• Produktbild: Die Haut
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Die Haut «Ohne diesen grandiosen Roman versteht man das 20. Jahrhundert nicht. Und auch nicht das 21. Jahrhundert, leider.» Alexander Camann, Die Zeit

48,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

13.08.2024

Verlag

Rowohlt

Seitenzahl

528

Maße (L/B/H)

13,5/20,7/4,9 cm

Gewicht

624 g

Farbe

Anthrazit / Messing

Auflage

2. Auflage, Neuübersetzung

Originaltitel

La pelle

Übersetzt von

Frank Heibert

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-498-00163-6

Beschreibung

Rezension

Ein grauenhaftes Buch, ein großartiges Buch, ein großartig grauenhaftes. Oft missverstanden, aber letzten Endes ein Buch gegen den Krieg. ("Falter")
Eines der furchtbarsten, grauenhaftesten und zugleich großartigsten Bücher des 20. Jahrhunderts ... Ein mustergültiger Skandalroman, formidabel neu übersetzt. ("Kurier")
'Die Haut', die dieser Tage in stimmig-eleganter neuer Übersetzung von Frank
Heibert erscheint, erzählt, was Krieg mit Menschen macht, die ihre eigene Haut retten wollen. Ein unvergessliches Buch. ("Welt am Sonntag")
Nichts hat dieses Buch an suggestiver Kraft verloren, und daran hat auch die Neuübersetzung ihren Anteil. ("Die Zeit")
Ohne diesen grandiosen Roman versteht man das 20. Jahrhundert nicht. Und auch nicht das 21. Jahrhundert, leider. ("Die Zeit")
Ja, man kann dieses Buch mit Verachtung lesen, aber das hieße, die Augen zu verschließen vor einer Welt, deren grausige Ambivalenzen grenzenlos sind. ("der Freitag")
Die chaotische Endzeitstimmung, die in Neapel im Jahr 1943 herrscht, zeichnet Curzio Malaparte in
einem furiosen Sprachschwall nach. Als Skandalbuch tituliert ist es aber vor allem ein Antikriegsbuch und hat nichts von seiner Aktualität verloren. ("Die Presse")
Was macht der Krieg aus dem Menschen? Dieser Frage geht 'Die Haut' schonungslos auf den Grund. ("ORF "ZIB"")
Darin Nietzsche ähnlich, ist Malaparte – der Autor und auch sein gleichnamiger Erzähler – zweifelsohne ein verkappter Gottsucher in unchristlicher Zeit. ("Deutschlandfunk Kultur "Studio 9"")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

13.08.2024

Verlag

Rowohlt

Seitenzahl

528

Maße (L/B/H)

13,5/20,7/4,9 cm

Gewicht

624 g

Farbe

Anthrazit / Messing

Auflage

2. Auflage, Neuübersetzung

Originaltitel

La pelle

Übersetzt von

Frank Heibert

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-498-00163-6

Herstelleradresse

Rowohlt Verlag GmbH
Kirchenallee 19
20099 Hamburg
DE

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  • Zum Bewerterprofil von Jérôme Wiedenhaupt

    Jérôme Wiedenhaupt

    Thalia Hildesheim

    Buchhändler*in

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    5/5

    12.05.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wenn nur noch die Haut bleibt: Malapartes düstere Liturgie der Moderne.

