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Maman

Roman

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Maman

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Beschreibung

Details

Verkaufsrang

36417

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

20.02.2023

Verlag

Carl Hanser Verlag

Seitenzahl

176

Beschreibung

Details

Verkaufsrang

36417

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

20.02.2023

Verlag

Carl Hanser Verlag

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

20,6/12,8/2,1 cm

Gewicht

285 g

Auflage

4. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-446-27623-9

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Wie es hätte sein können

Aischa aus Kissing am 13.12.2023

Bewertungsnummer: 2087593

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Eigentlich hatte ich ehrlich gesagt nach Helga Schuberts "Vom Aufstehen", Kim de l`Horizons "Blutbuch" und Annie Ernauxs "Der junge Mann" die Nase voll von autofiktionalen Erzählungen. Dieses oft weinerliche Um-sich-selbst-Kreisen geht mir im Privatleben schon auf die Nerven, und auch als zeitgenössische Literaturgattung kann ich dieser Art sich auszudrücken meist wenig abgewinnen. Doch bei diesem Roman von Sylvie Schenk, einer französischen Autorin, die in Deutschland lebt und seit einigen Jahrzehnten auch auf Deutsch schreibt, ist das anders. Sie erzählt auf sehr berührende und intensive Weise über ihre verstorbene Mutter. Dabei ist vieles unweigerlich Fiktion, denn "Maman" war sehr verschlossen, und auch von der weitläufigen Verwandtschaft sind nur noch spärliche Gerüchte in Erfahrung zu bringen. Nicht zuletzt wohl deshalb, weil die Mutter der Autorin ein Adoptivkind ungewisser Abstammung war und somit zeitlebens unter Standesdünkeln der französischen Klassengesellschaft zu leiden hatte. Gut gefällt mir daran, dass Schenk deutlich abgrenzt, was an wenigen Fakten über Großmutter und Mutter vorhanden ist, welche Erinnerungen mündlich überliefert wurden und was sie letztlich für ihren Roman dazu erdichtet hat. Letzteres taucht oft als interessante Erzählperspektive auf, nämlich indem sie sich selbst als kleines Mädchen auf eine Art Zeitreise schickt und beispielsweise neben ihrer Mutter deren eigene Kindheit miterlebt. So manches Mal stockte mir der Atem, weniger aufgrund des harten Lebenswegs der Protagonistin als vielmehr wegen der schonungslos ehrlichen Darstellung durch die Autorin. So beschreibt Schenk ihre Mutter unter anderem wie folgt: "Sie war ein stummer Mensch mit blauen Augen und einem Verstand, der damit beschäftigt war, seine Mängel zu kaschieren." Oder: "Sollte ich mir nicht eingestehen, dass ich sie als einen einfachen, leicht zurückgebliebenen Menschen ansah ..., von dem ich mich vor allem abgrenzen wollte." Darf man so über die eigene Mutter schreiben? Ja, denn Schenk reflektiert ihr Verhältnis zur Mutter, hat beim Schreiben die nötige Distanz und zeigt überdies klar auf, welchen Anteil die erbarmungslose Gesellschaft an diesem armen, zerbrochenen Leben hatte. Ein unschuldiges Kind leidet bis ins Erwachsenenalter darunter, nicht dazu zu gehören, allein aufgrund der Abstammung als minderwertig zu gelten. Ein weiterer roter Faden, den Schenk durch ihre Erzählung spinnt, dreht sich um uneheliche Kinder und deren Väter, die sich aus der Verantwortung stehlen. Laut ihrer Beobachtung hat sich hier über die letzten Jahrzehnte nur wenig geändert, oder zumindest noch nicht genug.
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Wie es hätte sein können

