Die unglaubliche, aber wahre Geschichte eines Aufstiegs und Falls – und einer schwierigen Wiederauferstehung
Samuel Meffire wuchs als Afrodeutscher in der DDR auf und wurde allen Widrigkeiten zum Trotz der erste Schwarze Polizist Ostdeutschlands. In seinem Buch gewährt er einen intimen Einblick in seine Gefühlswelt, schonungslos offen, unterhaltsam und witzig. Er berichtet packend von seiner Tour de Force über mehrere Kontinente und erzählt im Rückblick auf sein bisheriges Leben zugleich einen oft übersehenen Teil deutsch-deutscher Geschichte.
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"Ich, ein Sachse - Mein deutsch-deutsches Leben" von Samuel Meffire ist die autobiografische Geschichte eines Afrodeuschen in der DDR, der zum ersten schwarzen Polizisten Ostdeutschlands wurde. Hier wird sehr offen über seinen Weg da hin und einen oft übersehenen Teil deutsch-deutscher Geschichte berichtet.
Ich wollte das Buch gerne lesen, da ich die Thematik ganz interessant finde und mich der Klappentext und der Leseeindruck auch überzeugt haben.
Leider hat mich der Schreibstil des Buches nicht überzeugt und es kam mir stattdessen immer wieder langatmig zu zäh vor. Das hat es teilweise zur Herausforderung gemacht, das Buch tatsächlich zu beenden. So sind einerseits auch irrelevante Aspekte im Detail erwähnt, während andereseits Fragen offen geblieben sind.
Ich würde das Buch leider nicht empfehlen, auch wenn die Thematik interssant ist.
Bewertung
5/5
19.11.2024
Buch (Taschenbuch)
Sehr beeindruckendes Buch
Ein sehr Eindrucksvolles Buch. Der Einband ist toll gewählt und macht das Buch von vornherein interessant für mich. Sehr überraschend und positiv finde ich den Schreibstil. Dieses tolle Buch ist geshrieben wie eine Erzählung an die eigenen Kinder und gleichzeitig ein Rückblick des Autors. Man hat beim Lesen das Gefühl man bekommt den Lebensrückblick selbst von Autor erzählt. Sehr spannend und interessant, besonders wenn man selbst in der DDR aufgewachsen ist und so nochmal einige andere Sichtweisen " erzählt" bekommt. Das Buch mag man kaum weglegen aber wenn sich dann findet man für wieder rein . Der Einband vermittelt Spannung und die ist in dem Buch auch umgesetzt, man spürt die Zweifel und auch den Wiederwillen gegenüber der Vergangenheit und trotzdem die Verbundenheit. Die Neugier der Kinder macht das Buch gleichzeitig entspannter.
Sehr zu empfehlen.
Test-LR
5/5
29.06.2023
Buch (Taschenbuch)
Eine faszinierendes Lebensgeschichte
Cover:
-------
Der Autor schaut auf dem Titelbild dem Betrachter direkt in die Augen. Der Blick fesselt einen und ich musste das Buch daher genauer in Augenschein nehmen. Der Gesichtsausdruck ist schwer zu deuten: ernst, aber nicht unfreundlich. Entschlossen, aber doch irgendwie entspannt. Er weckte meine Neugierde.
Inhalt:
-------
Samuel Meffire ist nach seinem Vater benannt. Dieser stammte aus Kamerun und wurde unter den Versprechen einer guten Ausbildung und Arbeit in den 1960er-Jahren in die ehemalige DDR nach Sachsen gelockt, wo er seine zukünftige Frau, Samuels Mutter kennenlernte. Sie heirateten und bekamen 2 Kinder. Doch Samuel hat seinen Vater nie kennenlernen dürfen, denn er wurde kurz vor seiner Geburt ermordet. Durch den Schock der Mutter und die sonstigen Umstände verläuft seine Kindheit und Jugend nicht sehr gut. Er verkriecht sich im Sport und in Büchern und Halt gibt ihm auch sein Glaube an Gott. Eigentlich möchte er nur Gutes bewirken, aber die Gewalt um ihn herum und die Ohnmacht, die er teilweise verspürt, dagegen vorzugehen, führen ihn von der Polizei weg und auf den falschen Weg. Doch er lässt sich nicht unterkriegen.
Mein Eindruck:
-------
"Das Schreiben ist mein Sprechen, das bin einfach ich. Wie der Schreiner Teil des Tisches ist. Und der Metzger Teil vom Schnitzel. Wir sind, was wir tun. Wir tun, was wir gut können."