    Welch ein kolossales Meisterwerk. Schon nach wenigen Seiten des Lesens fragt man sich, was dieses Buch eigentlich mit einem macht und weshalb dessen Bilder einen so verfolgen. Vielleicht liegt genau darin die Kraft großer Literatur, dass sie sich nicht sofort erklärt, sondern nach und nach einen Raum eröffnet, in dem Gedanken überhaupt entstehen können. Während ich las, hatte ich immer wieder das Gefühl, nicht mehr auf einen Roman zu schauen, sondern auf etwas Freigelegtes, etwas Rohes unter der Oberfläche der Welt. Vielleicht meinte Jean-Paul Sartre genau das, wenn er sinngemäß sagte, Literatur müsse Realität sichtbar machen. Curzio Malaparte hat mit "Die Haut" keinen Roman geschrieben, den man schlicht rezensieren könnte. Jede gewöhnliche Form der Kritik scheint an diesem Buch abzugleiten wie Wasser an verbrannter Haut. Man kann über Handlung sprechen, über Stil, über die grotesken Episoden Neapels nach dem Krieg, über die fiebrige Mischung aus Realismus und Halluzination – und dennoch hätte man das Zentrum des Romans verfehlt. Denn „Die Haut“ ist kein Werk, das gelesen werden will wie ein Roman. Es ist eine Wunde, die spricht. Und vielleicht liegt darin seine verstörende Größe: Malaparte zwingt den Leser nicht dazu, etwas zu verstehen, sondern etwas auszuhalten. Das Buch riecht nach Schimmel, nach Blut, nach Armut, nach der Demütigung eines ganzen Kontinents. Europa erscheint hier nicht als moralische Idee, sondern als verwesender Körper, dessen letzte Würde längst verkauft worden ist. Gerade deshalb wirkt dieser Roman heute erschreckend modern. Er zeigt eine Welt, in der Menschen nicht mehr an Wahrheit glauben, nicht mehr an Gott, nicht mehr an Ideale – sondern nur noch an das nackte Überleben. Es gibt Sätze in der Literatur, die sich wie Nägel in das Gedächtnis bohren. Einer davon steht in diesem Roman: „darum, ein ehrbarer Mann zu sein, ein anständiger Mensch, das heißt heutzutage gar nichts. Es geht nicht um persönliche Aufrichtigkeit. Es hat mit der modernen Zivilisation zu tun, dieser Zivilisation ohne Gott, die die Menschen dazu bringt, die eigene Haut so wichtig zu nehmen. Mittlerweile zählt ja allein die Haut. Allein sie ist sicher, greifbar, unleugbar. Sie ist das Einzige, was wir besitzen. Was uns gehört. Das Sterblichste, was es auf der Welt gibt. Nur die Seele ist unsterblich, leider! Aber was zählt heutzutage die Seele? Allein die Haut zählt. Alles besteht aus menschlicher Haut. Auch die Flaggen der Armeen bestehen aus menschlicher Haut.“ Selten wurde die moralische Verwüstung des 20. Jahrhunderts präziser formuliert. Dieser Gedanke ist nicht bloß philosophische Reflexion, sondern das pulsierende Herz des Romans. Malaparte beschreibt eine Welt, in der die Seele ihren Wert verloren hat und die Haut zur letzten Währung geworden ist. Der Mensch reduziert sich auf seine Verletzbarkeit. Auf sein Fleisch. Auf seine Angst. Und genau darin liegt die ungeheure Radikalität des Buches. Es erzählt nicht vom Krieg selbst, sondern von dem, was nach dem Krieg übrig bleibt: die Scham des Überlebens. Die grotesken Szenen, die Malaparte erschafft, wirken dabei oft wie Fieberträume. Kinder werden verkauft, Frauen bieten ihre Körper an wie letzte Handelsware, Offiziere feiern zwischen Ruinen, und überall schleicht eine Form von Erniedrigung durch die Straßen Neapels, die sich kaum in Worte fassen lässt. Doch diese Groteske ist niemals Selbstzweck. Sie ist die einzige Sprache, die einer zerstörten Welt noch angemessen erscheint. Denn Würde existiert in diesem Roman nur noch als Erinnerung. Vielleicht ist genau das die schmerzhafteste Erkenntnis dieses Werkes: Nicht der Tod vernichtet den Menschen zuerst, sondern die langsame Gewöhnung an die Entwürdigung. Malaparte zeigt Figuren, die ihre Menschlichkeit nicht in großen Katastrophen verlieren, sondern in kleinen Gesten der Anpassung. In Blicken. In Geschäften. In schweigend akzeptierter Erniedrigung. Und dennoch bleibt da etwas Merkwürdiges zurück: Gerade indem er die Würde des Menschen so brutal infrage stellt, verteidigt er sie auf paradoxe Weise. Denn die Empörung des Lesers beweist, dass die Idee der Würde noch lebt. Man liest diese Szenen nicht mit kalter Distanz. Man leidet an ihnen. Vielleicht ist das die eigentliche