Sie stehen an einer Weggabelung in ihren Leben: Jonas und Chiara sind auf einer Reise ins Ungewisse nach Amsterdam gelangt. Erst die Konfrontation miteinander zeigt ihnen einen Weg.
Jonas' Band steht kurz vor dem Durchbruch. Da wird ihm von seinen Kollegen mitgeteilt, dass er künstlerisch nicht mehr zu ihnen passt und sie sich einen anderen Bassisten gesucht haben. Was also tun? Jonas setzt sich in den Zug und fährt nach Amsterdam. Dort entdeckt er eine einsame Gitarre - und nimmt sie mit.
Chiara ist die Besitzerin dieser Gitarre und findet sie zufällig wieder, als Jonas darauf spielt. Immer wieder kreuzen sich nun ihre Wege, bis sie beschließen, gemeinsam Musik zu machen. Mit einigem Erfolg, denn ein Video ihres Auftritts wird zum Youtube-Hit. Und damit beginnt eine Beziehung, die über Höhen und Tiefen hin zu einer echten Freundschaft führt und vor allem beiden hilft, sich dem eigenen Leben zu stellen.
Kundinnen und Kunden meinen
3.6/5.0
yellowdog
4/5
19.03.2023
eBook (ePUB 3)
Chiara und Jonas
Der beim Picus-Verlag erschienene Roman Strassenmusik ist ein besonderes Buch, da es dem Autor Markus Behr gelingt, seinem Text eine große Leichtigkeit zu geben. Das jemand so locker, so unverkrampft schreibt ist eine Qualität.
In dem Roman geht es viel um Musik und dem damit verbundenen Lebensgefühl.
Es ist auch ein Buch über Freundschaft. Zwei junge Leute treffen sich in Amsterdam. Chiara spielt auf der Straße Songs mit ihrer Gitarre, die sie kurzfristig verliert. Gefunden wird sie von Jonas, der dann selbst auf ihr spielt. Eine kuriose Situation, aber so verrückt geht es manchmal zu im Leben.
Chiara und Jonas sind ziemlich verschieden. Chiara gibt sich immer cool, während Jonas oft neben sich steht. Er hat auch etwas von einem Pechvogel, zum Beispiel wurde er als Bassist gerade aus der Band Wunderwerk geworfen, als diese beginnt erfolgreich zu werden.
Zusammen mit Chiara spielt er entspannt.
Was mich am Buch am meisten berührte ist, dass es zwei Menschen mit all ihren Möglichkeiten zeigt. Für sie ist noch nicht alles entschieden und das ist beneidenswert.
Lesemone
4/5
07.03.2023
eBook (ePUB 3)
Musik verbindet
Jonas und Chiara sind zwei junge Menschen, die nicht so genau wissen, wo ihre Reise des Lebens hingehen soll. Ihre Eltern wollen nur das Beste für sie und raten ihnen, zu studieren. Doch die Musik ist sehr präsent in ihrem Leben. Mir hat gut gefallen, wie der Autor ihre Unentschlossenheit dargestellt hat und man sie ein Stück auf ihrem Weg der Selbstfindung begleiten konnte. Chiara war für mich etwas bodenständiger dargestellt. Jonas scheint komplett aus der Spur geraten zu sein, nachdem er aus der Band flog. Etwas gestört haben mich die vielen englischen Dialoge. Es passt zwar zu dem jugendlichen, frischen Stil des Buches. Jedoch hat es mich im Lesefluss gestört, da ich zwar die Sprache lesen kann, aber immer einen Moment zum übersetzen brauche. Für Menschen, die des englischen gar nicht mächtig sind, fehlen dadurch einige Passagen komplett, da nichts übersetzt wird. Gut eingearbeitet wurde auch die Pandemie, da es dadurch für beide unmöglich wurde, live Musik zu machen. Das Ende fand ich sehr gut, da hat Jonas gezeigt, dass er nicht der Spielball anderer sein möchte. Insgesamt kam für mich die Message rüber, zweigleisig zu fahren, Ausbildung und Musik zusammen auszuüben, falls es mit der Musik nicht klappt.
