Der Halbmörder

Der Halbmörder

Die Chronik des Adalbert Hanzon in Gegenwart und Vergangenheit, von ihm selbst verfasst

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Beschreibung

Details

Verkaufsrang

2725

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

09.11.2022

Verlag

btb

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

21,8/14,2/3,2 cm

Beschreibung

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Verkaufsrang

2725

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

09.11.2022

Verlag

btb

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

21,8/14,2/3,2 cm

Gewicht

466 g

Originaltitel

Halvmördaren. Krönika över Adalbert Hanzon, i nutid och dåtid, författad av honom själv

Übersetzer

Paul Berf

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-442-75872-2

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Kurzweilig und amüsant

Bewertung am 24.11.2022

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Seit über 20 Jahren mein erster Nesser und ich muss sagen, es hat sich gelohnt. Adalbert Hanzons Gedächtnis lässt mit 74 Jahren langsam nach, Rückenprobleme hat er auch, manchmal trinkt er mit seinem Nachbarn Ullberg, den er eigentlich nicht ausstehen kann, einen Whiskey. Im Allgemeinen ist er ein mürrischer, pessimistischer alter Sack, der sich wöchentlich Erinnerungslisten schreibt, um sein Gedächtnis in Schuss zu halten, was ihm nur leidlich gelingt. Bei einem Apothekenbesuch glaubt er, Andrea Altman wiederzuerkennen, die einzige Frau, die ihm je etwas bedeutet hat. Obwohl ihm das gar nicht passt, braucht er die Hilfe anderer, um herauszufinden, was vor fast 50 Jahren wirklich geschah. Aber zuerst sitzt er an seinem Küchentisch und schreibt seine Chronik. Und zwar wortwörtlich, wie wir uns einen etwas altersenilen Herrn vorstellen. Manchmal schweift er ab und erzählt uns was ganz anderes. Eigentlich so, als würde uns tatsächlich ein alter Mann seine Geschichte erzählen. Am Ende muss er sich immer wieder auf die Couch legen, um seinen Rücken zu schonen. »Trotz allem, was du vielleicht glaubst, bist du nicht wichtig für die Welt.« Das einzige Lebensmotto, das ihm sein Vater mitgegeben hat. Auch wenn er nach seinem Abitur nur als Hausmeister arbeitete, kam er ganz gut zurecht. Jetzt, ein halbes Jahrhundert und eine Haftstrafe später, holt ihn seine Vergangenheit wieder ein. Dadurch dass sich Adalbert beim Erzählen immer wieder verzettelt, erfahren wir lange nicht, was es nun mit dieser Haftstrafe auf sich hat. Die Neugier hat mich quasi durch das Buch getrieben. Der Roman hat alles, was ich mir als Leserin wünschen kann. Spannung, die unterschwellig am Köcheln ist und einen Humor, der so furztrocken ist, dass ich den alten Griesgram am liebsten durchgeschüttelt hätte. Nessers Schreibstil ist locker und lässt sich leicht lesen, so dass ich die 285 Seiten an zwei Tagen durch hatte. Aber am meisten begeistert hat mich, dass er uns die Geschichte um Andrea und den Grund für Adalberts Haft wie eine Möhre vor die Nase hält, und ich einfach immer weiterlesen musste. Trotz all der nicht gerade löblichen Eigenschaften Adalberts, mochte ich den alten Kauz. Ich hatte es jedes Mal vor Augen, wie seinen noch muffeligeren Nachbarn missmutig beäugte, aber nicht nach Hause gehen wollte, bevor dessen Whiskey leer ist. Warum Adalbert aber nun im Knast war, müsst ihr schon selbst rausfinden. Aber wie heißt es so schön: Am Ende kommt immer alles anders, als man denkt. Das Buch wandert umgehend auf den Geschenkestapel für liebe Menschen. Nesser hat die Wesenszüge der Charaktere so fein herausgearbeitet, dass es mir eine Freude war, den alten Herrn zu begleiten. (Übrigens stammt der Ausdruck »alter Sack« nicht von mir, das hat er von sich selbst behauptet.)

