Ein faszinierender Horrortrip in die deutsche Provinz
Amalie, Joseph, Gero und Bodo, Freunde seit Kindheitstagen, haben sich zu einer sommerlichen Kanutour verabredet. Kaum sind sie an ihrem Ausflugsziel angekommen, verdichten sich die Anzeichen, dass sie hier nicht willkommen sind. Erst unmerklich, dann immer offensichtlicher schlägt ihnen die Feindseligkeit der Einheimischen entgegen, die alles Fremde aus Prinzip hassen und ihre eigenen ungeschriebenen Gesetze haben. Ab einem gewissen Punkt gibt es für sie kein Zurück mehr. Jeder Schritt weiter ist einer auf den Abgrund zu. Alle vier ahnen das, ahnen, dass dieser Ausflug kein gutes Ende nehmen wird. Doch keiner will es wahrhaben, keiner will der Spielverderber sein, der klein beigibt oder die böse Vorahnung ausspricht. Dabei geht es schon bald nicht mehr um ein sommerliches Abenteuer, sondern nur noch darum, mit heiler Haut davonzukommen. Ungekürzte Lesung mit Shenja Lacher
4h 57min
Kundinnen und Kunden meinen
3.0/5.0
mimitatis_buecherkiste
aus Krefeld
5/5
13.05.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ausflug ins Grauen
Die vier Freunde Amalia, ihr Bruder Gero sowie Josef und Bodo sind seit ihrer Schulzeit befreundet. Verstreut in alle Ecken wohnend, treffen sie sich seit Jahren einmal im Jahr, um zusammen einen Ausflug zu machen, diesmal eine Kanutour in der tiefsten Provinz. Dort angekommen müssen sie feststellen, dass sie nicht nur unwillkommen sind, sondern dass es jemand tatsächlich auf sie abgesehen hat. Auf sich allein gestellt, wird sich zeigen, wie tief ihre Freundschaft tatsächlich ist.
Bereits früh ist klar, in welche Richtung die Erzählung geht, als beim ersten Stopp im Gasthaus das N-Wort im Raum steht, denn Josef ist dunkelhäutig und damit Zielscheibe eines Hasses, mit dem die Freunde nicht gerechnet haben. Dennoch zieht sich dies nicht durch das ganze Buch, denn während der Kanufahrt bekam ich hauptsächlich Einblick in das Leben von Amalia, die im Vordergrund steht. Anhand ihrer Gedanken und Erinnerungen konnte ich mir ein relativ gutes Bild von der kleinen Gruppe machen.
Die Gruppendynamik zu beobachten und was unter Druck passiert, fand ich interessant und stellenweise sehr spannend, denn irgendwann war eine unterschwellige Gefahr zu spüren, die nicht ohne Folgen blieb. Ein Ultimatum wird gestellt, Zweifel kommen auf und unausweichlich steuern wir dem Finale entgegen. Letztendlich war es eine kleine Horrorstory mit einem Ende, das Platz für verschiedene Interpretationen lässt. Das hat mir sehr gut gefallen. Von mir gibt es die volle Punktzahl.
nil_liest
aus RheinMain Gebiet
5/5
29.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Krisengebiet vor der Haustür
Vier Freunde, die sich aus ihrer Heimatstadt kennen und sich regelmäßig treffen und Zeit miteinander verbringen verschlägt es in eine Flusslandschaft irgendwo im Nirgendwo um eine Kanutour mit Zeltübernachtung zu machen. Ich hatte beim Lesen allerdings den Spreewald vor Augen.
Unter den Vier sind die verschiedensten Charaktere. Zum einen Amalia, Historikerin, sehr offen und die ungekrönte Anführerin der Clique. Aus ihrer Sicht wird der Roman erzählt. Dann ist da Joseph, ihr Ex-Freund, sowie Bodo, Amalias ungestümer Bruder und zu guter Letzt noch der Normalo Gero, ein gediegener Familienvater.
Nun landen die 4 in einem Wirtshaus, wo die Kanus abzuholen sind und werden rassistisch angefeindet, denn Joseph ist schwarz. Hier beginnt sich das Drama zu entspinnen.
