Eigentlich ist alles normal bei der zwölfjährigen Luise. Ihre Eltern sind zwar etwas überbesorgt, aber na gut ... Doch eines Tages entdeckt sie das Familiengeheimnis: Sie hatte einen Zwillingsbruder, der bei der Geburt gestorben ist. Dann kann ja wohl auch sie ein Geheimnis haben: Gegen den Willen der Eltern meldet sie sich bei einem Jugendtheater-Workshop an. Und da niemand sie dort kennt, erzählt sie, dass sie einen Bruder habe: Schultheaterstar, Hip-Hop-Champion, den coolsten Bruder der Welt! Irgendwann aber wollen die anderen ihn unbedingt kennenlernen. Ausgerechnet Viktor, der Klassenloser, übernimmt die Rolle des legendären Bruders. Wie lange kann Luise ihre Lügengespinste aufrechterhalten?
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
aus Andernach
5/5
29.09.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine Herzensgeschichte für uns!
Herzensbruder – Bruderherz, Andrea Schomburg, Illus. Dorothee Mahnkopf, Tulipan Verlag
Luise meint, sie wäre eine ganz normale Zwölfjährige, zwar Einzelkind, aber mit netten Freundinnen und liebevollen Eltern. Nun gut, sie sind etwas übervorsorglich, aber sie meinen es ja nur gut, auch wenn sie es manchmal übertreiben. Doch dann geschehen zwei Dinge die ihr Leben verändern: Ihre Mutter will, daß sie für den Besuch eines Freundes des Vaters das Haus aufräumen, wobei sie ein altes Fotoalbum findet. Dabei entdeckt sie, daß sie einen Zwillingsbruder namens Felix hatte, der wohl kurz nach der Geburt gestorben ist. Ist das der Grund für ihre Sorge um sie? Warum haben sie ihr nichts davon erzählt? Die Frage beschäftigt sie unentwegt. Auch noch als sie sich heimlich zum Jugendtheater-Workshop anmeldet, den ihre Eltern ihr aus Angst vor seltsamen Subjekten am Theater verboten haben. Als dort alle bei der Vorstellungsrunde nach Geschwistern gefragt werden, erzählt sie von ihrem coolen Zwillingsbruder Felix, dem Jugendtheaterstar und Hip-Hop-Champion. Alle wollen ihn kennen lernen und so gerät Luise in echte Erklärungsnot, aus der sie ausgerechnet Viktor, ihr verschlossener Klassenkamerad befreit.
Eine unglaublich einfühlsame und humorvolle Geschichte über den Mut zur Wahrheit und dem Mut seine Träume zu verwirklichen. Es ermuntert die Gedankenmauern einzureißen und als die Kreidestriche zu entlarven, die sie eigentlich nur sind. Ja, Luise lügt ganz schön viel, aber erst, nachdem sie merkt, daß ihre Eltern ihr etwas verheimlichen und sie fühlt sich dabei immer und immer unwohler, vor allem weil sie merkt, daß jede Lüge die nächste hinterher zieht. Meine Tochter (10) mag eigentlich keine Romanhelden, die lügen, betrügen oder stehlen, aber bei Luise geschieht dies mit so vielen Gewissensbissen und auch nur, weil sie etwas unbedingt machen möchte, daß ihr zwar verboten wurde, aber völlig zu unrecht. Sie ist eine gute Schülerin und erfüllt all ihre Pflichten, hat nette Freundinnen und eigentlich spricht nichts gegen eine Teilnahme. Das Schauspiel als solches ist weder verboten, noch hat es einen schlechten Einfluss, ihre Eltern machen sie nur Sorgen, weil die Gruppe nicht direkt in der Nachbarschaft probt. Doch wer in der Großstadt lebt, muss seinen Kindern auch mal etwas zu trauen, wenn sie älter werden. So erfüllt sich Luise ihren eigenen Traum, den vom Theater, den davon mal etwas ganz alleine auf die Beine zu stellen, und den von einem großen Bruder, auch wenn Viktor nicht älter ist als sie. Aber Viktor hat Lebenserfahrung und sie kann nicht nur ihn kennenlernen, sondern auch viel von ihm. Für beide ist es ein Gewinn und beide gewinnen durch den Anderen an Mut und Selbstvertrauen. Allerdings müssen sie feststellen, daß ehrlich doch am längsten währt, da selbst in der Großstadt man solch eine Posse nicht unendlich durchziehen kann, ohne aufzufliegen und es ist auch ganz schön anstrengend! Das hat uns beiden sehr gut gefallen. Kinder und Eltern werden ermutigt: miteinander zu reden, ehrlich zu sein, einander mehr zu zutrauen und die Ängste im Kopf zu besiegen!
Als Mutter musste ich mal wieder grinsen, über die schier unvermeidliche Unordnung im Akademikerhaushalt – zu gerne würde ich mir diese Seiten einrahmen.
Dabei ist der Schreibstil von Andrea Schomburg wunderschön leicht und selbstverständlich, trotz des ernsten Themas. Meine Tochter wollte immer wissen, wie es mit ihnen weitergeht. Wie das Theaterstück sich entwickelt und ob Luise und Viktor auffliegen. Die Autorin hat jahrelang als Gymnasiallehrerin gearbeitet, was sich an der guten Lesbarkeit der Geschichte zeigt. Kein unbekanntes Wort, nichts, was ein Kind nicht auf Anhieb versteht, dafür aber Gefühle, die direkt ins Kinderherz gehen. Diese Geschichte ist in Prosa geschrieben, was bei der Lyrik liebenden Autorin ungewöhnlich ist. Dafür sind die Liedtexte von dem selbstgeschriebenen Musical als Anhang abgedruckt, zu singen nach einer Melodie der eigenen Wahl!