(S. 259)
Mich hat das Buch von Anfang an in seinen Bann gezogen. Der Einstieg beginnt damit, dass die jüngste Tochter des Autors auf Kartons mit alten Fotos stößt und ihren Vater drängt, ihr über die abgebildeten Personen etwas zu erzählen. So beginnt er von vorne, angefangen von der Kindheit seiner Eltern und wie es zu
deren Kennenlernen kam. Nach und nach wird daraus die ganze Geschichte unterbrochen von kleinen Passagen in der Gegenwart, in der der Autor Rückfragen seiner Kinder beantwortet oder in eigene Gedankenwelten abdriftet.
Der erste Eindruck hat mich getäuscht, bei dem Cover hätte ich nie eine so packende Biografie erwartet. Man merkt, dass Herr Meffire sehr viele Romane, auch aus dem Fantasybereich gelesen hat. Bei einer Lesung hätte ich an seinen Lippen gehangen, so hing mein Blick an jeder Zeile. Obwohl seine Vergangenheit sehr gewaltbeherrscht war und es einige unschöne Szenen gibt, so liest es sich nur halb so schrecklich, da die Beschreibungen stellenweise schon poetisch und abstrahierend sind. Seine Mutter ist beispielsweise die "dunkle Königin", die Rechtsradikalen bezeichnet er als "Vampire" und manchmal hat er es im Verbrechermilieu auch mit Orks zu tun. Bei seinen Schilderungen blitzt immer wieder schwarzer Humor und auch Sarkasmus durch. Trotz der schlimmen Tatsachen musste ich des Öfteren schmunzeln, v. a. wenn er mal wieder Kritik an unserer Gesellschaft und dem politischen System übt. Auch schreibt er in seiner Freizeit kleine Gedichte, die er an passende Stellen in die Biografie eingewoben hat.
In seinem Leben hat er so viele Jobs, dass man auch tiefe Einblicke in unterschiedliche Milieus erhält: Türsteher bei einem Nachtklub, Sozialarbeiter bei rechtsradikalen (!) Jugendlichen, Polizeiarbeit und natürlich auch als Sporttrainer.
Ich war gefesselt von seinem Leben und staunte, wie ein Mensch so viel Schlechtes durchmachen kann und dennoch immer wieder aufsteht und seine Energie darauf verwendet, anderen zu helfen und etwas Positives draus zu machen. Ja, es gibt auch dunkle und erschreckende Phasen, aber positiv finde ich, dass der Autor diese Passagen seines Lebens bereut und aufgearbeitet hat. Ich habe sehr viel Respekt vor Herrn Meffire bekommen und wünsche ihm, dass er mit seiner Familie nun in Glück und Frieden leben kann.
Fazit:
-------
Fesselnd, knallhart ehrlich mit einer Prise Poesie und Humor - eine Biografie, die berührt und Mut macht
Test-LR
5/5
29.06.2023
Buch (Taschenbuch)
Eine faszinierendes Lebensgesc…
Eine faszinierendes Lebensgeschichte Cover: ------- Der Autor schaut auf dem Titelbild dem Betrachter direkt in die Augen. Der Blick fesselt einen und ich musste das Buch daher genauer in Augenschein nehmen. Der Gesichtsausdruck ist schwer zu deuten: ernst, aber nicht unfreundlich. Entschlossen, aber doch irgendwie entspannt. Er weckte meine Neugierde. Inhalt: ------- Samuel Meffire ist nach seinem Vater benannt. Dieser stammte aus Kamerun und wurde unter den Versprechen einer guten Ausbildung und Arbeit in den 1960er-Jahren in die ehemalige DDR nach Sachsen gelockt, wo er seine zukünftige Frau, Samuels Mutter kennenlernte. Sie heirateten und bekamen 2 Kinder. Doch Samuel hat seinen Vater nie kennenlernen dürfen, denn er wurde kurz vor seiner Geburt ermordet. Durch den Schock der Mutter und die sonstigen Umstände verläuft seine Kindheit und Jugend nicht sehr gut. Er verkriecht sich im Sport und in Büchern und Halt gibt ihm auch sein Glaube an Gott. Eigentlich möchte er nur Gutes bewirken, aber die Gewalt um ihn herum und die Ohnmacht, die er teilweise verspürt, dagegen vorzugehen, führen ihn von der Polizei weg und auf den falschen Weg. Doch er lässt sich nicht unterkriegen. Mein Eindruck: ------- "Das Schreiben ist mein Sprechen, das bin einfach ich. Wie der Schreiner Teil des Tisches ist. Und der Metzger Teil vom Schnitzel. Wir sind, was wir tun. Wir tun, was wir gut können." (S. 259) Mich hat das Buch von Anfang an in seinen Bann gezogen. Der Einstieg beginnt damit, dass die jüngste Tochter des Autors auf Kartons mit alten Fotos stößt und ihren Vater drängt, ihr über die abgebildeten Personen etwas zu erzählen. So beginnt er von vorne, angefangen von der Kindheit seiner Eltern und wie es zu deren Kennenlernen kam. Nach