Nachdem ihr Mann und ihr Schwiegervater bei einem humanitären Auslandseinsatz ums Leben gekommen sind, sucht Ruth Neufeld Zuflucht auf einer malerischen Cranberryfarm. Dort, bei den mennonitischen Verwandten ihres Mannes, hofft sie zur Ruhe kommen und gemeinsam mit ihren Töchtern und ihrer Schwiegermutter die Ereignisse verarbeiten zu können.
Die anstrengende, erfüllende Tätigkeit auf der Cranberryfarm, die Schönheit der Natur und auch die zurückhaltende, aber verlässliche und ermutigende Präsenz von Elam, einem Cousin ihres Mannes, spenden Ruth Trost und setzen unerwartet einen Heilungsprozess in Gang.
Doch gerade als sie beginnt, Schritte in ein neues Leben zu wagen, bringt eine dramatische Wendung all ihre Zukunftsträume ins Wanken ...
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
Bewertung
aus Brienz BE
5/5
20.03.2023
Buch (Taschenbuch)
Loslassen bedeutet nicht Lebewohl
"Diese Traurigkeit war schon lange, bevor die Bomben gefallen waren und der Himmel sich rot gefärbt hatte, da gewesen. Sie war in winzigen Schritten, mit winzigen Entscheidungen gekommen: die Entscheidung, jemand anderen oder etwas anderes einander vorzuziehen. Diese Entscheidungen hatten sie in der irrigen Annahme getroffen, der andere wäre immer da. Es gäbe noch mehr Gelegenheiten, auf dem Sofa zu sitzen und sich an den Händen zu halten, verliebt in der Küche zu tanzen, ihrem Mann zu sagen wie fähig er war, seiner Frau zu sagen, wie schön sie in seinen Augen war, auch nach nächtelangem elterlichen Schlafmangel, der die Augen und auch die Seele müde machte."
Buchauszug S. 266
Inhalt:
Nach dem unerwarteten Tod von ihrem Mann Chandler, zieht Ruth Neufeld mit ihren beiden Töchtern und ihrer Schwiegermutter zu den mennonitischen Verwandten ihres Mannes. In der Ruhe der malerischen Cranberryfarm und mit der liebevollen Fürsorge von Cousin Elam, beginnt Ruth langsam zu heilen. Gerade als sie neue Schritte wagt, stellt eine dramatische Wendung alle ihre Zukunftsträume in Frage.
Meine Eindrücke:
Ich bin ganz ehrlich, am Anfang war es mir tatsächlich zu wider dieses Buch zu lesen. Durch meine eigene Neugierde, hatte ich von dem anscheinend total verwirrenden Ende dieses Buches gehört. Dies nahm mir die ganze Lust auf die Geschichte. Tja selber schuld! So überlegte ich, diese Lektüre noch etwas aufzuschieben. Schlussendlich entschied ich mich dazu, es einfach hinter mich bringen zu wollen. Nie und nimmer hätte ich damit gerechnet, dass ich dem Buch zum Schluss 5 Sterne vergeben möchte!! Während und auch nach dem Lesen, ist diese Geschichte etwas total Besonderes für mich geworden. Ein Buch, dass mir ans Herz gewachsen ist!
Die Autorin hat einen wundervollen, ruhigen und sprachschönen Schreibstil, der einem mit seiner Beständigkeit auch durch die aufwühlenden Plottwists durch trägt. Das kann ich also sagen, ich wurde beim Lesen von einem Gefühlschaos ins nächste gestürzt. Am Schluss kam es mir fast so vor, als ob die Autorin mit den Gefühlen ihrer Leser*innen spielen wollte. Nach dem ersten Verdauen bin ich mir sicher, dass dies nicht der Fall ist. Denn nur auf diese besondere Weise, konnte eine so unglaublich bewegende und zum Nachdenken anregende Erzählung gelingen. Ich begann mich zu fragen, was für mich denn ein gutes Buch wirklich ausmacht. Ist es wenn die Geschichte meinen Wünschen und Vorstellungen entspricht? Oder wenn sie mich überraschen und auch aufwühlen kann? Ich für meinen Teil mag es sehr gerne, wenn mir die Geschichte wirklich in Erinnerung bleibt. Und dies, hat die Autorin also wirklich hervorragend geschafft. Jolina Petersheim bringt einem dazu sein eigenes Verhalten, primär in der Ehe, zu reflektieren. Es geht um gegenseitige Wertschätzung, Erwartungen und die Schwierigkeit sich durch die Last des Alltags nicht zu verlieren. Anhand Ruths Geschichte macht sie deutlich, dass wir unsere Identität in Gott fest machen müssen und nicht in der Beziehung zu unserem Mann. Obwohl ich während des Lesens jetzt keine besondere Bindung zu Ruth aufgebaut habe, waren ihre Gefühle stets sehr authentisch und nachvollziehbar. Besonders folgender Rat ihrer Schwiegermutter Mabel, ist mir fest in Erinnerung geblieben: Wir sollten unseren Mann zur obersten Priorität unseres Gebetslebens machen. Tatsächlich gab es am Ende nochmals eine sehr unerwartete Wendung, über welche, ich nach dem ersten Schreck, sogar dankbar bin.
