Martha und die Ihren
Artikelbild von Martha und die Ihren
Lukas Hartmann

1. Martha und die Ihren

Martha und die Ihren

Hörbuch-Download (MP3)

Martha und die Ihren

Ebenfalls verfügbar als:

Hörbuch

Hörbuch

ab 13,95 €
Gebundenes Buch

Gebundenes Buch

ab 25,00 €
eBook

eBook

ab 21,99 €

Beschreibung

Details

Gesprochen von

Alexandre Pelichet

Spieldauer

9 Stunden und 2 Minuten

Family Sharing

Ja

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

24.04.2024

Hörtyp

Lesung

Beschreibung

Rezension

»Lukas Hartmann entfaltet eine große poetische Kraft, voller Sensibilität und beredter Stille.«

Details

Family Sharing

Ja

Mit Family Sharing können Sie Hörbücher innerhalb Ihrer Familie (max. sechs Mitglieder im gleichen Haushalt) teilen. Sie entscheiden selbst, welches Hörbuch Sie mit welchem Familienmitglied teilen möchten. Auch das parallele Hören durch verschiedene Familienmitglieder ist durch Family Sharing möglich. Um Hörbücher zu teilen oder geteilt zu bekommen, muss jedes Familienmitglied ein Konto bei einem tolino-Buchhändler haben.

Gesprochen von

Alexandre Pelichet

Spieldauer

9 Stunden und 2 Minuten

Abo-Fähigkeit

Ja

Erscheinungsdatum

24.04.2024

Hörtyp

Lesung

Fassung

ungekürzt

Medium

MP3

Anzahl Dateien

40

Verlag

Diogenes Verlag

Sprache

Deutsch

EAN

9783257695533

Unsere Kundinnen und Kunden meinen

3.9

14 Bewertungen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Konto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

5 Sterne

4 Sterne

3 Sterne

2 Sterne

1 Sterne

(0)

Das Schicksal eines Verdingkindes & dessen Auswirkungen auch auf nächste Generationen

