Nominiert für den Prix Goncourt: Die unfassbare Geschichte einer Vergewaltigung und der Frage, wie eine Frau damit umgeht. - »So etwas wie das Buch der Stunde.« Die Zeit
Maries Leben ist perfekt. Sie ist jung und erfolgreich, ihr Mann ist Anwalt, jetzt wollen die beiden ein Kind. Da passiert das Unfassbare. Marie wird von ihrem Chef auf dem Heimweg brutal vergewaltigt. Und er setzt sie so unter Druck, dass sie niemandem, nicht einmal ihrem Mann, davon erzählt. Die junge französische Autorin Inès Bayard lässt in ihrem eindrucksvollen Debütroman keinen Zweifel: an dem, was geschehen ist, und daran, dass Marie keine Schuld trifft. Und doch müssen wir zusehen, wie Marie der Moment, in dem sie noch Hilfe suchen könnte, entgleitet, wie sie vom Opfer zur Täterin wird …
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Scham von Inès Bayard erzählt unbeschönigt die Vergewaltigung von Marie und die Folgen für sie und ihr Umfeld. Beschreibt, wie sie mundtot gemacht wird, welche Ängste sie durchlebt, wieso sie sich nicht anvertraut.
Schockiert las ich Seite für Seite, konnte nicht fassen, wie sie im Dramadreieck von Opfer, zu Täterin und versuchter Retterin und schliesslich endgültig zur Täterin wird. Inès Bayard lässt tief in die dunklen Abgründe der Menschen blicken, ihre Sprache ist direkt und hart. Ich kann Marie nicht verstehen aber ich bin nicht sie. Wird sie zur Täterin, weil sie sich nicht anvertraut hat? Wäre alles anders gekommen, hätte sie mit ihrem Arzt, ihrer Mutter, Schwester und oder ihrem Mann gesprochen? Viele unbeantwortete Fragen hinterlässt dieses Buch bei mir. Eines sehe ich klarer, Frauen müssen laut werden, erzählen, was ihnen widerfährt. Und alle müssen zuhören, wirklich zuhören.
Elina Z.
4/5
20.04.2024
Buch (Taschenbuch)
Eine erschütternde und intensive Lektüre
Dieser Roman ist eine unglaublich schwere Kost. Die Autorin beschreibt die Lebenssituation von Marie, ihre unvorhersehbaren Handlungen und Gedanken so intensiv, dass diese nach mehreren Tagen immer noch nachhallen. Ich kann es mir kaum vorstellen, wie schlimm es für eine Frau sein muss, vergewaltigt zu werden. Aber in einer Sache bin ich mir sicher: Man braucht in diesem Fall Hilfe. Marie will keine Hilfe, sie will mit keinem darüber reden, obwohl ihre Taten nach einem Hilferuf schreien. Warum merkt keiner, dass es ihr nicht gut geht? Warum unternimmt Marie nichts? Es ist wirklich schwer zu beurteilen, was in solcher Situation am sinnvollsten wäre. Nicht umsonst ist der Titel des Romans „Scham“. Scham unterdrückt Marie und bestimmt ihr weiteres Leben in Angst und Unsicherheit. Scham beeinflusst ihren Alltag. Sie schämt sich, dass sie eine schlechte Frau und Mutter ist, sie beweint, was ihr angetan wurde. Marie führt sich in der Öffentlichkeit ständig nackt zu sein, als ob alle über sie Bescheid wissen. Das Gefühl und Gedanken machen sie einfach verrückt, was zu einer unvermeidlichen Katastrophe führen. Als Leserin habe ich mich unwohl in meiner Haut gefühlt, weil ich nichts unternehmen konnte, um Marie zu helfen. Ich saß untätig auf dem Sofa und habe es zugelassen, was man vermeiden konnte.
Inès Bayard liefert uns eine wichtige Botschaft, die man ernst nehmen sollte. Es ist auf jeden Fall ein lesenswerter Roman, der aufgrund der Thematik nicht für jeden ist.
