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Beschreibung

Details

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

04.09.2023

Verlag

Guggolz Verlag

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ePUB 3

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Erscheinungsdatum

04.09.2023

Verlag

Guggolz Verlag

Seitenzahl

650 (Printausgabe)

Dateigröße

2588 KB

Übersetzt von

Ulrich Sonnenberg

Sprache

Deutsch

EAN

9783945370667

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Ein Prosit der Ungemütlichkeit

Christian1977 aus Leipzig am 29.09.2023

Bewertungsnummer: 2032881

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Kopenhagen, Mitte der 1920er-Jahre: Der Kulturredakteur Ole Jastrau lebt mit seiner Frau Johanne und Söhnchen Oluf eigentlich in geregelten Verhältnissen. In seiner Tätigkeit für die Zeitung "Dagbladet" bespricht er Bücher, er hat einen intakten Freundeskreis. Doch passend zu den politisch unruhigen Verhältnissen ergreift auch Ole eine innere Unruhe. Zu den Rezensionen quält er sich mehr schlecht als recht, mit Oluf weiß er nicht umzugehen und verkörpern seine konservativen Freunde nicht genau das, was Ole nie sein wollte? Noch vor nicht allzu langer Zeit war er doch ein Poet, ein kommunistischer Revolutionär. Als sich zwei ehemalige Weggefährten im wahrsten Sinne des Wortes bei ihm einnisten, nimmt das Unheil seinen Lauf. Ole Jastrau verfällt mehr und mehr dem Alkohol und sieht sich und sein Leben dem Absturz entgegentaumeln... Tom Kristensen (1893 - 1974) schrieb den Roman "an seinem eigenen Leben entlang", heißt es im Klappentext von "Absturz", das jüngst in der deutschen Neuübersetzung von Ulrich Sonnenberg bei Guggolz erschienen ist. Das dänische Epos sollte trotz seiner Länge mühelos an die Erfolge, die der Verlag beispielsweise mit den Vesaas-Übersetzungen erzielte, anknüpfen können. Denn der laut Guggolz "bedrohlich funkelnde dänische Monumentalroman" ist nicht weniger als ein Meisterwerk der Literatur. "Bedrohlich funkelnd" trifft den Kern von "Absturz" dann tatsächlich auch hervorragend. Man könnte auch sagen: Ein Prosit der Ungemütlichkeit! Nahezu von Beginn an legt sich nämlich eine Noir-Atmosphäre über den Roman. Das abendliche Kopenhagen wird vom verschwommenen Licht der Straßenbahnen reflektiert. Irgendwo leuchtet ein Neonschild. In der "Bar des Artistes" - was für ein Name - sitzen die Männer des Kopenhagener Kulturbetriebs mit ihren Hüten zusammen, sie rauchen und trinken. Irgendwann setzt natürlich auch der Regen ein und prasselt gegen die nächtlichen Scheiben der "Dagbladet"-Redaktion. Tom Kristensen gelingt es, das gesellschaftliche und politische Kopenhagen der 1920er-Jahre zum Leben zu erwecken und die Leserschaft direkt um 100 Jahre zurückzukatapultieren. Eine Besonderheit, die auch das umfangreiche und informative Nachwort von Verleger Sebastian Guggolz hervorhebt, ist dabei, dass kein besonderes Vorwissen, keine Abstraktionsfähigkeit der Leser:innen erforderlich ist, um diesem Klassiker der Weltliteratur folgen zu können. Anders als in ähnlich monumentalen Werken kommt es nicht darauf an, jede Metapher, jeden philosophischen Hintergedanken entschlüsseln zu müssen. Sondern man begibt sich in unmittelbare Kumpanei zu Ole Jastrau und folgt ihm auf seinem langsamen, schrittweisen Absturz. Das ist dennoch herausfordernd, aber äußerst lohnenswert. Denn Kristensen schreibt so, wie er lebte: kompromisslos und wild. Zu Beginn des Romans fühlt man sich wie in einem Theaterstück, einer Art Kammerspiel. Kristensen lässt die Leserschaft teilhaben an Jastraus Überforderung, an seiner Zerrissenheit. Jede Regung, jeder Gesichtsausdruck werden beschrieben. Als schaute man auf eine Bühne. "Jastrau starrte an die weiße viereckige Decke. Leer wie seine Weltanschauung", heißt es gleich auf der ersten Seite des Romans. Durch diese zwei kleinen prägnanten Sätze ist der Tonfall für die kommenden fast 660 Seiten vorgegeben. Man wird den leeren Ole Jastrau keinen Augenblick mehr aus den Augen