„Licht sucht sich seinen Weg“ ist für mich ein aussergewönliches tiefgründiges, wie auch aufwühlendes Buch. Wer sich auf diese Geschichte voll und ganz einlassen kann, wird mit einem wahrhaftigen Schatz belohnt. Ein wirklich starkes Buch über die Ehe und den Glauben!
Bewertung
aus Straubenhardt
5/5
26.02.2023
Buch (Taschenbuch)
Tiefgehender Roman über Ehe, Trauer und Bewältigung der Vergangenheit
Bei einem Anschlag in Kabul kommt Chandler, der Ehemann von Ruth ums Leben. Auch ihr Schwiegervater, der ebenfalls wie ihr Mann für Ärzte ohne Grenzen gearbeitet hat, stirbt dabei. Ruth geht mit ihren beiden kleinen Töchtern und ihrer Schwiegermutter zu Verwandten, die auf einer Cranberryfarm in Wisconsin leben Sie sind Mennoniten der alten Ordnung und leben einen ganz andere Art von Leben, als den Lebensstil, den Ruth kennt. Ruths Ehe war nicht unbedingt das, was sie sich gewünscht hätte. Sie und ganz besonders ihre ältere Tochter trauern. Nach und nach lebt sie sich auf der Farm ein, hilft bei der Cranberryernte und kommt Elam dem Cousin ihres Mannes dabei nahe und empfindet wieder ein wenig Glück. Doch plötzlich scheint sich alles zu ändern…
Das Buch ist flüssig zu lesen und die Charaktere sind gut beschrieben, dadurch kommen sie einem sehr nahe. Die Handlung ist spannend und dramatisch – ganz besonders im zweiten Teil. Die Themen Trauerbewältigung und vor allem das Aufarbeiten der Vergangenheit einer Ehe, stehen im Mittelpunkt. Genial fand ich die Wendungen gegen Ende des Buches.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen, vor allem, weil er ganz anders war, als ich erwartet hatte und deshalb etwas ganz Besonderes. Sehr empfehlenswert!
Bewertung
aus Attenhofen
5/5
08.02.2023
Buch (Taschenbuch)
In guten und in schlechten Zeiten
Ruth und ihre zwei kleinen Töchter sind nun allein. Von Ehemann und Vater Chandler bleibt nur Asche. Mit seinem Vater war er in einem Krankenhaus in Afghanistan tätig als die Bomben fielen. Ruth und die Kinder finden bei der Verwandtschaft ihrer Schwiegermutter Zuflucht. Die junge Witwe möchte die Gastfreundschaft nicht überstrapazieren, aber sie weiß nicht wo sie für ihre kleine Familie ein neues Leben aufbauen kann.
Ihr alleinstehender Gastgeber, ein Cousin ihres verstorbenen Mannes, ist Cranberry Farmer. Ruth kann bei der Ernte mitarbeiten während ihre Töchter es genießen Zeit mit ihrer Großmutter zu verbringen. Die junge Frau schätzt die Freundlichkeit ihres Gastgebers sehr. Zum ersten Mal seit langem fühlt sie sich gesehen und wertgeschätzt. Sie kann sich sogar eine Zukunft mit ihm vorstellen. Doch dann bekommt sie einen Anruf, der alles verändert. Sie muss eine Entscheidung treffen. Eine Entscheidung, die unmöglich erscheint und in jedem Fall Herzen brechen wird.
