Bremen, 1874. Schon als kleines Mädchen träumt Bettina Vosskamp davon, ihrem Elternhaus zu entfliehen. Ihr sehnlichster Wunsch ist es, zu ihrer geliebten Großmutter Lene nach Indien zu reisen, die dort eine Teeplantage besitzt. Als sie "Brennys Garden" in Darjeeling viele Jahre später erbt, ist sie entschlossen, Lenes Lebenswerk zu bewahren. Doch sie ahnt nicht, dass sie vor einer fast nicht zu bewältigenden Herausforderung steht: wirtschaftliche Nöte, ein Erdbeben, das droht, alles zunichte zu machen, und der Kampf, sich in einer harten Männerwelt zu behaupten, verlangen ihr alles ab. Aber Bettina lässt sich nicht entmutigen - und setzt alles daran, nicht nur das Vermächtnis der Vosskamps zu bewahren, sondern endlich auch ihr eigenes Glück zu finden ...
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4.7/5.0
Azyria Sun
5/5
11.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Zwischen Tee und Träumen…
Zwischen Tee und Träumen Worum geht’s? Bettina Vosskamp will ihrer Familie entfliehen, die sie aus finanziellen Gründen mit dem unangenehmen Freiherrn von Püsken verheiraten will. Als ihre Familie alles zu verlieren droht, flüchtet sie nach Indien, zu Brenny’s Garden, dem Vermächtnis ihrer Großmutter. Doch auch dort ist es nicht einfach, Fuß zu fassen. Meine Meinung: Mit „Der Teegarten“ setzt Elisabeth Herrmann ihre historische Erzählung um die Familie Vosskamp fort. Auch hier hat mich ihr Schreibstil wieder sofort hineingezogen in das bunte, laute, fremde Land, zu den Menschen, Irrungen und Wirrungen – und die Seiten flogen nur so dahin. Was im ersten Band Lene war, ist in diesem Band Bettina. Sie ist das Herz des Buches, eine junge Frau, die wie einst ihre Großmutter gegen die gesellschaftlichen Zwänge aufbegehrt. Schritt für Schritt dürfen wir sie beim Erwachsenwerden begleiten, auf ihrem Weg hin zu Mut, Selbstbestimmung und Verantwortung. Neben ihr treten viele schillernde und liebenswerte Charaktere ins Rampenlicht: alte Bekannte wie Paula und Herr Groth, die bereits Lene zur Seite standen, und neue Figuren wie Sabine, Pauls Frau. Und natürlich die Männer, die ihr Herz berühren, allen voran Jacob und Finn. Sie alle verleihen der Geschichte Wärme und Tiefe, aber auch Spannung. Besonders gelungen fand ich den feinen Mix aus historischer Faktentreue und mitreißender Fiktion. Gesellschaftliche Zwänge, das Kastensystem, die Bedingungen der Arbeiter auf den Plantagen, die ersten Aufstände gegen die britische Kolonialmacht – all das rahmt Bettinas Kampf um das Vermächtnis ihrer Familie. Herrmann schafft es, Geschichte lebendig werden zu lassen, ohne je belehrend zu wirken. Dazu kleine Highlights wie den Hurenball, die Vorgeschichte, die sich am Ende schließt. Und überhaupt dieses Ende! Offene Fragen, kleine Cliffhanger und die Hoffnung auf einen weiteren Band. Was wird aus dem Teepalast? Welche Wege gehen Paula, Sabine und Groth? Was verbirgt sich hinter Pauls Erlebnissen? Und natürlich die zwei Henrys – ihre Zukunft schreit förmlich nach einer Fortsetzung. Fazit: „Der Teegarten“ ist ein Roman, der Geschichte greifbar macht und zugleich das Herz berührt. Elisabeth Herrmann entführt uns nicht nur nach Indien, sie lässt uns förmlich den Duft des Tees in der Luft riechen, den Staub der Wege spüren und das Ringen einer jungen Frau um Freiheit und Würde miterleben. Ein Buch voller Farben, Emotionen und Fragen, die neugierig auf mehr machen. Für mich ganz klare 5 Sterne und eine definitive Leseempfehlung.