und nach wird daraus die ganze Geschichte unterbrochen von kleinen Passagen in der Gegenwart, in der der Autor Rückfragen seiner Kinder beantwortet oder in eigene Gedankenwelten abdriftet. Der erste Eindruck hat mich getäuscht, bei dem Cover hätte ich nie eine so packende Biografie erwartet. Man merkt, dass Herr Meffire sehr viele Romane, auch aus dem Fantasybereich gelesen hat. Bei einer Lesung hätte ich an seinen Lippen gehangen, so hing mein Blick an jeder Zeile. Obwohl seine Vergangenheit sehr gewaltbeherrscht war und es einige unschöne Szenen gibt, so liest es sich nur halb so schrecklich, da die Beschreibungen stellenweise schon poetisch und abstrahierend sind. Seine Mutter ist beispielsweise die "dunkle Königin", die Rechtsradikalen bezeichnet er als "Vampire" und manchmal hat er es im Verbrechermilieu auch mit Orks zu tun. Bei seinen Schilderungen blitzt immer wieder schwarzer Humor und auch Sarkasmus durch. Trotz der schlimmen Tatsachen musste ich des Öfteren schmunzeln, v. a. wenn er mal wieder Kritik an unserer Gesellschaft und dem politischen System übt. Auch schreibt er in seiner Freizeit kleine Gedichte, die er an passende Stellen in die Biografie eingewoben hat. In seinem Leben hat er so viele Jobs, dass man auch tiefe Einblicke in unterschiedliche Milieus erhält: Türsteher bei einem Nachtklub, Sozialarbeiter bei rechtsradikalen (!) Jugendlichen, Polizeiarbeit und natürlich auch als Sporttrainer. Ich war gefesselt von seinem Leben und staunte, wie ein Mensch so viel Schlechtes durchmachen kann und dennoch immer wieder aufsteht und seine Energie darauf verwendet, anderen zu helfen und etwas Positives draus zu machen. Ja, es gibt auch dunkle und erschreckende Phasen, aber positiv finde ich, dass der Autor diese Passagen seines Lebens bereut und aufgearbeitet hat. Ich habe sehr viel Respekt vor Herrn Meffire bekommen und wünsche ihm, dass er mit seiner Familie nun in Glück und Frieden leben kann. Fazit: ------- Fesselnd, knallhart ehrlich mit einer Prise Poesie und Humor - eine Biografie, die berührt und Mut macht
NalasBuchBlog
5/5
26.05.2023
Buch (Taschenbuch)
Spannende Lebensgeschichte eines sehr sympathischen Mannes
Bei diesem Buch handelt es sich um die spannende Lebensgeschichte von Samuel Meffire, einem Sachsen, geboren in der ehemaligen DDR.
In diesem Buch geht es unter anderen um seine frühere Kindheit, die Erlebnisse eines Heranwachsenden und das Leben innerhalb der DDR sowie kurze Zeit nach dem Fall der Mauer.
Es erzählt von den Träumen, die Samuel während dieser Zeit hatte, welcher Antrieb ihn am Leben gehalten hat. Doch nicht alle Erlebnisse waren Positiv geprägt… Und manche Entscheidungen hatten nicht immer den gewünschten Ausgang.
Mir persönlich hat die Biographie sehr gut gefallen. Denn es enthält nicht nur Beschreibungen über die wichtigsten Schlüsselerlebnisse in seinem Leben, sondern auch Einblicke um die Welt herum. Was genau dort passierte, welche Auswirkungen das hatte und wie er sich dabei fühlte.
Manches davon scheint unglaublich und nur schwer begreiflich. Bei der einen oder anderen Entscheidung, die ihn im Nachgang dann so beeinflusst haben, sind die äußeren Einflüsse ebenso wichtig.
Das Buch hat einen guten und flüssigen Schreibstil. Man merkt beim Lesen, dass Samuel etwas Abstand zu den Erlebnissen hatte, manches davon heute in einem ganz anderen Licht betrachtet und selbst mit sich hart ins Gericht geht.
Ich gebe hier eine ganz klare Leseempfehlung für dieses Buch.
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5/5
30.05.2023
Buch (Taschenbuch)
"Wir waren noch jung und lebten in einer bereits untergegangen Welt."
Alle, die sich auch nur ein bisschen für deutsch-deutsche Geschichte interessieren, müssen dieses Buch lesern. Es zeigt einen Abgrund von Diskriminierung und auch Armut und Elend. Wir sehen hier, unter anderem wie die Wende die Sachsen beinflusst hat, und das durch die Jahre die rechte Präsenz immer stärker wurde.
Meffire schreibt spannendes aus seinem Leben mit wahrlich poetischer Sprache, die gleichermaßen zum Lachen anregt, wie sie zu Tränen rührt. Gleichzeitig scheut er sich auch nicht vor Pop-Kulturellen Referenzen wie Star Wars oder Herr der Ringe.
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