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Alex Husnik Buchhandlung: Thalia Mayersche Lüdinghausen
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Meine letzte Rezension Heldenreise ins ewige Eis von Jürgen Kehrer
Vor einigen Jahren unterhielt ich mich mit Jürgen Kehrer auf einer seiner Wilsberg-Lesungen; dabei stießen wir zufällig auf eine gemeinsame Leidenschaft: Arktis-Expeditionen bzw. Bücher und Berichte darüber. Jürgen Kehrer erzählte daraufhin, er überlege, ein Sachbuch über die Deutsche Arktis-Expedition von 1912 zu schreiben. Dieses Unternehmen war mir ein Begriff, da es auch in dem von mir nicht zuletzt deshalb sehr geschätzten Roman „Olga“ von Bernhard Schlink eine Rolle spielt. Jürgen Kehrer zweifelte zwar ein wenig, ob so ein Buch überhaupt von Interesse sei, doch ich redete ihm gut zu und sagte, dass zumindest ich es kaufen und lesen würde. Ich hatte diese Anekdote längst vergessen, als ich eines Morgens beim Auspacken der Neuerscheinungen dann tatsächlich das Buch in den Händen hielt. Natürlich las ich es sogleich und meine hohen Erwartungen wurden sogar noch übertroffen. Es ist ja immer von Vorteil, wenn Autoren, die eigentlich belletristisch unterwegs sind, Sachbücher verfassen, denn dann sind sie meistens gut geschrieben. Auch verzichtet Kehrer bewusst darauf, sich in technisch-wissenschaftlichen Details zu verlieren, was angesichts der Thematik leicht möglich wäre (Ausrüstung, Schiffsladungen, Wetterdaten usw.). Das kommt der Lesbarkeit zugute; das Buch ist auch für diejenigen verständlich, die bisher keine Berührungspunkte mit der Materie hatten. Kehrer konzentriert sich vielmehr auf das Wesen der Expedition selbst, die geradezu sinnbildlich für die deutsche Mentalitätsgeschichte steht: Eine Hybris, die als die namensgebende Heldenreise in unwirtliches, kaum erforschtes Gebiet geplant war und in einem Debakel endete. Das ist spannend wie ein Krimi und geschrieben wie ein süffiger Abenteuerroman; so, als ob man beinahe selbst mit den Expeditionsteilnehmern durch Eis und Schnee irrt - ich habe beim Lesen sogar kalte Füße bekommen. Ich kann das Buch daher jedem empfehlen - sogar Leser:innen, die Sachbücher sonst eher scheuen. Ich jedenfalls habe es verschlungen (Doppeldeutigkeit in Bezug auf Nahrungsmangel nach Wochen im ewigen Eis nicht beabsichtigt…).
ab 25,00 €
Produktbild Heldenreise ins ewige Eis
5/5
  • Alex Husnik
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5/5

Heldenreise ins ewige Eis

Vor einigen Jahren unterhielt ich mich mit Jürgen Kehrer auf einer seiner Wilsberg-Lesungen; dabei stießen wir zufällig auf eine gemeinsame Leidenschaft: Arktis-Expeditionen bzw. Bücher und Berichte darüber. Jürgen Kehrer erzählte daraufhin, er überlege, ein Sachbuch über die Deutsche Arktis-Expedition von 1912 zu schreiben. Dieses Unternehmen war mir ein Begriff, da es auch in dem von mir nicht zuletzt deshalb sehr geschätzten Roman „Olga“ von Bernhard Schlink eine Rolle spielt. Jürgen Kehrer zweifelte zwar ein wenig, ob so ein Buch überhaupt von Interesse sei, doch ich redete ihm gut zu und sagte, dass zumindest ich es kaufen und lesen würde. Ich hatte diese Anekdote längst vergessen, als ich eines Morgens beim Auspacken der Neuerscheinungen dann tatsächlich das Buch in den Händen hielt. Natürlich las ich es sogleich und meine hohen Erwartungen wurden sogar noch übertroffen. Es ist ja immer von Vorteil, wenn Autoren, die eigentlich belletristisch unterwegs sind, Sachbücher verfassen, denn dann sind sie meistens gut geschrieben. Auch verzichtet Kehrer bewusst darauf, sich in technisch-wissenschaftlichen Details zu verlieren, was angesichts der Thematik leicht möglich wäre (Ausrüstung, Schiffsladungen, Wetterdaten usw.). Das kommt der Lesbarkeit zugute; das Buch ist auch für diejenigen verständlich, die bisher keine Berührungspunkte mit der Materie hatten. Kehrer konzentriert sich vielmehr auf das Wesen der Expedition selbst, die geradezu sinnbildlich für die deutsche Mentalitätsgeschichte steht: Eine Hybris, die als die namensgebende Heldenreise in unwirtliches, kaum erforschtes Gebiet geplant war und in einem Debakel endete. Das ist spannend wie ein Krimi und geschrieben wie ein süffiger Abenteuerroman; so, als ob man beinahe selbst mit den Expeditionsteilnehmern durch Eis und Schnee irrt - ich habe beim Lesen sogar kalte Füße bekommen. Ich kann das Buch daher jedem empfehlen - sogar Leser:innen, die Sachbücher sonst eher scheuen. Ich jedenfalls habe es verschlungen (Doppeldeutigkeit in Bezug auf Nahrungsmangel nach Wochen im ewigen Eis nicht beabsichtigt…).

