Jeder Umbruch fordert Opfer. Auch eine friedliche Revolution. Daniela Krien erzählt von Menschen, deren Leben an einem Kontrapunkt der Geschichte ins Wanken gerieten. Sie erzählt von Orientierungslosigkeit und tiefer Verzweiflung. Doch diese Romanminiaturen gehen über das Schicksal des Einzelnen hinaus; sie zeichnen ein Bild des Menschen von heute. Ein Buch über das Trotzdem-den-Kopf-über-Wasser-Halten, über das Trotzdem-Weitermachen, über das Es-trotzdem-Schaffen.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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In ihrem Erzählband geht es um die Verlierer der Wende. Krien erzählt wahre Geschichten von Menschen, die aufgrund des Mauerfalls und der damit verbundenen großen Veränderungen in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft ihren Halt verloren haben. Es sind aber nicht nur Geschichten vom Scheitern, sondern auch vom Aufbruch und von neuen Horizonten, die sich vielen eröffnet haben. Diese Erzählungen berühren das Herz und zeigen auf, wie zerbrechlich unser Leben ist und wie wenig Einfluss wir selbst oft darauf haben.
Kristall86
aus an der Nordsee
5/5
06.06.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
!ein Lesehighlight 2020!…
!ein Lesehighlight 2020! „Muldental“ ist mein drittes Buch von Daniela Krien. Und auch diesmal hat sich mich völlig begeistert! In diesem Buch erzählt sie 11 Geschichten über Menschen die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber eines haben sie doch gemeinsam: sie erleben alle den Fall der Mauer - die Wende ist da! Mit ihrer einnehmenden Art folgt man Krien sofort. Ihr flüssiger Schreibstil ist brilliant und klar aber hat auch eine gewisse Stoischkeit. Genau diese Art machen ihre Kurzgeschichten aber aus. Sie macht aus sehr wenig unheimlich viel. Jede Geschichte hat ihren eigenen Träger, ihren Plot und jede bewegt zutiefst die Seele des Lesers. Das war richtig großes Kino! Ich will hier gar nicht zu viel verraten, denn dieses Buch muss man lesen! 5 von 5 Sterne hierfür!
https://lieslos.blog/
5/5
27.04.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
In der Kürze liegt die Würze! Eine wunderbare Kurzgeschichtensammlung!
Ich habe bisher einen Bogen um Kurzgeschichten gemacht, da ich angenommen habe, nur in längere Romane wirklich eintauchen und zufrieden wieder auftauchen zu können.
Bereits Joey Goebel hat mich mit „Irgendwann wird es gut“ eines Besseren belehrt, und Daniela Krien hat mich nun mit ihren Erzählungen, die in den Wendejahren und überwiegend in den neuen Bundesländern spielen, komplett vom Gegenteil überzeugt.
In Windeseile versank ich in jeder dieser 11 ernsten und interessanten Geschichten, die trotz oder gerade wegen ihrer Kürze eine unglaubliche Intensität und Tiefe entfalten.
Es war so, als wäre ich immer wieder aufs Neue in eine andere Welt katapultiert worden, völlig darin aufgegangen und plötzlich wieder hinausgeschleudert worden. Wieder in der Realität gelandet, musste ich mich dann erst mal wie ein nasser Hund schütteln, um wirklich anzukommen.
„In der Kürze liegt die Würze“ ist ein Sprichwort, das hier voll und ganz zutrifft.
Der Leser trifft Protagonisten, die nach dem Mauerfall nicht auf der Sonnenseite des Lebens gelandet sind.
Es sind traurige, tragische oder erschütternde Schicksale.
Man sollte dieses 230-seitige Juwel in Häppchen zu sich nehmen. Nicht nur, um länger davon zu haben, sondern auch, um den Inhalt der Kurzgeschichten verdauen zu können.
Daniela Krien präsentiert hier nämlich keine leichte Kost.
Es sind berührende, aufwühlende und bewegende Geschichten, die das Leben schrieb, die nachwirken, die zum Nachdenken anregen und die den Wunsch nach Austausch auslösen.
Ich war froh um die Leserunde, mit der ich über das Gelesene diskutieren konnte.
Die Kurzgeschichten spielen zwar, wie oben schon erwähnt, in den Wendejahren und überwiegend in den neuen Bundesländern und die Protagonisten stammen aus der ehemaligen DDR, aber sie könnten sicherlich auch in anderen Zeiten und an anderen Orten angesiedelt sein.
Man kann die meisten Geschichten auch „allgemeingültig“ lesen. Nur wenige lassen sich klar und eindeutig nur auf sog. „Wendeverlierer“ beziehen.