Aischa aus Kissing am 13.12.2023
Bewertungsnummer: 2087593
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Eigentlich hatte ich ehrlich gesagt nach Helga Schuberts "Vom Aufstehen", Kim de l`Horizons "Blutbuch" und Annie Ernauxs "Der junge Mann" die Nase voll von autofiktionalen Erzählungen. Dieses oft weinerliche Um-sich-selbst-Kreisen geht mir im Privatleben schon auf die Nerven, und auch als zeitgenössische Literaturgattung kann ich dieser Art sich auszudrücken meist wenig abgewinnen. Doch bei diesem Roman von Sylvie Schenk, einer französischen Autorin, die in Deutschland lebt und seit einigen Jahrzehnten auch auf Deutsch schreibt, ist das anders. Sie erzählt auf sehr berührende und intensive Weise über ihre verstorbene Mutter. Dabei ist vieles unweigerlich Fiktion, denn "Maman" war sehr verschlossen, und auch von der weitläufigen Verwandtschaft sind nur noch spärliche Gerüchte in Erfahrung zu bringen. Nicht zuletzt wohl deshalb, weil die Mutter der Autorin ein Adoptivkind ungewisser Abstammung war und somit zeitlebens unter Standesdünkeln der französischen Klassengesellschaft zu leiden hatte. Gut gefällt mir daran, dass Schenk deutlich abgrenzt, was an wenigen Fakten über Großmutter und Mutter vorhanden ist, welche Erinnerungen mündlich überliefert wurden und was sie letztlich für ihren Roman dazu erdichtet hat. Letzteres taucht oft als interessante Erzählperspektive auf, nämlich indem sie sich selbst als kleines Mädchen auf eine Art Zeitreise schickt und beispielsweise neben ihrer Mutter deren eigene Kindheit miterlebt. So manches Mal stockte mir der Atem, weniger aufgrund des harten Lebenswegs der Protagonistin als vielmehr wegen der schonungslos ehrlichen Darstellung durch die Autorin. So beschreibt Schenk ihre Mutter unter anderem wie folgt: "Sie war ein stummer Mensch mit blauen Augen und einem Verstand, der damit beschäftigt war, seine Mängel zu kaschieren." Oder: "Sollte ich mir nicht eingestehen, dass ich sie als einen einfachen, leicht zurückgebliebenen Menschen ansah ..., von dem ich mich vor allem abgrenzen wollte." Darf man so über die eigene Mutter schreiben? Ja, denn Schenk reflektiert ihr Verhältnis zur Mutter, hat beim Schreiben die nötige Distanz und zeigt überdies klar auf, welchen Anteil die erbarmungslose Gesellschaft an diesem armen, zerbrochenen Leben hatte. Ein unschuldiges Kind leidet bis ins Erwachsenenalter darunter, nicht dazu zu gehören, allein aufgrund der Abstammung als minderwertig zu gelten. Ein weiterer roter Faden, den Schenk durch ihre Erzählung spinnt, dreht sich um uneheliche Kinder und deren Väter, die sich aus der Verantwortung stehlen. Laut ihrer Beobachtung hat sich hier über die letzten Jahrzehnte nur wenig geändert, oder zumindest noch nicht genug.

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Großartige Auseinandersetzung mit der Vergangenheit

MarieOn am 23.10.2023

Bewertungsnummer: 2049983

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Mamans Name war Renée Gagnieux. Soviel ist wahr. Sie war die Tochter von Cécile, die vielleicht eine Seidenspinnerin war und wurde in Lyon geboren. Die Autorin macht sich auf den Weg, in den Schuhen ihrer Mutter zu laufen, zu der sie keine intensive Bindung hatte. Maman mochte alle ihre sechs Kinder, solange sie klein waren. Solange wir abhängig von ihr waren, zauberten wir ein Lächeln auf ihr Gesicht, dann fand sie Ruhe, sonst war ihr Leben Scham und Ausgrenzung. Sie ist eine stille Frau, die mit ernstem Gesicht, leise mit sich selbst spricht. Den Vater hasst sie womöglich. Renées eigene Maman musste sich prostituieren, weil sie von ihrem Hungerlohn und ohne Mann, keine fünf Kinder ernähren konnte. Nach Renées Geburt verblutete sie. Renée kam in ein Pflegeheim, gefolgt von einer Pflegefamilie, einem Bauernehepaar, das sich mit einem Pflegekind ein Zubrot verdienten. Als Renée dann sprach- und verwahrlost zu einer anderen Pflegefamilie kam, war ihr soviel Unglück widerfahren, dass sie schon ganz verkorkst war. Das, was Maman dann später an ihre Mädchen weitergab war Verachtung und Selbstverachtung, eine obskure Angst vor Männern, vor der Liebe, vor der Schande. Alle Männer sind Schweine, dem Mann haftet die Geilheit an. Die Männer bumsten und zahlten, die Frauen entbanden und starben. S.126 Erst in Hochzeitsnacht erinnert sich Renée an den Bauern, der sie damals Bastard nannte und sich anschließend an ihr verging. Ein Umstand, der ihr nachträglich die eigene Sexualität vermieste und sie einzig den ehelichen Pflichten nachkommen ließ. Fazit: Ich mochte diese Ich-Erzählung sehr, die ganz klar den Anspruch erhebt, aufzuzeigen, wie schwer Frauen das Leben gemacht wurde. Entweder sie waren schmückendes Beiwerk, wertlose Anhängsel, oder Huren. Die Geschichte der Autorin macht gut verständlich, wie Mütter ihre Traumen an die nächsten Generationen weitergegeben haben und macht fassbar, welche Schwierigkeiten das weibliche Geschlecht bis in meine Generation mit ihrem Selbst-Wert hat. Ein wirklich wichtiges Buch, mit einer großartigen Klangfarbe. Ungeschönt, ehrlich und auch berechtigterweise wütend. Es ist völlig zurecht auf der Shortlist des deutschen Buchpreises zu finden.
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Großartige Auseinandersetzung mit der Vergangenheit