Mir ist sehr wichtig klar zu stellen, dass es sich um einen Roman handelt, der zwar einen Thriller-Plot, gar mit Horrorelementen hat, aber kein Thriller ist. Es ist ein Roman der sich kritisch mit dem Angefeindet werden auseinandersetzt, der das Nicht-Willkommen sein, den Fremdenhass und das Verfolgt werden in den Mittelpunkt stellt. Und eine Suche in den 4 Charakteren selbst auslöst. Das Miteinander in dieser Extremsituation wird beleuchtet.
Dirk Kurbjuweit nutzt bei diesem schmalen Roman die Nichtbenennung, das Schaffen von einem Vacuum, dass uns mehr sagt als der Text. Aus meiner Sicht ist der Roman gut geschrieben.
Ganz kann Dirk Kurbjuweit seinen „anderen Job“ nicht loslassen, wenn er die Figuren über das Gendern und das Wahlrecht in den USA sprechen lässt, ist er doch auch oder vor allem politischer Journalist.
Fazit: „Der Ausflug“ der uns zu denken geben sollte und den Rassismus in unserem Land in einer fiktiven Extremsituation zeigt – spannend und regt zu Diskussionen an.
Christian1977
aus Leipzig
3/5
07.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nächstes Mal doch wieder Nordsee
Für die Historikerin Amalia, ihren Bruder Bodo und die Kindheitsfreunde Josef und Gero steht mal wieder der jährliche gemeinsame Ausflug an. Dieses Mal soll es eine sommerliche Kanutour sein, in einem nicht näher bezeichneten ostdeutschen Gebiet, fernab der Zivilisation, das mit seinen Fließen stark an den Spreewald erinnert. Doch gleich zu Beginn ihrer Reise treffen die Vier auf Hindernisse: Im Gasthof kommt es zum Eklat, als der dunkelhäutige Josef nicht die Toilette benutzen darf. Dennoch beschließen die Freund:innen ihren Ausflug wie geplant fortzusetzen. Eine Entscheidung mit schwerwiegenden Konsequenzen...
"Der Ausflug" ist der neue Roman von Dirk Kurbjuweit, der zuletzt mit "Haarmann" ein erstklassiges düster-melancholisches Krimidrama präsentierte. Um es vorwegzunehmen: Leider erreicht das neue Buch nicht einmal im Ansatz diese Qualität.
Gleich zu Beginn wähnte ich mich in einem eher unterdurchschnittlichen Horrorfilm mit platten Dialogen und stereotypen Figuren, die nahezu alles falsch machen, so dass ich mir sofort die Frage stellte, wen der Vier es wohl zuerst erwischen würde: Anführerin Amalia, Nervensäge Bodo, den smarten Amalia-Ex Josef, der als einziger Dunkelhäutiger in der ostdeutschen Provinz das Hassobjekt darstellt oder Schweiger Gero, der kaum etwas zur Handlung beiträgt? Und? Ganz so vorhersehbar entpuppt sich der gemeinsame Ausflug dann glücklicherweise jedoch nicht, aber warum sich das Quartett genau diesen Ort und diesen Gasthof aussuchen musste, klärt sich leider bis zum Finale nicht. Ganz zu schweigen davon, dass sie trotz ihrer Zelte tatsächlich eine Nacht dort verbringen. Gar unfreiwillig komisch wird es, wenn Gero in Bezug auf den Toiletten-Eklat den Gasthof-Rassisten inbrünstig entgegenschmettert: "Sie wissen genau, dass das N-Wort ein rassistischer Begriff ist." Ja, Gero, natürlich wissen sie das, möchte man ihm förmlich ins Gesicht schreien. Denn sie sind ja Rassisten!
Findet man sich als Leser:in also mit dieser unglaubwürdigen Prämisse ab und gewöhnt sich ein wenig an die nervigen und ständig umheralbernden Figuren, wird man in der Folge dann erstmals belohnt. Denn auch wenn die Fremdenfeindlichkeit der Einheimischen völlig überspitzt und ausnahmslos erscheint, gelingt es Dirk Kurbjuweit in dieser Phase eine wirklich unheimliche und bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen. Die flirrende Hitze über dem Wasser, die Flora und Fauna tragen ihren Teil dazu bei, doch auch der Einsatz der Mittel ist gut gewählt. Ein Pick-up stört die nächtliche Ruhe durch seine Anwesenheit, merkwürdige Kinder lassen die Vier in der Schleuse stecken, die Kanus verschwinden und ein surrealer Straußenzüchter hat einen ebenso denkwürdigen Auftritt wie ein Guru mit seinem Harem. Klingt schräg, ist es auch - aber ziemlich unterhaltsam. Ich fragte mich ständig, ob die zahlreichen Pannen einfach eine Verkettung unglücklicher Umstände sind oder ob dem Quartett eine wirkliche Gefahr droht.