Bewertung
5/5
11.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Zwischen Tee und Träumen
Worum geht’s?
Bettina Vosskamp will ihrer Familie entfliehen, die sie aus finanziellen Gründen mit dem unangenehmen Freiherrn von Püsken verheiraten will. Als ihre Familie alles zu verlieren droht, flüchtet sie nach Indien, zu Brenny’s Garden, dem Vermächtnis ihrer Großmutter. Doch auch dort ist es nicht einfach, Fuß zu fassen.
Meine Meinung:
Mit „Der Teegarten“ setzt Elisabeth Herrmann ihre historische Erzählung um die Familie Vosskamp fort. Auch hier hat mich ihr Schreibstil wieder sofort hineingezogen in das bunte, laute, fremde Land, zu den Menschen, Irrungen und Wirrungen – und die Seiten flogen nur so dahin.
Was im ersten Band Lene war, ist in diesem Band Bettina. Sie ist das Herz des Buches, eine junge Frau, die wie einst ihre Großmutter gegen die gesellschaftlichen Zwänge aufbegehrt. Schritt für Schritt dürfen wir sie beim Erwachsenwerden begleiten, auf ihrem Weg hin zu Mut, Selbstbestimmung und Verantwortung. Neben ihr treten viele schillernde und liebenswerte Charaktere ins Rampenlicht: alte Bekannte wie Paula und Herr Groth, die bereits Lene zur Seite standen, und neue Figuren wie Sabine, Pauls Frau. Und natürlich die Männer, die ihr Herz berühren, allen voran Jacob und Finn. Sie alle verleihen der Geschichte Wärme und Tiefe, aber auch Spannung.
Besonders gelungen fand ich den feinen Mix aus historischer Faktentreue und mitreißender Fiktion. Gesellschaftliche Zwänge, das Kastensystem, die Bedingungen der Arbeiter auf den Plantagen, die ersten Aufstände gegen die britische Kolonialmacht – all das rahmt Bettinas Kampf um das Vermächtnis ihrer Familie. Herrmann schafft es, Geschichte lebendig werden zu lassen, ohne je belehrend zu wirken. Dazu kleine Highlights wie den Hurenball, die Vorgeschichte, die sich am Ende schließt. Und überhaupt dieses Ende! Offene Fragen, kleine Cliffhanger und die Hoffnung auf einen weiteren Band. Was wird aus dem Teepalast? Welche Wege gehen Paula, Sabine und Groth? Was verbirgt sich hinter Pauls Erlebnissen? Und natürlich die zwei Henrys – ihre Zukunft schreit förmlich nach einer Fortsetzung.
Fazit:
„Der Teegarten“ ist ein Roman, der Geschichte greifbar macht und zugleich das Herz berührt. Elisabeth Herrmann entführt uns nicht nur nach Indien, sie lässt uns förmlich den Duft des Tees in der Luft riechen, den Staub der Wege spüren und das Ringen einer jungen Frau um Freiheit und Würde miterleben. Ein Buch voller Farben, Emotionen und Fragen, die neugierig auf mehr machen.
Für mich ganz klare 5 Sterne und eine definitive Leseempfehlung.
Alina
aus Münster
5/5
09.03.2024
Buch (Taschenbuch)
Eine weitere Vosskamp, die stur bleibt
Wir begleiten in diesem 2. Teil Bettina, die Enkelin der Gründerin des Teepalastes Helene, die wir im 1. Teil kennen und lieben gelernt haben. Auch, wenn man beide Teile unabhängig lesen kann, würde ich dennoch empfehlen erst den 1. Band zu lesen.
