Sanne, die nur ein paar Straßen von ihren Eltern entfernt lebt, bekommt deren Alltag hautnah mit. Immer häufiger muss sie helfen, den Eltern wächst das Haus über den Kopf. Und so beschließt sie, dass die beiden umziehen müssen. Als ihre Schwester Petra von den Plänen erfährt, ist sie entsetzt. Wie kann Sanne die Eltern entwurzeln? Das angespannte Schwesternverhältnis wird auf eine existentielle Probe gestellt. Und beide müssen sich die Frage stellen, wann sie sich so unglaublich fremd geworden sind? Und wie es sich anfühlt, plötzlich kein Elternhaus mehr zu haben? Klug beobachtend und mit liebevollem Blick auf ihre Figuren erzählt Ute Mank von alten Eltern, entfremdeten Schwestern und von einem Haus, das so viel mehr ist, als vier Wände und ein Dach.
Kundinnen und Kunden meinen
4.3/5.0
Bookxer
5/5
09.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
‚Was passiert mit uns, wenn unsere Eltern alt werden?‘ (dtv)
Das schmale Haus , ist das Elternhaus der Schwestern Sanne, Petra und Gitti.
Die Eltern kommen aus kleinen Verhältnissen und haben das Siedlungshaus eigenhändig für die Familie gebaut.
Auf Betreiben der großen Tochter Sanne ziehen die Eltern nun Jahrzehnte später ohne Widerspruch in eine seniorengerechte Wohnung.
Die neue Situation bringt die gewohnte Familienstruktur durcheinander, die sich über Jahre eingespielt hatte.
Die Beziehung der Schwestern und ihr Aufwachsen bilden das Hauptthema des Romans.
Ihre Lebenskonzepte, Partnerschaften und Familienkonstellationen zeigen, wie unterschiedlich die Schwestern sind. Sie sind sich fremd geworden und ihr Verhältnis zueinander ist nicht unkompliziert.
Fast klischeehaft hat die Autorin Ute Mank ihre Figuren entworfen.
Susanne ist die Älteste, die praktische, vernünftige und bodenständige Tochter. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe ihres Elternhauses.
Petra, die Mittlere…, ja Petra ist die Komplizierte und Intellektuelle. Ihr Lebensmittelpunkt ist die anonyme Stadt - fern der Enge und dichten Nachbarschaft.
Und Gitti ist der Sonnenschein, die Unkonventionelle. Bei ihr vermutet man kein Problem und fragt auch nicht.
Schnell finden sich Rollen und Schubladen, in die die Schwestern einsortiert werden können.
Geschwisterkonstellationen kennt jeder aus eigener Erfahrung oder aus dem Bekanntenkreis.
Zwischen den Schwestern herrschte ein ewiger Vergleich und ihre Konkurrenz ist auch noch im Erwachsenenalter präsent.
Petra schaut auf Sannes frühes Glück zurück, dass offenbar aus Mann, Kind und Haus zu bestehen schien, während sie selbst sich um ihre Karriere kümmerte.
Völlig überraschend stellt Sanne fest, dass sich Gitti als ‚Verbindungstür‘ zwischen den großen Schwestern gefühlt hat.
Die Schwestern sind sich fremdgeworden. Die anstehende Haushaltsauflösung führt sie zwangsläufig wieder enger zusammen.
Nicht nur das Leben der altgewordenen Eltern verändert sich, sondern auch das Leben von Sanne, Petra und Gitti schreitet voran.
‚Elternhaus‘ ist eine wundervolle Geschichte, in wir Lesende schnell eintauchen.
Wir sagen: Ja, dass kennen wir oder fühlen uns ertappt. Die Eltern, die nun alte und unselbstständig werden, beschäftigt uns alle in einer Lebensphase
Bewertung
5/5
02.09.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
ein ganz wunderbares Buch
Das kleine Haus war der Traum der Eltern und sie haben alles hinein gesteckt. Die drei Töchter sind darin groß geworden, aber längst fort. Sanne wohnt nur ein paar Straßen weiter und schaut nach den Eltern und stellt fest, dass sie immer vergesslicher werden und das Haus und der Garten beschwerlich sind. Sie beschließt, dass sie umziehen müssen und betreut werden müssen. So findet ein Umzug statt und ihre Schwestern Petra und Gitti sind entsetzt, als sie davon erfahren. Aber der Prozess hat schon begonnen. Ein neues Leben für die Eltern und eine neuer Abschnitt für die Schwestern. Schon immer gab es zwischen den dreien Spannungen und nun werden alte Wunden aufgerissen und neuer Schmerz kommt hinzu und bringt Stille und Kälte.
