John Lewis-Stempel nimmt uns mit auf vier nächtliche Wanderungen und enthüllt eine Welt voller Leben, die uns normalerweise verborgen bleibt. Ob im Wald, am Fluss, auf dem Hügel oder auf dem Feld: Jenseits der Straßenlaternen der Zivilisation kann man immer noch den Ruf der Wildnis hören - wenn wir uns im Dunkeln auf den Weg machen. Nachts schlägt die Stunde der Tiere: Da boxen Hasen auf gepflügten Feldern, Fledermäuse wirbeln am Himmel, Igel gehen auf Wanderschaft. Mit seiner funkelnden Prosa lockt uns John Lewis-Stempel ins Land der Schatten und enthüllt uns eine Welt, in die es sich einzutauchen lohnt. >Wandern bei Nacht< ist eine wunderbar poetische Lektüre und eine Einladung, etwas völlig Neues zu erleben, ohne eine weite Reise tun zu müssen.
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Ein interessantes Buch
Khiikii am 25.09.2025
Bewertungsnummer: 2606435
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Wenn man das Buch liest, ist es fast so, als wäre man bei den nächtlichen Wanderungen dabei. Das Nachtleben wird in so einer schönen und poetischen Art und Weiße beschrieben, dass es fast unmöglich ist, sich vor der Dunkelheit zu fürchten
Die Schönheit der Nacht wiederentdecken
Zauberberggast aus München am 26.11.2024
Bewertungsnummer: 2350368
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
“...rings um uns herum hatte die Erde sich aufgetan und silberne Kaninchen hervorgebracht, die ihre Gesichter in Mondtau wuschen. Ich hätte sie berühren können. Der Farn hatte funktioniert. Ich war unsichtbar.” (John Lewis-Stempel “Wandern bei Nacht”, Aus dem Englischen von Sofia Blind, Dumontverlag, S. 65)
Andere machen Yoga oder meditieren, um sich zu erden und runter zu kommen. Ich lese zu diesem Zweck ganz einfach die Bücher von John Lewis-Stempel, vor allem, wenn ich gerade keine Zeit und Muße habe, selbst in die Natur zu gehen - oder, wenn es Nacht ist. Denn wie Lewis-Stempel sagt: “Nachts sind die normalen Regeln der Natur außer Kraft. [...] Die Tiere rechnen nicht damit, dass wir Menschen im Dunkeln draußen sind; das ist ihre Zeit, und die Welt gehört noch ganz ihnen.” (S. 14) Nur die Wenigsten wagen sich im Dunkel nach draußen, vor allem nicht auf dem Land, wo die wirklich wahre Dunkelheit herrscht. Denn wir modernen Menschen “haben die Nacht verbannt, schon vor langer Zeit.” (S. 16)
Lewis-Stempel nimmt uns mit auf vier Nachtspaziergänge, die er in seiner heimatlichen englischen Grafschaft Herefordshire unternommen hat. Viermal Nachterlebnisse in vier Lebensräumen (Wald, Fluss, Hügel, Feld) zu allen vier Jahreszeiten. Alles in Begleitung seines Hundes Edith, denn: “ein Mann, der nachts alleine herumläuft, wird als Krimineller betrachtet. Es sei denn, er führt seinen Hund aus.” (S. 18) Ich mag den sehr feinen Humor von Lewis-Stempel und ich mag seine wunderschöne Prosa, von der sich manche Literat:innen eine Scheibe abschneiden können. Ich könnte euch jetzt seitenweise Zitate hier einfügen, um dies zu belegen und muss mich sehr zurückhalten, diese Rezension nicht nur aus Zitaten bestehen zu lassen. Habe ich schon die “Nachtnotizen” erwähnt, die sich an die Schilderungen der Spaziergänge anschließen? Eine Art Tagebuch Lewis-Stempels, in dem er die nächtlichen Beobachtungen zur jeweiligen Jahreszeit festhält. Die Begegnungen mit verschiedenen Tieren (Fledermaus, Fuchs, Eule, bellende Rehe, Igel, etc.) und Gedanken zur nächtlichen Fauna und zum Wetter. Der Autor ist auch Landwirt, was im Buch immer wieder eine Rolle spielt. Wir begleiten ihn also durchaus auch, wenn er um fünf Uhr früh aufsteht, um seine Kühe zum Tuberkulosetest von der Weide zu holen. Wer sich also für den Alltag eines Landwirts interessiert, sollte das Buch auch lesen.