MarieOn
4/5
05.04.2024
Buch (Taschenbuch)
Eine zutiefst verstörende Geschichte
Laurant ist Maries Mann, ein aufsteigender Anwalt, der Marie aufrichtig und innig liebt, ihr aber nicht mehr die Aufmerksamkeit schenkt, die sie sich wünscht. Sie verstehen sich nicht auf Anhieb, müssen ihre Standpunkte erklären oder diskutieren.
Marie arbeitet in einer Bank als Vermögensberaterin. Sie ist ihren Kollegen eine hilfsbereite und beliebte Mitarbeiterin. Marie kommt aus einem liebevollen, konservativen Elternhaus, das sie in allen Belangen unterstützt hat. Ihren Mann vergöttert sie, ist stolz auf ihn und stärkt ihm mit ihrer sanftmütigen, zurückhaltenden Art den Rücken.
Normalerweise fährt sie den kurzen Weg mit dem Fahrrad nach Hause, aber an diesem Abend findet sie ihr Fahrrad nur noch zur Hälfte angekettet. Jemand hatte das Vorderrad gestohlen, damit kommt sie nicht mehr nach Hause. Plötzlich steht neben ihr ein Mann im dunklen Trenchcoat mit Aktentasche. Sie erkennt in ihm ihren höchsten Vorgesetzten, den sie alle zwei Wochen bei einer Generalversammlung sieht. Er bietet ihr an, sie nach Hause zu fahren und sie nimmt sein Angebot gerne an. Aus der Heimfahrt wird der größte Albtraum ihres Lebens. Als sie aus seinem Wagen steigt, ist die Welt eine andere.
Fazit: Eine zutiefst verstörende Geschichte. Die Autorin hat eine solche Vielzahl unangenehmer Gefühle in mir ausgelöst, wie ich es, in einem einzigen Buch, nicht für möglich gehalten habe. Bevor Marie vergewaltigt wird, beschreibt die Autorin sie als hübsches, anhängliches Frauchen, mit allen weiblichen Attributen, hübsch, schlank, sanftmütig, zurückhaltend, geduldig, so dass mir ganz schwummrig wird. Dann passiert das erschütternde Ereignis und ich fühle mich angemessen angewiedert und entsetzt. Danach dreht die Protagonistin am Rad, was ich gut verstehe. Es bricht mir das Herz, wie sie ihr Kind vernachlässigt, weil sie “glaubt”, dass es die Frucht der Vergewaltigung ist. Sie so handlungsunfähig zu sehen, voller Hass, weil niemand errät, was ihr passiert ist und so voller Selbsthass, weil ihr das angetan wurde. Mitansehen zu müssen, dass niemand einschreitet um die Tragödie zu verhindern, tut weh. Ich bin froh, dass ich es jetzt analysiert habe, das bringt mich aus meiner anfänglichen Ratlosigkeit, wie ich die Geschichte, die ja ein furchtbar wichtiges Thema behandelt, bewerten kann.
Ich meckere an dieser Stelle, weil Inès Bayard mich mit einer Unmenge an Adjektiven erschlagen hat. Es gab zu viele Sätze, in denen jemandem das Herz heftig in der Brust hämmerte, dann, der Herzrhythmus schneller ging (das hatte ich schon verstanden) und zusätzlich, der Blutdruck stieg und ausserdem die Hände feucht und eiskalt wurden. Die Autorin hat mich nicht mit Theatralik verschont, durch Sätze wie: “Der Empfangschef ist gerührt von der aufrichtigen, einfachen, kein bisschen kindlichen Liebe dieses Paars.” S. 167 Der Pathos, der sich durch die ganze Geschichte zieht spiegelt sich auch im Klappentext: “… brutal vergewaltigt” Ich meine, dass eine Vergewaltigung brutal ist, kann selbst ich mir vorstellen, obwohl ich es nicht erleben musste.
Darüberhinaus scheint es eine gelungene Geschichte zu sein, weil sie unzählige Gefühle in mir erzeugt hat. Und auch deshalb lese ich Bücher, um mich besser in andere hineinversetzen zu können.
Bewertung
aus Springe
5/5
03.05.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Fesselnd
Die Geschichte hat mich vom ersten Moment an gepackt. So wie die Autorin die Gefühlslage von Marie beschreibt, kann ich es mir durchaus vorstellen bei Frauen, denen derartig Schreckliches angetan wurde.
