, das man zu früh aus dem Ofen genommen hatte. Ideen waren besonders zarte und zerbrechliche Geschöpfe.“ (S. 59) „Beinahe Alaska“ ist ein nur 186-seitiges ruhiges und tiefgründiges Werk, das weder mit Ernsthaftigkeit noch mit leisem Humor geizt und zum Mit- und Nachdenken anregt. Arezu Weitholz ist eine präzise Beobachterin und talentierte Erzählerin. Aufgrund der detaillierten und eindrücklichen Naturbeschreibungen sieht man die Landschaft vor sich und spürt die Kälte. Das leuchtende Weiß, die gefleckten und marmorierten Felswände, beeindruckende Wasserfälle, grellgrün leuchtendes Moos, Eisberge mit türkisen Streifen... Darüber hinaus war „Beinahe Alaska“ für mich eine lehrreiche Lektüre, denn ich konnte es nicht lassen, immer wieder parallel dazu zu googeln. Ich empfehle diese „Reisebeschreibung“, in der es nicht in erster Linie um das Außen, sondern um das Innen geht, sehr gerne weiter. Es macht Freude, den Gedanken der Ich-Erzählerin zu dem, was sie auf der Expeditionskreuzfahrt sieht und erlebt, zu lauschen.

Einzigartigen Naturbeschreibungen & tiefgründige Zeilen - ein tolles Leseerlebnis!

Lia48 am 15.01.2021

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

„Er sagte, wenn das Gletschereis schmolz, entstanden Rinnen, in die das Regenwasser lief. Wenn das fror, war es hohem Druck ausgesetzt. Je älter das Eis wurde, umso höher der Druck, und deswegen reflektierte es türkis. Wir Menschen waren auch so. Wenn wir weich wurden, ließen wir Erinnerungen in uns rein. Je älter wir wurden, umso länger waren sie hohem Druck ausgesetzt.“ INHALT: Für ihre Verlegerin soll sie Bilder aus der Arktis mitbringen, die die Stimmung einfangen. Sie hatte sich vorbereitet, sich belesen, warme Kleidung und ein neues Objektiv für ihre Kamera gekauft. Während Bekannte von ihr in Berlin gegen den Klimawandel protestieren, begibt sie sich auf die 15.000€- teure Reise. Nach dem Flug nach Grönland soll es von dort mit dem Schiff bis nach Alaska gehen. Zweieinhalb Wochen wird sie mit einem kleinen Passagierschiff den Norden erkunden. „In letzter Zeit fühlte ich mich immer öfter wie Wegeners Urkontinent - als wäre ich zerbrochen und meine Teile drifteten nun langsam, aber unwiderruflich voneinander weg.“ Sie ist Fotografin, Mitte vierzig. Die Eltern, ihre große Liebe sowie Verwandte sind ihr „abhandengekommen.“ „Mein Kind ist mir nie geschehen.“ „Da unten war keiner mehr.“ An Bord lernt sie andere Mitreisende kennen. Rentner, Schriftsteller, Influencer. An Land auch manche Einheimische. Auf ihrer Reise hat sie stets die Natur um sich, das Meer, den Wind, die Kälte und sich selbst. „Es war ein gänzlich blindes Weiß. Einsamkeit, dachte ich, vielleicht sah so die Einsamkeit aus.“ MEINUNG: Durch die wenigen Seiten, auf denen gar nicht all zu viel geschieht, ist dies ein Buch, über das man nicht viel erzählen kann. Denn man muss es lesen! Die Zeilen im Buch strahlen so viel Einsamkeit, Melancholie und Ruhe aus. Die Landschaften, das weite Meer, das Eis und auch die Kälte werden wunderbar transportiert. Die Autorin hat dies alles so atmosphärisch beschrieben, dass man dies bildlich vor Augen hat. Wie gerne hätte ich dabei die Naturschauspiele selbst vor Ort gesehen! Die Schilderungen darüber wirkten auf mich äußerst authentisch, sodass ich vermute, dass sich die Autorin zuvor auch selbst auf eine Schiffsreise in den Norden begeben hat. Eine schöne Vorstellung. Für mich war dies ein Buch, das ich nicht auf einmal verschlingen konnte und auch nicht wollte. Immer wieder habe ich darin ein Stück weitergelesen. Mich ein weiteres Stück mit dem Schiff auf der Reise fortbewegt. Denn dazu lädt es ein. Es ist ein ruhiges Buch, das einen beim Lesen ein Stück weit erdet. Über die Protagonistin erfährt man nicht viel, immer wieder nur Bruchstücke. So auch über die Mitreisenden. Aber ich habe es gar nicht als nachteilig empfunden. Schließlich lässt dies Raum für Fantasie und eigene Gedanken. Besonders beeindruckt hat mich die sprachliche Gestaltung im Buch. Es waren so viele wunderschöne und zum Teil tiefgründige Sätze dabei, dass ich kaum hinterhergekommen bin, mir sie herauszuschreiben. Dadurch erfährt man auch ein bisschen von den Gedanken und dem Innenleben der Protagonistin. Großartig fand ich zudem den leicht sarkastischen Unterton, welcher immer wieder an die Oberfläche schwappt und die Ich-Erzählerin sehr sympathisch wirken lässt. Obwohl sie wenig von sich preisgibt, habe ich so leicht einen Zugang zu ihr finden können. Nebenbei wurden immer wieder auch interessante Sachinformationen eingestreut, z. B. dass Bäume 10 Grad benötigen, um einen Wald auszubilden. Oder dass sterbende Inuit sich früher auf einer Eisscholle aussetzen ließen, um die Gemeinschaft nicht zu belasten. „Ihre Seele trieb ins Land des Glücklichseins.“ Eine für mich unglaubliche interessante aber auch traurige Vorstellung... Auch wenn mir gegen Ende leider etwas die Puste beim Lesen ausging, würde ich das Buch jederzeit wieder zur Hand nehmen. So atmosphärisch, mit einzigartigen Naturbeschreibungen und mit so vielen wunderschönen, tiefgründigen Zeilen – für mich ein tolles Leseerlebnis! Daher möchte ich euch das Buch gerne ans Herz legen, wenn ihr euch auf eine ruhige, nachdenkliche und melancholische Reise begeben wollt. 4,5/5 Sterne!

