Martin Kreutzer will nach oben. Als Volontär einer überregionalen Berliner Tageszeitung muss er sich jedoch beweisen, denn Ruhm und Reichtum kriegt man nicht einfach geschenkt. Lukas Moretti war sein Kommilitone und schon damals in München ein Star unter den Studenten, doch inzwischen ist ihm mit seinem Mix aus performativer Kunst und euphorischen Elektropartys der internationale Durchbruch gelungen. Martin verspricht seiner Redaktion ein Exklusivinterview mit Moretti. So richtig kennt er ihn zwar nicht, aber was ist schon eine kleine Lüge zur Rettung der Karriere. Unglücklicherweise möchte Herr Moretti weder mit der Zeitung noch mit Martin Kreutzer etwas zu tun haben. Aber wer braucht schon so einen Phrasendrescher für ein Interview voller vorhersagbarer Phrasen? Martin Kreutzer schreibt das Interview einfach selbst und ist am Ende überzeugt, dass die Redaktion seinen Einsatz würdigen wird. Doch als Lukas Moretti tot aufgefunden wird, nehmen die Dinge einen unvorhergesehenen Lauf. Eine hochaktuelle Geschichte über Politik und Kunst, Fakten und Fiktionen und die Frage, was man für Ruhm und Reichtum alles tun würde.
Kundinnen und Kunden meinen
3.7/5.0
Bewertung
5/5
20.09.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was passiert, wenn aus Ambitionen und Ehrgeiz Größenwahn wird???
Martin Kreutzer, Volontär bei einer Tageszeitung, verspricht der Chefredaktion ein Interview mit Lukas Moretti, einem international erfolgreichen Künstler: „Nächste Haltestelle: Erfolg. Und wenn er die verpasste: Endstation Brezelbacken.“ Doch Kreutzer nimmt es mit der Wahrheit nicht allzu genau, er kennt Moretti privat gar nicht so gut, wie er sagt. Was sind schon ein paar kleine Lügen, wo hören Fakten auf, wo fängt Fiktion an? Da Moretti nichts mit Kreutzer zu tun haben möchte, schreibt Kreutzer das Interview ohne Interviewpartner – und er findet daran nichts Verwerfliches. Während Kreutzer das Interview an die Tageszeitung schickt, wird Moretti tot aufgefunden - und Kreutzer wird zur Recherche in den Münchner Vorort Kirching geschickt. - Eine gelungene Mischung aus Krimi, Gesellschaftskritik und Satire, schaurig, schrecklich, wild!
Bewertung
5/5
10.09.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wilde Story
Selten habe ich ein Buch so am Stück gelesen wie diese wilde Story. Im Verlauf der Geschichte dachte ich, dieser Autor hebt ab mit seinen fantastischen Ideen. Habe mich gesorgt, dass die Auflösung und das Ende nicht zu retten ist - schlimmstenfalls lächerlich wird. Die Auflösung hat mir am besten gefallen. Wenn ein Leser dieses Buch spoilert, dann bekommt er mächtig, mächtig Ärger ...
