Drei Generationen von Frauen übernehmen das Familienunternehmen der Skelfs in Edinburgh. Ein Bestattungsinstitut mit angeschlossener Privatdetektei. Die Leiche des ehemaligen Familienoberhaupts äschern sie auf seinen Wunsch hin illegal in ihrem Garten ein. Bald darauf entdecken seine Frau Dorothy, seine Tochter Jenny und seine Enkelin Hannah mysteriöse Zahlungen an eine andere Frau, die darauf hindeuten, dass Jim nicht der Ehemann war, für den sie ihn gehalten haben. Damit nicht genug, verschwindet eine Freundin der Enkelin spurlos von der Universität. Die Polizei ist nicht an Ermittlungen interessiert, also beschließt Hannah, es selbst in die Hand zu nehmen, um festzustellen, dass sie ihre beste Freundin eigentlich gar nicht kannte. Jenny, die Tochter und Journalistin, vervollständigt das Chaos, als sie bei einer Totenwache einen Fall übernimmt. Ein Ehebruch, aber wie bei allem anderen trügt auch hier der Schein.
"Eingeäschert" ist ein fesselnder, schockierender Thriller sowie ein düstekomisches und warmherziges Porträt einer Familie in Aufruhr.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Klaus
3/5
09.07.2024
eBook (ePUB 3)
Dunkle Geheimnisse
Jim Skelf, selbst Bestatter, wünscht sich nach seinem Tod verbrannt zu werden, allerdings nicht im Rahmen einer Zeremonie in einem Beerdigungsinstitut, sondern im Garten hinter dem Haus. Seine Familie, Ehefrau Dorothy, Tochter Jenny, Enkelin Hannah, drei Generationen Skelf Frauen geben ihm die letzte Ehre und müssen nun ihr Leben und den Betrieb des Bestattungsunternehmens und des Detektivbüros, das Jim ebenfalls betrieben hat, neu ordnen.
Mit der ungewöhnlichen Szene von Jims Einäscherung startet der Leser in das Buch und lernt hier auch direkt die Hauptfiguren kennen, die drei Skelf Frauen. Jede von ihnen begleitet man abwechseln in den teilweise sehr kurzen Kapiteln bei ihrer Trauer, bei der Neuordnung ihres Lebens, ihres Alltags, bei der Suche nach Antworten und nicht zuletzt bei ihren Ermittlungen. Hannah und Mutter Jenny ermitteln zum Verschwinden von Hannahs Mitbewohnerin, weil ihnen die Polizei die Sache nicht ernst genug nimmt und Dorothy stellt Nachforschungen zu einem ehemaligen Mitarbeiter des Bestattungsinstituts an, nachdem sie entdeckt hat, dass Jim dessen Ehefrau seit Jahren heimlich finanziell unterstützt. Wäre das nicht schon verwirrend genug, gibt es natürlich auch noch die Fälle der Detektei, ein alter Herr, der glaubt von seiner Pflegerin bestohlen zu werden und eine Ehefrau, die felsenfest davon überzeugt ist, dass ihr Ehemann fremd geht.
Ziemlich viele verschiedene Handlungsstränge führt der Autor hier parallel, als Wichtigsten natürlich den um das Verschwinden von Hannahs Mitbewohnerin. Mir war das teilweise etwas zuviel, ich hatte leider das Gefühl, der Autor hat hier einfach die Ideen für mehrere Bücher zusammengeworfen. Die einzelnen Handlungsstränge sind dabei nicht uninteressant, jede der Skelf Frauen bekommt hier ihren Raum und die Möglichkeit ihre Figur dem Leser zu präsentieren. Diese Vorgehensweise trägt allerdings nicht unbedingt dazu bei, die Figuren wirklich kennenzulernen. Ihre Charaktere bleiben mir zu oberflächlich, ihre Motivation oft nicht plausibel. Spannung kommt so nur bedingt auf und daran kann leider auch der Showdown am Ende nicht mehr viel ändern. Letztlich werden alle Fälle aufgeklärt, teils hatte ich hier schon einen Verdacht, teils hat der Autor mich kalt erwischt.
