Vom Schein, Sein und Wegsehen: Der verschlafene Ort Cwmcysgod in Wales birgt viele Geheimnisse. Da wären zwei Jungen, die aus Langeweile Feuer legen, ein alter Herr, der an Demenz leidet oder die Frau vom Dorfladen, die heimlich Drogen verkauft. Und dann gibt es noch Rosalind Bone, von allen im Dorf immer nur auf ihre Schönheit reduziert. Dass jedoch Rosalinds Schönheit ihr schon früh zum Verhängnis wurde und sie eine tragische Geschichte in sich trägt, ahnt niemand. Rosalind ist schon lange aus Cwmcysgod verschwunden - angeblich, um ein neues Leben in der Stadt zu führen. Nicht mal ihre Schwester Mary, die immer zu ihr hielt, kennt die Wahrheit. Bis Rosalinds Nichte Catrin beginnt, sich für die mysteriöse Frau im Wald zu interessieren, und alles langsam ans Licht kommt … Die Schönheit der Rosalind Bone handelt vom einem walisischen Dorf, seinen dunklen Geheimnissen und dem Versuch, eine tragische Vergangenheit aufzudecken. Alex McCarthys Romandebüt wird facettenreich von Rosa Thormeyer gesprochen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
4/5
19.08.2024
Hörbuch-Download (MP3)
Toller Schreibstil
Die Beschreibungen in diesem Buch sind so poetisch und anschaulich, wie ein Gedicht. Während ich sonst der Auffassung bin ein Schreibstil, der nicht auffällt ist gut, finde ich es super, dass ich hin bei diesem Buch so oft bemerke. Denn er ist wunderschön.
Die Geschichte fällt dagegen ab. Sie ist vorhersehbar, nicht besonders spannend und hat nicht viel Handlung. Die Botschaft, die am Ende bei mir ankommt ist, dass Schönheit nicht nur ein Segen ist. Sie öffnet Türen, nährt aber auch Neid, Oberflächlichkeit und Begehren.
Das Buch ist vor allem seines Stils wegen eine schöne, kurze Lektüre. Wer sich gerne besondere Formulierungen in Büchern anstreicht und in sprachlichen Finessen Freude findet, für den lohnt sich diese Geschichte. Ansonsten ist das Buch nett, aber nichts das man gelesen haben muss.
Sabine
aus Köln
3/5
23.06.2024
Hörbuch-Download (MP3)
Die Schönheit der Rosalind Bone
Die malerische Kulisse des Buches trügt, denn die Umstände in dem kleinen Dorf in Wales, Cwmcysgod, sind tragisch. Durch einen tragischen Unfall stirbt der Vater der beiden Schwestern Rosalind und Mary – und am Tag des Unglücks verschwindet auch Rosalind. Der Grund kann nur erahnt werden – war es der Schmerz um den Tod des Vaters oder doch ihre Schönheit, unter der sie gelitten hat, denn von allen wurde sie darauf reduziert, selbst ihre Schwester konnte nicht verleugnen, dass sie neidisch war auf Rosalind, wurde sie selber doch gar nicht beachtet. Keiner weiß, wo Rosalind ist. Ihre Nichte Catrin lässt das Verschwinden Rosalinds nicht einfach akzeptieren und gibt nicht auf, sie zu finden.
Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und auch auf verschiedenen Zeitebenen – im Hörbuch wird gesagt, aus welcher Sicht gerade erzählt wird, die Zeitebene ergab sich dann aber aus dem Erzählten – und das war durchaus an der einen oder anderen Stelle etwas verwirrend und brauchte viel Konzentration, um den Faden nicht zu verlieren. Gelungen ist aber, dass man durch die Zeitebenen auch eine Entwicklung der Charaktere erlebt, denn man lernt sie sowohl als Kinder als auch als Jugendliche kennen.
Vordergründig ist es Rosalind, die den Rahmen für die Geschichte bildet, es sind aber weitaus mehr Themen, die angeschnitten werden – neben Rosalinds Schönheit und deren Auswirkungen geht es auch um Liebe und Betrug, um Trauer, Schuld und Vergebung - und wie sich ein ganzes Dorf um diese Themen rankt.
Die Stimmung und Atmosphäre ist sehr gut getroffen – die ganze Zeit spürt man eine Melancholie und Traurigkeit, und durch die Beschreibungen der Gegend hatte ich viele Bilder vor Augen: Ein düsteres Dorf, umgeben von unheimlichen Wäldern – die Menschen haben sich abgeschottet von der restlichen Welt, beklagen gleichzeitig aber ihre Ausweglosigkeit. Ein wirklich düsteres Szenario, das sich konsequent durch die ganze Geschichte zieht.