Bewertung
aus Hamburg
2/5
25.05.2023
eBook (ePUB 3)
Anstrengend
Sie könnten nicht unterschiedlicher sein: Jonas ist extrem introvertiert und zurückhaltend, Chiara dagegen laut und schnell aufbrausend unterwegs. Als die beiden Twennies sich durch einen Zufall in Amsterdam begegnen, beginnen sie, gemeinsam Straßenmusik zu machen. Während sie musikalisch perfekt zueinander passen, harmonieren sie jedoch im echten Leben kaum. Kann aus diesen zwei vollkommen gegensätzlichen Personen eine Einheit werden?
„Straßenmusik“ war der erste Roman, den ich vom Autor Markus Behr gelesen habe. Das wunderschöne Cover und der Klappentext haben mich neugierig gemacht auf den Roman über eine spezielle Freundschaft. In wechselnder Perspektive der Hauptfiguren, aber auch der Darstellung der Gedankenwelt der ein oder anderen Nebenfigur wird die Geschichte von Jonas und Chiara wiedergegeben. Hierbei empfand ich die Perspektivwechsel als sehr angenehm und faszinierend, weil hierdurch sehr gut herausgearbeitet wurde, wie die einzelnen Figuren die verschiedensten Situationen auf ihre eigene Art und Weise deuten. Der Lesefluss war stets angenehm, der Sprachstil war mir jedoch leider zu einfach gehalten. Grundsätzlich hätte ich mich über eine eloquentere und bildhaftere Sprache gefreut, zumal es sich inhaltlich um eine künstlerische, wenn auch musikalische und nicht literarische, Thematik geht. Ich finde aber, dass es dem Roman gut getan und mehr Substanz verliehen hätte.
Inhaltlich war der Werdegang von Jonas und Chiara grundsätzlich interessant. Leider empfand ich aber beide Figuren äußerst unsympathisch und es fiel mir schwer, mich in sie hineinzuversetzen. Während Chiara oft aggressiv und unverschämt war, nervte mich Jonas‘ verhaltene Art, der nicht in Gang kommt. Mit beiden Figuren hätte ich im echten Leben ungern zu tun. Ihre Aktionen und Reaktionen konnte ich daher nur bedingt nachvollziehen, was mir das Leseerlebnis erschwerte. Hinzu kam, dass die Geschichte eher vor sich hinplätscherte, nachdem Jonas und Chiara Amsterdam verlassen hatten. Das offene Ende wirkte auf mich wiederum versöhnlich und nahezu positiv, was mir gut gefallen hat. Insgesamt konnte mich der Roman aber nicht so recht erreichen und leider empfand ich beide Hauptfiguren und dadurch das Leseerlebnis doch als sehr anstrengend.
