Die Legende vom Hermunduren
Der Irrtum des Publicani > Historische Abenteuer-Romanfolgen > Handlungszeitraum von 64 bis 70 AD > Lage Roms vor, im & nach Vierkaiserjahr 69 AD > Handlungsorte: Imperium Romanum & Germanien
Waren die Brände am Rhenus, in Judäa und in Rom vorerst eingedämmt, begannen dafür die Flammen des Aufstandes in Gallien höher zu züngeln... Von Kaiser Neros Botschaft gestärkt, begann Statthalter Vindex dessen Wünschen folgend, die Macht zum Aufstand an sich zu reißen. Das Galliens Fürsten, allen voran der Haeduer Eporedorix, im Statthalter auf ihrer Seite Vorteile und auch Gefahren vermuten durften, verkannte keiner der Beteiligten.
Vindex gezwungen, ihm überlassene Geheimnisse zu hüten und auch den eigenen, umtriebigen Sohn davon auszuschließen, wollte er diesen schützen, geriet in Bedrängnis.
So wie Vindex, verfolgten auch der Haeduer Eporedorix und der Sequaner Castius Delvaux eigene Pläne mit dem Aufstand. Als dann des Statthalters eigener Berater Verrat beging, in dem er die Front wechselte und offen gegen Vindex auftrat, schien eine Vorentscheidung zur Führung gefallen und Neros Ziele in Frage gestellt...
Der uneinsichtige Sohn und das Voranschreiten der Ereignisse zwangen Vindex zu einem Entschluss, dabei den Schutz der Familie im Auge habend. Es war der Sohn, der sich diesen Bemühungen widersetzte...
Frau und Tochter traten deren Reise nach Rom, in die von Kaiser Nero gebotene Sicherheit, an. Der Sohn aber suchte seinen eigenen Weg, der ihn an den Rhenus zog, wo er starke römische Legionen, einen Rom treuen Legat und vor allem Gerwins Hilfe wusste. Der weite Weg zum Ziel war mit Gefahr, Bedrohung, Aufopferung, Klugheit und Geduld, sowie fast ständigem Kampf verbunden. Der Erste, der ihn hindern wollte, war der Haeduer Eporedorix...
Vindex, ein Gerücht vernehmend, beauftragte einen Verbündeten, Licht in das Dunkel zu tragen, während dessen Sohn Mogontiacum erreichte und bei Gerwin und dessen Gefährten fand, was er suchte. Hilfreiche Hände, einen klugen Verstand und praktische Ratschläge, die in einem gemeinsamen Plan mündeten, den Gerwin selbst umzusetzen gedachte.
In Lugdunum tauchte inzwischen ein völlig neuer Feind für Vindex auf. Die Publicani störten sich an seinen Vorhaben für Gallien und so begannen diese eine Bedrohung, die bis Rom reichen sollte. Vindex ersann einen Plan, den er nahezu ohne jede Hilfe umsetzte, wenn auch den letzten Schlag ein Evocati führte.
Doch würde seine Warnung an Frau und Tochter rechtzeitig eintreffen... Kaum in Lugdunum eingetroffen, erkannte Gerwin die Bedrohung für die Familie des Vindex. Er wagte den Sprung per Schiff über das aufgewühlte Mare Nostrum nach Rom, um erneut Leben zu bewahren, die in großer Gefahr zu schweben schienen...
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Die Römer greifen ein Barbarendorf an, wobei Titus Suetonius so schwer verletzt wird, dass seine Zukunft bei den Römern noch ungewiss ist. Bei dem Angriff wurde fast das komplette Dorf ausgelöscht, nur einige wenige konnten sich retten. Darunter ein junger Knabe, der sich in einem Erdloch vor den Römern versteckt hielt. Dieser Knabe ist es auch, der sich freiwillig meldet, ein anderes Dorf der Barbaren aufzusuchen, um diese vor den Römern zu warnen. Sein Vorhaben gelingt und so können die Römer vorerst geschlagen werden. Doch mit dem Sieg kommen weitere Fragen auf, z. B. wie es jetzt weitergehen soll?!