Auch wenn dieser Roman schon für ältere Kinder ab 10 Jahren ist, ist er dennoch zweifarbig illustriert. Mit präzisen Strichen fängt Dorothee Mahnkopf die Stimmungen und Situationen ein, egal ob Kuscheltier oder die patente Nachbarin Frau Krauseminze, die uns richtig ans Herz gewachsen ist.
Ein kleiner Roman, der sich für uns zum Herzensbuch entwickelt hat.
Nicole
aus Nürnberg
4/5
15.09.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Herzensgeschichte
Meine Meinung zum Kinderbuch:
Herzensbruder Bruderherz
Inhalt in meinen Worten:
Luise ist zwölf und als sie mit ihren Eltern den Dachboden aufräumt fällt ihr etwas in die Hände. Ein Fotoalbum wo sie merkt, das da mal etwas vorhanden war, das sie so gar nicht kennt. Als in der Schule ein Flyer ausliegt, mit einer Theatergruppe am Mittwoch ist für sie klar, da mag sie hin. Aber nachdem ihre Eltern sie so versuchen zu schützen, möchte sie es geheim halten, gar nicht so einfach, denn meist fliegt es doch auf und jeder muss dabei etwas lernen und was Luise und ihre Eltern dabei gelernt haben und warum ein Herzensbruder und ein Bruderherz nicht immer zusammenhängen müssen, das erzählt sie euch.
Wie ich das Gelesene empfinde:
Die Geschichte von Luise ist sehr berührend. Vielleicht verstehen Kinder mit 12 Jahren noch nicht so ganz um was es geht außer das Luise ein kleines Problem hat, gerne zu der Theatergruppe möchte und deswegen etwas Mist baut und als sie dann dort ist auch noch einen Bruder erfinden muss das Chaos ausbricht. Für mich als nicht Mutter aber als Frau steht ein Kind das nicht mehr existiert im Raum das aber obwohl es nicht da ist, doch etwas auslöst und das finde ich sehr interessant, denn Luises Werdegang kann ich im Buch dadurch noch besser verstehen. Für ein Kinderbuch ist es genau richtig in der Intensität wegen allem was Luise durch macht, wie sie ihren besten Freund findet, zudem noch eine Theatergruppe die ihr gut tut und auch zum Ende hin etwas bekommt, mit dem sie so einfach nicht rechnete. Letztlich ist es eine schön und unterhaltsame doch kurzzeitige Geschichte, die einlädt sich auf das Abenteuer Freundschaft einzulassen.
Geschichte:
Luise möchte gerne Theater spielen, ungewollt fällt sie dann erst einmal in eine Theatergeschichte, die doch großes Potenzial hat, wenig später merkt sie dadurch, das sie einen besten Freund findet und das Theaterspielen richtig Spaß macht. Das ist aber noch nicht alles. Luise merkt noch vieles und wächst in dieser Geschichte über sich selbst hinaus und gerade das könnte für Mädchenherzen ein richtig tolles Buch sein.
Spannung:
Ich finde die Spannung für das Alter, wo das Buch empfohlen wird, richtig angemessen und angenehm, auch das eine Tragik in der Geschichte steckt, ohne sie negativ oder zu intensiv darzustellen. Finde ich angenehm und toll.
Charaktere:
Luise ist der Hauptcharakter in der Geschichte, die anfangs etwas naiv wirkt, und dann in eine blöde Falle hineintappst dann aber über sich selbst hinaus wachsen darf. In der Schule, in der Theatergruppe und zu Hause. Stark finde ich dabei, das sie dennoch sie selbst bleibt, trotz all der Veränderungen, und das am Ende der Geschichte dennoch auch noch eine kleine Unsicherheit vorhanden ist. Das finde ich toll an Luise. Dann gibt es noch ihre Familie mit ihrer ganz speziellen Geschichte und ihren Klassenkameraden der letztlich zu einer Art besten Freund wird. Somit gibt es zwar schon einige Charaktere aber nicht überladen sondern passend für diese Geschichte.
Empfehlung:
Für Mädchen so wie Jungs eine sicherlich tolle Geschichte. Zudem greift das Buch ein Thema auf, das zwar nicht intensiv besprochen wird, auch wenn Luise dadurch in eine kleine Falle tappt, sondern es ein Randthema an sich bleibt, dennoch gibt es Familien wo ein Kind fehlt, weil etwas vorgefallen ist, und das finde ich toll, das es in dieser Geschichte erwähnt und besprochen wird.
Deswegen empfehle ich dieses Kinderbuch euch gerne, wenn auch mit Bedacht an die Sache heran gegangen werden darf, damit wirklich niemand zu kurz oder auch zu tief in etwas hinein fällt. Am besten lest ihr das Buch zusammen mit euren Kindern und könnt zusammen über manches direkt sprechen was vorgefallen ist im Buch, so haben die Eltern und die Kinder davon etwas.
Bewertung:
Auch wenn mir die Geschichte gut gefallen hatte, es fehlte mir leider etwas. Nämlich am Ende der Schluss war mir zu einfach gestrickt und wirkte für mich einfach nur so das die Autorin schnell ihr Buch beenden wollte, was ich schade finde, denn der Rest der Geschichte ist wirklich toll gewesen. Deswegen gibt es vier Sterne.
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