Schwarzwald im Winter 1944 - Marie Heumann ahnt nicht, dass sie in Lebensgefahr gerät, als ihr im Lebensborn-Heim der SS in Nordrach die sechsjährige Alma anvertraut wird. Zur gleichen Zeit hat der von Maries elterlichem Hof geflohene Zwangsarbeiter Pawel nur ein Ziel: Reichsführer SS Heinrich Himmler, der sich mit seinem Sonderzug in Triberg versteckt. Den Polen treibt der Hass zu einem teuflischen Plan. Als Maries und Pawels Weg sich auf dramatische Weise kreuzen, hängt ihr beider Leben an einem seidenen Faden.
Nach »Wimmerholz« und »Das Haus der Bücher« spielt Michael Pauls neuer, spannender Roman diesmal im Schwarzwald. Wieder basiert der Roman auf wahren, oft nicht bekannten Begebenheiten.
»Mit jedem seiner historisch unterfütterten Romane meistert Paul versiert den Spagat zwischen spannender Unterhaltung und anspruchsvoller Wissensvermittlung. In lebendiger Sprache versteht er, die Ergebnisse aufwendiger Recherchen in spannungsgeladene und dramatische Geschichten zu verpacken.« - Lahrer Zeitung -
Kundinnen und Kunden meinen
3.7/5.0
Büchertanz.de
aus Freiburg
5/5
28.03.2022
eBook (ePUB)
Absolut lesenswert und unvergesslich!
Das Buch „Versteckt im Schwarzwald“ von Michael Paul ist ein historischer Roman, der Ende November 1944 im Schwarzwald angesiedelt ist und Fiktion mit Realität verknüpft.
Marie Heumann ist in Nordrach auf dem elterlichen Hof und Sägewerk aufgewachsen, sie arbeitet aber als Krankenschwester in einem „SS-Lebensborn-Heim“, welches in ihrem Heimatort angesiedelt wurde.
Als ihr dort für die sechsjährige Alma die Verantwortung übergeben wird, kehrt Marie zusammen mit Alma in ihr Elternhaus zurück. Zeitgleich kommen drei polnische Zwangsarbeiter dort an, von denen zwei im Sägewerk arbeiten müssen, einer muss auf dem Hof arbeiten. Der Name des auf dem Hof arbeitenden Zwangsarbeiter ist Pawel und Marie bemerkt schnell, dass er von Hass auf die Deutschen zerfressen ist und sie versucht einer Tür in seine Vergangenheit zu öffnen. Nach seiner Flucht vom Hof treibt Pawel dieser Hass zu einem teuflischen Plan an: Er plant einen Anschlag auf den Sonderzug von Heinrich Himmler, welcher im nahen Triberg stationiert ist.
Doch die Wege von Marie, Alma und Pawel kreuzen sich unbemerkt auf dramatische Weise wieder.
Nachdem ich „Das Haus der Bücher“ von Michael Paul mit großer Begeisterung gelesen habe, war ich schon ganz gespannt auf seinen neuen Roman. Schon allein dieses wunderbare und stimmige Cover machten mir direkt Lust auf die Geschichte. Zudem spielt das Buch in unmittelbarer Nähe zu meiner Heimat, was mich noch neugieriger werden ließ.
Der Autor sendete mir das Buch als kostenloses Rezensionsexemplar in Form eines E-Books zu – an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön.
In „Versteckt im Schwarzwald“ von Michael Paul spielen eine Vielzahl von fiktiven Charakteren mit, deren Schicksale aber mit historischen Persönlichkeiten, Orten und Begebenheiten verknüpft werden.
Eine Hauptfigur des Buches ist die fiktive junge Krankenschwester Marie Heumann, die im Nordracher „SS-Lebensborn-Heim“ tätig ist. Dort werden Schwangere, die im Geheimen uneheliche Kinder zur Welt bringen, betreut. Marie war mir mit ihrer offenen und liebenswürdigen Art direkt sympathisch. Auch wenn ihr Leben von einem lieblosen Vater und des Verlusts des jüngeren Bruders gezeichnet ist, verliert sie nicht ihren Lebensmut und setzt sich für sich und die ihr anvertraute Alma ein. Auch der polnische Zwangsarbeiter Pawel und seine Geschichte sind ihr nicht egal und so bringt ihre gefühlsbetonte Art sie und Pawel in Gefahr. Marie ist kein allwissender und perfekter Charakter, sie schlittert in diese Geschehnisse und muss schauen, wie sie damit umgeht und auch wieder rauskommt. Ihre Charakterzeichnung ist authentisch und zu keiner Zeit überzeichnet.
