Kate Zambreno hat über dreizehn Jahre lang an Book of Mutter gearbeitet. Entstanden ist ein Buch - zwischen Autofiktion, Memoir und Collage - über das Potenzial des Schreibens, der Fotografie und des Erinnerns. Es ist der zärtliche und zugleich unsentimentale Versuch einer Tochter, die Familienapokryphen nach dem Tod ihrer Mutter zu inventarisieren, sich murmelnd (to mutter bedeutet auf Deutsch murmeln, Worte suchen) der Mutter zu nähern, die Trauer zugleich zu erinnern und zu vergessen. Kate Zambreno spinnt ein assoziatives Netz rund um die Leerstelle, an der die Mutter einst war, schreitet labyrinthische Erinnerungsräume ab, die vom »Muttergespenst« noch immer heimgesucht werden. Mit den Fragmenten der Mutter vermischen sich solche des Vaters, der Geschwister, von Louise Bourgeois, Roland Barthes, Henry Darger, Virginia Woolf, Franz Kafka und vielen anderen.»Wie kann ich mich erinnern daran?
Es ist so lange her. Alles, was verbrieft ist, sind diese
Wörter auf dem Blatt, die Art und Weise, wie ich mir diese Geschichte selbst erzählt und in den Jahren danach umgedeutet und umgeschrieben habe.«
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19.11.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mutter - Trauer - Text
»Meine Mutter ist der Text. Ich kann sie nicht betreten.« |34
»DIE GESCHICHTE MEINES LEBENS IST DIE GESCHICHTE DES LEBENS MEINER MUTTER. Eine zwanghafte Autobiographie, eine unmögliche Geschichte. Schachteln voller Schnipsel, Entwürfe, Versuche.« |39
»Mutter (ein Gemurmel)« ist das erste in Deutsch übersetzte Werk der in Amerika etablierten New Yorker Autorin Zambreno, die bereits neun Bücher davor veröffentlichte. Mit den entliehenen Texten und der Kunst Anderer, etwa Roland Barthes, Dickinson, Kafka, Woolf, Henry Derger oder Louise Bourgeouis, spinnt Zambrano essayistische Passagen. Hinzu dichtet, verdichtet und verliert sie ihre Repräsentanz von Mutter.
Zwanzig Jahre braucht das Schreiben an Zambrenos Muttertext, in dem sie sich einer verinnerlichten Frau annähert, die sie nicht mehr fragen kann, denn der »prägende Umstand meines Lebens ist es, dass meine Mutter tot ist.« |39. Früh ist Mutter gestorben, mit Veröffentlichung von »Mutter (ein Gemurmel)« befreit sich Zambreno von den Muttergeistern und der drängenden Sehnsucht nach inniger Verbundenheit mit dem Mutterlaib. Sie nabelt ihren Muttertext ab und legt ihn mit Lücken, Fragen und Offenheit vor. Stets bleibt beim Aufnehmen des Textes Luft für eigene Gefühle, Erfahrungen und Gedanken zu Mutter in Nähe und Trennung.
»Mutter (ein Gemurmel)« ist ein lyrischer, fragiler, sich überdenkender, essayistischer nichtlinearer Trauertext, der sucht, auffindet und auf Schranken stößt, die er zu akzeptieren lernt. Er könnte nicht besser zum AKI-Verlag passen mit seiner Liebe zu Sprache, Details und Grenzgängen zwischen den Genres und Disziplinen.
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