Ute Mank beschreibt einzigartig, großartig Familie. Die Figuren sind toll heraus gearbeitet und kommen einem Nahe und werden persönlich, menschlich und man begleitet sie über einen langen Zeitraum. Differenziert, offen, ehrlich und doch auch mit viel Liebe und Tiefgang. Elternhaus ist ein wunderbares Buch.
Bewertung
Book Circle Community
5/5
02.11.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Erinnerungen werden wach!
„Elternhaus“ von Ute Mank:
Die Inhaltsangabe:
Petra, die früh ihren eigenen Weg gegangen ist, denkt mit einer Mischung aus Fremdheit und Sehnsucht an ihr Elternhaus. Sie war immer die Aussenseiterin der Familie, dennoch verbindet sie Wärme und Geborgenheit mit dieser Zeit. Die Pläne ihrer Schwester Sanne reissen ihr den Boden unter den Füssen weg. Wie kann Sanne alles zerstören, was Sinnbild ihrer gemeinsamen Kindheit ist? Auch Sanne fühlt sich unverstanden. Warum erkennt keiner, dass sie pragmatische Lösungen sucht, sich bemüht, das Schlimmste zu verhindern? Doch dieses Haus, das so viele Erinnerungen weckt, wirft auch andere Fragen auf: Was bedeutet Heimat eigentlich? Sind Mauern, Fenster und Türen wirklich so wichtig?
Ute Mank nähertsich in ihrem Roman schnörkellos und eindringlich einer existenziellen Frage: Was passiert mit uns, wenn unsere Eltern alt werden?
Meine Meinung:
Das Cover ist in meinen Augen wunderschön gestaltet und trifft meinen Geschmack zu 100%.
„Elternhaus“ ist ein sehr emotionaler und berührender Roman, der sehr ruhig und gut lesbar geschrieben ist. Prioritär erzählt Ute Mank über das Thema des Älterwerdens, und zwar zu jeder Phase eines menschlichen Lebens. Aber auch die möglichen grossen Veränderungen im Leben und das Auseinanderleben von Familien bekommt in diesem Buch seinen Raum.
Diese gefühlvolle Geschichte regt auf jeden Fall zum Nachdenken an!
Der einzige Kritikpunkt (aus meiner Sicht) ist, dass ich den Schluss als sehr abrupt, unbefriedigend und offen empfand. Dies ist ein kleiner Wermutstropfen.
Eine grosse Leseempfehlung von mir!
Wortschätzchen
aus Kreis Heidelberg
5/5
12.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Elternhaus und seine Bedeutung – fast ein „Teekesselchen“
Sanne lebt als einzige von drei Schwestern in direkter Nähe zu ihren Eltern. Die sind mit ihrem Häuschen und ihrem Alltag überfordert und Sanne beschließt, dass die beiden in eine altersgerechte Wohnung umziehen müssen. Sanne muss sich an allen Fronten rechtfertigen – bei den Eltern, den Schwestern, sogar der Makler, der das Elternhaus verkaufen soll, macht ihr Vorhaltungen. Doch auch die beiden anderen Schwestern Petra und Gitti müssen sich mit der jetzigen Situation, wie es dazu kam und wie es weitergehen soll, auseinandersetzen. Wie wichtig ist ein Gebäude?
Vielleicht berührt mich dieses Buch deshalb so, weil ich in einer ganz ähnlichen Situation steckte und stecke. Zwar habe ich meine Eltern nicht aus ihrem Haus holen müssen, aber Krankheit und Tod ertragen müssen. Nie hätte ich das Haus zu Lebzeiten meiner Eltern verkauft, aber danach ist die Frage ebenfalls akut: was mit dem Haus tun? Was bedeutet es mir? Oder sehen es immer nur die anderen als so wichtig an? Welches Leben muss man leben? Welches Leben darf man leben?