Neben Marie bringt ihre Mutter Elisabeth sehr viel Wärme in diese Geschichte. Sie ist ein herzensguter Charakter und stellt damit einen großen Kontrast zu ihrem Ehemann Karl dar. Dieser ist herzloser Mann, welcher von Hass und Trauer zerfressen ist und tyrannisch über seine Arbeiter herrscht.
Neben Karl Neumann gibt es einen zweiten unsympathischen Charakter: Erwin Repple – ein fanatischer Nationalsozialist. Er ist hinterhältig, gefürchtet und skrupellos und sieht die Ideologie der Nationalsozialisten als seine Fügung und seinen Lebensauftrag.
Pawel, der polnische Zwangsarbeiter ist eine Figur, welche ich so schnell nicht mehr vergessen werde. Seine unvorstellbar grausame Hintergrundgeschichte und sein purer Hass auf die Deutschen sind für ihn der Antrieb für einen geplanten Anschlag auf Heinrich Himmler. In diese spannungsgeladene Geschichte konnte ich völlig abtauchen und ich wollte das Buch nur noch ungern aus den Händen legen.
Alma, das sechsjährige Mädchen, welches sich in Maries Obhut befindet, ist ein liebenswürdiger Charakter. Sie sieht diese Welt noch durch ihre unschuldigen Kinderaugen und brachte mich mit ihren Ansichten und Kinderweisheiten des Öfteren zum Schmunzeln. Doch zeitgleich ließ mich ihr drohendes Unheil erzittern.
Nebenbei lernte ich noch Heinrich Himmler kennen. Dieser wird so beschrieben, dass man den Menschen hinter diesem bekannten Namen kennenlernt, auch wenn er mit seiner Gesinnung sehr abstoßend daher kommt.
Jede Figur, egal ob Haupt- oder Nebenfigur und fiktiv oder historisch, konnte mich mit ihrer charakterlichen Tiefe und einer authentischen Entwicklung überzeugen. Sie alle zusammen zeigen ein gutes Bild der damaligen Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die von Krieg und Leid gezeichnet war.
Michael Paul hat einen sehr eindrücklichen, lebendigen und detaillierten Sprachstil, welcher nie langatmig wird und mich sofort mit in die Handlung genommen hat.
Er lässt Geschichte lebendig werden und zeigt ungeschönt, wie es im letzten Kriegsjahr für die Menschen war. Er zeigt den Mut und die Zuversicht einzelner Personen zu dieser Zeit und gibt diesen eine kraftvolle Stimme, zeigt aber auch die Sichtweisen der Menschen, welche vom Nationalsozialismus total verblendet waren.
Das Jahr 1944 bildet den geschichtlichen Hintergrund des Romans „Versteckt im Schwarzwald“. Es ist das sechste Kriegsjahr für die Menschen und die Zweifel an einem deutschen Sieg wachsen – in der Bevölkerung und auch bei den Verantwortlichen des Regimes. Doch diese Zweifel verhindern nicht, dass immer wieder Männer rekrutiert und an die Front geschickt werden.
Zu dieser Zeit war Heinrich Himmler mit einem Sonderzug unterwegs und diesen als Befehlszentrale nutze. Der Zug stand lange im Bahnhof des Schwarzwaldorts Triberg, wo es auch optimale Möglichkeiten gab, den Zug in Tunneln oder im Wald zu verstecken und damit unangreifbar für alliierte Bomben zu machen.
Auch die Einrichtung und den Sinn der SS-Lebensborn-Heime“ bildet einen wichtigen Hintergrund in diesem Roman. In diesen insgesamt 27 Heimen sollte eine Erhöhung der Geburtenziffer „arischer“ Kinder herbeigeführt werden. In Nordrach gab es eines davon, in welchem von 1942 bis 1945 insgesamt 240 Kinder zur Welt kamen.
Diese geschichtlichen Hintergründe hat Michael Paul akribisch recherchiert und bettet seine fiktiven Figuren und die Handlung gekonnt in diese Hintergründe hinein.
Ein ausführliches Nachwort des Autors und historische Anmerkungen runden dieses spannende und aufwühlende Buch perfekt ab.
