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Produktbild: Madame 60a

Madame 60a Übersetzt und benachwortet von Norma Cassau

2

24,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.02.2022

Verlag

Verlag Das Kulturelle Gedächtnis

Seitenzahl

232

Maße (B/H)

14/21,5 cm

Gewicht

404 g

Auflage

1

Übersetzt von

Norma Cassau

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-946990-62-8

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.02.2022

Verlag

Verlag Das Kulturelle Gedächtnis

Seitenzahl

232

Maße (B/H)

14/21,5 cm

Gewicht

404 g

Auflage

1

Übersetzt von

Norma Cassau

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-946990-62-8

Herstelleradresse

Verlag Das Kulturelle Gedächtnis GmbH
Heinrich-Roller-Str. 7
10405 Berlin
Deutschland
Email: Peter.Graf@daskulturellegedaechtnis.de
Telephone: +49 157 3689789

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  • MrsCatastropy

    aus Köln

    5/5

    07.05.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Auf der letztjährigen…

    Auf der letztjährigen Frankfurter Buchmesse bin ich auf den mir bis dato völlig unbekannten „Verlag Das Kulturelle Gedächtnis“ gestoßen. Die dort verlegten Bücher sind oft Widerentdeckungen und kulturelle Bestandsaufnahmen. (Wieder-)Verlegt werden die Bücher mit Farbschnitt, tollem Einband und geprägtem Verlagslogo – also richtige Kunstwerke. So auch „Madame 60a“ von Henriette Valet. 1900 in einfachen Verhältnissen geboren, kommt die Autorin in den 1920ern in Paris mit linken Intellektuellen in Kontakt – und heiratet 1936 den berühmten Henri Lefebvre. Im Gegensatz zu ihm hat man sie vergessen, obwohl sie erst 1993 starb. Selbst in seinen Texten erwähnt Lefebvre sie kaum – und das, obwohl ihre Bücher bei Erscheinen durchaus für Aufmerksamkeit sorgten. „Madame 60a“ erschien 1934. Im Buch begleiten wir eine namenlose Protagonistin, die, mittellos und hochschwanger, im Hôtel-Dieu landet, deren Bett im Saal zwischen den Betten 60 und 61 aufgestellt wird – Madame 60a. Beim Hôtel-Dieu handelt es sich um eine Mischung aus Klinik und Frauenhaus, die ebensolchen Frauen Zuflucht und Versorgung bietet und ihnen eine halbwegs sichere Geburt ermöglicht. Was dieser Ort auch ist: Ein Ort, an dem Dutzende schwangere und verzweifelte Frauen aufeinandertreffen, die alle aufgrund ihres Geschlechts und der Schwangerschaft in dieser Situation sind, die untereinander eigene Kämpfe austragen, Hierarchien etablieren, aber auch einen wahnsinnigen Zusammenhalt leben. Die Protagonistin beobachtet die Rituale der Frauen distanziert. Sie wertet, flicht politische Gedanken ein und viele dieser Wertungen sind zumindest aus heutiger Perspektive problematisch – etwa, wenn sie bei einer durch einen Unfall körperlich behinderten Frau deren Schwangerschaft kritisiert, wo das Kind doch sicher diese Behinderung erben würde. Zugleich blickt sie kritisch auf den auch unter den Frauen verbreiteten Antisemitismus. Sie beschönigt nichts, stellt sich moralisch wiederholt über die (noch) nicht politisierten Frauen und verrät über sich selbst kaum etwas. Man kann aber davon ausgehen, dass Valet hier auch persönliche Erfahrungen verarbeitet hat. Ich habe das Buch an einem Samstagvormittag begonnen und an diesem Tag beendet, weil ich es nicht aus der Hand legen konnte. Die Figuren sind oft überspitzt, viele Stellen erinnern an ein absurdes Theaterstück, dann wieder folgt eine messerscharfe Beobachtung. Die Sogwirkung entsteht gerade auch durch die Sprache, die von Norma Cassau großartig übersetzt wurde. Dass „Madame 60a“ auf der Hotlist von 2022 stand, ist mehr als verdient – und wer eine vergessene, feministische Autorin entdecken will, deren Werk sich einbrennt, sollte dieses Buch hier definitiv lesen.

  • Bewertung

    5/5

    07.05.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eindrückliche Auseinandersetzung mit Prekarität und Schwangerschaft in den 1930ern

    Auf der letztjährigen Frankfurter Buchmesse bin ich auf den mir bis dato völlig unbekannten „Verlag Das Kulturelle Gedächtnis“ gestoßen. Die dort verlegten Bücher sind oft Widerentdeckungen und kulturelle Bestandsaufnahmen. (Wieder-)Verlegt werden die Bücher mit Farbschnitt, tollem Einband und geprägtem Verlagslogo – also richtige Kunstwerke. So auch „Madame 60a“ von Henriette Valet. 1900 in einfachen Verhältnissen geboren, kommt die Autorin in den 1920ern in Paris mit linken Intellektuellen in Kontakt – und heiratet 1936 den berühmten Henri Lefebvre. Im Gegensatz zu ihm hat man sie vergessen, obwohl sie erst 1993 starb. Selbst in seinen Texten erwähnt Lefebvre sie kaum – und das, obwohl ihre Bücher bei Erscheinen durchaus für Aufmerksamkeit sorgten. „Madame 60a“ erschien 1934. Im Buch begleiten wir eine namenlose Protagonistin, die, mittellos und hochschwanger, im Hôtel-Dieu landet, deren Bett im Saal zwischen den Betten 60 und 61 aufgestellt wird – Madame 60a. Beim Hôtel-Dieu handelt es sich um eine Mischung aus Klinik und Frauenhaus, die ebensolchen Frauen Zuflucht und Versorgung bietet und ihnen eine halbwegs sichere Geburt ermöglicht. Was dieser Ort auch ist: Ein Ort, an dem Dutzende schwangere und verzweifelte Frauen aufeinandertreffen, die alle aufgrund ihres Geschlechts und der Schwangerschaft in dieser Situation sind, die untereinander eigene Kämpfe austragen, Hierarchien etablieren, aber auch einen wahnsinnigen Zusammenhalt leben. Die Protagonistin beobachtet die Rituale der Frauen distanziert. Sie wertet, flicht politische Gedanken ein und viele dieser Wertungen sind zumindest aus heutiger Perspektive problematisch – etwa, wenn sie bei einer durch einen Unfall körperlich behinderten Frau deren Schwangerschaft kritisiert, wo das Kind doch sicher diese Behinderung erben würde. Zugleich blickt sie kritisch auf den auch unter den Frauen verbreiteten Antisemitismus. Sie beschönigt nichts, stellt sich moralisch wiederholt über die (noch) nicht politisierten Frauen und verrät über sich selbst kaum etwas. Man kann aber davon ausgehen, dass Valet hier auch persönliche Erfahrungen verarbeitet hat. Ich habe das Buch an einem Samstagvormittag begonnen und an diesem Tag beendet, weil ich es nicht aus der Hand legen konnte. Die Figuren sind oft überspitzt, viele Stellen erinnern an ein absurdes Theaterstück, dann wieder folgt eine messerscharfe Beobachtung. Die Sogwirkung entsteht gerade auch durch die Sprache, die von Norma Cassau großartig übersetzt wurde. Dass „Madame 60a“ auf der Hotlist von 2022 stand, ist mehr als verdient – und wer eine vergessene, feministische Autorin entdecken will, deren Werk sich einbrennt, sollte dieses Buch hier definitiv lesen.

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