Diese Geschichte spielt in Amerika auf einer Mennonitenfarm. Gleichzeitig erzählt es von humanitären Hilfseinsätzen in Kolumbien und Afghanistan und einer Kindheit in Irland. Die Geschichte wird teilweise in Form von Briefen und Erinnerungen wiedergegeben. Am Ende bleibt manches offen, was aber nicht nachteilig ist.
Zweimal nimmt das Geschehen eine überraschende Wende. Das bringt Dramatik in die Geschichte, vor allem aber bringt es den Leser ins Grübeln: Wie würde ich mich in dieser Situation verhalten? Das Ende ist unerwartet und doch nachvollziehbar.
Eine besondere Stärke der Autorin ist Charaktere zu zeichnen, die ans Herz wachsen und auch nach dem Lesen im Gedächtnis bleiben. Das vordergründige Thema in diesem Buch ist Ehe. Es werden Fragen nach Wertschätzung und Enttäuschung in der Ehe aufgeworfen, nach Nähe und Distanz, Wert und Gesehenwerden. Daneben beleuchtet es Spannungen, die durch die Belastung durch fordernde Kleinkinder auftreten und mangelnder Verbindlichkeit. Ich glaube nicht, dass ich allen Ansichten der Autorin teile, aber ich habe trotzdem sehr gern dieses Buch gelesen.
Fazit: Ein Buch, das zu Herzen geht und wichtige Themen rund um Ehe und Elternschaft betrachtet. Wunderbar gezeichnete Charaktere, überraschende Wendungen und geistliche Themen machen dieses Buch zu einem Lesegenuss. Sehr empfehlenswert!
Klaudia K.
aus Emden
4/5
21.02.2023
Buch (Taschenbuch)
Ruth und ihre Kinder trauern
Der Roman "Licht sucht sich seinen Weg" von Jolina Petersheim ist eine in die heutige Zeit übertragene Liebesgeschichte, die sich in ähnlicher Weise in der Bibel von Ruth und Boas zu lesen ist.
Ruth erfährt, dass ihr Mann Chandler und ihr Schwiegervater während einer Bombardierung in Afghanistan ums Leben gekommen sind. Chandler war als leidenschaftlicher Arzt für afghanische Opfer tätig und setzte sich in jeder freien Minute für seine Patienten vor Ort ein.
Von nun an muss Ruth für ihre gemeinsamen Töchter Sofie und Vivienne alleine sorgen und groß ziehen. Als kleine Kinder verstehen sie kaum, was mit ihrem Vater geschehen ist. Besonders die 6 jährige Sofie leidet unter dem Tod ihres Vaters sehr und kann den Schmerz kaum verwinden. Schließlich entscheiden sich Ruth und ihre Schwiegermutter Mabel mit den kleinen Kindern zu Elam, Chandlers Cousin, zu ziehen. Elam, der eine Cranberryfarm besitzt, gehört der mennonitischen Gemeinde an und ist von Natur aus sehr schüchtern. Ruth möchte helfen und auf der Farm arbeiten. Mit der Zeit lernen sie sich besser kennen...
Besonders interessant fand ich es, wie die Autorin dem Leser über kursiv geschriebene Briefe in retrospektiver Sicht schrittweise Einblicke in das nicht immer harmonisch ablaufende Eheleben zwischen Ruth und Chandler bietet. Ruth war ganz offensichtlich schon längere Zeit nicht mehr glücklich in ihrer Ehe, zumal Chandlers Lebensfokus eher im beruflichen Bereich angesiedelt war und seine Arbeit stets Vorrang vor dem Familienleben hatte.
Elam ist in dieser Hinsicht ein ganz anderer Charakter. Er ist ein aufmerksamer und interessierter Zuhörer und nimmt sich Zeit für sie und ihre Kinder. Schon steht die Überlegung im Raum, ob es nach einer angemessener Zeit nicht doch möglich wäre eine glückliche Familie zu gründen.