Die drei Schwestern könnten unterschiedlicher nicht sein. Obwohl sie als Kinder in einem Zimmer lebten, sind sie sich jetzt komplett fremd. Oder gerade deshalb? Suchten sie aufgrund der Enge in der Kindheit im Erwachsenenleben Abstand? Hier bin ich überfragt, da ich Einzelkind bin. Doch die Momente, in denen Eltern für etwas gelobt werden, das die Tochter getan hat und das auch noch annehmen, nicht der Tochter die Ehre lassen, die kenne ich. Das tut einerseits weh, andererseits ist es eine noch größere Form der Anerkennung. Die Eltern erst dann zu verstehen, wenn es längst zu spät ist, tut weh. Doch nach diesem Buch habe ich das Gefühl, das geht nicht nur mir so, das machen alle durch.
Obwohl es sicher nicht so gedacht war, ist das Buch Trost für all jene, die für ihre Eltern entscheiden müssen oder mussten, die ein Elternhaus verkaufen mussten und die sich damit quälten, nicht all die Dinge behalten zu können, die den Eltern wichtig waren. Es zeigt auch, dass enge Bindungen auch locker werden können, dass man auch Abstand halten darf und dass es nie zu spät ist, neue Wege zu gehen.
Ute Manks Schreibstil schafft Distanz und dennoch Nähe. Der Leser bekommt mehrere Sichtweisen dargelegt. Sie verwebt ganz viele Themen mit ins Hauptthema und webt so einen dichten Teppich, der den Leser durch die Geschichte trägt und ihm dennoch Raum lässt, seine eigenen Gedanken und Gefühle arbeiten zu lassen. Das Gedankenkarussell der Schwestern und des Lesers ähneln sich dabei doch sehr. Loslassen, was auch immer und wie auch immer, darum geht es hier. Und um das Sehen, das Augen öffnen. Das neu Finden. Anfänge aus Enden. Es bewegt!
Auch wenn das Thema relativ düster und drückend ist, gibt es doch immer das berühmte Lichtlein. Das gefällt mir sehr gut und setzt dem Buch noch ein Krönchen zu den wohlverdienten fünf Sternen auf.
Wortschätzchen
aus Kreis HD
5/5
12.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das Elternhaus und seine…
Das Elternhaus und seine Bedeutung – fast ein „Teekesselchen“ Sanne lebt als einzige von drei Schwestern in direkter Nähe zu ihren Eltern. Die sind mit ihrem Häuschen und ihrem Alltag überfordert und Sanne beschließt, dass die beiden in eine altersgerechte Wohnung umziehen müssen. Sanne muss sich an allen Fronten rechtfertigen – bei den Eltern, den Schwestern, sogar der Makler, der das Elternhaus verkaufen soll, macht ihr Vorhaltungen. Doch auch die beiden anderen Schwestern Petra und Gitti müssen sich mit der jetzigen Situation, wie es dazu kam und wie es weitergehen soll, auseinandersetzen. Wie wichtig ist ein Gebäude? Vielleicht berührt mich dieses Buch deshalb so, weil ich in einer ganz ähnlichen Situation steckte und stecke. Zwar habe ich meine Eltern nicht aus ihrem Haus holen müssen, aber Krankheit und Tod ertragen müssen. Nie hätte ich das Haus zu Lebzeiten meiner Eltern verkauft, aber danach ist die Frage ebenfalls akut: was mit dem Haus tun? Was bedeutet es mir? Oder sehen es immer nur die anderen als so wichtig an? Welches Leben muss man leben? Welches Leben darf man leben? Die drei Schwestern könnten unterschiedlicher nicht sein. Obwohl sie als Kinder in einem Zimmer lebten, sind sie sich jetzt komplett fremd. Oder gerade deshalb? Suchten sie aufgrund der Enge in der Kindheit im Erwachsenenleben Abstand? Hier bin ich überfragt, da ich Einzelkind bin. Doch die Momente, in denen Eltern für etwas gelobt werden, das die Tochter getan hat und das auch noch annehmen, nicht der Tochter die Ehre lassen, die kenne ich. Das tut einerseits weh, andererseits ist es eine noch größere Form der Anerkennung. Die Eltern erst dann zu verstehen, wenn es längst zu spät ist, tut weh. Doch nach diesem Buch habe ich das Gefühl, das geht nicht nur mir so, das machen alle durch. Obwohl es sicher nicht so