Die dunkle deutsche Vergangenheit stellt Luise vor eine unmögliche Wahl
Hamburg 1951. Luise Vossen ist in London aufgewachsen und hat sich ihr ganzes Leben danach gesehnt, die Stadt kennenzulernen, in der ihre Eltern sich vor dem Zweiten Weltkrieg zum ersten Mal trafen und in der sie selbst das Licht der Welt erblickte. Sie ist beeindruckt vom alten Glanz der Metropole, der zwischen den Trümmern hindurchschimmert. Und noch etwas fasziniert Luise: der charmante Anwalt Jens Thomsen. Die Familiengeschichten der beiden sind eng mit dem Warenhaus Tietz verbunden. Die Tietzens verloren ihr Unternehmen während des Nationalsozialismus - für Luise ganz klar eine große Ungerechtigkeit. Selbstverständlich hätte der Familie ihr Eigentum zurückgegeben werden müssen, davon ist sie überzeugt. Doch Jens scheint auf der falschen Seite der Geschichte zu stehen. Muss Luise zwischen Moral und Liebe wählen?
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Luise und das Alsterhaus
friederickes Bücherblog aus Berlin am 11.06.2024
Bewertungsnummer: 2220672
Bewertet: eBook (ePUB)
Die Geschichte:
Luise Vossen kommt als junge Frau 1951 zurück nach Hamburg, in die Stadt, in der sie das Licht der Welt erblickte. Aufgewachsen ist sie in London und hat sich ihr ganzes Leben danach gesehnt, die Stadt kennenzulernen, in der ihre Eltern sich vor dem Zweiten Weltkrieg zum ersten Mal trafen. Sie darf bei den Thomsens, einer befreundeten Familie ihrer Eltern wohnen. Und da ist dann noch deren Sohn Jens, den sie gar nicht leiden kann. Die beiden Familiengeschichten von Luise und Jens sind eng mit dem Warenhaus Tietz verbunden. Die Familie Tietz hat alles verloren und für Luise steht fest, dass das eine große Ungerechtigkeit während des Nationalsozialismus war. Das Eigentum hätte ihrer Meinung nach zurückgegeben werden müssen. Vor allen Dingen hatte es ihr das Alsterhaus angetan und auch Jens, doch der könnte, auf der falschen Seite, der Geschichte stehen. Muss Luise zwischen Moral und Liebe wählen?
Das Cover:
Das Cover zeigt im Hintergrund das Alsterhaus und im Vordergrund Luise. Die beiden Bände sind aufeinander abgestimmt und bilden zusammen mit dem Klappentext eine in sich stimmige Buchpräsentation.
Meine Meinung:
Den ersten Teil der Saga habe ich noch nicht gelesen, sodass ich gespannt in die Geschichte des zweiten Buches eingestiegen bin. Wunderbare Protagonisten bewegen sich in ihrem zugewiesenen Charakter sehr ausdrucksstark und überzeugend. Allen voran Luise, die tief in ihre Seele blicken lässt. Der Geschichte konnte ich auch ohne das erste Buch sehr gut folgen. Vermisst habe ich in diesem zweiten Buch etwas mehr Rückblicke und ausführlichere Hintergrundinformationen rund um das Warenhaus der Familie Tietz und die Enteignung. Ich denke aber, dass das Thema im ersten Buch ausführlich behandelt wurde. Dennoch konnte ich der guten Recherche sehr viel entnehmen. Susanne Rubin schreibt in einer leicht lesbaren, angenehmen und vielseitigen Sprache. Die Schauplätze sind bildhaft stark beschrieben und laden ein, mit nach Hamburg zu kommen. Der Spannungsbogen wird durch die zahlreichen Perspektivwechsel sowie überraschende Wendungen hochgehalten.
Heidelinde von Friederickes Bücherblog
Rückkehr in die Hansestadt
Kerstin Thieme aus Zittau am 04.04.2024
Bewertungsnummer: 2170400
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Luise Vossen, die in London aufwuchs, wohin ihre Familie noch vor Beginn des Zweiten Weltkrieges ausgewandert ist, zieht es seit jeher zurück in ihre Geburtsstadt Hamburg und auch in das berühmte "Alsterhaus", wo sich ihre Eltern kennenlernten. 1951, sie ist inzwischen 19 Jahre alt, ist es endlich so weit. Sie kommt bei Kerstin und Hagen unter, den besten Freunden ihrer Eltern und begegnet dort auch deren Sohn Jens Thomsen wieder, an den sie keine guten Erinnerungen hat. Dass er politisch auf der falschen Seite zu stehen scheint, macht ihr näheres Kennenlernen nicht einfacher, aber da sind auch Gefühle, die ihre Welt völlig auf den Kopf stellen.
Meine Meinung:
Relativ kurz nach Band 1 liegt nun der zweite Teil der Alsterhaus-Dilogie von Susanne Rubin vor, auf den ich mich schon sehr gefreut hatte. Die Tochter der Hauptfiguren dort kehrt in das nach dem Krieg noch immer stark zerstörte Hamburg zurück und fühlt sich dennoch direkt zu Hause. Überall im Land ist der Aufschwung deutlich spürbar und mit ihrer Anstellung im Alsterhaus ist Luise rundum glücklich – fast. Denn in ihr erwachen Gefühle, die sie eigentlich nicht haben will.
Die Autorin beschreibt die Stadt und ihre Wunden wieder sehr lebensnah, sodass ich diese direkt vor meinen Augen sehen konnte. Ich gebe zu, die Meinungswechsel Luises von ich begehre ihn zwar, kann ihn aber eigentlich gar nicht leiden zu er ist die Liebe meines Lebens ging mir ein wenig zu schnell, quasi über Nacht, aber gut, viel gemeinsame Zeit hatten die beiden ja nicht miteinander. Zwar gibt es auch eine skrupellose Antagonistin und dank ihr einen Spannungshöhepunkt, jedoch war dieser im Gegensatz zu Band 1 zu kurz, um über das gesamte Buch anzuhalten.
Das heißt jedoch nicht, dass der Roman an irgendeiner Stelle langweilig gewesen wäre. Es war auch total schön, von den Kolleginnen von Luise, dem Alsterhaus, den großartigen Berufschancen und auch der innigen Liebesbeziehung zwischen Hagen und Kerstin zu lesen. Letzteres hat mir besonders gefallen, die Autorin weiß, warum. Auch die liebenswerte Olga wiederzutreffen, hat mich sehr gefreut.
Dieser zweite Teil rundet die Geschichte um das Alsterhaus in Hamburg und die fiktiven, sich dort kennen und lieben lernenden Figuren vortrefflich ab. Ich habe mich gern in ihre Zeit zurückversetzen lassen und freue mich schon jetzt auf jedes neue Werk dieser sehr warmherzig, authentisch und gefühlvoll schreibenden Autorin.
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