Wir springen in die 1870/1880er, die sich sehr zu den 1830ern der Helene unterscheiden, irgendwie spießiger, irgendwie steifer. In der Gesellschaft sind die Vosskamps nach wie vor nicht besonders willkommen aufgrund von Helene, auch wenn Joost, ihr Sohn, alles daran gesetzt hat, dies zu ändern. Als der Teepalast vor dem Ruin steht, und Bettina auf sich alleine gestellt ist, nimmt sie ihren ganzen Mut und ihre Sturheit und begibt sich nach Indien zu ihrer geerbten Teeplantage.
Für einige mag der 1. Part des Buches langatmig vorkommen, dieser ist aber sehr prägend für die Charakterentwicklung von Bettina. Sie war sehr behütet aufgewachsen und hat bis zu ihrem Entschluss nach Indien zu fahren und Helenes Lebenswerk zu retten, sehr prägende Schicksalsschläge miterlebt, was sie zu dieser Entscheidung letztendlich "gedrängt" hat. In Indien angekommen merkt sie, wie schwer es einer jungen alleinstehenden Lady gemacht wird. Doch auch sie lässt sich nicht unterbuttern und erträgt eine Niederlage nach der anderen. Sie steht immer wieder auf und gibt nicht auf. Auch wenn sie sehr naiv an die ganze Sache rangegangen war, lernt sie schnell. Man findet viel von Helenes Charakter in Bettina wieder, besonders nachdem sie immer selbstbewusster im Laufe der Geschichte wird. Auf ihre Enkeltochter wäre Lene sehr stolz gewesen.
Eine absolute Leseempfehlung meinerseits!
Bewertung
aus Oberursel
5/5
20.11.2023
Buch (Taschenbuch)
farbenprächtiger Roman
„Der Teegarten“ ist der Nachfolgeband vom „Teepalast“, den ich im letzten Jahr schon verschlungen habe. Kurz zur Erinnerung; im ersten Teil ging es um das abenteuerliche Leben der Ostfriesin Helene Vosskamp, die sich im 19. Jahrhundert aus bitterer Armut zur Besitzerin einer Teeplantage im indischen Darjeeling hochgearbeitet hat und in Bremen Eintritt in die gehobene Gesellschaft bekam. Der Teepalast ist der Name ihres Teehauses, das erste Haus am Platz.
Man muss den ersten Teil nicht gelesen haben, um im zweiten Teil klarzukommen, beide Bücher sind in sich abgeschlossen, aber natürlich ist es nett, die Vorgeschichte zu kennen.
Wir sind im zweiten Teil der Saga bei Bettina, ihrer Enkelin und starten im Jahre 1874. Schon der Einstieg ins Buch ist fulminant, im Prolog begleiten wir die kleine Bettina, die mit 11 Jahren von Zuhause ausreißen will und sich zu ihrer geliebten Oma nach Indien durchschlagen will. Die Sache geht natürlich schief, die Polizei begleitet die Ausreißerin nach Hause, aber der Ton ist gesetzt: Bettina hat ihren eigenen Kopf und möchte die Welt sehen.
Einige Jahre später erbt Bettina „Brennys Garden“, die Teeplantage ihrer Großmutter und möchte ihr Lebenswerk bewahren. Bis es aber dazu kommt, sind noch einige Hindernisse und Katastrophen in Bremen zu überwinden. Tatsächlich sind wir von den 717 Seiten, die der Roman fasst, knapp das erste Drittel in Bremen, und erleben den Niedergang des Handelshauses Vosskamp, und die zweite Hälfte spielt dann in Darjeeling. Bettina übernimmt als alleinstehende Frau die Plantage und muss sich nicht nur gegen Naturkatastrophen und wirtschaftliche Nöte durchsetzen, sondern auch in einer von Männern dominierten Welt ihren Weg finden. Und nicht zu vergessen: das britische Empire regiert, und mit ihm die Rassengesetze, die die Inder in ihrem eigenen Land zu Menschen zweiter Klasse degradierten.
Soviel erstmal zu Handlung; mehr wäre spoilern .