lassen. Keine einzige Szene in "Absturz" kommt ohne diesen klassischen Antihelden aus. Äußerst gelungen ist es auch, wie Kristensen es versteht, die drei literarischen Textgattungen Epik, Lyrik und Dramatik kongenial miteinander zu verbinden. Die dramatischen Elemente finden sich nicht nur in den zahlreichen Dialogen, sondern auch in der oben geschilderten Detailverliebtheit in Bezug auf Räume und Orte. Sprachliche Höhepunkte sind die seltenen lyrischen Passagen. Kristensen legt dabei beispielsweise sein eigenes Gedicht "Angst" dem rebellischen Kommunisten Steffensen, einer der schillerndsten Figuren des Romans, in den Mund. Das passt hervorragend zu dem - im positiven Sinne - Pathos, das "Absturz" über weite Strecken verbreitet. Nicht nur aufgrund Kapitelnamen wie "Seht, welch ein Mensch" oder "Und erlöschen alle Sonnen" wäre es nicht verwunderlich, wenn sich nordische und skandinavische Gegenwartsautor:innen wie Jón Kalman Stefanssón von Kristensens "Absturz" durchaus inspiriert fühlten. Ein bekennender Freund des Romans ist in jedem Falle der tragisch-verwirrt-geniale Norweger Knut Hamsun, der das Buch in eineinhalb Tagen gelesen haben soll. Was - bis auf die Zeitspanne - ebenfalls nicht verwundert, denn Parallelen zu Hamsuns "Hunger" von 1890 sind nicht zu übersehen. Hier wie dort folgen wir einem Journalisten auf seinem Niedergang. Hier wie dort kann die Hauptfigur nicht mit Geld umgehen. Hier wie dort leidet der Protagonist unter Halluzinationen. Und bei beiden steht die Existenz auf dem Spiel. Ein weiteres Plus von "Absturz" ist die Figurenkonzeption. Neben dem wunderbar ambivalenten Jastrau ist dabei vor allem der schon erwähnte Stefan Steffensen zu nennen. Steffensen ist der rebellische Sohn des Apothekers und Autors H.C. Stefani, dem wiederum in diesem gesamten Drama trotz nur weniger Auftritte eine ganz besondere Rolle zufällt. Steffensen ist so etwas wie der wilde Gegenpol zu Ole Jastrau. Eine Art kommunistisches Gespenst aus dessen Jugend. Steffensen verkörpert all das, wofür Ole selbst einst stand. Für Poesie, für Idealismus und Kommunismus. Auf der anderen Seite ist er ein Schmarotzer, der Jastrau nach Strich und Faden ausnimmt und irgendwann sogar dessen Wohnung übernimmt. Die beiden verbindet eine herzliche Hassliebe, über weite Strecken des Romans können sie weder ohne- noch miteinander und trauen sich gegenseitig das Schlimmste zu. Bestürzend authentisch ist zudem der Umgang mit Alkoholismus. Wer im Freundes- oder Bekanntenkreis Umgang mit einem Alkoholiker pflegt, erkennt erschütternde Parallelen zu der mehr und mehr abgehobenen Gedankenwelt des Ole Jastrau. Diese permanenten Wiederholungen, die Überhöhung transzendentaler Wesen, die Sinnsuche in der Religion, das Selbstmitleid - all das trifft Kristensen punktgenau. Zudem wird der Alkoholismus selbst zu einer Art Stilmittel des Romans. Denn durch die permanenten Saufgelage, die immer wiederkehrenden Sätze und Treffen hat man als Leser:in bisweilen selbst das Gefühl, als würde die ganze Handlung vor den Augen verschwimmen. Wer diese Tour de Force bis zum Ende durchhält - und das sei dringend empfohlen -, wird im Finale noch einmal mit einem absoluten Höhepunkt des Romans belohnt. Denn, was Kristensen in seinem letzten Kapitel und dem Epilog gelingt, ist mehr als der buchstäbliche "Absturz", sondern ein geniales Vexierspiel, das die hoffentlich nüchterne Leserschaft zum Nachdenken bringen und zu einer permanenten Gänsehaut führen wird. Mit Tom Kristensens "Absturz" gelingt es dem Guggolz Verlag einmal mehr, einen nahezu in Vergessenheit geratenen Klassiker der Weltliteratur wieder ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Nicht nur Freunde von Knut Hamsun und Jón Kalman Stefanssón sollten sich diesen Roman zu Gemüte führen. Belohnt werden sie mit einem sprachlichen Meisterwerk, das zwar anstrengend ist, dabei aber auch unheimlich intensiv und aufregend. Ein Hoch auf Tom Kristensen!
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Ein Prosit der Ungemütlichkeit

