Produktbild: Das Ereignis

Das Ereignis Nobelpreis für Literatur 2022 | Wie ist es, wenn man als Frau abtreiben will und es nicht darf?

7

11,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

35736

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

12.10.2022

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

103

Maße (L/B/H)

19,1/12/1,5 cm

Gewicht

101 g

Farbe

Seidengrau

Auflage

3

Originaltitel

L'Événement

Übersetzt von

Sonja Finck

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-47275-0

Beschreibung

Rezension

»In ihren schmalen Büchern steckt eine ganze Welt. Es ist eine oft brutale Welt. Ernaux’ Reflexionen rütteln auf, und sie machen zornig. Sie bedeuten auch: Es darf nicht so bleiben. Das Erreichte muss verteidigt, das Mangelhafte beseitigt werden.« ("neues deutschland")
»Annie Ernaux zu lesen, ist eine schier körperliche Erfahrung. ... Mikroskopisch verdichtet [sie] ihre persönlichen Erinnerungen zu einer kollektiven weiblichen Unrechtserfahrung.« ("NZZ am Sonntag")
»Ein weiteres kleines, großes Werk der 81-jährigen Schriftstellerin.« ("DER SPIEGEL")
»Die Eindringlichkeit, die Annie Ernaux mit ihrer Kunst der Kondensierung erreicht, findet sich auch in der hervorragenden Übersetzung von Sonja Finck wieder.« ("Der Tagesspiegel")
»... ein beeindruckendes Manifest einer Frau zwischen Körper und Geist.« ("Die literarische Welt")
»Ein wirklich gelungener Einblick in die Gefühlswelt einer jungen Frau und ein wichtiges Plädoyer für einen offenen Umgang mit Abtreibungen in der heutigen Zeit.« ("Rezensöhnchen")
»Auch wenn Das Ereignis in den 1960er Jahren angesiedelt ist, wird es doch angesichts aktueller Diskussionen zur Abtreibung wie derzeit im US-Bundesstaat Texas plötzlich wieder aktuell. ... Sonja Finck hat auch dieses buch der Autorin wieder hervorragend aus dem Französischen übersetzt.« ("SR Literatur")
»Das Erstaunliche an diesem Buch: Trotz des lakonischen Stils, der sich jede Art von Empathie und Mitleid versagt, trifft es mit Wucht.« ("Deutschlandfunk Kultur")
»Die große Kunst von Annie Ernaux besteht darin, dass sie durch die Intensität ihrer Darstellung auch uns ähnliche Zeitreisen ins eigene Leben ermöglicht.« ("Der Standard")

Produktdetails

Verkaufsrang

35736

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

12.10.2022

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

103

Maße (L/B/H)

19,1/12/1,5 cm

Gewicht

101 g

Farbe

Seidengrau

Auflage

3

Originaltitel

L'Événement

Übersetzt von

Sonja Finck

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-47275-0

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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  • Bewertung

    5/5

    21.09.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Sehr gutes Buch, aber harter Tobak!

    Harter Tobak! Ich wusste, dass "Das Ereignis" von Annie Ernaux keine leichte Lektüre wird. Ich wusste, dass es um Annie Ernaux' Erfahrung ihrer Abtreibung in den frühen 1960er Jahren geht. Ich wusste, Ernaux schreibt unverblümt. Und doch hat mich das Buch eiskalt erwischt. Mich haben die Umstände in den 1960ern schockiert. Ich weiß ja, dass es damals verboten und verpönt war, abzutreiben. Doch dies als Erfahrungsbericht aus erster Hand zu lesen, ist dann doch noch mal etwas anderes. Mich hat schockiert, mit welchen Mitteln Abtreibungen vorgenommen wurden. Dass dies unter fragwürdigen Umständen stattfand, war mir auch bewusst. Aber (als Beispiel) Chlorbleiche? Annie Ernaux hat mich auch mit diesem Buch wieder tief berührt. Ich mag ihre ehrliche, unverblümte Art zu schreiben. Das Thema Abtreibung ist ja ein sehr kontroverses Thema. Dass ich das Buch gelesen habe und gut finde, hat nichts damit zu tun, wie ich zu dem Thema stehe. Auch wenn ich grundsätzlich dagegen bin und für mich persönlich eine Abtreibung nur in bestimmten Ausnahmesituation in Frage gekommen wäre, verurteile ich keine Frau, die abtreibt. Sie wird ihre Gründe haben! Und ich bin definitiv für die Selbstbestimmtheit der Frauen! Und genau darum geht es auch Annie Ernaux mit ihrem Buch. Sie will nicht dafür werben, dass Abtreibung gut ist. Sie möchte vielmehr darauf aufmerksam machen, was Frauen auf sich nehmen mussten - und ja auch heute noch müssen -, was sie auf sich genommen hat, um gesellschaftlich/rechtlich in die Norm zu passen! Meine Meinung zum Thema hat sich nach dem Buch nicht geändert, aber es hat mich noch einmal sehr darüber nachdenken lassen! Ich kann "Das Ereignis" sehr empfehlen, denke aber, dass es nichts für Zartbesaitete ist. Ernaux geht wirklich tief ins Detail und ich musste das Buch immer mal wieder zur Seite legen und durchatmen.