moralische Kraft dieses Romans. Besonders erschütternd ist dabei Malapartes Sprache. Sie besitzt eine eigentümliche Schönheit, die fast unerträglich wird, weil sie das Entsetzliche nicht mildert, sondern noch sichtbarer macht. Wenn er schreibt: „Der Tag war schon angebrochen, auf der Haut der Gesichter, auf dem Putz der Wände und dem grauen Himmel, der hie und da vom scharfen Morgenwind zerrissen wurde, wuchs ein leichter grüner Schimmel: und zwischen den Fetzen zeigte sich etwas Rosiges, ähnlich wie die neue Haut tief in einer Wunde. Die Menge wartete derweil im Hof, unter lauten Gebeten, die ab und zu unterbrochen wurden, um den Tränen freien Lauf zu lassen“, dann entsteht eine Bildkraft, die weit über gewöhnliche Literatur hinausgeht. Dieser grüne Schimmel, der auf den Gesichtern wächst, ist mehr als nur Beschreibung. Es ist das Bild einer Zivilisation in Verwesung. Und zugleich erscheint zwischen den Rissen „etwas Rosiges“, eine neue Haut tief in der Wunde – als gäbe es selbst im völligen moralischen Zusammenbruch noch die Möglichkeit einer Regeneration. Genau in dieser Spannung bewegt sich der gesamte Roman: zwischen Fäulnis und Hoffnung, zwischen Verfall und einer beinahe unmöglichen Form von Erlösung. Vielleicht erklärt das auch, warum das Buch sich jeder eindeutigen Interpretation entzieht. Man kann „Die Haut“ politisch lesen, existenzialistisch, religiös oder historisch – und doch bleibt immer ein Rest, der sich nicht auflösen lässt. Malaparte schreibt nicht aus sicherer moralischer Distanz. Er steht selbst mitten im Schmutz seiner Zeit. Das macht seine Perspektive so verstörend glaubwürdig. Er urteilt nicht wie ein Richter; er beschreibt wie jemand, der selbst beschädigt worden ist. Darin unterscheidet er sich von vielen anderen Autoren der Nachkriegsliteratur. Bei ihm gibt es keine reine Opferrolle und keine makellosen Helden. Jeder trägt Schuld, jeder ist kompromittiert, jeder versucht auf irgendeine Weise, seine eigene Haut zu retten. Und gerade diese Hoffnungslosigkeit macht den Roman so wahr. Florian Illies hat einmal sinngemäß angedeutet, dass große Literatur dort beginnt, wo die Zivilisation ihre Fassade verliert. Genau das geschieht in diesem Buch. „Die Haut“ reißt die höflichen Masken Europas herunter und zeigt darunter das rohe Gesicht der Angst. Vielleicht erschreckt uns der Roman deshalb bis heute so sehr, weil wir erkennen, wie dünn die Schicht der Kultur tatsächlich ist. Ein Krieg, ein Zusammenbruch, ein Hungerwinter – und plötzlich reduziert sich der Mensch wieder auf das Elementarste. Auf die Haut. Auf das nackte Überleben. Und dennoch wäre es falsch, den Roman bloß als düsteres Dokument des Verfalls zu lesen. Denn inmitten all der Entwürdigung existieren Momente von erschütternder Menschlichkeit. Kleine Gesten des Mitgefühls, Blicke voller Scham, Tränen, die nicht mehr zurückgehalten werden können. Gerade weil Malaparte den Menschen so tief erniedrigt zeigt, wirken diese Augenblicke umso kostbarer. Vielleicht ist Würde in diesem Roman nichts Festes mehr, kein moralischer Besitz, sondern etwas Fragiles, das im Elend immer wieder neu verteidigt werden muss. Etwas, das fast verloren geht und gerade deshalb Bedeutung erhält. Am Ende bleibt „Die Haut“ ein Roman, der sich dem Leser einschreibt wie eine Narbe. Er bleibt im Kopf zurück, in Bildern, Gerüchen, Sätzen. Er zwingt einen dazu, über die Zerbrechlichkeit der Zivilisation nachzudenken und über die Frage, was vom Menschen übrig bleibt, wenn alle Ideale verschwunden sind. Vielleicht kann man dieses Werk deshalb nicht endgültig interpretieren, weil es selbst eine offene Wunde ist. Und Wunden lassen sich nicht erklären. Sie müssen heilen oder sie bleiben für immer sichtbar.
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    Buchhändler*in

    Thalia Zentrale

    Buchhändler*in

    4/5

    16.08.2025

    eBook (ePUB 3)

    Verstörend und faszinierend

    Der Roman erzählt die Befreiung Neapels 1943 in eindringlichen, schonungslosen Bildern. Die Geschicht von Siegern und Besiegten und dem Überlebenswillen der Menschen jenseits von Moral bleibt lange in Erinnerung. Und ist weit davon entfernt 75 Jahre nach Erscheinen als antiquiert zu gelten.

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