München, 1983. Flori kommt vom Land und sucht das pralle Leben, Glanz und Gloria, einen Mann, der ihn mindestens ewig liebt. Er ist ein unverbesserlicher Glückssucher und Taugenichts, ein Sauhund und Optimist. Im München von Franz Josef Strauß und Freddie Mercury, von erstickendem Biedersinn und wildem Hedonismus, ist jeder eigene Schritt eine kleine Befreiung. Flori rennt vor seinen Eltern davon, vor seiner ersten großen Liebe, vor jedem mit Erwartungen an ihn. Er wirft sich in die Clubs und Klappen, die heimlich zweckentfremdeten Ehebetten und Berührungen in aller Öffentlichkeit. Mit »Sauhund« setzt Lion Christ Flori und allen vergessenen Liebenden des ersten AIDS-Jahrzehnts ein rauschhaftes Denkmal.
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Bewertung
5/5
07.07.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
lesenswerter Roman
Die Geschichte hat mich emotional ziemlich mitgenommen, weil sie mich stark an meine eigene frühe Schwulheitserfahrung erinnert hat. In einigen Rezensionen zu diesem Buch stand, dass der Hauptcharakter Flori etwas oberflächlich ist. Ich finde aber, dass er und seine Begegnungen das Schwulsein in der damaligen Zeit sehr gut verkörpern, insbesondere, wenn man als schwuler Junge aus der Provinz in die Großstadt gezogen ist. Für einen Debütroman ist es gut gelungen, finde ich.
Ernst
aus Wiesbaden
5/5
03.12.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich will alles
Kompliment die Zeit ist authentisch beschrieben.
Berührend und Ehrlich . Eine Erinnerung an alle Liebenden damit Sie nicht vergessen werden.(das Boarisch passt München war die Stadt der Zeit)
Lisa
aus Würzburg
4/5
19.01.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Radikal ungeschminkt und unglaublich nah
Ein Debütroman über München in den 80er Jahren und über einen Jungen Mann der sich und seine Sexualität entdeckt. Dabei verliert er sich immer wieder selbst, stürzt ab nur um sich in letzter Sekunde wieder zu fangen. Unglaublich nah und ungeschminkt werden jugendlicher Leichtsinn, Sinneskrisen und die Suche nach der wahren Liebe beschreiben.
Das einzige was stört, ist das sich die Abgründe zum Teil zu schnell und heftig vor dem Protagonisten auftun oder das man als Leser ganz den Grund für das Extreme verstehen möchte aber doch etwas auf Distanz gehalten wird durch größere Zeitsprünge die zum Teil nicht komplett aufgearbeitet werden.
yellowdog
3/5
21.08.2023
eBook (ePUB)
Floris Gier nach Leben
Sauhund, ein Debütroman, leicht provokant, vielleicht zu gewollt.
Es wird von einem eigenwilligen jungen Mann in München erzählt, der sein schwulsein auslebt. Flori ist vielschichtig, er giert nach Leben, dabei ist er manchmal auch egoistisch.
Obwohl der Autor Lion Christ noch jung ist, legt er die Handlung ins Jahr 1983.
Das ist der Clou am Buch und eine gelungene Idee, denn das war eine ganz besondere Zeit, aber auch eine Zeit als AIDS begann und die Gesellschaft beherrschte.
In den Dialogen gibt es jede Menge Dialekt. Damit kann man sich als norddeutscher Leser schwertun, obwohl der Dialekt auch Lebensart und manchmal Humor transportiert.
Der Roman ist gut geschrieben und ausdrucksstark. Man kommt dicht an die Figur des Flori ran und viele Passagen sind eindringlich.
Bewertung
2/5
12.04.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
da wäre mehr drin gewesen
1983. Flori wächst auf dem Land auf und München ist fern und für ihn ganz groß. Flori steht auf Männer und wünscht sich einen fürs Leben. Mit Georg und anderen macht er erste Erfahrung, aber als er den Job verliert, packt er seine Tasche und macht sich auf nach München. Hier ist alles größer, weiter, noch mehr Männer, Clubs, Musik und so weiter. Anzeigen gibt man in Zeitungen auf oder schreibt an Toiletten Wände und so weiter. Flori lässt sich ein auf Fremde, hofft auf eine Zukunft und verliert immer wieder die Kontrolle über sich und sein Leben. Plötzlich steht AIDS im Vordergrund und die Angst macht sich breit und Flori selbst denkt natürlich auch viel darüber nach. Under auch über die Zukunft und seinen Lebensweg.