Kurzweilig und amüsant

Bewertung am 24.11.2022
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Seit über 20 Jahren mein erster Nesser und ich muss sagen, es hat sich gelohnt. Adalbert Hanzons Gedächtnis lässt mit 74 Jahren langsam nach, Rückenprobleme hat er auch, manchmal trinkt er mit seinem Nachbarn Ullberg, den er eigentlich nicht ausstehen kann, einen Whiskey. Im Allgemeinen ist er ein mürrischer, pessimistischer alter Sack, der sich wöchentlich Erinnerungslisten schreibt, um sein Gedächtnis in Schuss zu halten, was ihm nur leidlich gelingt. Bei einem Apothekenbesuch glaubt er, Andrea Altman wiederzuerkennen, die einzige Frau, die ihm je etwas bedeutet hat. Obwohl ihm das gar nicht passt, braucht er die Hilfe anderer, um herauszufinden, was vor fast 50 Jahren wirklich geschah. Aber zuerst sitzt er an seinem Küchentisch und schreibt seine Chronik. Und zwar wortwörtlich, wie wir uns einen etwas altersenilen Herrn vorstellen. Manchmal schweift er ab und erzählt uns was ganz anderes. Eigentlich so, als würde uns tatsächlich ein alter Mann seine Geschichte erzählen. Am Ende muss er sich immer wieder auf die Couch legen, um seinen Rücken zu schonen. »Trotz allem, was du vielleicht glaubst, bist du nicht wichtig für die Welt.« Das einzige Lebensmotto, das ihm sein Vater mitgegeben hat. Auch wenn er nach seinem Abitur nur als Hausmeister arbeitete, kam er ganz gut zurecht. Jetzt, ein halbes Jahrhundert und eine Haftstrafe später, holt ihn seine Vergangenheit wieder ein. Dadurch dass sich Adalbert beim Erzählen immer wieder verzettelt, erfahren wir lange nicht, was es nun mit dieser Haftstrafe auf sich hat. Die Neugier hat mich quasi durch das Buch getrieben. Der Roman hat alles, was ich mir als Leserin wünschen kann. Spannung, die unterschwellig am Köcheln ist und einen Humor, der so furztrocken ist, dass ich den alten Griesgram am liebsten durchgeschüttelt hätte. Nessers Schreibstil ist locker und lässt sich leicht lesen, so dass ich die 285 Seiten an zwei Tagen durch hatte. Aber am meisten begeistert hat mich, dass er uns die Geschichte um Andrea und den Grund für Adalberts Haft wie eine Möhre vor die Nase hält, und ich einfach immer weiterlesen musste. Trotz all der nicht gerade löblichen Eigenschaften Adalberts, mochte ich den alten Kauz. Ich hatte es jedes Mal vor Augen, wie seinen noch muffeligeren Nachbarn missmutig beäugte, aber nicht nach Hause gehen wollte, bevor dessen Whiskey leer ist. Warum Adalbert aber nun im Knast war, müsst ihr schon selbst rausfinden. Aber wie heißt es so schön: Am Ende kommt immer alles anders, als man denkt. Das Buch wandert umgehend auf den Geschenkestapel für liebe Menschen. Nesser hat die Wesenszüge der Charaktere so fein herausgearbeitet, dass es mir eine Freude war, den alten Herrn zu begleiten. (Übrigens stammt der Ausdruck »alter Sack« nicht von mir, das hat er von sich selbst behauptet.)

Ein unterhaltsamer Seniorenkrimi

Bewertung aus Mülheim am 07.12.2022

Bewertet: Hörbuch (CD)

"Du bist nicht wichtig in der Welt", diese Worte hat der Erzähler als Kind von seinem Vater gehört, bevor dieser sich das Leben nahm. Sie scheinen sein Leben zu bestimmen und beweisen damit paradoxerweise genau das Gegenteil. Das Hörbuch war anders als erwaret. Es ist kein klassischer Krimi, sondern eher eine Erzählung. Der Protagonist schreibt als alter Mann seine Biographie und die Geschichte, wie er für seine große Liebe zum Halbmöder wurde. Anfangs hatte ich etwas Probleme, den Zeitsprüngen zu folgen, aber Dietmar Bär erzählt die Geschichte in solch einer amüsanten und hervorragenden Weise, dass es trotz der vielen Abschweifungen nicht langatmig wird. Man kann sich den alten Mann am Schreibtisch bildlich vorstellen, seine Arthosen spüren und seine Vergesslichkeit nachempfinden. Die Geschichte ist humorvoll, leicht dramatisch und in einem sehr ruhigen Erzähltempo geschrieben. Etwas anders als gewohnt, aber wenn man sich darauf einlässt, ist zumindest das Hörbuch ein absoluter Genuss, den ich nur empfehlen kann.

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"Du bist nicht wichtig in der Welt", diese Worte hat der Erzähler als Kind von seinem Vater gehört, bevor dieser sich das Leben nahm. Sie scheinen sein Leben zu bestimmen und beweisen damit paradoxerweise genau das Gegenteil. Das Hörbuch war anders als erwaret. Es ist kein klassischer Krimi, sondern eher eine Erzählung. Der Protagonist schreibt als alter Mann seine Biographie und die Geschichte, wie er für seine große Liebe zum Halbmöder wurde. Anfangs hatte ich etwas Probleme, den Zeitsprüngen zu folgen, aber Dietmar Bär erzählt die Geschichte in solch einer amüsanten und hervorragenden Weise, dass es trotz der vielen Abschweifungen nicht langatmig wird. Man kann sich den alten Mann am Schreibtisch bildlich vorstellen, seine Arthosen spüren und seine Vergesslichkeit nachempfinden. Die Geschichte ist humorvoll, leicht dramatisch und in einem sehr ruhigen Erzähltempo geschrieben. Etwas anders als gewohnt, aber wenn man sich darauf einlässt, ist zumindest das Hörbuch ein absoluter Genuss, den ich nur empfehlen kann.

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Adalbert Hanzon ist ein etwas schrulliger, leicht polteriger Mann und nicht gerade sehr auf seine äußere Erscheinung bedacht. Er sieht eine vor vierzig Jahren verschwundene Frau und setzt damit ein Rad ins Rollen, das sich zu einer spannenden Jagd entwickelt. Eigentlich dürfte man Adalbert nicht mögen, aber Nesser schafft es gekonnt, Sympathien für ihn aufzubauen. Manchmal sehr witzig, aber auch spannend und mit einer sehr interessanten Kehrtwendung.
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Man nennt H. Nesser auch den "Philosoph" unter den Krimiautoren. Und auch wenn er keinen Krimi schreibt, ist er dieses Titels würdig...
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