Doch je weniger subtil diese Bedrohungen werden, desto schwächer wird der Roman. Während keine der Figuren an Tiefe gewinnt, wird die Handlung immer gewalttätiger. Dazu kommen die weiterhin unpassenden Dialoge. Während erstmals eine Waffe auftaucht, streiten sich Amalia und Josef ernsthaft darüber, ob das Wahlrecht in den USA eher die schwarze Bevölkerung oder die Frauen benachteiligte. Das wäre in einer solchen Situation natürlich auch mein Hauptproblem. Zudem wird die jahrzehntelange Freundschaft erstaunlich schnell brüchig, obwohl die Protagonist:innen eigentlich gerade jetzt besonders zusammenhalten müssten.
Ohne etwas über das Finale verraten zu wollen, stellt man sich spätestens jetzt die Frage, ob Dirk Kurbjuweit diesen Roman ernst meint oder ob er nicht doch eine Art Parabel für den Alltagsrassismus geschrieben hat, die selbstverständlich weit über das Alltägliche hinausgeht. Oder gar eine Groteske, der es dann aber an Schärfe fehlen würde. Antworten darauf gibt "Der Ausflug" bis zum Schluss nicht, dafür möchte er mit einem Paukenschlag die ganz große Frage nach Schuld und Moral stellen. Da ich allerdings das Gefühl hatte, er möchte darauf gar keine Antwort haben, sondern einfach provozieren und zu einer Kontroversen anregen, blieb für mich in Verbindung mit der Härte und dem Zynismus doch ein sehr schaler Beigeschmack.
Als Fan von Horror-Romanen oder Psychothrillern bekommt man mit "Der Ausflug" einen knapp 200-seitigen durchaus unterhaltsamen neuen Beitrag zur deutschen Genreliteratur, der sich zudem schnell und spannend liest. Stören darf man sich dann jedoch nicht an den misslungenen Figuren und Dialogen. Wer sich allerdings an "Haarmann" erinnert oder eine etwas anspruchsvollere Lektüre erwartet, dürfte von diesem "Ausflug" enttäuscht sein.
Kristall86
aus an der Nordseeküste
2/5
26.06.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
1,5 Sterne
Klappentext:
„Eine aufrüttelnde Reise ins Herz der deutschen Finsternis
Amalia, Josef, Gero und Bodo, Freunde seit Kindheitstagen, haben sich zu einer sommerlichen Kanutour verabredet. Kaum sind sie an ihrem Ausflugsziel angekommen, verdichten sich die Anzeichen, dass sie hier nicht willkommen sind. Vor allem Josef, der Schwarz ist, bekommt die Ablehnung von Menschen zu spüren, die aus Prinzip gegen alles Fremd-Aussehende sind. Doch soll man sich von ein paar ewiggestrigen Provinzlern einschüchtern lassen? Einfach klein beigeben? – Amalia, Josef, Gero und Bodo entscheiden sich dafür, zu bleiben, und ab da gibt es kein Zurück mehr. Jeder Schritt weiter ist einer auf den Abgrund zu. Alle ahnen, dass dieser Ausflug kein gutes Ende nehmen wird. Doch keiner will es wahrhaben. Schon bald geht es nicht mehr um ein sommerliches Abenteuer, sondern nur noch darum, mit heiler Haut davonzukommen.“
Autor Dirk Kurbjuweit hat den Roman „Der Ausflug“ verfasst. Er wird als „Eine aufrüttelnde Reise ins Herz der deutschen Finsternis“ beschrieben, doch ich musste feststellen, dass ich weder das eine noch das andere fand. Das Thema welches Kurbjuweit anspricht, ist hochaktuell, ist brisant und wird es wohl auch leider immer bleiben - verschiedene Hautfarben der Menschen, ganz besonders die der Schwarzen (welches nicht nur ein deutsches Problem ist, wie hier angeprangert!). Der Klappentext wirkt äußerst ansprechend und man erwartet genau zu diesem Thema ein gewisses Niveau und eine stete Story. Erhält man aber nicht. Punkt. Enttäuscht ist man als Leser. Punkt. Vieles erscheint hier völlig abstrus, unrealistisch und hanebüchen. Wie anderen Lesern ebenfalls aufgefallen ist, sind die Dialoge recht langatmig und anspruchslos. Man wartet als Leser auf das Aha-Erlebnis dieses Romans aber man erhält es nicht. Es verschwindet irgendwo im Nirwana. