Produktbild: Die Unwürdigen

Die Unwürdigen Roman

11

26,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

24.08.2023

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

331

Maße (L/B/H)

22,1/15,1/3,2 cm

Gewicht

532 g

Auflage

1

Originaltitel

De uverdige

Übersetzt von

Gabriele Haefs + weitere

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-80691-9

Beschreibung

Rezension

Roy Jacobsen zeichnet sich unter anderem dadurch aus, von der Vergangenheit so plastisch erzählen zu können, als sei er selbst dabei gewesen.

Frankfurter Rundschau, Katharina Granzin

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

24.08.2023

Verlag

C.H. Beck

Seitenzahl

331

Maße (L/B/H)

22,1/15,1/3,2 cm

Gewicht

532 g

Auflage

1

Originaltitel

De uverdige

Übersetzt von

  • Gabriele Haefs
  • Andreas Brunstermann

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-406-80691-9

Herstelleradresse

C.H. Beck
Wilhelmstrasse 9
80801 München
DE

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  • Renas Wortwelt

    5/5

    20.09.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Leben im besetzten Oslo – bedrückend, voller Abenteuer, lebensgefährlich

    Wieder ein furioser Roman des Norwegers. „Die Unwürdigen“ steht seinem Buch „Die Unsichtbaren“ in nichts nach. Wer macht sich schon bewusst, wie das Leben eines Jugendlichen, einer Heranwachsenden in einer besetzten Stadt gewesen sein muss. Wer weiß, was in den jungen Menschen vorging, die während eines Weltkrieges in einem besetzten Land leben. Besonders, wenn es um Jugendliche geht, die man heutzutage abgehängt nennt, die nicht wissen, wie sie morgen etwas zu essen bekommen, deren Geschwister vor Hunger weinen, deren Mütter müde und abgekämpft, die Väter arbeitslos und ohne Perspektive sind. Davon erzählt dieser fulminante Roman. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe Kinder, die in einem heruntergekommenen, armen Viertel Oslos leben, in den Jahren 1942 und danach, als die Stadt, wie das ganze Land, von den Deutschen besetzt ist. Alle leben in sehr einfachen Verhältnissen, die Väter können von Glück reden, wenn sie Arbeit haben, die Mütter müssen mit dem wenigen, was sie haben, die Familien versorgen. Da ist es unabdingbar, dass auch die größeren Kinder, die Jugendlichen, irgendwie Geld verdienen oder auf andere Weise etwas zum Unterhalt der Familie beitragen. Zentrum der Handlung ist Carl, der mit Mutter, Vater und seinen beiden Schwestern in einer kargen Wohnung lebt. Seine Freunde sind Olav, Vidar, Jan, Roar. Olav ist so etwas wie der inoffizielle Anführer der Gruppe, die, statt zur Schule zu gehen, erst kleine, dann immer größere Diebstähle begeht. Auch Arbeit suchen und finden sie, sogar bei den verhassten Deutschen. Als Carls Vater verhaftet wird, der Vater eines anderen Jungen verschwindet, als Olavs Mutter immer öfter fortbleibt und er seine kleinen Geschwister versorgen muss, immer halten die Jungen zusammen, teilen ihre Beute, behalten nichts für sich, geben es an ihre Familien. Und all das unter den Augen der Besatzer, die sie auch gerne mal ausspionieren. Jacobsen erzählt diese Geschichten, diese kleinen und großen Begebenheiten mit Lakonie, mit leichter Distanz. Ohne in die Gefühlsschiene zu fallen, ohne die Tränendrüsen zu drücken – und genau deshalb umso ergreifender, um so erschütternder. Man sieht die ramponierten Wohnungen, die desolaten Einrichtungen, die zerschlissene Kleidung vor sich, man spürt den Hunger und die Kälte, fühlt die Angst. Dabei erzählt er nicht immer alles aus, lässt vieles im Vagen, Vermuteten, macht Andeutungen, überlässt es der Leserin, ihre eigenen Schlüsse zu ziehen. Die Bücher von Roy Jacobsen sind etwas ganz besonderes. Wie die alten klebrigen spiralförmigen Fliegenfänger hat der Autor die Leserin mit dem ersten Satz eingefangen und lässt sie nicht mehr los. Ein hochspannender, emotionaler, historisch wichtiger Roman, der unbedingt zu empfehlen ist. Roy Jacobsen – Die Unwürdigen aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs und Andreas Brunstermann C.H. Beck, August 2023 Gebundene Ausgabe, 331 Seiten, 26,00 €