Bewertung
5/5
06.04.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nichts für schwache Nerven..
Schonungslos und absolut fesselnd beschreibt Inès Bayard, wie Marie durch eine innere Hölle geht und an ihrer Vergewaltigung zerbricht. Ein Buch, das manchmal kaum zu ertragen ist, wütend macht und mich unheimlich traurig stimmt. Ein unglaublich intesives Leseerlebnis, das noch lange nachklingen wird.
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5/5
28.07.2025
eBook (ePUB)
Dieses Buch hinterlässt Spuren...
Content note: in diesem Buch geht es um Vergewaltigung, psychische und physische Gewalt.
Die Autorin schildert eindringlich die psychische Zerrissenheit und den emotionalen Schmerz der Protagonistin, die von ihrem Chef vergewaltigt wird. Diese Darstellung ist intensiv und schonungslos – sie lässt kaum Raum für einfache Lösungen, zeigt aber authentisch, wie traumatische Erlebnisse das Leben von Betroffenen und deren Umfeld nachhaltig beeinflussen können. Die Bilder, die Inès Bayard erzeugt hallen noch extrem lange nach... (Betroffene Personen können sich unter folgender Webseite Hilfe holen: https://weisser-ring.de/)
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5/5
08.10.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schockierende Folgen einer Gewalttat
Eine brutale Vergewaltigung in einem Moment,und das zuvor glückliche Lebensmodell von Marie und Laurent gerät völlig aus dem Gleichgewicht und endet in einer Katastrophe.
Beim Lesen dicht am Opfer Marie und ihrer Gedankenwelt,wird deutlich,wie grausam ein derart gewalttätiger Übergriff ist,erlebt Hilflosigkeit und tiefe Verzweiflung als Folge dessen.
Das Unheil nimmt seinen Lauf,niemand hinterfragt Verhaltensweisen,schaut hinter die mühsam errichtete Fassade.
Ein zutiefst emotionales Buch und seine entsetzlichen Abgründe,die den Lesenden mit widersprüchlichen Gefühlen zurücklassen.
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5/5
08.05.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Scham, Schuld und unermessliches...
Scham, Schuld und unermessliches Leid werden hier schockierend geschildert. Kein leicht zu ertragendes Buch, aber ein sehr wichtiges. Man empfindet Mitgefühl, tiefes Verständnis, aber eben auch Hilflosigkeit und Wut bei dieser beeindruckenden Lektüre, die lange nachhallt.
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5/5
10.04.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Den Schmerz der Protagonistin...
Den Schmerz der Protagonistin fühlt man als Leser auf jeder Seite. Schonungslos und nichts beschönigend erzählt Bayard davon, wie eine Frau an ihrer Vergewaltigung zugrunde geht. Schwer erträglich aber deswegen umso lesenswerter.
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5/5
09.04.2020
eBook (ePUB)
…und plötzlich ist nichts mehr, wie es mal war!
Marie liebt ihr Leben. Sie hat einen tollen Job und führt eine harmonische Beziehung. Bis zu diesem einen Tag, der alles verändert. Marie wird eines Abends auf dem Heimweg brutal von ihrem Chef vergewaltigt... und stellt kurz darauf fest, dass Sie schwanger ist. Endloses Schweigen sowie unzählige Lügen bestimmen von nun an Ihr Leben - Die Angst sowie das Schamgefühl überwiegen. Schonungslos und intensiv beschreibt Ines Bayard in Ihrem Buch, wie Marie die innere Hölle durchlebt und an der Vergewaltigung zerbricht. Schon die ersten Seiten haben mich schockiert und in den Bann gezogen - Wie gefesselt musste ich das Buch weiterlesen. Durch die herbe und drastische Wortwahl wird der Leser regelrecht "gezwungen", sich in das Geschehen hineinzuversetzen, mit Marie zu fühlen, zu leiden, zu schreien, zu weinen. "Scham" ist ein Buch, dass den Leser entsetzt sowie sprachlos und wütend zurücklässt. Absolut empfehlenswert, jedoch nichts für schwache Nerven!
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