Dorf ohne Franz

Dorf ohne Franz

Roman

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Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.02.2024

Verlag

Septime Verlag

Seitenzahl

168

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.02.2024

Verlag

Septime Verlag

Seitenzahl

168

Maße (L/B/H)

19,5/12,5/1,8 cm

Gewicht

256 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-99120-035-2

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Ungeschönte Bilder vom dörflich geprägten Leben. Wunderbar erzählt!

MarcoL aus Füssen am 23.03.2024

Bewertungsnummer: 2160932

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Maria erzählt von ihrem Leben. Sie wächst auf einem Hof auf, Dorf und Land prägen ihr Leben. Bereits einer der ersten Sätze beschreibt allumfassend ihr Schicksal: S.10: „..., in der Nacht, hielt mir Papa schließlich einen Zettel unter die Nase. Unterschreib! Hinter ihm Mama, Josef, Franz und der Herr Notar. Ich sag auf das Papier. Durchlesen musst du das nicht, meinte Papa. So ein Theater wegen einer Unterschrift, dachte ich und kritzelte meinen Namen auf die punktierte Linie. Erbverzicht stand oben drüber.“ Damit ist ihre Zukunft besiegelt als Magd in der eigenen Familie. Eine Ausbildung oder Lehre wird Maria von den Eltern untersagt. Sie bleibt eine billige Arbeitskraft am Hof, später wird sie wie selbstverständlich zur Pflege der gebrechlichen Alten abgestempelt. Ihr Bruder Josef bekommt alles. Sie und Franz nichts. Franz ist das Nesthäkchen, von seiner Mutter verwöhnt, während an Maria all die Arbeit hängen bleibt. Eines Tages beschließt Franz, sich die Welt anzusehen, und geht. Das ist der Startpunkt des geistigen Verfalls seiner Mutter. Eine Mutter, die Maria gegenüber immer abweisend und böse war. Von ihrer Heirat mit Toni, von dem sie dachte, er würde eines Tages die Wirtschaft seines Vaters erben, verspricht sie sich eine besser Zukunft. Doch es kommt anders. Auf Toni, mit einem starken Alkoholproblem, ist nicht verlass, sein jüngerer Bruder Ferdinand, mit dem Maria zuerst zusammen war, bekommt das Gasthaus. Für Maria bleibt nur ein Leben mit Gelegenheitsjobs, Arbeit am Hof, und Pflege über. Sie hilft wo sie kann und muss. Kleine und größere Katastrophen, die das Leben zwangsläufig anschwemmt, bleiben an ihr hängen wie Treibholz am Ufer. Sie erträgt es auf eine stoische Weise. Eines Tages sieht sie die Chance, all dem zu entschwinden … In düsteren Bildern, so wie das Leben auf dem Land nun mal spielt, erzählt uns die Autorin sprachlich gekonnt vom patriarchal geprägtem Dorfleben. Einmal gefangen in diesen Strukturen, scheint es kein Ausbrechen zu geben. Verena Dolovai zeichnet ein ungeschöntes Bild vom Land, die (viel gepriesene) Idylle gibt es nicht. Und wenn doch, dann ist sie eine Seifenblase, die jäh zerplatzt. Das Leben wird als hart und entbehrungsreich angenommen und gelebt, eine andere Möglichkeit wird von vorn herein ausgeschlossen. Außer man macht es wie Franz, und bricht aus. Ganz große Leseempfehlung für diesen Roman von Verena Dolovai . Ihr Sprachstil ist fesselnd, direkt, auch nüchtern. Inhaltlich möchte ich gerne Vergleiche zu Helena Adler (Die Infantin trägt den Scheitel links) oder auch Monika Helfer (Die Bagage) ziehen, allerdings mit dem kleinen Einwand, dass hier das persönliche Pathos zur Seite gestellt wird. Trotz der Ich-Erzählung besteht eine gewisse Distanz, die ihre volle Berechtigung hat. Also: kauft und lest das Buch! Es lohnt sich!
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Ungeschönte Bilder vom dörflich geprägten Leben. Wunderbar erzählt!

MarcoL aus Füssen am 23.03.2024
Bewertungsnummer: 2160932
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Maria erzählt von ihrem Leben. Sie wächst auf einem Hof auf, Dorf und Land prägen ihr Leben. Bereits einer der ersten Sätze beschreibt allumfassend ihr Schicksal: S.10: „..., in der Nacht, hielt mir Papa schließlich einen Zettel unter die Nase. Unterschreib! Hinter ihm Mama, Josef, Franz und der Herr Notar. Ich sag auf das Papier. Durchlesen musst du das nicht, meinte Papa. So ein Theater wegen einer Unterschrift, dachte ich und kritzelte meinen Namen auf die punktierte Linie. Erbverzicht stand oben drüber.“ Damit ist ihre Zukunft besiegelt als Magd in der eigenen Familie. Eine Ausbildung oder Lehre wird Maria von den Eltern untersagt. Sie bleibt eine billige Arbeitskraft am Hof, später wird sie wie selbstverständlich zur Pflege der gebrechlichen Alten abgestempelt. Ihr Bruder Josef bekommt alles. Sie und Franz nichts. Franz ist das Nesthäkchen, von seiner Mutter verwöhnt, während an Maria all die Arbeit hängen bleibt. Eines Tages beschließt Franz, sich die Welt anzusehen, und geht. Das ist der Startpunkt des geistigen Verfalls seiner Mutter. Eine Mutter, die Maria gegenüber immer abweisend und böse war. Von ihrer Heirat mit Toni, von dem sie dachte, er würde eines Tages die Wirtschaft seines Vaters erben, verspricht sie sich eine besser Zukunft. Doch es kommt anders. Auf Toni, mit einem starken Alkoholproblem, ist nicht verlass, sein jüngerer Bruder Ferdinand, mit dem Maria zuerst zusammen war, bekommt das Gasthaus. Für Maria bleibt nur ein Leben mit Gelegenheitsjobs, Arbeit am Hof, und Pflege über. Sie hilft wo sie kann und muss. Kleine und größere Katastrophen, die das Leben zwangsläufig anschwemmt, bleiben an ihr hängen wie Treibholz am Ufer. Sie erträgt es auf eine stoische Weise. Eines Tages sieht sie die Chance, all dem zu entschwinden … In düsteren Bildern, so wie das Leben auf dem Land nun mal spielt, erzählt uns die Autorin sprachlich gekonnt vom patriarchal geprägtem Dorfleben. Einmal gefangen in diesen Strukturen, scheint es kein Ausbrechen zu geben. Verena Dolovai zeichnet ein ungeschöntes Bild vom Land, die (viel gepriesene) Idylle gibt es nicht. Und wenn doch, dann ist sie eine Seifenblase, die jäh zerplatzt. Das Leben wird als hart und entbehrungsreich angenommen und gelebt, eine andere Möglichkeit wird von vorn herein ausgeschlossen. Außer man macht es wie Franz, und bricht aus. Ganz große Leseempfehlung für diesen Roman von Verena Dolovai . Ihr Sprachstil ist fesselnd, direkt, auch nüchtern. Inhaltlich möchte ich gerne Vergleiche zu Helena Adler (Die Infantin trägt den Scheitel links) oder auch Monika Helfer (Die Bagage) ziehen, allerdings mit dem kleinen Einwand, dass hier das persönliche Pathos zur Seite gestellt wird. Trotz der Ich-Erzählung besteht eine gewisse Distanz, die ihre volle Berechtigung hat. Also: kauft und lest das Buch! Es lohnt sich!

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von Verena Dolovai

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