Einzigartigen Naturbeschreibungen & tiefgründige Zeilen - ein tolles Leseerlebnis!

Lia48 am 15.01.2021
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

„Er sagte, wenn das Gletschereis schmolz, entstanden Rinnen, in die das Regenwasser lief. Wenn das fror, war es hohem Druck ausgesetzt. Je älter das Eis wurde, umso höher der Druck, und deswegen reflektierte es türkis. Wir Menschen waren auch so. Wenn wir weich wurden, ließen wir Erinnerungen in uns rein. Je älter wir wurden, umso länger waren sie hohem Druck ausgesetzt.“ INHALT: Für ihre Verlegerin soll sie Bilder aus der Arktis mitbringen, die die Stimmung einfangen. Sie hatte sich vorbereitet, sich belesen, warme Kleidung und ein neues Objektiv für ihre Kamera gekauft. Während Bekannte von ihr in Berlin gegen den Klimawandel protestieren, begibt sie sich auf die 15.000€- teure Reise. Nach dem Flug nach Grönland soll es von dort mit dem Schiff bis nach Alaska gehen. Zweieinhalb Wochen wird sie mit einem kleinen Passagierschiff den Norden erkunden. „In letzter Zeit fühlte ich mich immer öfter wie Wegeners Urkontinent - als wäre ich zerbrochen und meine Teile drifteten nun langsam, aber unwiderruflich voneinander weg.“ Sie ist Fotografin, Mitte vierzig. Die Eltern, ihre große Liebe sowie Verwandte sind ihr „abhandengekommen.“ „Mein Kind ist mir nie geschehen.“ „Da unten war keiner mehr.“ An Bord lernt sie andere Mitreisende kennen. Rentner, Schriftsteller, Influencer. An Land auch manche Einheimische. Auf ihrer Reise hat sie stets die Natur um sich, das Meer, den Wind, die Kälte und sich selbst. „Es war ein gänzlich blindes Weiß. Einsamkeit, dachte ich, vielleicht sah so die Einsamkeit aus.“ MEINUNG: Durch die wenigen Seiten, auf denen gar nicht all zu viel geschieht, ist dies ein Buch, über das man nicht viel erzählen kann. Denn man muss es lesen! Die Zeilen im Buch strahlen so viel Einsamkeit, Melancholie und Ruhe aus. Die Landschaften, das weite Meer, das Eis und auch die Kälte werden wunderbar transportiert. Die Autorin hat dies alles so atmosphärisch beschrieben, dass man dies bildlich vor Augen hat. Wie gerne hätte ich dabei die Naturschauspiele selbst vor Ort gesehen! Die Schilderungen darüber wirkten auf mich äußerst authentisch, sodass ich vermute, dass sich die Autorin zuvor auch selbst auf eine Schiffsreise in den Norden begeben hat. Eine schöne Vorstellung. Für mich war dies ein Buch, das ich nicht auf einmal verschlingen konnte und auch nicht wollte. Immer wieder habe ich darin ein Stück weitergelesen. Mich ein weiteres Stück mit dem Schiff auf der Reise fortbewegt. Denn dazu lädt es ein. Es ist ein ruhiges Buch, das einen beim Lesen ein Stück weit erdet. Über die Protagonistin erfährt man nicht viel, immer wieder nur Bruchstücke. So auch über die Mitreisenden. Aber ich habe es gar nicht als nachteilig empfunden. Schließlich lässt dies Raum für Fantasie und eigene Gedanken. Besonders beeindruckt hat mich die sprachliche Gestaltung im Buch. Es waren so viele wunderschöne und zum Teil tiefgründige Sätze dabei, dass ich kaum hinterhergekommen bin, mir sie herauszuschreiben. Dadurch erfährt man auch ein bisschen von den Gedanken und dem Innenleben der Protagonistin. Großartig fand ich zudem den leicht sarkastischen Unterton, welcher immer wieder an die Oberfläche schwappt und die Ich-Erzählerin sehr sympathisch wirken lässt. Obwohl sie wenig von sich preisgibt, habe ich so leicht einen Zugang zu ihr finden können. Nebenbei wurden immer wieder auch interessante Sachinformationen eingestreut, z. B. dass Bäume 10 Grad benötigen, um einen Wald auszubilden. Oder dass sterbende Inuit sich früher auf einer Eisscholle aussetzen ließen, um die Gemeinschaft nicht zu belasten. „Ihre Seele trieb ins Land des Glücklichseins.“ Eine für mich unglaubliche interessante aber auch traurige Vorstellung... Auch wenn mir gegen Ende leider etwas die Puste beim Lesen ausging, würde ich das Buch jederzeit wieder zur Hand nehmen. So atmosphärisch, mit einzigartigen Naturbeschreibungen und mit so vielen wunderschönen, tiefgründigen Zeilen – für mich ein tolles Leseerlebnis! Daher möchte ich euch das Buch gerne ans Herz legen, wenn ihr euch auf eine ruhige, nachdenkliche und melancholische Reise begeben wollt. 4,5/5 Sterne!

