Ein großes Familienepos, das Erinnerungen weckt und uns lachen lässt - humorvoll, melancholisch und berührend.
Die Krönung Elizabeths II., Wembley 1966, der "Schokoladenkrieg" zwischen England und der EU, James Bond und Prinzessin Diana, Brexit und Pandemie - das sind einige der Fixpunkte im langen Leben der Mary Lamb und ihrer weitverzweigten Familie. Mary ist Herz und Zentrum dieses Romans, als Tochter, Mutter und Großmutter. Das Beispiel von Marys Familie zeigt die Zerrissenheit Englands und gleichzeitig dessen Fähigkeit, in Krisensituationen zusammenzustehen. Nationalismus, latenter Rassismus, Tories oder Labour - die politischen Konflikte ziehen sich auch quer durch die Familie Lamb. Vielstimmig hören wir von Träumen, Enttäuschungen, aber auch vom Glück und der Liebe, die von Mary und den Ihren in der Kleinstadt Bournville gelebt werden.
Der neue Roman von Bestsellerautor Jonathan Coe
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Ereignisse und Veränderungen…
Quilly aus Am Wattenmeer am 10.10.2023
Bewertungsnummer: 2874220
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ereignisse und Veränderungen Jonathan Coe erzählt in seinem Roman ‚Bournville‘ die Familiengeschichte der britischen Familie Lamb und zugleich ein Stück britische Nationalgeschichte. Das Buch umfasst die Zeit von 1945 bis 2020, wobei nicht jedes Jahr oder Jahrzehnt einzeln betrachtet werden, sondern es erfolgen unterschiedlich große Zeitsprünge zu sieben Großereignisse der Geschichte, die Coe jeweils als Ankerpunkt nimmt, um die Geschichte der Familie und der Gesellschaft unter dem Einfluss des jeweiligen Ereignisses weiter zu erzählen. Mir gefällt das Buch ausgesprochen gut. Besonders spannend finde ich den etwas anderen Buchaufbau. Er gewährt nicht nur Einblicke in eine (vermutlich) relativ durchschnittliche britische Familie der Zeit, sondern erinnert auch an zeitgeschichtlich relevante Ereignisse. Diejenigen, die ich davon selbst erlebt habe, haben bei mir die Vorstellungskraft für die dargestellte Zeit enorm erhöht. Die Ereignisse, für die ich noch zu jung bin, oder kleinere geschichtliche Episoden, die in der Realität einfach an mir vorbeigegangen sind, sind so pointiert und informativ dargestellt, dass sie weder belehrend, noch langweilig, sondern interessant und zum Teil sehr bewegend sind. Gefallen hat mir auch, dass die einzelnen Familienmitglieder und ihre Handlungen nicht bis ins letzte Detail beschrieben werden (was der Einband, der von einem „Großen Familienepos“ spricht, eigentlich mutmaßen lässt). Dies fände ich auch angesichts des sprunghaften Einblicks in die Familiengeschichte und die große Anzahl an vorkommenden Personen etwas zu viel. Coe hat sich an einige, wie ich finde, interessante Eckpunkte gehalten und diese stellenweise mit viel Sprachwitz und britischem Humor aber auch, wenn angebracht, mit dem nötigen Ernst der Lage, ausformuliert. Coe zeigt, für meinen Geschmack, auf hervorragende Weise, wie Dinge und Ereignisse von öffentlichem Interesse, den Alltag von Menschen berühren, beeinflussen, verändern oder eben auch nicht. Es ist ein schönes, ein anderes Buch, auf welches man sich einlassen muss, dass dann aber auch Spaß macht zu lesen, zumal durch unterschiedliche Schreibstile (allgemeiner Erzähler, Ich-Erzähler, Tagebucheintragungen, Radiomitschnitte etc.), auch die Unterschiedlichkeit der einzelnen Akteure und Ereignisse widergespiegelt wird.
Voller Erinnerungen, sehr britisch
Lesebiene aus Berlin am 05.10.2023
Bewertungsnummer: 2037295
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Es geht um Schokolade, um diese Kleinstadt Bournville, eine Reißbrett – Idylle.
Aber vor allem geht es um Großbritannien.
Der rote Faden ist die britische Geschichte. Den Rahmen bildet eine große Familie.
Fiktion und Realität vermischen sich.
Es wird aus Sicht der fiktiven Familie Lamb erzählt.
Der große Stammbaum zu Beginn des Buches ist deshalb sehr hilfreich.
Mary, die Hauptfigur, legt ihren
drei Söhnen jeden Tag ein Stück Cadbury-Schokolade vor deren jeweiliges Foto am Kaminsims.
Die Kapitel sind nach historischen Ereignissen seit dem Zweiten Weltkrieg aufgeteilt,
von Churchills Rede nach dem Zweiten Weltkrieg, Krönung von Elizabeth der II, Wembley 1966,
bis hin zur Pandemie.
Sozialkritisch und humorvoll schafft es der Autor spielend Historisches mit dem
Erdachten zu verbinden.
Die Atmosphäre der jeweiligen Ereignisse, die Nöte, Sorgen und Lebensbedingungen der Menschen.
Eine Geschichte in der Geschichte sehr gut umgesetzt.
Alle Charaktere sind wunderbar gezeichnet und sehr lebensnah.
Die Schreibweise ist eher sachlich, mal journalistisch, teilweise autobiografisch.
Immer sind die Familienmitglieder in diesen Ereignissen mittendrin.
Sie sind das Spiegelbild der Gesellschaft; werden durch die gesellschaftlichen Ereignisse geprägt.
Immer auf der Suche nach ihrem Glück.
Eine 7-tägige Reise der neueren britischen Geschichte in sieben Kapiteln erzählt.
Es sind die Alltäglichkeiten, die dieses Buch so lesenswert macht.
Die Story, die Charaktere, die Ausdruckskraft einfach nur wunderbar.
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Meinung aus der Buchhandlung
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Wieder ein unterhaltsames und geschichtsträchtige Leseerlebnis, dass der britische Autor den Lesenden hier bietet. Wie ein toter Faden ziehen sich die wichtigsten Ereignisse der britischen Gesellschaft durch die Familiengeschichte von Mary Lamb. Zeitgemäß und großartig.
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