  • G. G.

    5/5

    10.02.2023

    Buch (Taschenbuch)

    Heftig

    In ihrem autobiographischen Werk verarbeitet Ernaux ihre Abtreibung im Studentenalter. Schonungslos ehrlich, teils grotesk und diffus beschreibt Ernaux aus ihrer Sicht wie das "Ereignis" ablief. Es ist nichts für schwache Nerven, denn Eingriffe werden genauestens beschrieben und die gehen einem an die Nieren. Wie kann eine Studentin, die weder Halt in der konservativen Familie, noch in der Gesellschaft findet, eine Abtreibung planen und durchführen? Ernaux wird von vielen Seiten mit Wut, Ignoranz, Hass, Arroganz, Vorurteilen und Grenzüberschreitungen konfrontiert. Dennoch gibt sie nicht auf. Starke Sprache und bildgewaltige Szenen, die einem im Gedächtnis hängen bleiben. Das Werk wurde in einem Rutsch gelesen, weil mich ihre Schreibweise fasziniert. Trotzdem unglaublich gut. Geht tief unter die Haut und lässt einen atemlos sitzen. Tragisch.

  • Bories vom Berg

    aus München

    3/5

    22.06.2026

    Buch (Taschenbuch)

    Autofiktion aus der Knaus-Ogino-Zeit

    Aus dem Œuvre der mit dem Nobelpreis geehrten französischen Schriftstellerin Annie Ernaux ist, wenn auch mit mehr als 20jähriger Verspätung, inzwischen auch «Das Ereignis» auf Deutsch erschienen. In der Begründung der Nobelpreis-Jury von 2022 wird ausgeführt, dass sie geehrt wird «für den Mut und die klinische Schärfe, mit der sie die Wurzeln, Entfremdungen und kollektiven Beschränkungen der persönlichen Erinnerung aufdeckt». Sie sei mit ihrem Werk stilistisch als die «Urmutter der Autofiktion» anzusehen, wie Dorothea Westphal geschrieben hat, die meisten ihrer Bücher sind jedenfalls stark autobiografisch geprägt. Dieses Buch wurde übrigens 2021 unter gleichem Titel verfilmt und gewann in Venedig den Goldenen Löwen. Thematisch stehen bei Annie Ernaux die Frauen und Mädchen der französischen Gesellschaft im Fokus, Buchtitel wie «Eine Frau» oder «Erinnerungen eines Mädchens» zeugen davon, viele ihrer «Romane» könnte man durchaus passend auch dem Genre «Autobiografie» zuordnen. Wobei sie es in ihren Werken geschickt versteht, das zutiefst Private en passant ins Algemeingültige zu verwandeln. So auch in dem vorliegenden Band, wobei «Das Ereignis» hier in einer Abtreibung besteht. Annie Ernaux erzählt davon absolut authentisch, aus eigenen Erfahrungen als 23Jährige nämlich, als sie 1963 während des Studiums in Rouen selbst einen Schwangerschafts-Abbruch unter schlimmsten Bedingungen beinahe nicht überstanden hätte. Mit der gleichen Thematik wie im vorliegenden Band hatte die aus einfachen Verhältnissen stammende Annie Ernaux sich übrigens auch schon in ihrem Debüt-Roman von 1974 mit dem Titel «Die leeren Schränke» beschäftigt, den sie damals aber noch fiktional erzählt hat, - diese Thematik hat sie also offensichtlich nicht losgelassen, es war noch nicht alles gesagt dazu! Was sicherlich an den katastrophalen