Produktbild: Als der Kaiser ein Gott war
Artikelbild von Als der Kaiser ein Gott war
Julie Otsuka

1. Als der Kaiser ein Gott war

Als der Kaiser ein Gott war

Aus der Reihe Lenos Babel
Gesprochen von
3
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Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

Gesprochen von

Marit Beyer

Spieldauer

4 Stunden und 8 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

13.12.2021

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

82

Verlag

DerDiwan Hörbuchverlag

Sprache

Deutsch

EAN

4066004045061

Beschreibung

Produktdetails

Family Sharing

Ja

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Gesprochen von

Marit Beyer

Spieldauer

4 Stunden und 8 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

13.12.2021

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

82

Verlag

DerDiwan Hörbuchverlag

Sprache

Deutsch

EAN

4066004045061

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  • Almut Scheller-Mahmoud

    aus 21109 Hamburg

    5/5

    02.05.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Feind ist unter uns.

    Der 2002 erschienene Debütroman von Julie Otsuka behandelt ein Thema, das in Europa eher unbekannt und in ihrer amerikanischen Heimat wenn bekannt, dann längst vergessen ist: die Internierung japanischstämmiger Menschen in den USA nach dem Angriff auf Pearl Harbour. 1942 Ende April, im fünften Kriegsmonat: Über Nacht erfuhren diese Menschen durch öffentliche Bekanntmachungen - an Bäumen, Bushaltestellen, in Schaufenstern von Läden und Warenhäusern, an Telefonmasten, am Postamt - dass sie sich an Sammelpunkten einzufinden hätten für ihre Evakuierung. Jeder Mensch mit japanischen Wurzeln war der Feind an sich: die 5. Kolonne, er wird in Sippenhaft genommen und in Lager deportiert Die Frau, namenlos wie ihre 2 Kinder, ein 10 jähriges Mädchen und ein siebenjähriger Knabe, packte und räumte das Haus leer. Ihr Mann war schon im Dezember verhaftet worden. Ab und zu erhielt sie Briefe. Am nächsten Morgen an der Sammelstelle erhielten alle eine Erkennungsmarke und wurden in Züge verfrachtet. Vorsichtig tun sich da bei mir Reminiszenzen auf..... Ein alter langsamer Zug brachte sie nach Utah, in die Wüste. Am Zielort erwarteten sie Hunderte von Baracken aus Teerpappe, von Stacheldraht umhegt, von Wachttürmen mit Scheinwerfern aus beobachtet. Die brütende Sonne der Wüste. Aber keine Kinderbuchwüste mit Oasen, Palmen und Kamelen, es war eine staubige trostlose Wüste. Die Rückkehr nach Ende des Krieges, nach 3 Jahren und 5 Monaten: Die Frau holte den Schlüssel, den sie an einer langen silbernen Kette um den Hals trug und den sie jeden Abend berührte, als sei er ein Stück von ihr geworden, hervor. Und auch hier Reminenszen an andere Schlüsselgeschichten, aus der Neuzeit auf einem anderen Kontinent. „Wir waren jetzt wieder freie Menschen, konnten gehen, wohin wir wollten, keine Zäune, keine Wachen und keine Scheinwerfer mehr. Wir würden unser Leben dort leben, wo es aufgehört hatte. Keiner begrüßte uns herzlich, nicht einmal ein „Lange nicht gesehen, waren Sie verreist?“ 
 Und eines Tages im Dezember kam der Mann zurück. Es war nicht der, den sie kannten. Es war ein alter Mann, in Gedanken weit weg, er misstraute allen und alltägliche Kleinigkeiten heizten ihn zur Weißglut an. Das Ende ist ein überraschendes. Ein Clou, ein Gag wie in einem Hollywoodfilm oder eine Anklage? Eine Anklage an das amerikanische Volk und seine „Vollstrecker“? Das ganze Geschehen wird in einem fast emotionslosen Ton geschildert, wie in Aufzählungen, kurz und prägnant und an einen Schulaufsatz erinnernd. Dadurch verliert der Roman nicht an Fassungslosigkeit und Tragik, sondern gewinnt vielmehr eine überzeitliche Gültigkeit. Und vielleicht können sich manche Leserinnen und Leser mehr in das Geschehen einfühlen, als wenn es voller gefühlvoller Aufwallungen und entsprechender Dramatik beschrieben wird. Ein kleiner lesenswerter Roman, eine Mahnung: es könnte uns alle hier und jetzt und überall treffen. Der Krieg zwischen den USA und Japan endete übrigens mit dem ersten Atombombenabwurf der bisherigen Geschichte.

  • Almut Scheller-Mahmoud

    aus Hamburg

    5/5

    02.05.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Feind ist unter uns. Der…