Meine Lieblingswerke

  • Produktbild Das Lied von Storch und Dromedar
    • Alex Husnik
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    5/5

    Das Lied von Storch und Dromedar

    Dieser monumentale Roman ist schlichtweg ein Meisterwerk und vielleicht der beste, den ich je gelesen habe. Er behandelt die großen Fragen unserer Existenz, Liebe, Tod und was nach dem Leben folgt, so klug, philosophisch, subtil und ideenreich, dass ich der Autorin während des Lesens immer wieder für ihre Genialität applaudieren wollte. Die elf Kapitel, die für sich genommen fast selbstständige Romane darstellen, sind so originell miteinander verwoben, dass es ein Genuss ist, zu entdecken, wie sich Motive, Themen und Handlung nach und nach zusammensetzen. Vieles ist dabei der Interpretation des Lesers überlassen, bleibt rätselhaft, manchmal geradezu übernatürlich - ein Hauptaspekt des Romans ist es, zu zeigen, dass die menschliche Erkenntnis begrenzt und nicht alles eindeutig erklärbar ist. Das gelingt so überzeugend, dass mir schlicht die Worte fehlen, die Faszination auszudrücken, die das Buch auf mich ausgeübt hat. Dabei ist es so leicht geschrieben, so einfach und gleichzeitig komplex in seiner Komposition, dass ich wie im Rausch immer weiterlesen musste. Die verzweifelten, alles verzehrenden Beziehungen, die die Protagonist:innen eingehen, die Allgegenwärtigkeit des Todes, oft an der Grenze zum Horror, und die dunkle Schwere des 19. Jahrhunderts, in dem ein Großteil der Handlung angesiedelt ist, machen die Lektüre zu einem morbiden, melancholischen Ritt durch die literarischen Landschaften der Brontë-Schwestern, mit denen die Hauptfiguren biografische Ähnlichkeiten aufweisen. Das ist ein Buch wie eine viktorianische Post-mortem-Fotografie: schrecklich, verstörend, aber voll dunkler Romantik, Ästhetik und Anziehungskraft, die einen wie gebannt gefangen nimmt. Für mich der perfekte Roman.

  • Produktbild Ein wenig Leben
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    5/5

    Ein wenig Leben

    Dieser Roman ist vielleicht die krasseste Leseerfahrung, die ich je hatte. Das liegt an den Extremen dieses Buches: Einerseits die wundervolle, zarte, liebevolle, nahezu perfekte Freundschaft zwischen vier Männern, andererseits das abgrundtiefe, unfassbare, brachiale Leiden eines dieser Freunde, das mich oft an die Grenzen dessen brachte, was ich ertragen kann. Ein zurecht so hochgelobter Roman!