  • Karin Braun

    aus Kiel

    5/5

    14.09.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die besondere Sicht auf ein altes Thema

    Roy Jacobsen führt uns nach Oslo, zur Zeit der deutschen Besatzung Norwegens. Es ist nicht das Oslo des Wohlstands. Carl, Mona, Olav und die anderen Jugendlichen leben mit ihren Eltern in einer Wohnsiedlung am Rande der Stadt. Keiner ist reich, nicht einmal wohlhabend, und unter dem Regime der Besatzer ist es noch schlimmer, als in Friedenszeiten. Zur Schule gehen Carl und seine Freunde und Freundinnen nur sehr sporadisch, sie sind zu sehr damit beschäftigt mit Diebstahl, Betrug und Schwarzmarktgeschäften ihre Familien zu unterstützen. Und da die Zeiten nun mal schlecht sind, und die Erwachsenen oft genug nicht wissen, wie sie alle satt bekommen sollen, fragen sie auch nicht, woher die Kinder das Geld haben, da sie Muttern so zustecken. Roy Jacobsen hat mit „Die Unwürdigen“ ein sehr ungewöhnliches Buch über diese Zeit geschrieben. Denn seine Protagonisten sind die Beraubten. Die, denen man ihre Kindheit genommen hat. Ansonsten sind alle da, die Unterdrüker, Ja-Sager, die sich Beuger, die Widerständler und die Denunzianten. Es ist ein sehr besonderes Buch, das ich nur empfehlen kann.

  • Buch_im_Koffer

    5/5

    09.09.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Starker, beeindruckender…

    Starker, beeindruckender Roman, der lange nachhallen wird - Stadtrand von Oslo zur Zeit der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs. Hier leben die Freunde Carl, Olav, Roar, Vidar, Mona, Jan und Amalie in ärmlichsten Verhältnissen. Der Krieg, die Entbehrungen der letzten Jahre, die Besatzung. All dies hat das Leben der Menschen hart und düster gemacht und ebenso ist der Alltag der Jugendlichen: geprägt von Armut und Verlusten. Und so ergreifen sie jede Gelegenheit, um die eigenen Familien mit dem Nötigsten zu unterstützen: Sie stehlen, räumen ganze Villen aus, sie halten sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, auch, wenn dies bedeutet, mit dem Feind zu arbeiten, sie fälschen Dokumente, sie betrügen die Besatzer. Und immer ist da die Angst, erwischt zu werden. Selbst als der Krieg vorbei ist, wendet sich das Blatt nicht und das, was als „Befreiung“ gefeiert werden könnte, ist nur ein weiterer Tag ums Überleben. Roy Jacobsen schildert in seinem neuen Roman den Alltag der Jugendlichen in düsterer und beklemmender Atmosphäre. Das Leben ist ein Kampf ums Überleben und jede und jeder muss seinen Beitrag dazu leisten. Koste es, was es wolle. Emotionen sind da fehl am Platze. Ganz zu schweigen davon, was das Leben dieser Kinder eigentlich ausmachen sollte: Spielen, Schule, Freude und Glück. Kind sein zu dürfen statt die Aufgaben und Pflichten eines Erwachsenen zu erfüllen. Sprachlich setzt Jacobsen diese Tristesse und düstere, beklemmende Stimmung genial um. Er beschreibt mehr als er erzählt, er blendet Emotionen und Sympathien aus, lässt den Figuren keinen „Raum zu leben“ und schildert schrecklichste Momente eher gefühlslos bis schockerstarrt. Es geht nur darum, den nächsten Tag zu überleben. - Und dann schlucke ich als Leserin. All die Figuren in diesem Roman sind doch noch Kinder! Kinder ohne Kindheit! In Norwegen im Zweiten Weltkrieg. Und heute? - Ein beeindruckender Roman, der lange nachhallen wird.