Umständen lag, mit denen dieses Thema damals soziologisch und politisch behandelt wurde. Die Schriftstellerin berichtet in ihren Buch sehr nachvollziehbar von ihren Zweifeln, ob sie denn tatsächlich als Ethnologin über diesen Teil ihrer eigenen Vergangenheit schreiben solle. In den 1960er Jahren gehörte Abtreibung noch zu den großen gesellschaftlichen Tabus nicht nur in Frankreich, sie war schlicht illegal! Bekannte Schriftstellerinnen wie Marguerite Duras oder Simone Beauvoir und viele andere prominente Frauen bekannten sich mutig in einem Aufsehen erregenden Manifest im Nachrichtenmagazin «Le Nouvel Observateur» dazu, gleichwohl eine Abtreibung gemacht zu haben, auch im «Stern» gab es damals eine entsprechende Aktion. Die junge Annie Ernaux stieß nicht nur in ihrer Familie auf kein Verständnis für ihre missliche Lage geschweige denn auf Beistand oder Hilfe, die Literatur-Studentin fühlte sich auf ihre schiere Körperlichkeit reduziert. In ihr Tagebuch notiert sie: «Ich habe das Gefühl, dass ich auf abstrakte Weise schwanger bin», sie fühlt sich plötzlich sehr einsam. Moralische Bedenken hat sie nicht, ein Kind würde für sie den Abbruch des Studiums bedeuten mit allen Konsequenzen. Da ihr nicht geholfen wird, versucht sie der Schwangerschaft mit Stricknadeln ein Ende zu setzen, allerdings vergebens. Schließlich landet sie bei einer «Engelmacherin», verblutet dann beinahe und landet schließlich im Krankenhaus. Die entsprechenden Textpassagen sind schwer auszuhalten, dieses Buch ist also nichts für schwache Gemüter! Gleiches gilt übrigens auch für den Film. Die Autorin hat erklärt, sie wolle sich demonstrativ mit diesem Buch all jenen Frauen gegenüber solidarisch zeigen, die sich in einem ähnlichen Dilemma befinden, - moralischen Diskursen geht sie dabei ganz bewusst aus dem Wege, auch im Buch übrigens! Dieser Text aus der Knaus-Ogino-Zeit ist der vielleicht mutigste der damals von der Gesellschaft stigmatisierten Autorin, die distanziert, nüchtern und zum Teil lakonisch, aber immer schonungslos offen ein extrem schwieriges literarisches Terrain bearbeitet, den Leser damit aber ziemlich fordert!

  • Bewertung

    5/5

    20.01.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine mutige Frau!

    Ernaux schreibt darüber, was es im Frankreich der 1960er bedeutete, als Frau keine Selbstbestimmung über den eigenen Körper zu haben. Gar in ein kriminelles Licht gerückt zu werden, sobald der Versuch unternommen wird, über den eignen Körper zu verfügen. Warum soll eine Frau nicht selbst darüber entscheiden dürfen, ob sie Mutter werden möchte oder nicht. Hinzukommt die Doppelmoral der Gesellschaft, welche nach sozialem Status anders urteilt. Eine Thematik, welche nicht aktueller sein könnte.

  • Bewertung

    5/5

    17.04.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein schmales aber prägnantes Buch, das jede:r lesen sollte!