gedacht war, ist das Buch Trost für all jene, die für ihre Eltern entscheiden müssen oder mussten, die ein Elternhaus verkaufen mussten und die sich damit quälten, nicht all die Dinge behalten zu können, die den Eltern wichtig waren. Es zeigt auch, dass enge Bindungen auch locker werden können, dass man auch Abstand halten darf und dass es nie zu spät ist, neue Wege zu gehen. Ute Manks Schreibstil schafft Distanz und dennoch Nähe. Der Leser bekommt mehrere Sichtweisen dargelegt. Sie verwebt ganz viele Themen mit ins Hauptthema und webt so einen dichten Teppich, der den Leser durch die Geschichte trägt und ihm dennoch Raum lässt, seine eigenen Gedanken und Gefühle arbeiten zu lassen. Das Gedankenkarussell der Schwestern und des Lesers ähneln sich dabei doch sehr. Loslassen, was auch immer und wie auch immer, darum geht es hier. Und um das Sehen, das Augen öffnen. Das neu Finden. Anfänge aus Enden. Es bewegt! Auch wenn das Thema relativ düster und drückend ist, gibt es doch immer das berühmte Lichtlein. Das gefällt mir sehr gut und setzt dem Buch noch ein Krönchen zu den wohlverdienten fünf Sternen auf.
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5/5
10.12.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Vom Ende der Kindheit
Zwei erwachsene Schwestern mit sehr unterschiedlichen Einstellungen zur Selbständigkeit ihrer nun "alten" Eltern, streiten sich um die Auflösung ihres Elternhauses und den Verbleib von Mutter und Vater. Die eine löst den Hausstand auf und quartiert die Eltern in eine kleinere, altersgerechte Wohnung ein und die andere ist schier entsetzt darüber, da ihr damit selbst der ganze Boden ihrer Kindheit unter den Füßen hinweg gerissen wird. Was ist ein Zuhause, wo ist man Zuhause, braucht es einen Ort oder kann der auch im Herzen sein. Wie gehen wir mit Kindheitserinnerungen um, was gibt Sicherheit und was wird, wenn die Eltern richtig alt werden und die erwachsen Kinder ebenfalls? Sehr klar und mit feinem und genauem Blick schildert die Autorin die Nuancen der Befindlichkeiten und schickt mich als Leserin los, mich selbst mit diesen Themen auseinanderzusetzten.
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5/5
03.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was passiert, wenn die Eltern...
Was passiert, wenn die Eltern alt werden? Schöne Erinnerungen an die Kindheit der 60er und 70er Jahre, die vielen kleinen und großen Differenzen unter den Geschwistern und die schwierige Entscheidung ums Elternhaus und die Eltern lassen den Roman wunderbar realistisch werden.
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5/5
14.09.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich habe schon die Wildtriebe...
Ich habe schon die Wildtriebe sehr gerne gelesen und auch Elternhaus ist eine Familiengeschichte die unter die Haut geht. Trotz des schwierigen Themas - Älterwerden der Eltern und eigenes Altern - flüssig, leicht und authentisch geschrieben. Hat mich sehr berührt.
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5/5
23.08.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine emotionale Reise in die Vergangenheit...
Eine emotionale Reise in die Vergangenheit und der liebevolle Blick auf die oft schwierige Familie. Ute Mank hat mich mit ihrem leichten und lebensnahen Schreibstil sofort gefangen genommen. Ein traurig schöner Roman.
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5/5
14.07.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Feinfühlig fängt Ute Mank das...
Feinfühlig fängt Ute Mank das zarte Geflecht einer Familie und die Verbundenheit zum Elternhaus ein. Man wächst zusammen auf, lebt sich zusammen auseinander und die eigenen Eltern werden plötzlich alt. Hier fühlt man mit. Großartig erzählt.
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