Bewertung
aus Marl
3/5
29.10.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein sehr eigenes Genregemix…
Ein sehr eigenes Genregemix und natürlich eine ordentliche Portion 'Titanic'-Flair Martin Kreuzer ist Volontär und heute als vermeintlicher stiller Zuhörer bei der Redaktionskonferenz dabei, als der Name Lukas Moretti fällt, ein im Moment sehr angesagter Performance-Künstler. Martin wittert seine große Chance. Da er mit Moretti studiert hat, verspricht er vollmundig, auf jeden Fall ein Interview mit diesem zu bekommen, best Bodies eben. Und so wird er nach München geschickt, um zu liefern. Doch Moretti denkt natürlich im Traum nicht daran, dem Irgenwie-Kommilitonen bei seinem Karriereaufstieg entsprechend behilflich zu sein und so bleibt nur 'Kreativität'. Martin erfindet dieses dann sehr bedeutende weil letzte Interview, denn am nächsten Morgen ist Moretti tot. Martins Redaktion ist begeistert, jetzt heißt es am Ball bleiben und da ihr Volontär sehr aussichtsreich mitten im wilden Pressegewirr angekommen ist, soll er jetzt zum 'Aus der ersten Reihe'-Berichterstatter werden, wo immer die Musik spielt, im Mordfall Moretti und Co. Also ab geht die Fahrt. Erst wird relativ normal der erste Gang eingelegt. Aber man hat ja schließlich etwas unter der Haube und so erhöht die Geschichte die Geschwindigkeit. Und natürlich geht es nicht nur geradeaus, sondern schnell werden die gängigen leicht schleimigen mit dem ein oder anderen kreativen Zusatzsätzchen versehenen Pfade verlassen und - im Film würde man sagen – jetzt gibt es ganz großes Kino. Gibt es dann auch, aber gleichzeitig auch kein Halten mehr. Eine Absurdität jagt die nächste, mal kurz verschaufen gibt’s nicht. Schräg, ironisch, sarkastisch, Medienschelte, Fakenews, Fakegeschichte, wo führt das hin. Beim Autor den Magazins Titanic sicherlich sehr weit außerhalb der gängigen Grenzen. Das war zu erwarten, aber hier reißt nach meinem Gefühl irgendwann die Leine, die da ist, damit der Leser dem Ganzen, mit sicher vorhandenem schrägem Humor, noch folgen kann. Und dann gibt es tatsächlich noch ein Ende, eins, dass passt, wenn man bis hier noch wohlwollend oder vielleicht auch total begeistert mit dabei gewesen ist. Ich gehöre zu denen, die innerlich irgendwann die Biege gemacht haben, aber trotzdem bis zum Schluss bei der Stange gebleiben sind, denn 'man weiß ja nie'. Dieses Buch, ein wahrlicher 'Boulevard des Schreckens', eine Bewertung auf einer Skala von gut zu schlecht bleibt hier außen vor. Es ist einfach nur für jemanden gemacht oder eben auch nicht. Bei halb so vielen Seiten wäre ich vielleicht sogar noch bei den ersteren mit dabei gewesen, hätte mich good amused, aber bei diesem Marathon eben eher nicht.
Bewertung
3/5
29.10.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein sehr eigenes Genregemix und natürlich eine ordentliche Portion 'Titanic'-Flair
Martin Kreuzer ist Volontär und heute als vermeintlicher stiller Zuhörer bei der Redaktionskonferenz dabei, als der Name Lukas Moretti fällt, ein im Moment sehr angesagter Performance-Künstler. Martin wittert seine große Chance. Da er mit Moretti studiert hat, verspricht er vollmundig, auf jeden Fall ein Interview mit diesem zu bekommen, best Bodies eben. Und so wird er nach München geschickt, um zu liefern. Doch Moretti denkt natürlich im Traum nicht daran, dem Irgenwie-Kommilitonen bei seinem Karriereaufstieg entsprechend behilflich zu sein und so bleibt nur 'Kreativität'. Martin erfindet dieses dann sehr bedeutende weil letzte Interview, denn am nächsten Morgen ist Moretti tot. Martins Redaktion ist begeistert, jetzt heißt es am Ball bleiben und da ihr Volontär sehr aussichtsreich mitten im wilden Pressegewirr angekommen ist, soll er jetzt zum 'Aus der ersten Reihe'-Berichterstatter werden, wo immer die Musik spielt, im Mordfall Moretti und Co. Also ab geht die Fahrt. Erst wird relativ normal der erste Gang eingelegt. Aber man hat ja schließlich etwas unter der Haube und so erhöht die Geschichte die Geschwindigkeit. Und natürlich geht es nicht nur geradeaus, sondern schnell werden die gängigen leicht schleimigen mit dem ein oder anderen kreativen Zusatzsätzchen versehenen Pfade verlassen und - im Film würde man sagen – jetzt gibt es ganz großes Kino. Gibt es dann auch, aber gleichzeitig auch kein Halten mehr. Eine Absurdität jagt die nächste, mal kurz verschaufen gibt’s nicht. Schräg, ironisch, sarkastisch, Medienschelte, Fakenews, Fakegeschichte, wo führt das hin. Beim Autor den Magazins Titanic sicherlich sehr weit außerhalb der gängigen Grenzen. Das war zu erwarten, aber hier reißt nach meinem Gefühl irgendwann die Leine, die da ist, damit der Leser dem Ganzen, mit sicher vorhandenem schrägem Humor, noch folgen kann. Und dann gibt es tatsächlich noch ein Ende, eins, dass passt, wenn man bis hier noch wohlwollend oder vielleicht auch total begeistert mit dabei gewesen ist. Ich gehöre zu denen, die innerlich irgendwann die Biege gemacht haben, aber trotzdem bis zum Schluss bei der Stange gebleiben sind, denn 'man weiß ja nie'.