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Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

…dieser Satz muss jetzt in jedes Buch :-) Eine Fotografin aus Berlin, Mitte vierzig, bestens gerüstet mit warmer, allwettertauglicher Kleidung, fährt mit dem Schiff von Grönland nach Alaska, die sogenannte Nordwestpassage. Ihr Leben, das sie daheim gelassen hat, reist mit. Zwei ½ Wochen soll die als Expeditionsfahrt deklarierte Reise dauern, nicht jeder taugt zum Entdecker. Knapp einhundert Passagiere unterschiedlicher Mentalität gehen an Bord der MS Svalbard. Für ihre Auftraggeberin muss sie das Flair der Antarktis einfangen. Mitreisende verhalten sich desaströs, die Stimmung ist schon bald spürbar gereizt, für Menschen mit feinen Antennen. Es wird ja immer behauptet, an Bord verläuft sich das. Gemeint sind hier bestimmt Menschenmassen… Diese Geschichte holt die Antarktis ins Wohnzimmer, beinahe. Ein Buch für Naturliebhaber und Neugierige. Poetisch, bisweilen philosophisch, auch humoristisch. Hat mir ausgezeichnet gefallen!
5/5

„Das ist Desinfektionsmittel, damit wir uns nicht alle mit Grippe anstecken“

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…dieser Satz muss jetzt in jedes Buch :-) Eine Fotografin aus Berlin, Mitte vierzig, bestens gerüstet mit warmer, allwettertauglicher Kleidung, fährt mit dem Schiff von Grönland nach Alaska, die sogenannte Nordwestpassage. Ihr Leben, das sie daheim gelassen hat, reist mit. Zwei ½ Wochen soll die als Expeditionsfahrt deklarierte Reise dauern, nicht jeder taugt zum Entdecker. Knapp einhundert Passagiere unterschiedlicher Mentalität gehen an Bord der MS Svalbard. Für ihre Auftraggeberin muss sie das Flair der Antarktis einfangen. Mitreisende verhalten sich desaströs, die Stimmung ist schon bald spürbar gereizt, für Menschen mit feinen Antennen. Es wird ja immer behauptet, an Bord verläuft sich das. Gemeint sind hier bestimmt Menschenmassen… Diese Geschichte holt die Antarktis ins Wohnzimmer, beinahe. Ein Buch für Naturliebhaber und Neugierige. Poetisch, bisweilen philosophisch, auch humoristisch. Hat mir ausgezeichnet gefallen!

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Diese Buch ist ein echtes Fundstück! Es ist in einer schönen und poetischen Sprache erzählt und noch dazu bibliophil gestaltet.
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