    Der Feind ist unter uns. Der 2002 erschienene Debütroman von Julie Otsuka behandelt ein Thema, das in Europa eher unbekannt und in ihrer amerikanischen Heimat wenn bekannt, dann längst vergessen ist: die Internierung japanischstämmiger Menschen in den USA nach dem Angriff auf Pearl Harbour. 1942 Ende April, im fünften Kriegsmonat: Über Nacht erfuhren diese Menschen durch öffentliche Bekanntmachungen - an Bäumen, Bushaltestellen, in Schaufenstern von Läden und Warenhäusern, an Telefonmasten, am Postamt - dass sie sich an Sammelpunkten einzufinden hätten für ihre Evakuierung. Jeder Mensch mit japanischen Wurzeln war der Feind an sich: die 5. Kolonne, er wird in Sippenhaft genommen und in Lager deportiert Die Frau, namenlos wie ihre 2 Kinder, ein 10 jähriges Mädchen und ein siebenjähriger Knabe, packte und räumte das Haus leer. Ihr Mann war schon im Dezember verhaftet worden. Ab und zu erhielt sie Briefe. Am nächsten Morgen an der Sammelstelle erhielten alle eine Erkennungsmarke und wurden in Züge verfrachtet. Vorsichtig tun sich da bei mir Reminiszenzen auf..... Ein alter langsamer Zug brachte sie nach Utah, in die Wüste. Am Zielort erwarteten sie Hunderte von Baracken aus Teerpappe, von Stacheldraht umhegt, von Wachttürmen mit Scheinwerfern aus beobachtet. Die brütende Sonne der Wüste. Aber keine Kinderbuchwüste mit Oasen, Palmen und Kamelen, es war eine staubige trostlose Wüste. Die Rückkehr nach Ende des Krieges, nach 3 Jahren und 5 Monaten: Die Frau holte den Schlüssel, den sie an einer langen silbernen Kette um den Hals trug und den sie jeden Abend berührte, als sei er ein Stück von ihr geworden, hervor. Und auch hier Reminenszen an andere Schlüsselgeschichten, aus der Neuzeit auf einem anderen Kontinent. „Wir waren jetzt wieder freie Menschen, konnten gehen, wohin wir wollten, keine Zäune, keine Wachen und keine Scheinwerfer mehr. Wir würden unser Leben dort leben, wo es aufgehört hatte. Keiner begrüßte uns herzlich, nicht einmal ein „Lange nicht gesehen, waren Sie verreist?“ 
 Und eines Tages im Dezember kam der Mann zurück. Es war nicht der, den sie kannten. Es war ein alter Mann, in Gedanken weit weg, er misstraute allen und alltägliche Kleinigkeiten heizten ihn zur Weißglut an. Das Ende ist ein überraschendes. Ein Clou, ein Gag wie in einem Hollywoodfilm oder eine Anklage? Eine Anklage an das amerikanische Volk und seine „Vollstrecker“? Das ganze Geschehen wird in einem fast emotionslosen Ton geschildert, wie in Aufzählungen, kurz und prägnant und an einen Schulaufsatz erinnernd. Dadurch verliert der Roman nicht an Fassungslosigkeit und Tragik, sondern gewinnt vielmehr eine überzeitliche Gültigkeit. Und vielleicht können sich manche Leserinnen und Leser mehr in das Geschehen einfühlen, als wenn es voller gefühlvoller Aufwallungen und entsprechender Dramatik beschrieben wird. Ein kleiner lesenswerter Roman, eine Mahnung: es könnte uns alle hier und jetzt und überall treffen. Der Krieg zwischen den USA und Japan endete übrigens mit dem ersten Atombombenabwurf der bisherigen Geschichte.

  • Bewertung

    4/5

    16.10.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Über die Internierung japanischstämmiger Amerikaner

    „Als der Kaiser ein Gott war“ ist die Geschichte einer japanischen Mutter mit ihren zwei Kindern, die 1941 in ein Internierungslager in die amerikanische Wüste umgesiedelt werden. Mit Kriegseintritt der USA und dem Angriff auf Pearl Harbor werden Japaner in Amerika als Sicherheitsrisiko eingestuft. Den Vater hat man schon abgeholt, in Bademantel und Pantoffeln, wie die Kinder sich im Laufe der Jahre immer wieder traurig erinnern werden. Nach der behördlichen Anordnung bereitet sich die Mutter auf den Zwangsumzug vor, vergräbt das Tafelsilber im Garten und entledigt sich nüchtenr der Haustiere, bis es auf die anstrengende, mehrere Tage dauernde Fahrt in das weit entfernte Lager geht auf einige Jahre, in denen die Familie in der amerikanischen Wüste Hitze Sandstürme und bitterkalte Winter durchlebt. Die Mutter fällt immer mehr in einen Zustand der Lethargie. Der Tag kommt, an dem die Familie mit 25 $ in die Freiheit entlassen wird; 25 $, derselbe Betrag, den man Verurteilten nach Absitzen ihrer Haftstrafe zur Entlassung mit in die Welt gibt. Schnörkel-, fast schon teilnahmslos ist die Erzählweise Julie Otsukas über den historisch realen aber recht unbekannten Zeitraum rassistischer Vorurteile in Amerika während des 2. Weltkriegs. Nach „Wovon wir träumten“ ist dies mein zweites Buch von Julie Otsuka, und ich resümiere, dass ich mich mit ihrem nüchternen Stil nicht so ganz warm werde. Es war aber vor allem lehrreich, dieses Kapitel der US-Geschichte belletristisch zu erschließen!

Kundinnen und Kunden meinen

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Bewertungen (3)

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    Michel Adam

    Thalia Gießen

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    5/5

    30.03.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wer bisher glaubte Internierungslager...

    Wer bisher glaubte Internierungslager hätte es im Zweiten Weltkrieg lediglich auf deutscher Seite gegeben, irrt. Und erhält in diesem Roman eine beeindruckende Nachhilfestunde in Sachen japanisch-amerikanischer Beziehungen und Rassismus während des Krieges.

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Bewertungen (1)

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