Die Autorin bewertet nicht. Sie beobachtet scharfsinnig und beleuchtet äußere Umstände und Innenleben ihrer Figuren wie mit einem Scheinwerferlicht, um es anschließend detailliert und treffsicher zu beschreiben.
Die Geschichten sind sprachlich beeindruckend und inhaltlich fesselnd.
Kein Wort ist zu viel, keines zu wenig.
Manche Metaphern muss man einfach mehrfach lesen, weil sie so treffend und deshalb faszinierend sind.
Daniela Krien schafft es, im Verlauf des Buches die gesamte Palette an Gefühlen beim Leser auszulösen.
Bei der einen Geschichte spürt man Empörung, bei der anderen Beklemmung, dann tiefes Mitgefühl und den Impuls zu trösten, dann Wut... oder eine Mischung aus allem...
Das ist m. E. hohe Kunst!
Raffiniert schließt sie am Ende den Kreis und gibt dem Band aus einzelnen Erzählungen einen Rahmen, eine Art Klammer, die alle Geschichten umfasst.
Wie sie das macht, möchte ich hier nicht erwähnen. Das würde das Lesevergnügen mindern.
Was mich ebenfalls beeindruckt hat, war, dass sie es geschafft hat, mir nach all den erschütternden, beklemmenden, empörenden oder lähmenden - kurz: aufwühlenden - Geschichten mein Herz zu erwärmen und ein zufriedenes und erfreutes Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
Natürlich verrate ich auch hier nicht, wie ihr das gelungen ist.
Nach dem Zuklappen des Buches hat man von Dramen und Tragödien gelesen, macht sich ein zufriedenes Gefühl breit und ploppt der Gedanke auf: „Es ist nicht alles nur schlimm. Es gibt Hoffnung, es gibt das Gute!“.
Vielleicht wollte sie diese Botschaft vermitteln?
Abschließend noch eine kurze Übersicht bzw. knappe Zusammenfassung der Inhalte und Themen, damit Ihr Euch besser vorstellen könnt, um was es geht:
Eine Ehefrau, die von der Stasi genötigt wird, ihren Mann auszuspionieren.
Ablehnung und Vorurteile rufen Wut und Gewalt hervor.
Versuchungen, schnell und einfach an Geld zu kommen.
Schwangerschaftsabbruch.
Absturz vom wohl-situierten Meister zum schwer alkoholkranken Gelegenheitsjobber.
Liebloses Aufwachsen und Mobbing und was sich daraus entwickeln kann.
Trennungen, Trennungsschmerz und andere Folgen des Mauerbaus.
Mögliche Folgen einer nicht tragfähigen Mutter-Tochter-Beziehung.
Die Erfahrung, nicht mehr gebraucht zu werden.
Die Erkenntnis, dass unterm Strich und am Ende nicht alles aussichtslos ist.
Wie nach diesen Ausführungen unschwer zu vermuten ist, bin ich begeistert von diesem Werk.
Ich empfehle es unbedingt! Aber, wie gesagt:
Ich würde es in Portionen genießen, nicht gerade vor dem Schlafen lesen und parallel zum Ausgleich eine leichte und beschwingende Lektüre bereithalten.
Bewertung
5/5
21.04.2020
eBook (ePUB 3)
Freiheit
Schon 2014 sind diese Kurzgeschichten erschienen. In dieser Neuauflage des Diogenes Verlags hat Daniela Krien ihre Erzählungen jedoch um eine Geschichte erweitert.
Die Autorin schreibt über die Schicksale von Menschen, von Lebensentscheidungen, von Trauer, Trennungen, Wut, vom Scheitern und von Verzweiflung. Sehr intensiv, mit viel Einfühlungsvermögen und einer klaren Sprache lässt die Autorin uns Anteil am Leben der Bewohner des Muldentals nehmen.
Obwohl manchmal komisch überwiegt das düstere und traurige in den Geschichten, die alle in Ostdeutschland der Wendezeit angesiedelt sind.
Eine zarte Liebesgeschichte und ein Neuanfang zum Ende des Buches lässt die Dunkelheit wieder heller werden. Zum Glück!
Kaffeeelse
5/5
01.04.2020
eBook (ePUB 3)
Kurzgeschichten, die es in sich haben
Hier geht es um ein Buch einer Autorin, von der ich schon "Die Liebe im Ernstfall" bewundern durfte. Schon hier beweist Daniela Krien eine ungeheure Intensität in ihrer Schreibe, die sie aber in ihrem Werk "Muldental" noch deutlich überbietet. Es sind Kurzgeschichten. Aber es sind Kurzgeschichten, die es in sich haben, die den Leser berühren, mit jeder Geschichte immer mehr berühren, manchmal in ihrer Intensität kaum noch ertragbar sind. Man hält inne beim Lesen, atmet durch und ist tief betroffen. Dass eine Autorin so etwas, in solch einer Intensität bei Kurzgeschichten schafft, ist mir neu und ich möchte mich in Ovationen ergehen.