  • Produktbild Auslöschung
    • Alex Husnik
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    5/5

    Auslöschung

    Thomas Bernhard ist der Autor, den ich wohl am meisten verehre. Besonders sein Spätwerk ab 1980 hat mich einfach umgehauen. Am meisten Bernhard steckt wohl in "Auslöschung", welches ich als sein Opus magnum bezeichnen würde. Der Protagonist dieses Romans kehrt anlässlich der Beerdigung seiner tödlich verunglückten Eltern nach Jahrzehnten auf das Anwesen der Familie zurück und erinnert sich. Aber das ist keine ruhige, sanfte Schau in die Vergangenheit, sondern ein Wutausbruch, eine Schimpftirade, eine Verurteilung, eine Ungerechtigkeit, eine Übertreibung. Und eine intensivste Erfahrung für den Leser. Natürlich trägt auch der einzigartige Sound Thomas Bernhards dazu bei: Seine musikalischen, genau getakteten, teils endlosen, sich wiederholenden Satzkaskaden, die sich so in das Hirn des Lesers einbrennen, dass man bald nur noch in bernhardschen Sätzen denken und schreiben kann. Diesem Werk kann man sich nicht entziehen, man muss sich ihm ausliefern. "Man kann ihn zitieren - man kann sich stundenlang in Bernhard'schen Sätzen unterhalten. Man kann mit den Sätzen leben." (Bernhard Minetti)

  • Produktbild Die Tagesordnung
    • Alex Husnik
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    5/5

    Die Tagesordnung

    „Und nun, meine Herren, an die Kasse!“, werden die vierundzwanzig Bosse der größten deutschen Wirtschaftsunternehmen im Februar 1933 aufgefordert, nachdem Hitler vor ihnen geiferte, er wolle den Kommunismus ausrotten und freie Wahlen abschaffen. Und die Herren zahlen gern und viel: Abermillionen von Reichsmark. Sie zahlen, haben ihren zukünftigen Profit dabei vor Augen, und nehmen dafür das Ende der Demokratie, die Nürnberger Gesetze, die Ermordung unzähliger Menschen in Kauf. *** 1938 der „Anschluss“ Österreichs: Wir haben rollende Militärkolonnen und jubelnde Menschen am Straßenrand vor Augen. In Wirklichkeit bleibt der deutsche Einmarsch jedoch wegen zahlreicher Pannen stundenlang an der Grenze stecken - eine Peinlichkeit für die angeblich stärkste Armee der Welt. Doch Goebbels leistet ganze Arbeit: Bis heute sind die Bilder der Nazi-Propaganda in unseren Köpfen und bestimmen unsere Sicht auf die Dinge. - Erschreckend! *** Diese und weitere verblüffende, verstörende und groteske Anekdoten über den Aufstieg des Nationalsozialismus zeigt Vuillard in seiner Erzählung; jeder Satz dabei geschliffen und scharf wie ein edles Messer, das uns unter die Haut geht.

  • Produktbild Cleopatra und Frankenstein
    • Alex Husnik
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    5/5

    Cleopatra und Frankenstein

    Das habe ich vor dem Lesen des Romans gedacht: - Bestimmt doof das Buch - Was ein doofer Titel, ist das sowas Fantasymäßiges wie Abraham Lincoln Vampirjäger? (Aber von Eichborn??) - Oder ist das so ein typischer New Adult-Roman? (Aber von Eichborn??) Das habe ich nach der Leseprobe gedacht: + Was ein toll geschriebener, intensiver, rasanter, witziger und romantischer Beginn einer Liebes-Story. (Aber ist das bloß ein Feel-Good-Buch?) Das habe ich gedacht, nachdem ich mich dann ein kleines bisschen gespoilert habe: + Nein, kein Feel-Good-Buch, die Liebesgeschichte wird noch toxisch. (Will ich lesen) Das habe ich nach dem Lesen des kompletten Romans gedacht: + Spielt gekonnt auf einer breiten Klaviatur von Themen und Gefühlen (Liebe, Schmerz, Depression, Freundschaft, Sucht, Tod), ohne dabei kitschig und klischeehaft zu sein. + Liest sich trotz ernster Thematik leicht und soghaft und hat eine enorme Dichte an Witzen und Pointen. + Wird zu einem großen Teil über die Freunde, Verwandten, Affairen und Kollegen des Paares erzählt und die haben ihre eigenen Kapitel und Erzählstränge samt unterschiedlicher Stile und Erzählperspektiven (siehe v.a. die Kapitel über Eleanor). Fand ich super. + Kreative und vielschichtige Figuren, die ich alle gemocht habe. Interessant fand ich auch die Alterskonstellation: Die männlichen Figuren (Frank, Anders, Santiago) Mitte 40, die Frauen (Cleo, Zoe, Audrey) Anfang/Mitte 20. - Alles ziemlich drüber, die Figuren (auch die, die über Geldprobleme klagen) können sich z.B. alles leisten (v.a. Drogen), sind allesamt hip und fancy und haben kaum Verpflichtungen. Aber hey, wenn ich’s realistisch und dröger will, lege ich die Bücher zur Seite und mache in der Geschichte namens Reallife weiter. Das denke ich jetzt: - Schade, dass das tolle Buch schon durchgelesen ist. + Ich habe gelernt, auch mit Mitte 40 kann man noch so fancy, hip und unreif wie mit 20 sein (tröstlich). + Der andere Roman von Coco Mellors "Blue Sisters" ist auch toll. * Oft kommt es ANDERS, als man denkt (kleiner Insider für die, die das Buch kennen).

