"An diesem Tag ging sie aus meinem Leben und nahm alle Farben mit."
Nicht nur die Gluthitze einer Sommernacht raubt dem zwölfjährigen Lenny den Schlaf, sondern auch die quälenden Erinnerungen an seine verunglückte Zwillingsschwester Lizzie. Er ist wütend. Auf das Schicksal und auf sich selbst, denn er gibt sich die Schuld an ihrem Tod.
In dieser Nacht erwartet ihn eine unglaubliche Begegnung und eine noch unglaublichere Geschichte mit dem Versprechen auf ein Wiedersehen mit Lizzie. Als er an der Seite eines kauzigen Mädchens in ein bizarres Abenteuer jenseits aller Welten aufbricht, glaubt er zu träumen. Oder irrt er sich?
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Die Autorin hat einen angenehmen zu lesenden und flüssigen Schreibstil. Die bildhafte und detaillierte Beschreibung sorgt dafür, dass man sich alles genau vorstellen kann. Die einzelnen Bilder im Buch untermalen es zusätzlich. Die Geschichte selbst handelt von einem Jungen namens Lenny, der seine Zwillingsschwester durch Tod durch Ertrinken verloren hat. Eines Nachts sucht ihn ein Mädchen namens Zinnober auf (später im Buch stellt sich heraus, dass sie ein Geist ist). Zinnober, genannt Zinni, sagt Lenny er müsse mit ihr mitkommen, denn seine Schwester braucht seine Hilfe. Sie wurde gefangen genommen von einem Baum namens Morag und nur Lenny kann ihr helfen. Und jetzt komme ich dazu, warum ich denke, dass dieses Buch für Kinder nicht geeignet ist:
Lenny hat seine Schwester durch einen tragischen Unfall verloren, bekommt nun gesagt, dass es sie doch noch irgendwie gibt und nur er sie retten kann aus einem grausamen Baum. Finde ich persönlich schwierig als Kind nachzuvollziehen. Das gesamte Reich in dem Lenny und Zinni dann den Weg zu seiner Schwester bestreiten ist düster, gefährlich und angsteinflößend. Ich weiß, dass meine Kinder Albträume von der Geschichte bekommen hätten. Ich weiß auch, dass das nicht auf alle Kinder zutreffen muss, aber ich finde es sollte definitv erwähnt werden,wenn man als Eltern-/Verwandtenteil überlegt das Buch zu kaufen. Es wird vier Mal davon berichtet, wie jemand zu Tode gekommen ist: 1. Durch Ertrinken beim Schwimmen mit Freunden im See, 2. Durch Herzinfarkt beim Besuch eines Freizeitparks mit der Familie, 3. Durch einen Brand im Haus, 4. Durch Lungenentzündung.
Ich verstehe, dass man vermitteln möchte, dass Der Tod zum Leben dazu gehört und wir das nicht beeinflussen können, aber bei einem Buch, welches bei Amazon.de in der Altersangabe zwischen 8 und 12 Jahre gelistet ist denke ich, dass es unnötig ist so sehr ins Detail zu gehen und denke es schürt bei Kindern dieses Alters eher Ängste als ein Verständnis für den ewigen Kreislauf des Lebens. Zwei Stellen haben mich zudem sehr schockiert zurückgelassen und das ist zum Einen die Stelle, in der gesagt wird (Zitat): "Einige erhoffen sich von Dingen wie Geld oder Edelsteinen eine positive Wirkung oder von Drogen. Ihr habt die freie Wahl, solange ihr nicht Leben, Gesundheit oder Freiheit anderer gefährdet. Einen verantwortungsvollen Weg zu suchen, heißt wachsen. "
Ein Kind zwischen 8 und 12 wird darunter folgendes verstehen: es ist ok, wenn du deine Trauer mit Drogen besänftigst, aber achte bitte darauf, dass du andere dabei nicht verletzt. Es tut mir leid, wenn ich der Autorin hierbei zu Nahe trete, aber das gehört einfach nicht in ein Kinderbuch. Es ist m.M.n. ein Anstoß in die falsche Richtung. Auch wenn man sensibilisieren will für so ein Thema, hat das leider so überhaupt nicht geklappt.
