„Die Zeugen Jehovas zeigten […] ungewöhnliche Würde und Größe.“Bruno Bettelheim, jüdischer Holocaust-Überlebender, PsychoanalytikerIm Nationalsozialismus verbreiteten die Zeugen Jehovas Protestflugblätter, lehnten den Hitlergruß ab und verweigerten den Kriegsdienst. Für diesen Widerstand nahmen sie in Kauf, selbst zu Verfolgten des NS-Regimes zu werden. Trotzdem setzten sie sich darüber hinaus über den herrschenden Antisemitismus hinweg und halfen ihren bedrohten jüdischen Mitmenschen.In jahrelanger Recherche hat der Autor Christoph Wilker viele bewegende Einzelschicksale zusammengetragen. Diese Geschichten — begleitet von zahlreichen historischen Abbildungen und Dokumenten — beleuchten nicht nur eine zu Unrecht vergessene Seite des zivilen Widerstands, sie schließen auch eine Lücke in der Geschichtsschreibung über die Zeit des Nationalsozialismus.„Christoph Wilkers Buch zeigt nicht nur unbekannte Facetten des Widerstands gegen das NS-Regime, es dokumentiert auch die Solidarität und Menschlichkeit der Nächstenliebe als gelebten Glaubenssatz einer diskriminierten und verfolgten und nach 1945 auch als Opfer des Nationalsozialismus missachteten Gemeinschaft.“Prof. Dr. Wolfgang Benz, Historiker, Vorurteilsforscher
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Selbstverständlichkeit in solch dunklen Kapiteln der Geschichte ?
Ich habe den Klappentext gelesen und mir dieses Buch sofort bestellt. Denn ich bin ein großer Freund von Geschichte. Außerdem hatte ich das große Glück und durfte viele Zeitzeugen aus dieser Zeit kennenlernen. Ebenso musste ich in meiner Abschlussarbeit über die "unbekannten" Judenhelfer berichten. (Meine Schulzeit ist schon lange Jahre vorbei). Somit war dieses Buch Pflichtlektüre für mich. Denn ich wollte mehr erfahren, über Menschen, die in dieser Zeit ihr eigenes Leben und das ihrer liebsten, riskierten, um Menschen vor dem sicheren Tod zu bewahren. Zumal man sagen muss, dass alle Helfer, in diesem Buch, ausschließlich "Zeugen Jehovas" waren. Eine Glaubensgemeinschaft, die ebenfalls durch den Nazi-Terror schlimmes erfahren mussten. Da ist es umso mehr wichtiger diesen Menschen eine Stimme zu geben und sie hier und weiteren Lektüren zu Wort kommen zu lassen und sie öffentlich bekannt zu machen! Da die "Zeugen Jehovas" nie als Opfer anerkannt worden sind und somit nie Gerechtigkeit erfahren haben.
Die Kapitel und Geschichten dahinter sind wunderbar und verständlich geschrieben. Der Schreibstil ist super leicht verständlich. Der Autor ermöglichte es beim Lesen, dass man mehr über die Helfer erfährt und was aus ihnen geworden ist. Denn man muss sagen, dass es nicht für alle Helfer positiv ausging. Man sollte sich immer klar machen, dass es in dieser Zeit sehr schwierig war, zu helfen und was es für Konsequenzen nach sich zog, wenn man entdeckt worden ist. Aber trotzdem gab es diese Menschen, die einfach, weil sie es für richtig hielten, geholfen haben und dadurch selbst zu Opfern geworden wären/sind.
Ich danke dem Schriftsteller, dass er den Helfern eine Stimme gibt. Denn man hat immer "nur" die bekannten Helfer (z.B. Schindler) im Kopf. Aber es gab so viele mehr Menschen, die bereit waren, zu helfen. Man müsste viel mehr über diese und weitere "unbekannte" Helfer berichten ! Dieses Thema ist super interessant und wichtig. Es ist natürlich anzumerken, dass man von vielen Helfen nie etwas erfahren wird, weil niemand weiß, dass es sie gab und dass sie geholfen haben. Denn die meisten Helfer, auch aus diesem Buch, wollten nie, dass man sie öffentlich benennt oder ehrt, da sie es als "selbstverständlich" angesehen haben. Obwohl es zu diesen Zeiten mehr als gefährlich war.
Ich danke allen Menschen, die bereit waren zu helfen. Ebenso danke ich nochmals dem Schriftsteller und hoffe auf weitere sehr gute Lektüre zu diesem Thema.
Für jeden Geschichts-Fan oder auch Schüler aber auch Leser, ohne Bezug zu diesem Thema, empfehle ich dieses Buch und kann sagen, dass ihr es nicht bereuen werden, wenn ihr es gelesen habt.
Mir fällt da immer das bekannte Sprichwort aus dem Talmud ein: "Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt" ... es ist so wahr.
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