MarieOn am 23.10.2023
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Mamans Name war Renée Gagnieux. Soviel ist wahr. Sie war die Tochter von Cécile, die vielleicht eine Seidenspinnerin war und wurde in Lyon geboren. Die Autorin macht sich auf den Weg, in den Schuhen ihrer Mutter zu laufen, zu der sie keine intensive Bindung hatte. Maman mochte alle ihre sechs Kinder, solange sie klein waren. Solange wir abhängig von ihr waren, zauberten wir ein Lächeln auf ihr Gesicht, dann fand sie Ruhe, sonst war ihr Leben Scham und Ausgrenzung. Sie ist eine stille Frau, die mit ernstem Gesicht, leise mit sich selbst spricht. Den Vater hasst sie womöglich. Renées eigene Maman musste sich prostituieren, weil sie von ihrem Hungerlohn und ohne Mann, keine fünf Kinder ernähren konnte. Nach Renées Geburt verblutete sie. Renée kam in ein Pflegeheim, gefolgt von einer Pflegefamilie, einem Bauernehepaar, das sich mit einem Pflegekind ein Zubrot verdienten. Als Renée dann sprach- und verwahrlost zu einer anderen Pflegefamilie kam, war ihr soviel Unglück widerfahren, dass sie schon ganz verkorkst war. Das, was Maman dann später an ihre Mädchen weitergab war Verachtung und Selbstverachtung, eine obskure Angst vor Männern, vor der Liebe, vor der Schande. Alle Männer sind Schweine, dem Mann haftet die Geilheit an. Die Männer bumsten und zahlten, die Frauen entbanden und starben. S.126 Erst in Hochzeitsnacht erinnert sich Renée an den Bauern, der sie damals Bastard nannte und sich anschließend an ihr verging. Ein Umstand, der ihr nachträglich die eigene Sexualität vermieste und sie einzig den ehelichen Pflichten nachkommen ließ. Fazit: Ich mochte diese Ich-Erzählung sehr, die ganz klar den Anspruch erhebt, aufzuzeigen, wie schwer Frauen das Leben gemacht wurde. Entweder sie waren schmückendes Beiwerk, wertlose Anhängsel, oder Huren. Die Geschichte der Autorin macht gut verständlich, wie Mütter ihre Traumen an die nächsten Generationen weitergegeben haben und macht fassbar, welche Schwierigkeiten das weibliche Geschlecht bis in meine Generation mit ihrem Selbst-Wert hat. Ein wirklich wichtiges Buch, mit einer großartigen Klangfarbe. Ungeschönt, ehrlich und auch berechtigterweise wütend. Es ist völlig zurecht auf der Shortlist des deutschen Buchpreises zu finden.

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Maman

von Sylvie Schenk

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Hannelore Wolter

Thalia Zentrale

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5/5

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Eine Frau auf den Spuren ihrer Familie. Was ist wahr? Was ist verklärt? Was hat Auswirkungen auf die nachfolgende Generation? S.Schenk hat sich damit auseinandergesetzt in berührender Weise.
5/5

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Eine Frau auf den Spuren ihrer Familie. Was ist wahr? Was ist verklärt? Was hat Auswirkungen auf die nachfolgende Generation? S.Schenk hat sich damit auseinandergesetzt in berührender Weise.

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Dorothea Bereswill

Thalia Sindelfingen – Breuningerland

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5/5

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Was für ein besonderes Erzähltalent! Mich beeindruckt bei Sylvie Schenk die Präzision, mit der sie Sprache einsetzt. Und thematisch bleibt sie auf virtuose Weise immer bei sich, hier bei ihrer eigenen unklaren Familienvergangenheit. Ein eindringliches Lese-Erlebnis.
5/5

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