Gegen Ende des Buches sagt Lenny (Zitat): "Genauso musste sich der Zustand anfühlen, den Erwachsene mit Filmriss bezeichneten. Aber ich trinke oder ich kiffe nicht, und gesund bin ich auch, grübelte er."
Nochmals: der Protagonist Lenny ist 12 Jahre alt, das Buch ist für Kinder zwischen 8 und 12 Jahre. Was sollen solche Sätze in einem Kinderbuch? Woher weiß Lenny, was kiffen ist? Ja okay, Kinder gelangen immer früher mit Drogen etc. In Berührung, ABER: Ein Kind, welches nicht weiß was kiffen ist, wird hier höchstwahrscheinlich Fragen stellen. Spätestens dann wurde erneut das Interesse der Kinder in solch eine Richtung gelenkt. Ich sage nicht, dass es die Autorin beabsichtigt , im Gegenteil! Ich als Erwachsene verstehe Ihre Message der Geschichte, aber ein Kind wird es nicht verstehen können. Ich kann dieses Buch leider wirklich nicht für Kinder empfehlen. Als Erwachsener kann man es lesen, aber ich finde die Zielgruppe wurde hier mächtig verfehlt. Dass die Geschichte zum Ende hin etwas fröhlicher und bunter wird, haut es leider auch nicht wieder raus. Es ist wirklich schade, denn die Autorin hat sehr viel Talent zu Schreiben, aber ich würde es meinen und auch keinen anderen Kindern empfehlen können.
metAlpAnda
4/5
23.10.2022
eBook (ePUB)
Ein schauriges Fantasy-Buch für ältere Kinder
"Die Nacht dazwischen" beschäftigt sich mit dem Thema Tod und Trauerbewältigung und soll diese schwierige Thematik in erster Linie Kindern ab 11 Jahren näher bringen (je nach Plattform wird die Zielgruppe mit 8-12 Jahren angegeben, was ich persönlich viel zu früh finde). Aufgrund des Leitthemas und der insgesamt eher düsteren Stimmung des Buches würde ich das Buch frühestens ab 11-12 Jahren empfehlen, wobei es für sensible Kinder auch in diesem Alter eher beängstigend sein kann.
Lenny ist 12 Jahre alt und hat seine Zwillingsschwetser bei einem Badeunfall verloren. Er gibt sich die Schuld an ihrem Tod und leidet außerdem sehr unter der unendlichen Traurigkeit seiner Eltern. Eines Nachts bekommt er Besuch von einem Zauberwesen namens Zinnober und wird von ihr ins Jenseits geführt, um seiner Schwester ein letztes Mal zu helfen.
Ich habe das Buch selbst gelesen, habe dabei aber versucht, die darin beschriebenen Dinge mit Kinderaugen zu betrachten. Erstens: die Sprache des Buches ist für die Kinder auf jeden Fall bestens geeignet. Blumige Umschreibungen ("die Nacht duftete nach Vanillepudding") und ausufernde Beschreibungen, sowas lieben die kleinen Leser. Auch die Fantasygeschichte an sich ist sehr gelungen - das Auftauchen der phantastischen Wesen, die dunkle böse Macht, mysteriöse Vorkommnisse und ein bisschen Magie - all das fasziniert die Kinder und regt deren Fantasie an.
Die düsteren Elemente in der Geschichte sowie das Hauptthema sind jedoch schwer verdaulich und an manchen Stellen muss man selbst als Erwachsener hart schlucken. Es muss also wirklich sorgfältig überlegt werden, ob man das Buch seinem Kind "zumuten" kann und es ist auf jeden Fall sinnvoll, begleitend oder zum Abschluss darüber zu reden. Ob es anlassbezogen dazu geeignet ist, die eigene Trauer zu überwinden oder zu mildern, kann ich nicht beurteilen, aber es ist auf jeden Fall eine schaurig-schöne Gelegenheit, beim Lesen der Realität zu entfliehen.
Manche Passagen sind etwas verwirrend und ein paar Fragen sind am Ende offen geblieben. Einige Stellen erscheinen für die kindliche Fantasie sicherlich logischer und nachvollziehbarer, da sind die erwachsenen Leser wahrscheinlich zu realitätsbezogen.
Insgesamt eine interessante Lektüre mit ein paar kleineren Schwächen, das den jungen Lesern ab ca. 12 Jahren das Tabu-Thema Tod auf eine kindgerechte Weise näher bringen kann.
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