Sofia, die Weisheit, berichtet vom Konzil der Götter. Jupiter hat dieses einberufen, weil er glaubt, die Götter müssten sich von ihren Lastern befreien. Als äußeres Zeichen der Umkehr sollen die Sternbilder, die von ihren Missetaten erzählen, umbenannt und fortan den Tugenden zugeordnet werden.
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Die Dialoge des Bruno
Zitronenblau am 26.04.2010
Bewertungsnummer: 634152
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
In seinem Werk "Über das Unendliche, das Universum und die Welten" entwickelt Bruno fünf Dialoge, die u.a. hoch brisant waren für die Zeit der neuzeitlichen Renaissance. Im Grunde beschäftigt sich der Verfasser in einer prosaisch anmutenden Geschichte (Dialog-Form) mit naturphilosophisch-wissenschaftlichen Themen: der Kosmologie. Im ersten Dialog wird die Unendlichkeit des Raumes "bewiesen", zudem der Grund (Gott) diskutiert, im zweiten Dialog wird vor allem gegen Aristoteles' Physik polemisiert, in der Diskussion über Räume, Orte, Körper und Teile. Im dritten Dialog werden Himmel, Bewegung, die Ordnung der ontologischen Stufen besprochen. Der vorletzte Dialog handelt von den Welten, ihrer unendlichen Potenz und ihrer gegenseitige Wechselwirkung (Antizipation der Gravitation, oder der Kraft "...aus welchem Grund diese großen Körper von der Natur in so großer Entfernung angeordnet sind..."), das "Prinzip des Mittelpunkts" sowie der die "Leere" erfüllende Äther. Zum Schluss, im fünften Dialog, wird die aristotelische, die für damals "klassische" Schule mithilfe einer zusammenfassenden Rede als irrig und damit obsolet verabschiedet, hingegen in einer wieder fast hymnischen (Brunos Bezug zur Hermetik verdeutlichenden) Arie das Daseins im Guten, Wahren und Schönen besungen. Feierlich evoziert er die Tiefe des Denkens (hier im Um-Denken des bekehrt-belehrten Albertino): "Ist es mir bis jetzt auch nicht gegeben, den ganzen Körper des leuchtenden Planeten zu sehen, so gelingt, es mir doch, dank der Strahlen, die druch die Ritzen der geschlossenen Fenster meines Intellekts dringen, auszumachen, dass es kein Glanz einer künstlichen und sophistischen Laterne ist, kein Licht eines Mondes oder eines anderen kleinen Sterns."
Herausragend sind Brunos Ideen bzw. Überzeugungen (z.B. die Anerkennung der kopernikanischen Idee und der Abschied vom ptolemäischen Weltbild), wie eben das Postulat von der Unendlichkeit des Universums, die poteniell unendlichen Welten in ihr als logische Konsequenz sowie das pantheistische Prinzip, obgleich ich an dieser Stelle folgendes Zitat (von Philotheo) anführen möchte: "Ich nenne das Universum insgesamt unendlich, weil es weder Rand, noch Grenze, noch Oberfläche hat; ich nenne das Universum nicht allumfassend unendlich, weil jeder Teil, den wir ihm entnehmen können, und jede der Welten, die es enthält, entlich ist [!]. Ich nenne Gott insgesamt unendlich, denn er schließt jede Grenze von sich aus und jede seiner Eigenschaften ist eine und unendlich; und ich nenne Gott allumfassend unendlich, denn er ist ganz in der Welt als ganzer und allumfassender Weise in allen ihren Teilen." Die Logik ist schlüssig, sie könnte aber auch anders gedeutet werden, nämlich nicht so, dass Gott ganz in der Welt ist, sondern umgekehrt, sie ist ganz in ihm und somit ist ihre Unendlichkeit gegeben, aber ein göttliches Darüberhinaus als Allumfassenheit. Ich will hier auf die Möglichkeit einer panentheistischen Interpretation hinaus.
Zur Ausgabe: bis auf das m.E. schwache Nachwort sehr empfehlenswert inkl. curriculum vitae und Literaturverzeichnis.
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