Erfolgreiche Transformation mit der eigenen Unternehmenskultur
Als sicher für die Zukunft gelten nur solche Unternehmen, die sich immer wieder an neue Herausforderungen anpassen und technische Neuerungen einführen. Doch genauso wichtig für einen erfolgreichen Transformationsprozess ist ein stabiles Fundament, das Orientierung in Zeiten von Umbrüchen bietet. Ein essenzieller Bestandteil dieses Fundaments sind Werte. Ohne ein klares Konzept, für welche Werte das Unternehmen steht und welche Ziele es verfolgt, kann eine Transformation keinen Erfolg haben.
Transformation als partizipativer Prozess
Mit „Unternehmenskultur als Erfolgsfaktor“ zeigen Christian, Susanne und Oliver Grätsch, wie eine Unternehmenstransformation auf Grundlage des „Graves Value System“ gelingen kann. Das berliner team teilt seine Erfahrung als Transformationsbegleiter und öffnet seinen Werkzeugkasten für Menschen, die ihr Unternehmen, ihre Partei oder ihren Verein von innen heraus transformieren wollen. Dabei beantworten sie unter anderem folgende Fragen:
Vorgehen: Wie konkret stellen wir unsere Organisation für eine attraktive Zukunft auf?
Leadership und Management: Wie tun wir das gemeinsam mit den Mitarbeitenden?
Identität: Welche Werte haben wir heute, welche führen uns in eine gute Zukunft?
Das berliner team zeigt mit „Unternehmenskultur als Erfolgsfaktor“, wie eine wertebasierte Unternehmenstransformation in zehn Schritten möglich ist. Leser erfahren, wie sie die gewünschte Kultur zum Leben bringen und können mithilfe einer App ein eigenes, persönliches Werteprofil erstellen. So kann die Relevanz des Gelesenen im eigenen, persönlichen Alltag überprüft werden.
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Einfach Danke an das Berliner Team für dieses Buch!
Ich habe vom Berliner Team (BT) ein Buch jenseits des Mainstreams mit Anregungen für alternative Denkräume und neuen Lösungsansätzen für Unternehmen in krisenhaften Situationen erwartet und meine Erwartungen haben sich mehr als erfüllt.
Bereits nach den ersten Seiten habe ich entschieden, dieses Buch zweimal zu lesen. Das lag einfach darin begründet, dass jede Seite neue Impulse für die Reflexion des eigenen in den konventionellen Denkmustern verhafteten Handelns setzt und ich die nächste Anregung kaum erwarten konnte. Und so diente der erste Durchgang dem schwammartige Aufsaugen von Ideen und Erkenntnissen und der zweite Lesegang der tieferen Reflexion.
Eingangs ein tiefer Dank an Oliver Grätsch für die Entscheidung für das generische Maskulinum. Eine philosophische Auseinandersetzung ist an dieser Stelle nicht angezeigt, weil das eine eigene Thematik und nicht – oder zumindest nicht ohne größere Zusammenhänge – Gegenstand des Buches ist. Auf jeden Fall erfordert die Entscheidung für das generische Maskulinum im aktuellen politischen Umfeld Mut. Und dafür mein Dank. Die implizite Entschuldigung für diese Entscheidung wäre aus meiner Sicht entbehrlich gewesen, aber das ist nur meine persönliche Meinung. Und um unreflektierter Verurteilung im Sinne der aktuellen „political correctness“ zuvor zu kommen: das generische Maskulinum wird in einer ganz individuellen flexiblen Form verwendet, die so - wie das gesamte Buch - alternative Denkansätze bietet und vor allem und im besonderen Raum für Toleranz und Akzeptanz anderer Auffassungen, Ansichten und Werte eröffnet.
Was bietet das Buch? Bereits auf den ersten Seiten eine Abkehr von gängigen Managementmodellen wie Lean, Six Sigma, Kaizen etc. etc. – hier die „rosa Tiere“ genannt, die durchs Dorf getrieben werden. Was eine spontane Erleichterung in mir ausgelöst hat. Zu viele dieser Modelle wurden im Rahmen meiner Managementtätigkeit in krisenhaften Situationen angedacht, angeraten und ausprobiert, meist mit überschaubarem Erfolg. Die Value-Party erklärt logisch und theoretisch fundiert, warum diese Modelle nicht funktionieren, wenn grundlegende Probleme im Unternehmen bestehen.