Es sind Geschichten aus dem Osten, einigen merkt dies jeder Leser an, den meisten merkt man das aber nur an, wenn man den Osten sehr genau kennt, ihm eventuell sogar entstammt. Den Lesern aus anderen Landstrichen wird vieles vielleicht befremdlich erscheinen und sie werden rufen, dass kann es doch überall geben. Ja, durchaus. Aber im Osten gibt es solche Geschichten vielleicht prozentual mehr. Und dieses Düstere/Beklemmende ist vielleicht auch in abgehängten Gegenden mehr spürbar, oder in Gegenden, die sich selbst als abgehängt erachten. Ich habe dieses Buch in einer Leserunde genießen dürfen und genau solche Reaktionen gesehen/gehört/gelesen. Und ich hoffe, dass dieses Buch vielleicht auch ein besseres Verständnis bewirkt und vielleicht hilft bestehende Risse zu kitten. Und dazu muss ich noch sagen, ich gehöre nicht zu denen, die den Osten verherrlichen. Es gibt kein Schwarz oder Weiß, alles ist Grau, bei allem gibt es Gutes und auch Schlechtes. Und für mich verkörpern Daniela Kriens Geschichten auch genau das. Ich mag ebenso dieses Düstere und Beklemmende, auch das schafft Daniela Krien meisterhaft, aber hier bei diesem Buch komme auch ich an den Rand des Ertragbaren. Aber gerade durch dieses kaum mehr Ertragbare/gerade durch diese Intensität ist dieses Buch für mich ein 5 Sterne Kandidat!
Chapeau Frau Krien!!! Diese Autorin ist definitiv jemand, die man beobachten muss, der man folgen muss. Denn ich bin mir sicher, hier kommt noch einiges interessantes und berührendes.
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5/5
11.01.2025
Buch (Taschenbuch)
Lust auf Erzählungen, die das Leben schreibt?
Daniela Krien ist eine sagenhafte Erzählerin!
Ich habe all ihre Romane gelesen und bin begeistert von ihrer Beobachtungsgabe.
Es sind Geschichten von Menschen, die das Schicksal zum Handeln gezwungen hat.
Es sind Geschichten der Gegenwart, die zeigen, was Veränderungen mit uns anstellen. Was passiert, wenn Gewohntes wegbricht und man sich auf Neues einstellen muß.
Jede Erzählung ist mit einem zärtlichen, klaren Blick geschrieben, der eine ungemeine Tiefenschärfe aufweist, dem nichts entgeht, sei es auch noch so schmerzhaft.
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5/5
04.08.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Lebenswege der Menschen in...
Die Lebenswege der Menschen in Kriens Geschichten werden alle,
wenn auch nicht unmittelbar ,
durch die politische Wende beeinflußt. Und sie enden zumeist tragisch.
Unsentimental, aber emphatisch erzählt.
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5/5
17.04.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schicksalhafte Wendezeit
Daniela Krien hat so eine gewisse Art zu schreiben, authentisch, schnörkellos, direkt und sie bringt die Geschehnisse ganz einfach auf den Punkt. Schon ihr Buch „Die Liebe im Ernstfall“ hat mir super gefallen und auch dieses konnte mich wieder begeistern. Auch wenn die Schicksale der Menschen in diesen Kurzgeschichten oft sehr tragisch und aussichtslos erscheinen, ist trotzdem eine hoffnungsvolle Stimmung in einer klaren und deutlichen Sprache in den Zeilen herauszulesen. Sehr lesenswert.
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5/5
09.04.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sie haben "Die Liebe im Ernstfall"...
Sie haben "Die Liebe im Ernstfall" von ihr gelesen? Dann werden Sie "Muldental" lieben! In der kurzen Erzählform zeigen sich Kraft und Stärke der Erzählerin fast noch deutlicher. Menschen an Wendepunkten in all ihren Ausprägungen. Bravourös!
Jenaer Universitätsbuchhandlung Thalia – EKZ Neue Mitte
Buchhändler*in
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5/5
10.03.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Nachwendeerzählungen
Wiederauflage eines bereits 2014 erschienen Erzählbandes mit einer neuen Geschichte und immer noch unglaublich gut. Krien erzählt vordergründig von Schicksalen Ostdeutscher nach der Wende, von Demütigungen und vom Scheitern, von Heimat und von den gesellschaftlichen Entwicklungen nach 1989 insgesamt. Aber auf den zweiten Blick geht es um viel mehr, nämlich um Beziehungen ganz allgemein, um Allzumenschliches. Erschütternd, manchmal komisch, oft traurig und immer mit sehr viel Empathie.
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