Das Buch ist als Thriller charakterisiert, zeigt für mich aber eher eine tragische Familiengeschichte. Während ich einige Passagen richtig gern gelesen habe, musste ich mich bei anderen eher durchkämpfen. Gerade die Figur von Jenny hat es mir nicht unbedingt leicht gemacht sie zu mögen. Der Autor hat noch einige weitere Bücher geschrieben und ich denke, da ist noch Luft nach oben.
Heidrun
aus Klingenberg
5/5
14.08.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Starke Frauen
Die Skelfs betreiben in Edinburgh ein Bestattungsunternehmen und eine Detektei. Als Jim, das Familienoberhaupt, stirbt, betreiben die Frauen der Familie das Geschäft weiter.
Die einzelnen Kapitel sind mit dem Namen überschrieben und werden aus Sicht der jeweiligen Person erzählt. Dadurch erfährt man viel über das Innenleben der Person. Das Privatleben nimmt in dem Buch einen großen Raum ein. Die Krimihandlung läuft so nebenher und wird auch plausibel aufgelöst. Ich fand es aber gut, die Personen so ausführlich vorgestellt zu bekommen.
Wer einen spannenden Thriller erwartet, wird bei diesen Buch enttäuscht sein. Es ist eher ein Gesellschaftsroman über drei starke Frauen.
Das Buch ist der Auftaktband einer sechsbändigen Reihe, wovon bis jetzt 3 übersetzt wurden. Der zweite Band liegt schon zum Lesen bereit.
Dirk Knappe
aus Hagen
5/5
27.08.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
„Sterben kann gar nicht so schwer sein, bisher hat es noch jeder geschafft.“ | Norman Mailer
Ein Lob dem Polar-Verlag für die sukzessive Veröffentlichung der Skelfs-Serie von Doug Johnstone. Mit "Eingeäschert" liegt seit dem 11.03.22 Teil 1 vor [grandios übersetzt von Jürgen Bürger], "Eingefroren" [2. Teil] folgt am 13.11.23.
,,Eingeäschert"... . Nach dem Tod des Bestattungsunternehmers Jim Skelf übernehmen seine Frau Dorothy, seine Tochter Jenny und seine Enkelin Hannah das Familienunternehmen in Edinburgh. Angeschlossen an das Bestattungsunternehmen ist eine Privatdetektei. Doug Johnstone erzählt Geschichten, die das Leben schreibt und wie bei dieser eigenwilligen Kombination nicht anders zu erwarten, entsteht eine makabere Geschichte mit einer gehörigen Prise schwarzen britischen Humors.
Der breit angelegte und angenehm dahinplätschernde Handlungsablauf lässt einen süffigen Lesegenuss entstehen und macht durchaus Lust darauf, die Stadt Edinburgh und die nicht gerade professionell agierenden Skelf-Frauen "persönlich" kennenzulernen.
Schon lange habe ich mich nicht mehr so gut unterhalten gefühlt. Allerdings würde ich "Eingeäschert" nicht als Krimi umschreiben. Eher als düster-komisches Familienporträt, das mit allerlei bizarren Skurillitäten angereichert ist. Fesselnde Spannung habe ich bei dem Storytelling und den liebevoll gezeichneten Charakteren zu keiner Zeit empfunden und so leitet die vorgenommene Genrezuordnung und -beschreibung im Klappentext nach meinem Geschmack ein wenig in die Irre. Wodurch der gute Unterhaltungswert von "Eingeäschert" jedoch zu keinem Zeitpunkt leidet.