Das Grundgerüst ist echt klasse und daraus hätte man einen großen Roman schreiben können. Leider verliert sich die Geschichte, so wie sich Flor verliert, und es langweilt und es ist eine ewige aneinander Reihung von Treffen und Übernachtungen. Flori wird einem zunehmend unsympathischer und vieles ist nicht nachvollziehbar. Als er bei einem Pärchen Unterschlupf findet, zieht es sich endlos in die Länge und das ist das große Problem des Buches, es tritt oft viel zu lange auf der Stelle. Wie gesagt, die Grundidee des Buches fand ich echt klasse, aber die Umsetzung leider nicht und ich bleibe ratlos und enttäuscht zurück.
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4/5
09.08.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Saukomisch, sautraurig, saugut!
Der Sauhund hat es dieses Jahr in die Münchner Kammerspiele geschafft! Ein Ritterschlag für Lion Christ - wohlverdient! Gleich mal als Warnung vorneweg - der Sauhund ist nichts für zarte Gemüter. Hier geht es ordentlich zur Sache. Es geht um viel ungezügelten Sex, Begierde, Drogen, moralisch fragwürdige Taten und auch sprachlich ist es manchmal grenzwertig grob. Für mich war es allerdings ein echtes Highlight, denn es beschreibt die Zeit meiner Jugend, unbeschwerte 80er Jahre, in denen wir einfach nur gelebt, gefeiert und getanzt haben, als gäbe es kein Morgen und so jäh durch eine Seuche ausgebremst wurden, die da AIDS hieß. So ergeht es auch Flori, der schon früh merkt, dass er anders tickt als die Anderen. Ihm gefallen weniger die feschen Mädel im Dirndel, sondern vielmehr die knackigen Buben in den engen Lederhosen. Auf dem Land, unter den gestrengen Augen der erzkatholischen Gemeindemitglieder, ist es ihm untersagt, seinen Gefühlen nachzugeben. Mutig flieht er 1983 nach München und stürzt sich kopfüber in die völlig hedonistische, grenzenlos offene Szene. Dabei sammelt der Flori (mei, eigentlich is a ja koa Verkehrter!) alles Klebrige, Widerliche, Abstoßende auf und verändert sich vom naiven Landei zum Opportunisten, der ums pure Überleben in der Großstadt kämpft. Lion Christ schreibt im unvergleichlich gestelztem Hochdeutsch-Bayrisch, das der Monaco-Franze, der Charly aus den Münchner Geschichten und vor allem die unglaubliche Cleo Kretschmer aus den Arabischen Nächten kultiviert haben. Mir hat das richtig Spaß gemacht, denn es transportiert den Takt diese Zeit perfekt in die Köpfe der Leser*innen. Aus dem linkischen Flori wird der weltoffene, gewandte Roy im Pelzmäntelchen, der über seine eigene Gier nach dem prallen Leben stolpert, taumelnd versucht sich aufzurichten, wieder Fuß zu fassen, um bei nächster Gelegenheit abermals der Länge nach hinzuschlagen. Flori verkommt zur tragischen Figur, zum Schnorrer, zum Versager auf ganzer Linie und doch bleibt er für mich einfach nur der Flori aus Wolfratshausen. Ich fand es (trotz vieler verstörender Momente) großartig!
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4/5
06.12.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein wunderbarer Roman, der einem...
Ein wunderbarer Roman, der einem vor Augen hält, dass es zu keiner Zeit einfach ist, sich selbst zu finden, aber schon gar nicht, wenn man als auf Mann auf Männer steht, in einer bayerischen Provinz in den 80ziger. Die Hoffnung auf Freiheit liegt dann in München...
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