Fazit: Ein Buch, welches von der ersten bis zur letzten so spannend und aufwühlend ist und mich nicht mehr losgelassen hat.
Absolut lesenswert und unvergesslich!
claudi
aus Stuttgart
4/5
02.01.2023
eBook (ePUB)
"Mithilfe von Lebensborn…
"Mithilfe von Lebensborn wollte Himmler die Geburtenrate arischer Frauen erhöhen. Für die Nazis war der Verein eine Art Lebensbrunnen, aus dem sie neuen Nachwuchs gewinnen wollten." (planet-wissen) Schwarzwald 1944: Krankenschwester Marie Heumann arbeitet im Lebensborn, einem Heim der SS in Nordrach, als sie dort die 6-Jährige Alma kennenlernt. Almas Schicksal geht ihr nah, bis sie Marie eines Tages ganz unerwartet anvertraut wird. Gemeinsam gegen sie auf den Hof ihrer Eltern, wo zur selben Zeit auch drei polnische Zwangsarbeiter untergekommen sind. In Pawel finden die beiden einen besonderen Freund, ohne zu ahnen, dass dieser einen ganz anderen Plan verfolgt. Doch dann schlägt das Schicksal bei Maries Eltern zu, ihr Vater wird verhaftet und sie mit Alma nach Triberg in Himmlers Sonderzug gebracht. Pawel hingegen flüchtet und will nun seine Pläne durchführen, ohne zu ahnen, dass er dadurch seine Freunde in Gefahr bringt. --- Meine Meinung: Das Cover und der Klappentext haben mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Vor allem, da diese Geschichte auf wahren Begebenheiten basiert, die größtenteils den meisten bisher nicht bekannt ist. Selbst ich wusste nicht, dass der Reichsführer der SS Heinrich Himmler im Schwarzwald einen Sonderzug hatte. Der Schreibstil ist unterhaltsam und sehr gut zu lesen, allerdings stören mich in meinem Buch die vielen Rechtschreibfehler und fehlenden Emotionen. Außerdem haben die zu schnellen Wechsel in den Handlungssträngen und die teils fehlenden Leerzeichen bei den Handlungen etwas meinen Lesefluss gestört. Ich glaube, hier wäre eine Überarbeitung sicher gut, es sei den ich habe ein nicht korrigiertes Leseexemplar von ihm bekommen. Ansonsten hat mich Alma und Pawels Schicksal berührt, jedoch nicht so emotional, wie ich es sonst von Büchern aus Kriegszeiten erlebe. Schade fand ich außerdem, dass man von einigen Charakteren danach kaum mehr was erfahren hat. Über die Thematik Lebensborn oder wie Frauen zu Geburtsmaschinen für die SS wurden, hätte ich gerne noch mehr erfahren, leider wurde dies nur angeschnitten. Stattdessen erfahren ich viel über diesen Sonderzug von SS Reichsführer Heinrich Himmler. Diesen gab es wirklich, zusammen mit einer Mühle waren sie Himmlers heimliche Zufluchtsorte im Schwarzwald. Sogar seine Frau und die beiden Kinder fanden dort Zuflucht, während die Bevölkerung den Bomben ausgeliefert waren. Von hier aus delegierte er und hielt Kriegsrat mit Joseph Goebbels. Und während die Bevölkerung am Hungertuch nagte, lebte er hingegen mit seinen Kadetten im Überfluss. Wenn dann die Flieger mit ihren Bomben am Himmel auftauchten, raste der Zug mit großer Geschwindigkeit in den Großhaldentunnel hinein und war für niemanden mehr sichtbar. Für mich waren das Inhalte, die ich so bisher noch gar nicht kannte und von daher sehr aufschlussreich. Man spürt, dass der Autor ein besonderes Faible für historische Bücher, vorwiegend aus der Zeit des Nationalsozialismus hat. Trotzdem mir bei den Charakteren etwas die Tiefe und Emotionen gefehlt haben, gebe ich dem Buch 4 von 5 Sterne.
Lesery
2/5
25.02.2022
eBook (ePUB)
Amateurwerk zum hohen Preis.
Amateurhaft geschrieben. Amateurhaft gesetzt. Kein Sprachgefühl erkennbar. Korrektorat aus der eigenen Familie, was man sehr deutlich merkt. Zeichensetzungs- und Rechtschreibfehler ohne Ende.
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