Ende der 1950er-Jahre: Als Pfarrerssohn wird Daniel in seiner ostdeutschen Heimatstadt das Abitur verwehrt und er zieht deshalb nach Berlin. Gemeinsam mit seinen Zimmergenossen aus dem Schülerheim, die alle wie er aus der DDR stammen, erkundet er die Stadt: Als Zeitungsverkäufer zieht er durch die Kneipen, erlebt Bill Haley, der den Sportpalast zum Kochen bringt, und den Erweckungsprediger Billy Graham. Aber am liebsten schreibt Daniel an seinen Theaterstücken und knüpft schon bald erste Bande zur Berliner Theaterszene … Christoph Hein erzählt von einer Jugend im Schatten des Mauerbaus und lässt Berlin in jenen Jahren erzählerisch auferstehen.
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Christoph Hein würde ich als…
Maja-Ines aus Dresden am 15.04.2025
Bewertungsnummer: 2934626
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Christoph Hein würde ich als Autor eigentlich jedem empfehlen, ich habe ca. 6-7 Romane von ihm gelesen und fand alle großartig. Nur diesen Roman, in dem er autobiographisch seine Zeit als Gymnasiast bis zum jungen Erwachsensein beschreibt, finde ich überhaupt nicht gelungen. Er erzählt hier seine eigentlich von den Fakten her auch zeitgeschichtlich sehr interesannte Jugend, äußerst nüchtern, sprachlich langweilig, ohne Tiefe und in mitunter unangemessener Ausführlichkeit.
Meinung aus der Buchhandlung
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Christoph Heins Romane sind immer ein literarisches Vergnügen, oft eine Reise in die deutsch deutsche Vergangenheit, so auch dieser. Denn einigen Schülern war es nicht vergönnt eine Oberschule zu besuchen und Abitur zu machen. Vieles kennt man aus Erzählungen, hier erlebt man.
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Billy Graham. Damit ihr gottlosen Ostdeutschen endlich in den Genuss einer Erweckungspredigt kommt!
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
So, noch eine Geschichte vom Erwachsen werden also. Diesmal von Christoph Hein, der darf das, ist doch ein nicht kleiner Teil seines literarischen Schaffens autobiographisch geprägt. Sinngemäß antwortete er einmal in einem Interview: Meine Autobiographie schreiben? Wenn ich eines Tages nicht länger als Autor arbeiten werde, ist alles von mir zu meinem Leben gesagt!
Als begeisterter Leser von "Unterm Staub der Zeit" hoffe ich auf jeden Fall, dass Christoph Hein noch viel mehr selbst Erlebtes in weitere Romane einfliessen lassen wird!
1958,der fünfzehnjährige Daniel, Pfarrerssohn, bekommt in der DDR keine Erlaubnis, sein Abitur zu machen - passierte vielen Kindern der "geistigen" Eliten des Landes. Im Großraum Berlin gab es da eine elegante, leicht illegale, Methode, das zu umgehen. Der Nachwuchs wechselte mit Hilfe eines klerikalen Netzwerks nach Berlin-West, ging dort zur Schule und lebte in einem Internat, meist, kirchlicher Prägung.
("Nein, das Hauptfach, das habe ich in der ersten Woche mitbekommen, das Hauptfach hier ist Beten!")
Hein gelingt es, Daniels drei Jahre währenden Schul- und Lebensalltag "im Westen", bis zum Mauerbau, kongenial aus der Sicht des jungen Mannes, aber mit der Sicht des Alters, aufleben zu lassen. Man ist von der ersten Seite an gefesselt, es ist einfach Lesevergnügen pur!
Besser kann man eine sog. "Coming-of-Age"-Geschichte nicht verfassen, es stimmt einfach alles. Egal ob es um Kleinigkeiten in der Schule geht, oder um Massenveranstaltungen (Billy Graham, Erweckungsprediger, Bill Haley, Rock around the Clock), die unerlaubt besucht werden, alles wird einfach großartig erzählt. Selbstverständlich verliebt sich Daniel auch, die erste Liebe endet tragisch durch ein BH-Missverständnis, aber das müssen Sie selbst lesen, die zweite, die zum Theater, bleibt ihm ein Leben lang :-)
Ich höre jetzt auf zu loben - besorgen Sie sich diesen Roman einfach und freuen Sie sichauf ungetrübte Stunden mit feinster Literatur!
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