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich dieses Buch auch nicht in irgendein Genre packen kann, so konfus ist es. Vielleicht soll es das auch sein?! Zudem sind eben viele Parts (auch zwischen den vermeintlichen Freunden) selbst zu zugespitzt. Vielleicht soll auch das so sein. Vielleicht entwickeln sich Konflikte immer so im Verborgenen bis sie herausbrechen, auch bei den Menschen, bei denen man es nie vermutet. Ich habe lange über dieses Buch nachgedacht und diese Rezension hat seine Zeit gebraucht, denn egal ob vom Autor explizit so gewollt oder nicht, es war einfach nicht das was ich erwartet, erhofft hatte. Das Thema bietet so viel Potential und es wurde keinesfalls gekonnt angepackt. 1,5 Sterne für diese Darbietung.
bookslove1511
2/5
05.05.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Es ist nicht, was der Klappentext verspricht.
Amalia, ihr Bruder Bodo, Gero und Josef kennen sie sich schon seit der 8. Klasse. Damit die vier, trotz alltäglichen Pflichten, deren Freundschaft behalten zu können, unternehmen die junge Erwachsene jährlich Ausflüge. Diesmalige Ziel ist eine sommerliche Kanutour auf einem Flussdelta irgendwo und nirgendwo in Deutschland. Doch schon bei der Ankunft erleben die Freunde wegen Josefs dunkle Hautfarbe nicht nur Ablehnung, sondern werden diskriminiert, sogar öffentlich bedroht. Die vier lassen sich keinesfalls einschüchtern, wozu auch, in einem Land Regel und Gesetze herrscht und setzen deren Ausflug wie geplant vor. Bis es alles eskaliert...
Von vornweg: wer inhaltlich anspruchsvolle Romane oder aber auch ganz „normale“ Krimis mag, sollte hier Finger weglassen. Denn es ist weder eins noch der andere. Der Klappentext verspricht eine spannungsvolle Story und die Geschichte fängt daher vielversprechend an, doch nach paar gelesenen Seiten wird einem sofort klar: es ist nicht, was man erwartet hat. Die Handlungen sind unglaubwürdig, die Thriller-Szenen, die eigentlich Spannung bringen sollte, sind langweilig und unlogisch. Dazu kommen langatmige Gedanken von der unsympathischen Protagonistin und sinnlose Dialoge zwischen die Freunde. Ehrlich gesagt, war ich froh, dass dieses Buch nur 190 Seiten hatte, wenn es länger wäre, hatte ich es höchstwahrscheinlich abgebrochen. Es tut mir leid, aber ich kann in dem Sinne dieses Buch nicht weiterempfehlen.
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
5/5
24.08.2024
Buch (Taschenbuch)
Dieses Buch war ein kleiner Schocker!...
Dieses Buch war ein kleiner Schocker! Viele überraschende Wendungen, Geheimnisse, die die jahrelange Freundschaft belasten, Ereignisse, die diesen Kanuausflug zum Albtraum machen. Ein furchtbar spannendes, aber auch krasses Buch!
Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.
4/5
29.04.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Vier Freunde machen eine Kanu-Tour....
Vier Freunde machen eine Kanu-Tour. Unterwegs sind sie verstörender Fremdenfeindlichkeit ausgesetzt. Als die Bedrohungen immer massiver werden und sie sich auch noch verirren, eskaliert die Situation... So spannend - konnte das Buch bis zur letzten Seite nicht aus der Hand legen!
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.