Eine Erfindung erobert die Welt - und bestimmt das Schicksal zweier Familien, die bereit sind, alles zu riskierenWetzlar, Optische Werke, Konstruktionsabteilung, 1914: Dem Tüftler Oskar Barnack gelingt der Durchbruch. Anstatt weiterhin mit einer kiloschweren Glasplattenkamera auf Foto-Safari zu gehen, hat der Feinmechaniker einen handlichen Apparat entwickelt, der in eine Jackentasche passt. Ernst Leitz, der Sohn des Werkgründers, erkennt das Potenzial - und treibt die Produktion der Leica gegen alle Widerstände voran. Die nächste Generation steht schon in den Startlöchern: Tochter Elsie hat das Zeug, die Firma zu übernehmen, aber die Brüder werden ihr vorgezogen. Als die Enteignung der Leitz-Werke durch die Nazis droht, bietet Elsie dem Unrechtssystem die Stirn - und gerät in die Fänge der Gestapo. Auch die Geschwister Dana und Milan stehen vor dem Nichts: Als Kinder eines jüdischen Ladenbesitzers ist ihnen ein Studium verwehrt, das von der Familie geführte "Haus der Präsente" wird geplündert. Doch die inzwischen weltberühmte Leica öffnet ihnen neue Möglichkeiten ...Ein groß angelegter Gesellschafts- und Familienroman über die Revolution der Fotografie im 20. Jahrhundert - hervorragend recherchiert und packend erzählt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Cornelia
aus Garbsen
5/5
12.08.2023
Hörbuch-Download (MP3)
Die Geschichte der Familie Leitz und die Entwicklung der Leica spannend erzählt
Das Licht im Rücken erzählt die Geschichte der Leica und zweier Familien, deren Geschichte fest mit der ersten Kleinbildkamera verbunden sind. Sandra Lüpkes erzählt zum Einen die Geschichte der Familie Leitz, deren Sohn des Werkgründers die Fertigstellung der Leica befürwortet und vorantreibt und zum anderen die Geschichte einer fiktiven jüdischen Familie, die mit ihrem Ladengeschäft Haus der Präsente und vor allem mit den beiden heranwachsenden Kindern Dana und Milan zwei ebenso starke Persönlichkeiten in die Geschichte der Leica einbindet.
Das Licht im Rücken spielt in den Jahren 1914 bis 1945. Als Leserin erlebe ich zunächst, wie der Tüftler und Entwickler Oskar Barnack den ersten Prototyp der Leica baut, testet und es zu dem ersten Foto auf dem Eisenmarkt in Wetzlar kommt. Das ist für mich an sich schon ein sehr aufregender Moment. Ich habe zwar nie eine Leica besessen, aber ich liebe aussagekräftige Fotografien. Und genau diese kommen in der Geschichte der Leica im Zeitraum 1914 bis 1945 auf unterschiedlichste Art und Weise zum Tragen. Erst die Leica Liliput, dann - im Krieg - die Leica Propaganda.
Es ist für mich faszinierend und unglaublich zugleich, wie raffiniert diese neue und teure Technik in Kriegszeiten eingesetzt wird. Soldaten erhalten eine Kleinbildkamera um gut inszenierte Fotografien "nach Hause" zu schicken. Natürlich müssen diese Fotografien das Bild der Deutschen Wehrmacht ins rechte Licht rücken. Schließlich werden diese Bilder für die Presse und als Werbung genutzt.
Sandra Lüpkes hat mehr als umfassend recherchiert und Charaktere - ob wahre oder fiktive - großartig in Szene gesetzt. Sie alle bleiben mir in Erinnerung, als hätte ich sie selbst erlebt. Als hätte ich an ihrer Seite gestanden. Als hätte ich Höhen und Tiefen mit ihnen durchlebt. Besonders ist mir aus der Familie Leitz Elsie an Herz gewachsen. Als Mädchen ist sie immer ein bisschen "außen vor" und deshalb oft ungestüm. Sie hat ihren eigenen Kopf und dank ihrer Sturheit auch den nötigen Biss, um sich durchzusetzen. Auch Milan und Dana sind mir ans Herz gewachsen. Beide mussten "sehen, wo sie bleiben". Jüdischstämmig, die Mutter abgehauen, der Vater traurig, das Geschäft läuft mal besser, mal schlechter aber ohne ihr Zutun überhaupt gar nicht. Und die eigenen Träume? Träume, die gelebt werden wollen? Starke eigene Interessen und ein starker eigener Willen stehen dem politischen Geschehen ringsherum entgegen. Echte Freunde und Verbündete finden sie glücklicherweise bei der Familie Leitz.