Lia48 am 10.06.2024

Bewertungsnummer: 2220146

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

C.N.: v. a. Misogynie, Armut, Ableismus, fragwürdige Erziehungsmethoden ---- „Die Kinder werden verdingt, auch das ist ein neues Wort für Martha. Später wird sie denken, dass das Wort ja stimmt, sie sind zu Dingen geworden.“ ---- INHALT: Marthas Familie hat nicht viel zum Leben, aber sie haben einander. Doch als der Vater nach einem Unfall nicht mehr arbeiten kann, spitzt sich die Lage zu. Auf dem Sofa liegend, gibt er kaum noch Laute von sich. Einen Arzt oder Medikamente können sie sich nicht leisten. Die Mutter versucht, durch viel Arbeit bei benachbarten Bauern, Lebensmittel zu ertauschen. Als der Vater schließlich stirbt, kann sie jedoch nicht verhindern, dass ihre sechs Kinder zu anderen Bauern gehen müssen, um dort für Nahrung und einen Schlafplatz zu arbeiten. Die einzelnen Familienmitglieder verlieren sich aus den Augen. Die junge Martha ist zu diesem Zeitpunkt acht Jahre alt, als sie zu den Bürgis kommt, hart arbeiten muss und am Tisch immer zuletzt das übrige Essen bekommt. Zudem muss sie sich um den behinderten Sohn der Familie kümmern. „Der Auffällige, der gar nicht richtig spricht, heißt Severin.“ Beim Spazierengehen soll sie ihn an einem Ledergeschirr führen. Aber der 14-Jährige hat viel Kraft … „Sie blieb lange bei den Bürgis, zu lange, sagte sich Martha hinterher. Aber was sollte sie sonst? Über Martha bestimmten andere. Und sie erwies sich als fleißig und anstellig, deshalb wollten die Bürgis sie behalten.“ Martha möchte unbedingt der Armut entfliehen, gibt sich in der Schule große Mühe und arbeitet später mit vollem Einsatz in der Fabrik. Sie lernt den Schuhmacher Jakob kennen, sie heiraten und bekommen zwei Kinder, zu denen Martha kaum eine Bindung aufbauen kann. Durch den Krieg in den Nachbarländern wird auch in der neutralen Schweiz vieles knapper. Und als Jakob erkrankt und immer schwächer wird, bekommt Martha es mit der Angst zu tun, dass sich ihr vergangenes Schicksal bei ihren eigenen Kindern wiederholen könnte … Die Erfahrungen von Martha, ihr unermüdlicher Arbeitseifer, ihr Streben nach sozialem und finanziellem Aufstieg, ihr harter Umgang mit sich und ihren Mitmenschen sowie ihr Verbergen jeglicher Schwäche, prägen ihre Söhne. Und schließlich auch ihre Enkel, die sich ein viel freieres Leben erträumen … „Immer wieder staunte er, woher seine Familie kam, und wenn er allmählich den Drang seines Vaters besser verstand, um jeden Preis voranzukommen, so verurteilte er innerlich doch, was Toni [sein Vater] dafür alles aufgab.“ ---- MEINUNG: Im Nachwort erzählt Lukas Hartmann, dass dieses Buch auf der eigenen Familiengeschichte und damit auch auf dem Schicksal seiner Großmutter Martha, aufbaut. Es ist immer wieder erschreckend, von den Erlebnissen von Verdingkindern zu lesen, die in so jungem Alter hart arbeiten mussten, um zu überleben. Am meisten beeindruckt hat mich an dieser Lektüre, wie sehr so ein Schicksal das ganze spätere Leben und vor allem auch die anschließenden Generationen prägen kann. Martha ist ihr Leben lang getrieben von Arbeit, um ja nicht wieder in die Armut zu rutschen und um ihre Kinder vor den eigenen Erfahrungen zu verschonen. Und auch ihr Sohn strebt nach Anerkennung und Wohlstand. Beide wirken im Erwachsenenalter äußerst kühl und nicht gerade liebevoll im Umgang mit den eigenen Kindern. Die Arbeit geht stets vor. Es schmerzt, dass Martha keine emotionale Bindung zu ihren Kindern aufbauen kann und wie befehlshaberisch Toni später mit seiner Frau umgeht. Die Frau hat den Haushalt einwandfrei zu führen, das Essen muss pünktlich auf dem Tisch stehen und wehe das Kind schreit. Insgesamt wird deutlich, wie sehr Frauen damals von ihren Männern abhängig waren. Dass Martha trotzdem für ihre Selbstständigkeit kämpft, fand ich zum Teil sehr bewundernswert (hätte sie dafür nicht ihre Kinder vernachlässigt). Inhaltlich fand ich das Buch wirklich gut. Und auch die kurzen Kindheitsbeschreibungen der drei Generationen sind einfühlsam beschrieben. Aber sonst kann ich mich den positiven Stimmen zum Buch leider nicht ganz anschließen. Die Zeit als Verdingkind von Martha war mir zu kurz und nicht immer differenziert genug geschildert. Hier hat mir etwas gefehlt, um ihr hartes Schicksal besser nachempfinden zu können. Und dadurch, dass sowohl Martha als auch ihr Sohn Toni so kühl im Umgang mit ihren Mitmenschen wirken und einen kaum an ihrem Innenleben teilhaben lassen, blieben sie mir als Erwachsene beim Lesen leider viel zu fern. Dieses Gefühl der Distanz wurde durch größere Zeitsprünge immer wieder zusätzlich verstärkt. ---- FAZIT: Das Buch lässt mich insgesamt zwiegespalten zurück. Inhaltlich stellt es erschreckend gut dar, wie sehr das Schicksal eines Verdingkindes das eigene Leben und das der nächsten Generationen beeinflussen kann – das habe ich bisher so bei keinem anderen Buch gelesen. Doch der Funke wollte nicht überspringen. Die Figuren blieben mir überwiegend zu distanziert und die Zeit als Verdingkind hätte ich mir ausführlicher geschildert gewünscht, um mehr Mitgefühl aufbringen und die Geschichte mehr verinnerlichen zu können. 3-3,5/5 Sterne!
Melden

Das Schicksal eines Verdingkindes & dessen Auswirkungen auch auf nächste Generationen