Christian1977 aus Leipzig am 29.09.2023
Bewertungsnummer: 2032881
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Kopenhagen, Mitte der 1920er-Jahre: Der Kulturredakteur Ole Jastrau lebt mit seiner Frau Johanne und Söhnchen Oluf eigentlich in geregelten Verhältnissen. In seiner Tätigkeit für die Zeitung "Dagbladet" bespricht er Bücher, er hat einen intakten Freundeskreis. Doch passend zu den politisch unruhigen Verhältnissen ergreift auch Ole eine innere Unruhe. Zu den Rezensionen quält er sich mehr schlecht als recht, mit Oluf weiß er nicht umzugehen und verkörpern seine konservativen Freunde nicht genau das, was Ole nie sein wollte? Noch vor nicht allzu langer Zeit war er doch ein Poet, ein kommunistischer Revolutionär. Als sich zwei ehemalige Weggefährten im wahrsten Sinne des Wortes bei ihm einnisten, nimmt das Unheil seinen Lauf. Ole Jastrau verfällt mehr und mehr dem Alkohol und sieht sich und sein Leben dem Absturz entgegentaumeln... Tom Kristensen (1893 - 1974) schrieb den Roman "an seinem eigenen Leben entlang", heißt es im Klappentext von "Absturz", das jüngst in der deutschen Neuübersetzung von Ulrich Sonnenberg bei Guggolz erschienen ist. Das dänische Epos sollte trotz seiner Länge mühelos an die Erfolge, die der Verlag beispielsweise mit den Vesaas-Übersetzungen erzielte, anknüpfen können. Denn der laut Guggolz "bedrohlich funkelnde dänische Monumentalroman" ist nicht weniger als ein Meisterwerk der Literatur. "Bedrohlich funkelnd" trifft den Kern von "Absturz" dann tatsächlich auch hervorragend. Man könnte auch sagen: Ein Prosit der Ungemütlichkeit! Nahezu von Beginn an legt sich nämlich eine Noir-Atmosphäre über den Roman. Das abendliche Kopenhagen wird vom verschwommenen Licht der Straßenbahnen reflektiert. Irgendwo leuchtet ein Neonschild. In der "Bar des Artistes" - was für ein Name - sitzen die Männer des Kopenhagener Kulturbetriebs mit ihren Hüten zusammen, sie rauchen und trinken. Irgendwann setzt natürlich auch der Regen ein und prasselt gegen die nächtlichen Scheiben der "Dagbladet"-Redaktion. Tom Kristensen gelingt es, das gesellschaftliche und politische Kopenhagen der 1920er-Jahre zum Leben zu erwecken und die Leserschaft direkt um 100 Jahre zurückzukatapultieren. Eine Besonderheit, die auch das umfangreiche und informative Nachwort von Verleger Sebastian Guggolz hervorhebt, ist dabei, dass kein besonderes Vorwissen, keine Abstraktionsfähigkeit der Leser:innen erforderlich ist, um diesem Klassiker der Weltliteratur folgen zu können. Anders als in ähnlich monumentalen Werken kommt es nicht darauf an, jede Metapher, jeden philosophischen Hintergedanken entschlüsseln zu müssen. Sondern man begibt sich in unmittelbare Kumpanei zu Ole Jastrau und folgt ihm auf seinem langsamen, schrittweisen Absturz. Das ist dennoch herausfordernd, aber äußerst lohnenswert. Denn Kristensen schreibt so, wie er lebte: kompromisslos und wild. Zu Beginn des Romans fühlt man sich wie in einem Theaterstück, einer Art Kammerspiel. Kristensen lässt die Leserschaft teilhaben an Jastraus Überforderung, an seiner Zerrissenheit. Jede Regung, jeder Gesichtsausdruck werden beschrieben. Als schaute man auf eine Bühne. "Jastrau starrte an die weiße viereckige Decke. Leer wie seine Weltanschauung", heißt es gleich auf der ersten Seite des Romans. Durch diese zwei kleinen prägnanten Sätze ist der Tonfall für die kommenden fast 660 Seiten vorgegeben. Man wird den leeren Ole Jastrau keinen Augenblick mehr aus den Augen lassen. Keine einzige Szene in "Absturz" kommt ohne diesen klassischen Antihelden aus. Äußerst gelungen ist es auch, wie Kristensen es versteht, die drei literarischen Textgattungen Epik, Lyrik und Dramatik kongenial miteinander zu verbinden. Die dramatischen