Das Licht im Rücken hat mich so sehr gefesselt, dass ich die Geschichte am liebsten in einem Rutsch gehört hätte. So lebendig war das Geschehen erzählt, so tiefgründige Charaktere haben mich unterhalten und in die Geschichte der Leica eingeladen. Auch jetzt, Stunden nach dem Hörerlebnis, habe ich immer noch das Gefühl, mir den Staub von den Hosenbeinen klopfen zu müssen und zu kontrollieren, ob ich meine Leica noch unversehrt bei mir habe. Denn, dass ich eine Leica - zumindest zu Testzwecken - in der Hand halte, scheint mir unverhandelbar. Wahrscheinlich wäre ich genauso starrköpfig wie Elsie und hoffentlich so diskussionsstark. Nur für ihren ausgelebten Hang, sich in Szene zu setzen, wäre ich wahrscheinlich zu wohlerzogen angepasst.
Ich habe die Geschichte um die Leica so, so gern erlebt und kann sie allen Geschichts- und Fotoliebenden ans Herz legen.
Für die Hörbuchfassung hätte ich mir niemand anderen vorstellen können, als Claudia Michelsen. Claudia Michelsen spielt mit ihrer Sprachmelodie und der Lesegeschwindigkeit so gekonnnt, dass es jedes Wort, jede Bedeutung unterstreicht und in Szene setzt. Ich lieb´s.
Fazit
Das Licht im Rücken ist für alle, die fotobegeistert sind und die Entwicklung der Leica anhand einer spannenden Familiengeschichte erleben wollen.
Birgit
aus Wien
3/5
31.05.2023
Hörbuch-Download (MP3)
Geschichte festgehalten
Sandra Lüpkes erzählt in ihrem Roman "Das Licht im Rücken" die Geschichte der Fotografie. Genauer gesagt, zeigt sie, wie die Fotografie massentauglich und mobiler wurde, denn es geht um die Erfindung der Leika, der ersten portablen Fotokamera. Doch es wird nicht nur die Geschichte der Kamera erzählt, die Leser:innen erfahren auch die Geschichte der Stadt, die durch den Erfolg der Kamera einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt und die Schicksale all der Menschen, die eng mit Produktion und Vertrieb der Kamera verbunden sind. Das sind aber "leider" einige und so wird der Roman schnell von Namen und Beziehungen überhäuft, am Ende werden dann zu viele Geschichten erzählt. Die Leser:innen müssen nicht nur all die Namen lernen, sie sollen es auch schaffen am besten zu allen eine emotionale Bindung aufzubauen und dass obwohl den einzelnen Personen dann doch recht wenig Platz gegeben wird, denn irgendwo muss ja auch noch die Geschichte der Kamera erzählt werden. Trotzdem ist der Roman gut gelungen und auch die historischen Hintergründe sind gut mit dem Rest der Geschichte verwoben. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass etwas wenig erklärt wurde. Namen wie Leni Riefenstahl fallen werden aber nicht erläutert. Als Geschichtelehrerin ist das kein Problem, doch nicht alle Leser:innen gehen mit Vorwissen an solch einen Roman heran.
Pressebüro WIWI-Express
aus Freiburg
5/5
15.01.2025
Buch (Taschenbuch)
Die Familie Leitz mit der revolutionären Leica-Kamera
In „Das Licht im Rücken“ entführt Sandra Lüpkes den Leser in die faszinierende Welt der Familie Leitz, die hinter der revolutionären Leica-Kamera steht. Der historische Roman spielt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und erzählt die Geschichte von Oskar Barnack, einem visionären Ingenieur, dessen Erfindung die Fotografie für immer verändern sollte.
Der Roman beleuchtet nicht nur die technischen Herausforderungen und den Innovationsgeist, sondern auch die persönlichen Kämpfe und familiären Bindungen, die mit dem Streben nach Erfolg verbunden sind. Vor dem Hintergrund historischer Ereignisse wie dem Ersten Weltkrieg wird deutlich, wie eng das Schicksal der Familie mit den politischen Umbrüchen der Zeit verknüpft ist.
Lüpkes gelingt eine packende Erzählung, die sowohl informativ als auch emotional berührend ist. Die Charaktere sind vielschichtig und authentisch, sodass sich der Leser mit seinen Hoffnungen und Ängsten identifizieren kann.