Die Geschichte rund um die Hermunduren, wird in insgesamt 28 Kapiteln erzählt. Jede der Kapitelüberschriften besteht aus einer Ziffer und einem Titel, der gut zum Inhalt des jeweiligen Kapitels passt. Unter der Überschrift gibt es zusätzlich die Angabe von Ort und Zeit, was das Zurechtfinden für den/die Leser/-inn deutlich erleichtert, zumal die Story sich über viele Monate streckt. Neben diesen Angaben gibt es noch einige andere Dinge, die dem/der Leser/-inn, in Sachen Verständnis hilft. Zu Beginn des Buches gibt es einen kleinen Einblick in die Geschichte der Hermunduren, der zum Verständnis beiträgt (besonders, da sicherlich nicht jeder mit den Hermunduren etwas anfangen kann). Am Ende des Buches gibt es dann noch ein Personenverzeichnis, so wie ein Wortregister. Beides ist sehr hilfreich, wenn nicht sogar von Nöten (für das Verständnis). Das Personenregister hilft einem dabei, sich die zahlreichen Charaktere abzurufen, die einem im Laufe der Story begegnen werden. Das Wortregister erklärt alle Wörter, die einem bei solch einer Thematik begegnen, und da gibt es so einige. Positiv bei beiden Registern ist, dass die Seitenzahl angegeben wird, wo dieses Wort zu finden ist (so kann man diese Dinge im Kontext nochmals nachlesen).
Das Buch selbst ist nicht immer leicht zu lesen, was aber hauptsächlich an den vielen Vokabeln und Charakteren liegt, die es gilt sich zu merken (und zu verstehen). Der Schreibstil selbst, ist recht gut und flüssig zu lesen. Besonders gefallen haben mir die detaillierten Beschreibungen der Handlung und der Welt, besonders in die Szenen, in denen gekämpft wird. Dies sorgt dafür, dass man sich die Welt sehr gut vorstellen kann. Hier nimmt der Autor auch kein Blatt vor den Mund, wenn es um Schicksaalsschläge geht. Dies macht das Buch aber recht authentisch, weil es damals sicher nicht immer leicht war.
Die Charaktere entwickeln sich im Laufe des Buches weiter (z. B. Gerwin, der anfangs noch ängstlich ist, später reift er ab zu einem Mann). Allgemein sind die Charaktere gut gewählt und werden gut in die Reihe eingeführt (schließlich geht es in Band 2 ja weiter). Das Buch bildet also den perfekten Anfang für eine Reihe.
Cover: Die Grundfarbe des Covers ist grün. Auf der Vorderseite gibt es dann ein Rechteck, auf dem einige Römer zu sehen sind (eigentlich ist es immer derselbe Römer, der nur verdoppelt wurde). Damit bezieht das Coverbild sich direkt zum Inhalt des Buches, denn dort spielen ebenfalls Römer eine Rolle. Leider wirkt das Cover so ein wenig einfallslos, was aber nicht bedeutet, es würde nicht zum Buch passen. Über dem Rechteck befindet sich der Titel der Reihe (alle Bücher der Reihe tragen den Titel “Die Legende vom Hermunduren), unter dem Rechteck findet sich dann der Titel des jeweiligen Buches (ebenfalls gibt es die Angabe, welcher Teil der Reihe das ist). Dieser Titel passt gut zu diesem Buch bzw. dessen, was im Buch beschrieben wird.
Auf der Rückseite sehen wir das Coverbild, nur in klein.
Insgesamt ist das Cover zwar passend zum Buch, aber es hätte ruhig etwas mehr gestaltet werden dürfen (z. B. neben den Römern, auch ein Abbild eines anderen Stammes).
Fazit: G. K. Grasse hat es geschafft, einen wirklich guten Anfang in ein Abenteuer, vergangener Tage zu machen. Es gibt kleine Kritikpunkte (z. B. bezüglich des Covers), diese fallen jedoch kaum ins Gewicht und stören beim Lesen selbst, nicht im Geringsten. Der Autor schafft es durch recht viele Hilfen (z. B. Wortregister), jede/-n Leser/-inn das Lesevergnügen so leicht zu machen, wie möglich. Ein wirklich gelungener Beginn einer Reihe, der von mir 5/5 Sterne bekommt.
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