Ich freue mich schon auf "Eingefroren"!
ausgebucht.blog
5/5
01.08.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gesellschaftskritisch
Als Jim Skelf, seines Zeichens Bestatter, überraschend stirbt, stehen Ehefrau, Tochter und Enkelin in ihrer Trauer vor der Aufgabe, das Familienunternehmen weiterzuführen. Gestorben wird immer und während Jims Asche noch nicht ganz erkaltet ist, kommen bereits die nächsten Aufträge auf die Frauen zu. Doch nicht nur die Organisation von Beerdigungen will bewältigt werden, seit einigen Jahren führte Jim zusätzlich eine Privatdetektei. Ehe sie sich versehen, stecken Dorothy, Jenny und Hannah bis zum Hals in Ermittlungen, die sie auch persönlich betreffen. Denn nicht jeder Todesfall ist natürlichen Ursprungs.
Doug Johnstone zu lesen war eine gute Wahl. Ich bin keine passionierte Krimi-Leserin, ich kann spritzendem Blut und Nervenkitzel nichts abgewinnen. Meine Ansprüche sind hoch, raffiniert und glaubhaft muss ein Krimi sein, die Figuren sollen lebendig wirken. Von der ersten Seite an lässt einen der schottische Autor dabei sein, angefangen mit den Geschehnissen um die Einäscherung von Jim. Man wandelt unter den Figuren, lernt sie kennen, ihre Gefühle, Sorgen und Unzulänglichkeiten offenbaren sich wie nebenbei, während die Handlung mit kontinuierlich steigender Spannung ihren Weg geht. Zu einschneidenden Geschehnissen beleuchtet, seziert und reflektiert er ihr Fühlen und Handeln sehr plastisch. Unterstützt wird dies durch die kurzen Kapitel, in denen der personale Erzähler immer einer der drei Skelf-Frauen folgt.
In "Eingeäschert" werden die unterschiedlichen Fälle, in denen die Detektei ermittelt, sorgsam aufbereitet, ausgebreitet und analysiert. Moralische Fragen spielen eine große Rolle, Schuld, Verantwortung und Gewissen. Die Verbrechen stehen bei Doug Johnstone dabei nicht im Vordergrund, sondern die darin verwickelten Personen. Ihre Beziehungen zueinander sind lückenlos beschrieben, sie werden menschlich dargestellt, verletzlich, vielseitig, divers. Es sind allesamt keine Stereotypen. Der Seelenort des Romans, das Beerdigungsinstitut, bietet Anlass zur philosophischen Betrachtungsweise, ohne dass diese deplatziert oder aufgesetzt wirkt.
Insgesamt geht dieses Buch mit seiner Gesellschaftskritik über einen Unterhaltungsroman hinaus und hat mir somit sehr viel mehr geboten, als ich von einem einfachen, spannenden Krimi erwartet habe.
David Möckel
5/5
19.02.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
3 Frauen, 3 Generationen, 3 Geschichten - eine Familie!
Wenn man zum Einstieg vermutet, hier wurde „nur“ eine Story a la „Six Feet Under" zwischen zwei Buchdeckel gepresst, irrt man doch gewaltig. Denn die Geschehnisse um den Tod des Familienoberhaupts der Skelfs sind tiefgründig, unaufgeregt und fesselnd. Die drei Hauptfiguren Dorothy, Jenny und Hannah werden von ihrer Umgebung in ihrer Tätigkeit (egal ob als Bestatterin oder Detektivin) nicht immer für voll genommen, was diese aber durchaus zu ihrem Vorteil zu nutzen wissen. Eine clevere, emotionale und doch stellenweise witzige Geschichte, die mir viel Lesespaß bereitet hat.
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5/5
07.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nach einem sehr makabren Auftakt...
Nach einem sehr makabren Auftakt entwickelt sich zunehmend eine dramatische Geschichte, in der vor allem die Beziehungen der sehr starken Frauen untereinander im Mittelpunkt stehen. Bis jetzt haben mir alle Bücher von Johnstone gefallen und keines gleicht dem anderen.
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