Das BT stellt das Verständnis dafür her, wie sich Werte und eine Unternehmenskultur emergent entwickeln und diese Erkenntnis ist die Ausgangsbasis für das Verständnis dafür, dass neue Wege jenseits der „rosa Tiere“ beschritten werden müssen, um Unternehmen respektive das Management an Scheidewegen zukunftsfähig zu gestalten. Der Unterschied zwischen Change-Management und Transformation wird in den Mittelpunkt gestellt, aus meiner Sicht eine Basiserkenntnis, weil die Ursache für das Scheitern vieler Bemühungen eben darin liegt, dass dieser Unterschied nicht erkannt wird und man versucht - oft begleitet durch Beraterfirma x und Beraterfirma y unter Einsatz immenser finanzieller Mittel - tiefgreifende Probleme mit dem falschen Instrument respektive Ansatz zu lösen. Um es an dieser Stelle vorwegzunehmen: das BT bietet im zweiten Teil eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Transformation aus „eigener Kraft“, also bar jedweder Intention, das BT als Berater zu vermarkten. Ein überzeugenderes Argument kann es nicht geben. Ich würde einen solchen Transformationsprozess ohne Begleitung des BT nicht gehen, das Risiko wäre mir in Anbetracht der Folgen eines Scheiterns zu groß, aber das muss jedes Unternehmen für sich entscheiden.
Definiert und zuvorderst mit Inhalt versehen werden Begriffe wie Werte, Kultur, Ethik und Moral. Es entsteht ein Verständnis dafür, dass diese Begriffe in dem gängigen Unternehmensverständnis tatsächlich zumeist nur leblose Mainstream-Phrasen sind – der Grund dafür, das trotz aller Festschreibungen und unermüdlicher „Mitarbeitermotivierung“ zu oft die Wirkung und die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen ausbleibt. Einem Ergebnis, dem das Management in der Fortfolge zumeist ratlos gegenübersteht: “aber wir haben doch alles klar kommuniziert“. Nach Rezeption der Value-Party wissen wir, dass wir genau das nicht haben und auch nicht konnten, weil wir das Wertesystem nicht entwickelt, sondern leere Worthülsen oktroyiert haben. Beschrieben wird der eigene Erkenntnisprozess des BT, die selbst erst herausfinden mussten, dass die Begriffe Kultur und Identität zunächst in ihre Bestandteile zerlegt und mit wirklichen Inhalten gefüllt werden müssen, was im Mainstreamverständnis von Kultur und Identität sehr oft fehlt. Der Kulturbegriff als leere Hülle, als Marketingstrategie bleibt somit ohne Effekt und führt nicht zur gewünschten Transformation. Der Prozess der Entschlüsselung führt zur ValueParty – der wertebasierten Transformation.
Dem BT ist es gelungen, auf einer überschaubaren Anzahl von Seiten, dass wesentliche verständlich und klar zu fassen. Es ist daher nicht zwingend, sich parallel zu dem Buch mit Philosophie im allgemeinen und tiefer gehend mit den theoretischen Hintergründen der Value-Party zu beschäftigen. Ich habe mich dennoch dafür entschieden, u. a. tiefer in die Philosophie hinter den Begriffen Graves-Value-System, Kultur, Werte, Moral einzutreten, was meine persönlichen Erkenntnisse klarer strukturiert und mich bereichert hat.
Das Buch zeigt eine neue Sicht auf die Erfordernisse der Transformation mit der Zielsetzung des Erfolgs oder im ersten Schritt auch nur des „Weiterbestehens“ im aktuellen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Kontext – der „VUCA“-Welt, die ihrerseits aber auch neue Inhalte und Interpretationen erhält. Implizit wird ein Zugang zur Lebenswelt der Mitarbeiter eröffnet und der Handlungspfad für die Transformation gezeigt, der zu einer Bindung des Mitarbeiters an das Unternehmen, aber vor allem auch zu einer wirklichen Inklusion des Mitarbeiters in den Transformationsprozess und damit zum Gelingen der Transformation führt.
Flankiert wird die Theorie mit Erfahrungsberichten der Geschäftsführer der Lenter-Werke, einer eindrucksvollen Reise durch den Transformationsprozess eines Unternehmens am Scheidepunkt Wachsen oder Vergehen. So gelingt dem BT die perfekte Symbiose von Theorie und Praxis. Nicht zuletzt insofern, als hierdurch die Möglichkeit eröffnet wird, die eigenen Fehler und betonierten Denkmuster wieder zu erkennen. Aber auch zu lernen, dass auch das seine Berechtigung und seinen Sinn hat. Werte und Führungsstile, die von vielen „gängigen“ Managementtheorien als „nicht zeitgemäß“, nicht „mitarbeiterorientiert“ oder „überholt“ verurteilt werden würden, erhalten hier logisch mit den verschiedenen zwingend zu absolvierenden Entwicklungsstufen hinterlegt, ihre Berechtigung. Die Es gibt kein „Richtig“ und „Falsch“, nur einen Entwicklungsweg, der konsequenterweise, soll er erfolgreich gegangen werden, keine Stufe „überspringen“ darf. Ein genialer Erkenntnisprozess.
Im Fazit: einfach Danke an das BT für dieses Buch, für die Impulse, Erkenntnisse und Chancen, die es eröffnet für Unternehmen und ganz einfach auch für die eigene Persönlichkeit.
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