Sternzauber
aus Düren
5/5
26.04.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Persönlichkeitsentwicklung…
Persönlichkeitsentwicklung vor dem Hintergrund schillernder Musik Was für ein geniales Cover! Die Seifenblasen schillern in allen Farben des Regenbogens und spiegeln damit all die Facetten, die (Strassen-)Musik bieten kann. In ihnen sind aber auch die Grachtenhäuser Amsterdams zu erkennen, wo die Geschichte zu einem großen Teil spielt, und es gibt im Text eine weitere Verbindung zu den magisch-bunten Gebilden, die ich an dieser Stelle jedoch nicht verraten möchte. Mich hat dieses Bild gleich für sich eingenommen und dafür gesorgt, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte! In der Geschichte bilden Chiara und Jonas den Mittelpunkt des Geschehens. Sie begegnen sich im Zug auf der Reise nach Amsterdam, wohin sie, unabhängig voneinander, unterwegs sind, weil sie in ihren jeweiligen Leben gerade Brüche und Orientierungslosigkeit bedrängen. In der Stadt begegnen sie sich wieder und nach einem missglückten Start in den Kontakt zueinander, beginnen sie gemeinsam Straßenmusik zu machen, was für Beide viel verändern wird… Wer eine harmonische Geschichte mit in sich ruhenden Personen sucht, der ist in diesem Buch fehl am Platz, wer sich aber auf sperrig ungewöhnliche Charaktere einlassen kann und Spaß an Figuren hat, die vielschichtig, etwas bis vermehrt „strange“ und sehr mit sich selber beschäftigt sind, der wird hier auf jeden Fall fündig! Keine langweiligen Ja-Sager und angepassten Mitläufer. In dieser Geschichte suchen junge Menschen nach ihrem eigenen Weg, erkunden verschiedene Möglichkeiten und versuchen (unterbewusst) eigene Verhaltensmuster zu überwinden. Manchmal ist das auch für den Leser/die Leserin anstrengend und nicht immer waren mir die Charaktere oder ihre Verhaltensweisen sympathisch, aber die Geschichte regt dadurch auch zum Nachdenken und zum Hinschauen an und es hat mir trotzdem viel Spaß gemacht dieses Buch zu lesen! Der Schreibstil von Markus Behr passt dabei gut zum Geschehen, denn teilweise klingt seine Stimme etwas rau und kantig, aber es gibt auch zartere Momente und schöne Vergleiche. Die Dialoge waren mir teilweise zu „spleenig“, aber auch das harmoniert gut mit den Charakteren und Geschehnissen und im Gesamteindruck ist es damit wieder ansprechend für mich. Toll finde ich, dass Markus Behr in seiner Geschichte, die 215 Seiten umfasst, sehr viele Themen der Persönlichkeitsentwicklung, der Vorlieben und Abneigungen, der Beziehungen mit und zu anderen Menschen und des eigenen persönlichen Ausdrucks unterbringt. Verbindendes Element ist dabei immer die Musik, die in meinen Augen wunderbar beschrieben und eingebracht wird. Ich konnte im Text fühlen, wie die Töne, wie der musikalische Ausdruck, wie der Rhythmus auf die ProtagonistInnen wirkt und wie das Musikerlebnis verbindet. Eine ungewöhnliche und sehr musikalische Geschichte, die die harmonischen Töne, aber auch die Disharmonien in zwischenmenschlichen Beziehungen beleuchtet und die junge Menschen bei der Suche nach sich selbst begleitet. Mir hat dieses Buch eine anregende Lesezeit beschert!
Bewertung
5/5
26.04.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Findung
Chiara und Jonas begegnen sich im Zug nach Amsterdam und treffen vor Ort wieder aufeinander weil Jonas Chiaras Gitarre gefunden und an sich genommen hatte. Thema ist dass zwei junge Menschen einiges in ihrem Alltags-/Familien-/Beziehungsleben überdenken und in Ordnung bringen wollen und dafür eine Auszeit nehmen. Dafür und ebenso für die Straßenmusik ist Amsterdam als Hintergrund ideal.
Ich fand es für die Geschichte gut dass gleich klar war, dass Chiara sich nur für Frauen interessiert. Damit war die unterschwellige Erwartung weg, dass sich daraus eine Liebesgeschichte entwickelt. So stand im Vordergrund wie die beiden sich begegnen, miteinander umgehen und was sie aus ihrer Musik machen. Dass viel Englisch gesprochen wurde passt zum internationalen, jungen Publikum in Amsterdam. Ich selbst konnte das gut lesen, wer allerdings kein Englisch spricht hatte damit sicher seine Schwierigkeiten.
Mir hat Chiara und Jonas‘ Geschichte sehr gut gefallen. Dass die Musik einen großen Anteil einnahm hat für mich auch gut gepasst.
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