  • Produktbild Was wir sind
    • Alex Husnik
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    5/5

    Was wir sind

    Dieser Roman ist ein echtes Highlight, er erinnert mich an "Gespräche mit Freunden" von Sally Rooney oder an "Die Liebe im Ernstfall" von Daniela Krien, aber ich finde ihn noch besser. Er hat mich tief bewegt. Warum? - Denkt einmal daran zurück, welche Ziele, Träume, Lebensentwürfe ihr mit Anfang 20 hattet. Und dann zieht Bilanz: Seid ihr zufrieden mit euch? Habt ihr den Job, den ihr wolltet? Den Partner? Wart und seid ihr politisch oder gesellschaftlich engagiert? Glaubt ihr noch daran, etwas verändern zu können? Konntet ihr eure alten Freundschaften aufrecht erhalten? - Wenn ihr hinter all das einen Haken setzen könnt - Chapeau! Dann ist dieses Buch vielleicht nichts für euch. Dann ist es - auch völlig in Ordnung - vielleicht lediglich interessant, so wie es interessant ist, in den Zoo zu gehen und exotische Tierarten zu beobachten, deren Verhaltensweisen nichts mit euch selbst zu tun haben. Spürt ihr jedoch manchmal so einen kleinen, schwarzen Abgrund in euch, nennt ihn, wie ihr wollt - Zweifel, Melancholie, Nostalgie, Angst - oder stellt ihr euch ab und zu vor, wie euer Leben verlaufen wäre, wenn es eine andere Abzweigung genommen hätte, dann werdet ihr diese Geschichte dreier Freundinnen unbedingt lesen wollen. Wie sie sich über 30 Jahre hinweg verändern und entfremden, von der Schule über die Uni bis ins Arbeitsleben. Ihr werdet euch in den Figuren wiederfinden und daran denken, wie es euch in jenen Jahren erging, ihr werdet in euch gehen und es wird schmerzlich sein aber auch schön, und am Ende, nach der letzten Seite, nach dem letzten Satz, werdet ihr aufschauen, womöglich mit verschleiertem Blick, und wieder einmal wissen, warum ihr Bücher, warum ihr Literatur lest, denn nichts sonst kann das, was da tief in euch verborgen liegt, so anrühren.

  • Produktbild Ein Wintermahl
    • Alex Husnik
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    5/5