Empfehlung: „Das Licht im Rücken“ ist ein Muss für alle Liebhaber historischer Romane, aber auch für Fotobegeisterte. Lüpkes meisterhafte Erzählweise und ihre Fähigkeit, technische Innovationen in einen menschlichen Kontext zu stellen, machen das Buch zu einer inspirierenden Lektüre über den unaufhörlichen Drang nach Fortschritt und die Bedeutung verwandter Wurzeln.
Barbara
aus Forch
5/5
18.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spannend, ergreifend und wichtig
Sandra Lüpkes versteht es mit klaren Aussagen, gut recherchiert, Schicksale fesselnd zu schildern.
Sehr eindrücklich geschildert ist die Entstehung und Verbreitung der "Leica", eingewoben in die Wirren des Krieges, der Entbehrungen und auch Demütigungen. Die Entwicklung der Leica und die Familienerfahrungen unterstützte den Zusammenhalt der Familie. Das Schicksal der Familie und deren Freunde ist eindrücklich und sehr wertschätzend dargestellt.
Absolut lesenswert, auch weil immer wieder klar wird, wie auch heute, die wiederkehrenden Kriegswirren Menschen auf diese Weise herausfordern.
Gelesen von Claudia Michels - sehr gut und natürlich.
Bewertung
5/5
08.11.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Leica
Der Roman beginnt im Jahr 1914. Auf dem Eisenmarkt in Wetzlar schießt Oskar Barnack ein Foto mit einer von ihm entwickelten kleinen Handkamera. Das ist möglich, weil er der Tüftler in der Werkstatt der Firma Leitz ist.
Bisher werden dort Mikroskope hergestellt, aber der Mut und das Vertrauen von Ernst Leitz in seinen Meister Barnack machen die Produktion des Apparates möglich.
Man erfährt viel über die Geschichte der Kamera, aber auch viel über die Familie Leitz und die jüdische (fiktive) Familie Gabriel. Die Leitz-Tochter Elsie ist so alt wie der jüdische Milan Gabriel. Die Väter sind befreundet. Ernst Leitz verhilft in der schwierigen Nazizeit vielen Juden zu einer Flucht aus Deutschland. Elsie kommt dafür sogar ins Gefängnis
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5/5
22.07.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Endlich mal kein Mehrteiler!
Es ist heutzutage schon eine Bemerkung wert, wenn ein gut geschriebener Unterhaltungsroman ohne zahlreiche Fortsetzungen auskommt. Sandra Lüpkes erzählt die Geschichte der ersten handlichen Kleinbildkamera und zweier an der Entwicklung beteiligter Familien. Zu Beginn des turbulenten 20. Jahrhunderts ist die Leica Luxusgut, Chronistin unvorstellbarer Gräuel oder aber überlebenswichtiges Tauschobjekt.
Hier wird das Rad nicht neu erfunden, aber unterhaltsam und spannend ist "Das Licht im Rücken" allemal.
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5/5
12.07.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Weltmarke, die ihren Ursprung...
Eine Weltmarke, die ihren Ursprung in Mittelhessen hat. Die Geschichte der Leica, verwoben mit den Menschen, die sie erdacht und verbreitet haben. Ein lebendiges Stück Zeitgeschichte verpackt in einem tollen Roman!
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5/5
17.06.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine sehr bewegende Familien-...
Eine sehr bewegende Familien- und Firmengeschichte. Wir tauchen mitten hinein in die Entwicklung der Leica, Deutschland geschichtlich im Wandel und Charaktere, die berühren. Sehr Lesenswert!
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5/5
12.06.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wie bereits die "Schule am Meer...
Wie bereits die "Schule am Meer " ist auch der neue Roman ein intensives Stück Zeitgeschehen. Die Liebe zum Detail lässt uns tief in die Schicksale der Protagonisten eintauchen. Faszinierender Schmöker... und so viel mehr. Für Fans von Brigitte Riebe und Carmen Korn ein Genuss.
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5/5
26.05.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Autorin schreibt in ihrem...
Die Autorin schreibt in ihrem Roman eine Geschichte über die Familie Leitz, deren Firma und den Widrigkeiten dieser Zeit. Ein gelungenes und gut durchdachtes Buch welches uns ein Stück sehr persönlicher Zeitgeschichte hautnah erleben lässt. Meine uneingeschränkte Leseempfehlung!
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