Dieses Buch, ein wahrlicher 'Boulevard des Schreckens', eine Bewertung auf einer Skala von gut zu schlecht bleibt hier außen vor. Es ist einfach nur für jemanden gemacht oder eben auch nicht. Bei halb so vielen Seiten wäre ich vielleicht sogar noch bei den ersteren mit dabei gewesen, hätte mich good amused, aber bei diesem Marathon eben eher nicht.
Bewertung
3/5
21.09.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Skurriler Satire
Martin Kreutzer, Volontär bei einer Berliner Zeitung, will seiner Karriere einen Schub geben. Als er erfährt, dass der exzentrische Performancekünstler Lukas Moretti jedes Interview ablehnt, wittert er seine Chance. Immerhin waren sie Kommilitonen an der gleichen Uni. Dass sie sich kaum kannten, verschweigt er lieber. Doch dann kommt alles anders. Moretti denkt gar nicht daran, mit ihm zu reden. Damit Kreutzer vor seinem koksenden Chef nicht dumm dasteht, erfindet er kurzerhand ein Interview. Nichtswissend, dass Moretti in der selben Nacht tödlich von einer S-Bahn erwischt wird und nun nichts mehr dementieren kann. Kreutzer wird in den Münchner Vorort Kirching, dem Ort, wo Moretti aufwuchs, zur Recherche geschickt und trifft dort auf die nächsten Toten. Ab hier wird es reichlich skurril und nimmt ein schreckliches Ende.
An der Stelle sollte ich unbedingt erwähnen, dass es sich bei dem Autor um den Chefredakteur des gefürchteten Satiremagazins Titanic handelt. Das sollte man wissen, bevor man sich auf den #Roman einlässt. Diese übertriebene, scharfe Satire liegt sicher nicht jedem.
Der Roman beginnt schwungvoll und mit schwarzem Humor, einiger Kritik an den Arbeitsweisen des Journalismus und nimmt die abgedrehte Kunstszene ordentlich aufs Korn. Bei Moretti handelt es sich nämlich um einen Künstler der Elektropop und Lyrik verbindet und beim »Beschwörungen-Festival« auftritt. Ihr merkt schon, es wird reichlich abgefahren. Kreutzer hingegen ist unsicher und von Selbstzweifeln geplagt. Doch was ihn in Kirching erwartet, übersteigt seine Vorstellungskraft. Und ab hier sollte man als Leser sehr offen sein und sich auf die überzogene, abstruse Satire einlassen können. Beim Lesen habe ich mich oft gefragt, wann Kreutzer aus seinem surrealen Fiebertraum erwacht. Oder war es ein Drogenrausch?
Vielleicht ist es typisch Titanic, in allem maßlos zu übertreiben, das werden die Leser des Magazins sicher zu schätzen wissen. Jede neue Handlung wird noch abstruser als die vorige. Ich möchte hier nicht spoilern, aber die Ereignisse fühlten sich tatsächlich wie die Beschreibung eines Drogenrauschs an. Vielleicht lag es in der Absicht des Autors, aber ich konnte zu keiner der Charaktere irgendeine Sympathie aufbauen, die allesamt Karikaturen waren. Gegen Ende habe ich mich gefragt, wie Hürtgen die Geschichte wohl auflösen will. Na ja, ihr solltet euch überraschen lassen. Es traf nicht meinen Humor, aber alle, die es gern völlig abgefahren mögen, werden hier sicher ihre wahre Freude haben.
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4/5
17.11.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein junger Journalist jagt einer...
Ein junger Journalist jagt einer mysteriösen Todesserie hinterher und verwickelt sich selbst immer mehr darin. Ein skurriles Buch, aber das macht es so lesenswert und einzigartig.
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