Lia48 am 10.06.2024
Bewertungsnummer: 2220146
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

C.N.: v. a. Misogynie, Armut, Ableismus, fragwürdige Erziehungsmethoden ---- „Die Kinder werden verdingt, auch das ist ein neues Wort für Martha. Später wird sie denken, dass das Wort ja stimmt, sie sind zu Dingen geworden.“ ---- INHALT: Marthas Familie hat nicht viel zum Leben, aber sie haben einander. Doch als der Vater nach einem Unfall nicht mehr arbeiten kann, spitzt sich die Lage zu. Auf dem Sofa liegend, gibt er kaum noch Laute von sich. Einen Arzt oder Medikamente können sie sich nicht leisten. Die Mutter versucht, durch viel Arbeit bei benachbarten Bauern, Lebensmittel zu ertauschen. Als der Vater schließlich stirbt, kann sie jedoch nicht verhindern, dass ihre sechs Kinder zu anderen Bauern gehen müssen, um dort für Nahrung und einen Schlafplatz zu arbeiten. Die einzelnen Familienmitglieder verlieren sich aus den Augen. Die junge Martha ist zu diesem Zeitpunkt acht Jahre alt, als sie zu den Bürgis kommt, hart arbeiten muss und am Tisch immer zuletzt das übrige Essen bekommt. Zudem muss sie sich um den behinderten Sohn der Familie kümmern. „Der Auffällige, der gar nicht richtig spricht, heißt Severin.“ Beim Spazierengehen soll sie ihn an einem Ledergeschirr führen. Aber der 14-Jährige hat viel Kraft … „Sie blieb lange bei den Bürgis, zu lange, sagte sich Martha hinterher. Aber was sollte sie sonst? Über Martha bestimmten andere. Und sie erwies sich als fleißig und anstellig, deshalb wollten die Bürgis sie behalten.“ Martha möchte unbedingt der Armut entfliehen, gibt sich in der Schule große Mühe und arbeitet später mit vollem Einsatz in der Fabrik. Sie lernt den Schuhmacher Jakob kennen, sie heiraten und bekommen zwei Kinder, zu denen Martha kaum eine Bindung aufbauen kann. Durch den Krieg in den Nachbarländern wird auch in der neutralen Schweiz vieles knapper. Und als Jakob erkrankt und immer schwächer wird, bekommt Martha es mit der Angst zu tun, dass sich ihr vergangenes Schicksal bei ihren eigenen Kindern wiederholen könnte … Die Erfahrungen von Martha, ihr unermüdlicher Arbeitseifer, ihr Streben nach sozialem und finanziellem Aufstieg, ihr harter Umgang mit sich und ihren Mitmenschen sowie ihr Verbergen jeglicher Schwäche, prägen ihre Söhne. Und schließlich auch ihre Enkel, die sich ein viel freieres Leben erträumen … „Immer wieder staunte er, woher seine Familie kam, und wenn er allmählich den Drang seines Vaters besser verstand, um jeden Preis voranzukommen, so verurteilte er innerlich doch, was Toni [sein Vater] dafür alles aufgab.“ ---- MEINUNG: Im Nachwort erzählt Lukas Hartmann, dass dieses Buch auf der eigenen Familiengeschichte und damit auch auf dem Schicksal seiner Großmutter Martha, aufbaut. Es ist immer wieder erschreckend, von den Erlebnissen von Verdingkindern zu lesen, die in so jungem Alter hart arbeiten mussten, um zu überleben. Am meisten beeindruckt hat mich an dieser Lektüre, wie sehr so ein Schicksal das ganze spätere Leben und vor allem auch die anschließenden Generationen prägen kann. Martha ist ihr Leben lang getrieben von Arbeit, um ja nicht wieder in die Armut zu rutschen und um ihre Kinder vor den eigenen Erfahrungen zu verschonen. Und auch ihr Sohn strebt nach Anerkennung und Wohlstand. Beide wirken im Erwachsenenalter äußerst kühl und nicht gerade liebevoll im Umgang mit den eigenen Kindern. Die Arbeit geht stets vor. Es schmerzt, dass Martha keine emotionale Bindung zu ihren Kindern aufbauen kann und wie befehlshaberisch Toni später mit seiner Frau umgeht. Die Frau hat den Haushalt einwandfrei zu führen, das Essen muss pünktlich auf dem Tisch stehen und wehe das Kind schreit. Insgesamt wird deutlich, wie sehr Frauen damals von ihren Männern abhängig waren. Dass Martha trotzdem für ihre Selbstständigkeit kämpft, fand ich zum Teil sehr bewundernswert (hätte sie dafür nicht ihre Kinder vernachlässigt). Inhaltlich fand ich das Buch wirklich gut. Und auch die kurzen Kindheitsbeschreibungen der drei Generationen sind einfühlsam beschrieben. Aber sonst kann ich mich den positiven Stimmen zum Buch leider nicht ganz anschließen. Die Zeit als Verdingkind von Martha war mir zu kurz und nicht immer differenziert genug geschildert. Hier hat mir etwas gefehlt, um ihr hartes Schicksal besser nachempfinden zu können. Und dadurch, dass sowohl Martha als auch ihr Sohn Toni so kühl im Umgang mit ihren Mitmenschen wirken und einen kaum an ihrem Innenleben teilhaben lassen, blieben sie mir als Erwachsene beim Lesen leider viel zu fern. Dieses Gefühl der Distanz wurde durch größere Zeitsprünge immer wieder zusätzlich verstärkt. ---- FAZIT: Das Buch lässt mich insgesamt zwiegespalten zurück. Inhaltlich stellt es erschreckend gut dar, wie sehr das Schicksal eines Verdingkindes das eigene Leben und das der nächsten Generationen beeinflussen kann – das habe ich bisher so bei keinem anderen Buch gelesen. Doch der Funke wollte nicht überspringen. Die Figuren blieben mir überwiegend zu distanziert und die Zeit als Verdingkind hätte ich mir ausführlicher geschildert gewünscht, um mehr Mitgefühl aufbringen und die Geschichte mehr verinnerlichen zu können. 3-3,5/5 Sterne!