“Wandern bei Nacht” ist ein “Wohlfühlsachbuch” zum Schwelgen und Schwärmen. Durch die poetischen Worte des Autors werden wir Zeug*innen ganz wundersamer Naturschauspiele - ob es der “Mondbogen” (ein nächtlicher Regenbogen) im Winter ist, das “Irrlicht”/”Elfenfeuer” im Frühling oder “foxfire”, das Leuchten mancher Pilzarten in der Finsternis einer Herbstnacht. Typisch für das Schreiben Lewis-Stempels ist die Untermalung seiner Prosa mit Auszügen aus Gedichten berühmter Schriftsteller:innen. Das macht das Ganze fast mehr zu einem literarischen Gesamtkunstwerk als zu einem Sachbuch. Aber auch den “Faktenfreund:innen” wird der Autor mehr als gerecht. Neben dem Faktenwissen im Fließtext gibt es ein ausführliches “Glossar für Nachtwanderungen”, ein Quellenverzeichnis und im Epilog interessante Fakten zum Thema “Lichtverschmutzung” - für die Tiere ist diese leider eine zunehmend große Bedrohung. Dass es auch in Deutschland sogenannte “Lichtschutzgebiete” gibt, war mir z.B. völlig neu.
Lewis-Stempel öffnet mit seinen Büchern unseren Blick für die Schönheit und Magie der Natur. Anhand seiner Nachtwanderungen versetzt er uns in eine Welt, die uns modernen Menschen scheinbar verschlossen scheint. Möglicherweise wird die ein oder andere lesende Person nun selbst dazu animiert, auf eine ganz besondere eigene Entdeckungsreise im Dunkeln zu gehen.
Wunderschön, zum “immer-wieder-Lesen” und perfekt als Geschenk geeignet, auch für Menschen, die scheinbar schon alles besitzen. Alle Sterne des Nachthimmels für dieses Buch!
Meinung aus der Buchhandlung
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Ein wundervolles Büchlein über eine Welt, die dem Menschen fremd geworden ist. John Lewis-Stempel ist ein leidenschaftlicher und geübter Nachtwanderer, der frei von Furcht durch die Dunkelheit streift und uns an seinen Erlebnissen nach Sonnenuntergang teilhaben lässt. Poetisch und lehrreich berichtet er von Tieren und Naturphänomenen, die vielen Lesenden unbekannt sein dürften, da sie nur bei Nacht und nur auf Feldern, in Wäldern oder an Flüssen zu beobachten sind. Genau dort also, wo sich die wenigsten von uns nach Anbruch der Finsternis hin wagen, weil …? Der Zauber, der sich abseits von künstlichem Licht unter dem Sternenhimmel entfaltet, wird von John Lewis-Stempel virtuos eingefangen. Seine Sprache ist sinnlich und ausdrucksstark, wodurch sich die Dunkelheit verheißungsvoll und schwer über jede Seite legt. Der Autor bewegt sich andächtig durch eine mysteriöse Spiegelwelt, die uns allen zugänglich und doch so fremd ist. Raus aus dem Licht, hinein in die Natur – ein tolles Buch für alle, die die Nacht nicht zum Tag machen wollen.
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Warum unternimmt man keine Spaziergänge bei Nacht - dies war meine große Frage nach dem ich dieses Buch beendet habe.
Mit sprachlicher Poesie nimmt uns Lewis-Stempel auf eine wunderbare Reise durch die Nacht.
Es kann so spannend sein, was man alles wahrnimmt - definitv eine neue Art des Wanderns/ Spazierens ;)
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