Ruth kämpft sehr mit ihren Gefühlen die zwischen Trauerbewältigung, Hoffnung auf ein neues Glück, Schuldgefühlen und abgrundtiefem Leid hin und her wogt. Die Freude auf ein neues, vielversprechendes Leben mit Elam steht ihr vor Augen. All dies konnte ich mitempfinden und empfand ich auch als logisch nachvollziehbar.
Jedoch nutzte die Autorin einen sehr ungewöhnlichen, in meinen Augen recht unglücklichen Kunstgriff, der sicherlich kontrovers diskutiert werden kann. Dem einen Leser mag die abrupte Wendung der Story gefallen, dem anderen jedoch - und zu diesen möchte ich mich zählen- sieht sich eher hart vor den Kopf gestoßen, um nicht zu sagen sogar verletzt zu sein. Ich litt furchtbar mit Ruth und Elam, bevor ich über den erwähnten Kunstgriff der Autorin in voller Fahrt, mental gesehen, gegen eine Betonwand gefahren wurde.
Doch eine Wendung am Ende der Geschichte hat mich wieder mit dem Schicksal von Ruth versöhnt. Ich fühlte mich glücklich.
Die christliche Empfehlung von Mabel, die sich in unserer Zeit auf die Ehe anwenden lässt, hat mir sehr gut gefallen.
Bewertung
aus Lugau
4/5
08.02.2023
Buch (Taschenbuch)
Eine junge Witwe auf der Suche nach Zukunft
Ruth und ihre beiden Töchter stehen nach dem plötzlichen Tod von Chandler, dem Ehemann und Vater, vor dem Nichts. Gemeinsam mit ihrer Schwiegermutter, deren Mann bei dem selben humanitären Auslandseinsatz ums Leben kam, suchen sie Zuflucht auf der Cranberryfarm von Chandlers Cousin Elam. Die Ruhe auf der mennonitischen Farm und die Schönheit der Natur tun Ruth gut. Während der Cranberryernte hilft Ruth tatkräftig mit und Elam und sie kommen sich näher. Der ruhige, zuverlässige Mann vermittelt ihr Sicherheit. Doch dann nimmt die Geschichte plötzlich eine dramatische Wende, die alles in Frage stellt….
„Licht sucht sich seinen Weg“ ist das 1. Buch von Jolina Petersheim, dass ins Deutsche übersetzt wurde. Der Klappentext hat mich neugierig gemacht und ich war gespannt auf die Geschichte, der mir unbekannten Autorin. Anfangs irritierte mich die Vielzahl der Personen und Orte, doch bald hat mich Ruth’s Geschichte gefesselt.
In Briefen und Rückblicken erfährt man wie Ruth und Chandler sich kennen und lieben gelernt haben, liest von der schnellen Hochzeit und fast zeitgleich der Adoption der älteren Tochter. Während Ruth ganz unvorbereitet nur noch Mutter und Hausfrau war, arbeitete Chandler weiterhin als Arzt und half wo immer er konnte. Der plötzliche Tod von Chandler reißt Ruth als allem Bekannten heraus. Neben ihrer Trauer und den Sorgen um die Zukunft muss sie für ihre zwei Mädchen stark sein. Die Schwiegermutter ist ihr dabei eine große Hilfe. Elam ist erst einmal nur ein stiller, zuverlässiger Fremder, doch die seltenen Gespräche zwischen ihm und Ruth sind tiefgründig und sie sieht sich nach langer Zeit wahrgenommen… Ein unerwarteter Anruf stellt dann aber Ruth’ und Elam’s Welt Kopf und Ruth muss sich ganz neu Gedanken machen über ihre Zukunft und die ihrer Töchter und über Ehe und gegebene Versprechen, über Vergebung und Neuanfang…
Ruth war mir von Beginn an sehr sympathisch und ich konnte ihre Gedanken und Gefühle sehr gut nachempfinden. Auch den stillen Elam mochte ich gern und die plötzliche Wende und Ruth’s Entscheidung hat mich mit Elam weinen lassen. Mit Chandler dagegen bin ich nicht so recht „warm geworden“.
Irritierend empfand ich das Ende des Buches, wo die Geschichte noch mal eine unerwartete Wendung nimmt. Danach bleibt das Ende offen…
„Licht sucht sich seinen Weg“ ist ein tiefgründiger Roman, der mir gut gefallen hat.
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