Melden

Martha und die Ihren

Bewertung am 22.05.2024

Bewertungsnummer: 2206760

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Das Buch beschreibt die sozialen Zustände, Gegebenheiten zu meiner Zeit und hat daher auch mich und meine Lebensgeschichte emotional sehr berührt. Die Sprache von Lukas Hartmann ist stringent, anschaulich und lässt trotzdem Raum zur eigenen Reflexion.
Melden

Martha und die Ihren

Bewertung am 22.05.2024
Bewertungsnummer: 2206760
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Das Buch beschreibt die sozialen Zustände, Gegebenheiten zu meiner Zeit und hat daher auch mich und meine Lebensgeschichte emotional sehr berührt. Die Sprache von Lukas Hartmann ist stringent, anschaulich und lässt trotzdem Raum zur eigenen Reflexion.

Melden

Unsere Kundinnen und Kunden meinen

Martha und die Ihren

von Lukas Hartmann

3.9

0 Bewertungen filtern

Meinungen aus unserer Buchhandlung

Profilbild von Sina Hufnagel

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Sina Hufnagel

Thalia Baden-Baden

Zum Portrait

5/5

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ich bin ganz beglückt zu diesem Roman gegriffen zu haben. Mit ganz viel biographischen Einblicken, lässt uns Hartmann an seiner Familiengeschichte teilhaben. Ich finde, das ist ihm wunderbar gelungen.
5/5

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ich bin ganz beglückt zu diesem Roman gegriffen zu haben. Mit ganz viel biographischen Einblicken, lässt uns Hartmann an seiner Familiengeschichte teilhaben. Ich finde, das ist ihm wunderbar gelungen.

Sina Hufnagel
  • Sina Hufnagel
  • Buchhändler/-in

Es ist ein Problem aufgetreten. Bitte laden Sie die Seite neu und versuchen es noch einmal.

Meinungen aus unserer Buchhandlung

Martha und die Ihren

von Lukas Hartmann

0 Rezensionen filtern

  • Martha und die Ihren