Mein Leseeindruck: Ich fand es erneut große Klasse. Mit Bettina gab es wieder eine Heldin zum mitfiebern, das war wirklich super. Die Autorin schreibt gewohnt flüssig und bildhaft, und sie versteht es, die Atmosphäre sowohl im upper-class-Bremen als auch in Indien fesselnd zu beschreiben. Ich habe das Buch an einem Wochenende durchgelesen und habe ansonsten nicht viel anderes getan .
Natürlich ist die Story Fiktion – wenn sich in Bremen die Ereignisse überschlagen, die die Vosskamps in den Ruin treiben, habe ich mir manchmal gedacht, okay, das ist gerade ein bissel over the top; und natürlich war es auch ein wenig übertrieben, wie sich Bettina in Indien gegen wirklich alle Widerstände mausert und ihr Erbe rettet – aber hey, egal, ich war allerbestens unterhalten. Das war ein farbenprächtiger Roman um eine toughe Frau, die ihr Leben in die Hand nimmt. Es gab die großen Emotionen, es ging um Familie, Freundschaft und Verrat, andeutungsweise auch die Liebe, und um den moralischen Kompass. Ich wiederhole mich, ich war begeistert, und vielleicht gibt es ja noch eine Fortsetzung? Der Epilog lässt hoffen….!
Annabell95
5/5
18.11.2023
Buch (Taschenbuch)
Helenes Erbe
Als kleines Mädchen träumt Bettina Vosskamp davon ihrem Elternhaus in Bremen zu entfliehen. Sie möchte gerne zu ihrer Großmutter Lene nach Indien auf deren Teeplantage. Als Bettina viele Jahre später "Brennys Garden" nach dem Tod ihrer Großmutter erbt, ist sie fest entschlossen, Lenes Lebenswerk fortzusetzen. Jedoch ahnt sie nicht, dass sie vor einer fast nicht zu bewältigenden Aufgabe steht: die wirtschaftliche Not, ein Erdbeben, welches Felder zerstört, und der Kampf sich in der Männerwelt zu behaupten. All diese Herausforderungen verlangen ihr alles ab, doch Bettina lässt sich nicht entmutigen und kämpft dafür das Familienerbe zu bewahren und ihr eigenes Glück zu finden.
"Der Teegarten" ist der zweite Band der fiktiven Familiensaga der Familie Vosskamp. Es empfiehlt sich, den vorherigen Band zu kennen.
Die Handlung spielt zu erst 1874 in Bremen und später dann in Indien auf der Teeplantage Brennys Garden. Durch die vielen detaillierten Beschreibungen wurde hier eine atemberaubende und exotische Kulisse geschaffen. Den Part in Bremen fand ich etwas in die Länge gezogen, doch umso spannender fand ich dann den Teil in Indien.
Die Spannung war von Anfang an gegegeben und hielt bis zum Ende. Ich fand die Erzählung sehr mitreißend auch wie Bettina die ganzen Herausforderungen gemeistert hat. Geschildert wurden hier auch bewegende Umstände, wie die Arbeitsverhältnisse und deren Grausamkeit auf den Plantagen.
Die Hauptprotagonistin Bettina Vosskamp war mir sehr sympathisch. Sie war mutig und hatte ihren eigenen Willen, was sie in ihrem Leben erreichen wollte. Es war spannend ihre Entwicklung über die Handlung hinweg zu verfolgen. Auch die anderen Charaktere waren recht lebendig gestaltet.
Das offene Ende ganz zum Schluss lässt Raum für Spekulationen wie es wohl weitergehen mag.
Mein Fazit:
Eine sehr mitreißende und spannende Erzählung vor einer exotischen und atemberaubenden Kulisse.
... der Familie Vosskamp betritt mit Hauptfigur Bettina die literarische Bühne. Es handelt sich um die Enkelin der Heldin im Vorgängerbuch "Der Teepalast". Erneut folgen wir einer jungen Frau auf ihrem abenteuerlichen Weg. Auch hier gilt: eine Tasse Tee (oder zwei) machen das Leseerlebnis noch besser.
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