    Die Studentin Annie, 23-jährig zu dem Zeitpunkt, entdeckt dass sie schwanger ist. In Tagebucheinträgen von der Erkenntnis bis zur Abtreibung und Notizen mit 30-jährigem Abstand zum Ereignis lässt sie Leser:innen ihren Weg verfolgen. Sie weiß, wenn sie ein uneheliches Kind zur Welt bringt, wird sie fortan nicht nur gebranntmarkt sein, sondern auch alles bisher Erreichte verlieren, was sie als Kind aus Arbeiterklasse überwunden hat. Aber sie muss es erzählen, denn «Wenn ich diese Erfahrung nicht im Detail erzähle, trage ich dazu bei, die Lebenswirklichkeit von Frauen zu verschleiern, und mache mich zur Komplizin der männlichen Herrschaft über die Welt.» Es ist ein autofiktionales Zeugnis, das jedoch für so viele Frauenbiografien der Länder Europas in den 1960er Jahren steht, in denen der Schwangerschaftsabbruch illegal ist (und bis in die Mitte der 70er Jahre bleibt). Annie ist auf ihrem Weg allein, denn der Erzeuger des ungewollten Kindes zeigt ein absolutes Desinteresse an der Lage, an der er ja nun eine Teilschuld trägt. Die Studentin versucht jemanden zu finden, der die Schwangerschaft beenden kann, gleichzeitig überlegt sie sich Methoden, die sie selbst anwenden kann. Von den Ärzten jener Zeit erhält sie keine Hilfe in ihrem Sinne. Als sie eine sogenannte Engelmacherin endlich ausfindig macht, führt diese gegen eine vereinbarte Summe den Abbruch durch. Die eindringliche Schilderung, welche auf den nächsten Seiten folgt, lässt sich mir die Nackenhaare aufstellen. Dem gegenüber steht die Aussage, «Ich hatte in der Toilette des Wohnheims gleichzeitig ein Leben und einen Tod zur Welt gebracht.» Diese plastische Erzählung im Wechsel mit der Poesie, die Annie Ernaux in „Das Ereignis“ schildert, sind eine schiere Achterbahnfahrt der Empfindungen. Es ist defininitiv kein leichtes Buch. Diese Lektüre lässt einen froh sein um die Rechte, die seitdem erstritten wurden. Gleichzeitig lässt sich in der Behandlung der Mitmenschen um die Annie jener Zeit noch immer Verhalten und Ansichten erkennen, das bis in unsere Gegenwart anhält und zeigt, das der Kampf um den weiblichen Körper noch immer anhält.

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Bewertungen (7)

Unsere Meinungen

  • Zum Bewerterprofil von Simone Büchner

    Simone Büchner

    Thalia Coburg

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    5/5

    20.01.2023

    Buch (Taschenbuch)

    Ein Blick zurück

    Die Autorin schildert komprimiert eigenes Erleben aus einer Zeit, als Abtreibung strafbar und gefährlich war. Für sie eine Zeit der Entfremdung vom eigenen Selbst, des ausgeliefert Seins an fremde Menschen, der Be- oder besser gesagt Misshandlungen, der Angst, des bewertet Werdens. Ein tabuloser Text über ein Tabu, verstörend und eindrücklich. An dieser Stelle ein Dank an all die Frauen, die mutig heutige Rechte erkämpft haben.
  • Zum Bewerterprofil von D. Toenneßen

    D. Toenneßen

    Thalia Mayersche Viersen

    Buchhändler*in

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    5/5

    13.05.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Buch was Frau gelesen haben muss.

    Annie Ernaux erzählt in diesem Roman davon, wie sie mit 23 Jahren ungewollt schwanger geworden ist, dieses Kind aber nicht behalten will. Eine Abtreibung war in Frankreich der 1960er Jahre nicht nur sehr gefährlich sondern auch Strafbar. Weil die Ärzte ihr nicht helfen wollen, bleibt ihr keine andere möglichkeit als eine sogenannte Engelsmacherin aufzusuchen. Dies ist absolut kein einfaches Buch und die beschreibungen sind sehr intensiv. Aber dennoch empfehle ich jeder Frau (und den Männern) dieses Buch zu lesen. Ein wichtiges Thema welches gerade zur jetzigen Zeit wieder hochkocht.
  • Zum Bewerterprofil von Carmen Paasche

    Carmen Paasche

    Thalia Stendal

    Buchhändler*in

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    5/5

    02.04.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Buch zum nachdenken!

    Annie Ernaux beschreibt in ihrem Buch, wie sie ungewollt schwanger wurde und das Kind nicht behalten will. Sie versucht alles, das Kind abzutreiben, was früher aber unter Strafe stand. Keiner der aufgesuchten Ärzte will ihr helfen und somit, bleibt ihr nichts anderes über, als zu einer Engelmacherin zu gehen. Sie erzählt offen über ihren Schwangerschaftsabbruch, über Verletzungen und Demütigen, die sie damals erleiden musste. Ein sehr interessantes Buch , welches man gelesen haben muss.

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