    Ein Wintermahl

    Drei Wehrmachtssoldaten, die in den Wäldern des besetzten Polen einen Juden gefangen haben, machen in einer verlassenen Hütte Rast. Dort kochen sie sich ein Süppchen, und der Großteil dieses kurzen Romans dreht sich um jenes titelgebende Mahl. Es ist auch die erste Verstörung des Lesers, denn es geht kaum um den gefangenen Juden, auch nicht um den mysteriösen Polen, der plötzlich die Hütte betritt, sondern fast nur um die Suppe - ein Hinweis auf den verschobenen Wertekanon, dem die durchaus sympathisch dargestellten Soldaten unterliegen. Vor und während des Mahls baut sich eine kaum auszuhaltende Spannung auf, man erwartet auf jeder Buchseite den großen Knall - greift der Pole zum Gewehr?, versucht der Jude zu fliehen?, rastet einer der Soldaten aus? - der Text spielt mit unseren durch Filme, Serien und Büchern beeinflussten klischeehaften Erwartungen. Ich möchte nicht verraten, was letztlich tatsächlich geschieht, aber es offenbart die Erkenntnis, dass in einer Zeit, in der die menschlichen Werte aus den Fugen geraten sind, Nichtigkeiten wie eine Plauderei über die Familie oder die Aussicht auf einen angenehmeren nächsten Tag über Leben und Tod entscheiden können. Das ist ein Buch, das der ewig aktuellen Frage "Wie konnten sich normale Familienväter am Holocaust beteiligen?" eine unerwartete, ganz unaufgeregte, einfache Antwort gibt. Und die Erkenntnis, wie grauenvoll diese Antwort gerade in ihrer Einfachheit ist, geht dem Leser nach und nach auf, genauso wie der Grieß in der köchelnden Suppe der Soldaten langsam und trübe aufquillt, aber diese Erkenntnis wärmt nicht, sie lässt einen frösteln, sie lässt einen klarer sehen und macht dieses Buch zu einem Meisterwerk.

  • Produktbild Hallo, du Schöne
    • Alex Husnik
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    5/5

    Hallo, du Schöne

    Ein Roman über vier Schwestern, die durch die Liebe zu einem psychisch kranken Mann jahrzehntelang auseinandergerissen werden. Dramatisch, aber immer realistisch und ohne Klischees. Ein herrlich üppiger Familienroman mit unverbrauchten Themen und tiefen Gefühlen, den ich sehr gern gelesen habe.

  • Produktbild Normale Menschen
    • Alex Husnik
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    5/5

    Normale Menschen

    Für mich immer noch das beste Buch von Sally Rooney! Knackig, prägnant, ohne ein Gramm Fett. Eine On/Off-Beziehungsgeschichte on point mit toll geschriebenen Dialogen - eben unnormal gut!

  • Produktbild Mit uns wäre es anders gewesen
    • Alex Husnik
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    5/5

    Mit uns wäre es anders gewesen

    Ein Mann, eine Frau. Jung sind sie, ungebunden und frei. Sie verbringen eine ganze Nacht miteinander. Redend. Jung sind sie, aber wissen bereits: es ist diese eine, einzigartige, große Liebe. Doch da sind Zweifel, denn weil sie jung sind, sind sie unsicher und gestehen sich ihre Gefühle nicht ein. Und verlieren sich aus den Augen. Jahrelang, jahrzehntelang. Führen getrennte Leben, gründen Familien, weit voneinander entfernt. Scheinen manchmal glücklich in ihrem Unglücklichsein, doch die Sehnsucht bleibt. Jahrelang, jahrzehntelang. Die Sehnsucht nach einander. Sie begegnen sich wieder, einmal, zweimal, ein drittes Mal, zufällig oder gewollt, Jahre, Jahrzehnte liegen zwischen diesen Treffen, und die schwärenden Gefühle, nie versiegt, wallen auf. Doch Jahre, Jahrzehnte später sind sie älter; da sind Ehen, Kinder, der Alltag, Verpflichtungen. Sie sind älter, aber die Gefühle füreinander sind einzigartig. Groß und einzigartig wie damals, als sie jung waren. Und da sind immer noch - oder schon wieder - die Angst, der Zweifel, die Feigheit - und die Verantwortung für andere. Und da ist schließlich die Erkenntnis, nach Jahren, Jahrzehnten: Es gibt kein richtiges Leben im falschen. *** Dieses Buch ist so sehnsuchtsvoll, so traurig, so ergreifend, und könnte leicht in den Kitsch abgleiten (Titel…, Cover…), aber die Sprache ist so gut, so klar, so schlank, dabei jedoch so gefühlvoll und melancholisch, dass der ganze Text durch sie auf eine höhere Ebene gelangt. Ein Buch für eine rausch- und soghafte Lesenacht; und es sei jedem ans (schwärmerische) Herz gelegt, dem warmes Blut durch die Adern fließt.

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