  • Buch_im_Koffer

    aus Münster

    5/5

    09.09.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Starker, beeindruckender Roman, der lange nachhallen wird

    Der Stadtrand von Oslo zur Zeit der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs. Hier leben die Freunde Carl, Olav, Roar, Vidar, Mona, Jan und Amalie in ärmlichsten Verhältnissen. Der Krieg, die Entbehrungen der letzten Jahre, die Besatzung. All dies hat das Leben der Menschen hart und düster gemacht und ebenso ist der Alltag der Jugendlichen: geprägt von Armut und Verlusten. Und so ergreifen sie jede Gelegenheit, um die eigenen Familien mit dem Nötigsten zu unterstützen: Sie stehlen, räumen ganze Villen aus, sie halten sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, auch, wenn dies bedeutet, mit dem Feind zu arbeiten, sie fälschen Dokumente, sie betrügen die Besatzer. Und immer ist da die Angst, erwischt zu werden. Selbst als der Krieg vorbei ist, wendet sich das Blatt nicht und das, was als „Befreiung“ gefeiert werden könnte, ist nur ein weiterer Tag ums Überleben. Roy Jacobsen schildert in seinem neuen Roman den Alltag der Jugendlichen in düsterer und beklemmender Atmosphäre. Das Leben ist ein Kampf ums Überleben und jede und jeder muss seinen Beitrag dazu leisten. Koste es, was es wolle. Emotionen sind da fehl am Platze. Ganz zu schweigen davon, was das Leben dieser Kinder eigentlich ausmachen sollte: Spielen, Schule, Freude und Glück. Kind sein zu dürfen statt die Aufgaben und Pflichten eines Erwachsenen zu erfüllen. Sprachlich setzt Jacobsen diese Tristesse und düstere, beklemmende Stimmung genial um. Er beschreibt mehr als er erzählt, er blendet Emotionen und Sympathien aus, lässt den Figuren keinen „Raum zu leben“ und schildert schrecklichste Momente eher gefühlslos bis schockerstarrt. Es geht nur darum, den nächsten Tag zu überleben. - Und dann schlucke ich als Leserin. All die Figuren in diesem Roman sind doch noch Kinder! Kinder ohne Kindheit! In Norwegen im Zweiten Weltkrieg. Und heute? - Ein beeindruckender Roman, der lange nachhallen wird.

  • Martina *Blubie*

    aus Schönau

    5/5

    24.08.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein düsteres aber großartiges Buch

    In den letzten Jahren erschien eine große Anzahl von Büchern, in denen wir erfahren wie das Leben in Norwegen während der Deutschen Besatzung war. Dieses hier war ungewöhnlich und anders, als ich es bisher gelesen habe. Eine düstere Geschichte um eine handvoll Jugendlicher, die aus ärmlichen Verhältnissen stammen und versuchen im Krieg unter den Besatzern zu überleben. Erwachsene, die aus der Bahn geworfen wurden, teilweise im Widerstand arbeiten, ohne dass es die restliche Familie weiß oder in Frage stellt. Eine Welt die aus den Fugen geraten ist, in der jeder gestohlene Laib Brot, jedes Stück Kohle das Leben um ein zwei Tage verlängern kann. Was die Jugendlichen verbindet: die Kindheit ist vorbei... auch wenn man beim Lesen immer wieder daran erinnert wird, dass es doch noch Kinder sind. Aber sie müssen erwachsen sein und teilweise die Verantwortung für die gesamte Familie übernehmen, weil die Erwachsenen entweder nicht mehr am Leben sind oder durch Kummer und Trauer schwer traumatisiert. Selten habe ich in einem Buch vom Ende des Krieges gelesen und die Protagonisten feiern nicht... in diesem Roman wird einem an der Stelle einfach nur bewusst, wie extrem sinnlos so ein Krieg ist und wenn er dann vorbei ist, eben nicht alles wieder gut wird. Die Schäden sind angerichtet, die Menschen werden nie wieder die selben sein und Tote kehren nicht zurück. Jacobsen schreibt sehr schlicht und geradlinig, ja vielleicht sogar ein wenig hölzern - das hatte mich zu Anfang etwas irritiert, aber dieser Stil unterstreicht die ärmliche und düstere Atmosphäre, die sich durch das komplette Buch zieht, was ich dann letztendlich ziemlich genial fand. Gute Übersetzungsarbeit haben dabei Gabriele Haefs und Andreas Brunstermann geleistet. Nein, es ist kein einfaches Buch und schon gar keines bei dem man sich wohlfühlt, aber ein großartiges Werk, das ich uneingeschränkt empfehlen kann.

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