Elemente finden sich nicht nur in den zahlreichen Dialogen, sondern auch in der oben geschilderten Detailverliebtheit in Bezug auf Räume und Orte. Sprachliche Höhepunkte sind die seltenen lyrischen Passagen. Kristensen legt dabei beispielsweise sein eigenes Gedicht "Angst" dem rebellischen Kommunisten Steffensen, einer der schillerndsten Figuren des Romans, in den Mund. Das passt hervorragend zu dem - im positiven Sinne - Pathos, das "Absturz" über weite Strecken verbreitet. Nicht nur aufgrund Kapitelnamen wie "Seht, welch ein Mensch" oder "Und erlöschen alle Sonnen" wäre es nicht verwunderlich, wenn sich nordische und skandinavische Gegenwartsautor:innen wie Jón Kalman Stefanssón von Kristensens "Absturz" durchaus inspiriert fühlten. Ein bekennender Freund des Romans ist in jedem Falle der tragisch-verwirrt-geniale Norweger Knut Hamsun, der das Buch in eineinhalb Tagen gelesen haben soll. Was - bis auf die Zeitspanne - ebenfalls nicht verwundert, denn Parallelen zu Hamsuns "Hunger" von 1890 sind nicht zu übersehen. Hier wie dort folgen wir einem Journalisten auf seinem Niedergang. Hier wie dort kann die Hauptfigur nicht mit Geld umgehen. Hier wie dort leidet der Protagonist unter Halluzinationen. Und bei beiden steht die Existenz auf dem Spiel. Ein weiteres Plus von "Absturz" ist die Figurenkonzeption. Neben dem wunderbar ambivalenten Jastrau ist dabei vor allem der schon erwähnte Stefan Steffensen zu nennen. Steffensen ist der rebellische Sohn des Apothekers und Autors H.C. Stefani, dem wiederum in diesem gesamten Drama trotz nur weniger Auftritte eine ganz besondere Rolle zufällt. Steffensen ist so etwas wie der wilde Gegenpol zu Ole Jastrau. Eine Art kommunistisches Gespenst aus dessen Jugend. Steffensen verkörpert all das, wofür Ole selbst einst stand. Für Poesie, für Idealismus und Kommunismus. Auf der anderen Seite ist er ein Schmarotzer, der Jastrau nach Strich und Faden ausnimmt und irgendwann sogar dessen Wohnung übernimmt. Die beiden verbindet eine herzliche Hassliebe, über weite Strecken des Romans können sie weder ohne- noch miteinander und trauen sich gegenseitig das Schlimmste zu. Bestürzend authentisch ist zudem der Umgang mit Alkoholismus. Wer im Freundes- oder Bekanntenkreis Umgang mit einem Alkoholiker pflegt, erkennt erschütternde Parallelen zu der mehr und mehr abgehobenen Gedankenwelt des Ole Jastrau. Diese permanenten Wiederholungen, die Überhöhung transzendentaler Wesen, die Sinnsuche in der Religion, das Selbstmitleid - all das trifft Kristensen punktgenau. Zudem wird der Alkoholismus selbst zu einer Art Stilmittel des Romans. Denn durch die permanenten Saufgelage, die immer wiederkehrenden Sätze und Treffen hat man als Leser:in bisweilen selbst das Gefühl, als würde die ganze Handlung vor den Augen verschwimmen. Wer diese Tour de Force bis zum Ende durchhält - und das sei dringend empfohlen -, wird im Finale noch einmal mit einem absoluten Höhepunkt des Romans belohnt. Denn, was Kristensen in seinem letzten Kapitel und dem Epilog gelingt, ist mehr als der buchstäbliche "Absturz", sondern ein geniales Vexierspiel, das die hoffentlich nüchterne Leserschaft zum Nachdenken bringen und zu einer permanenten Gänsehaut führen wird. Mit Tom Kristensens "Absturz" gelingt es dem Guggolz Verlag einmal mehr, einen nahezu in Vergessenheit geratenen Klassiker der Weltliteratur wieder ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Nicht nur Freunde von Knut Hamsun und Jón Kalman Stefanssón sollten sich diesen Roman zu Gemüte führen. Belohnt werden sie mit einem sprachlichen Meisterwerk, das zwar anstrengend ist, dabei aber auch unheimlich intensiv und aufregend. Ein Hoch auf Tom Kristensen!

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