Leider aber konnte mich die Autorin mit den Charakteren nicht fesseln – obwohl es doch verschiedenen Sichtweisen gibt und ich so gedacht hätte, mich gut in sie hineinversetzen zu können, sind sie mir die ganze Zeit fremd geblieben. Und auch Spannung ist leider nicht aufgekommen, weil der Ausgang relativ vorhersehbar war – so war ich leider in der Geschichte nicht richtig drin und spürte auch wenig Verlangen, unbedingt weiter hören zu wollen. Und am Ende bestätigt sich dann das, was ich schon vermutet hatte.
Die Sprecherin Rosa Thormeyer war sehr gut ausgewählt – sie hat die Tristesse wunderbar transportieren können, mein Interesse an den Charakteren aber konnte leider auch sie nicht steigern.
Vielleicht ist es auch das Medium „Hörbuch“, dass mir die Figuren so fremd geblieben sind, und vielleicht ist es eher eine Geschichte, die als Roman selbst gelesen besser funktioniert, so kann ich nur eine begrenzte Empfehlung aussprechen.
Kaffeeelse
Thalia Book Circle Community
5/5
14.07.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wahrheiten?!?!
Dieses Buch hier kam genau zur richtigen Zeit zu mir. Ich habe dringend eine richtig gute Geschichte gebraucht. Und zack, da tauchte „Die Schönheit der Rosalind Bone“ auf meinem Reader auf und ich dachte, klingt gut. Tja und dieses Buch klingt nicht nur vom Plot her gut, nein, dieses Buch ist im Gesamtpaket einfach der Hammer. Nun ist dieses Buch nicht vollkommen so der Burner durch seinen Überraschungseffekt, nein, einiges vom Tun ist der Leserschaft schon früh klar, anderes wieder kommt so nach und nach zum Vorschein. So dass immer ein Spannungsfeld da ist. Dieses Buch ist der Hammer, weil es so menschelt.
Alex McCarthy lässt die Leserschaft auf eine Reise nach Wales gehen, in das verschlafene Nest Cwmddu / Cwmcysgod. Herrlich diese walisisch/keltischen Namen. Das sind garantiert wunderschön klingende Sprachen, dazu fand ich die Ausspracheerklärungen im Buch übrigens sehr gut, sehr erhellend und absolut interessant. Wahrscheinlich aber auch schwer zu lernende Sprachen.
Nun gut, zurück zum Buch, zur Handlung. Alex McCarthy blickt in ihrem Buch in die enge und erdrückende Welt eines Dorfes. Sie blickt auf die Beurteilungen der Menschen, auf das Denken, was diese Menschen übereinander haben. Sie blickt auf die Größe und die zerstörerische Kraft, die in so einer Beurteilung/Verurteilung liegt. Sie blickt auf die Folgen. Und sie blickt auf dieses Heiliggetue. Man selbst ist unschuldig und gut, während die Anderen oder manche Anderen direkt der Hölle entsprungen sind. Dabei gibt es dieses strikte Schwarz-Weiß-Denken ja nicht und jeder Mensch hat beide Anteile in sich. Was dieses Buch ebenso zeigt. Gerade in diesen Bewertungen und Verurteilungen zeigt man ja das eigene negative Denken. Aber nicht in der Welt der Oberheiligen. Klarer Fall. Ebenso zeigt dieses Buch, dass es selbst in einer Welt, wo vermeintlich jeder jeden in- und auswendig kennt, viele unkenntliche Stellen in den Seelen der Anderen gibt. Was gleichzeitig dieses Denken über diese enge Welt in Frage stellt, denn manches will der Mensch sehen und manches eben nicht. Denn dieses Böse macht ja nicht der nette Nachbar, dieses Böse zelebrieren die Anderen, die Unbekannten, die Fremden, die Ungeliebten, die Unverstandenen. Und wenn man dann meint, dass es dieses Gefüge nur in diesen engen Dörfern gibt, nun denn, Augen auf ihr Lieben. Dieses Denken ist ungemein menschlich und dieses Denken gibt es auch in der größten Stadt. Jeder Kriminalkommissar wird dies bestätigen. Denn diese enge Welt gibt es in jeder menschlichen Gruppierung, ob dies nun die Freundesgruppen oder die Nachbarschaft oder das Kollegium ist.
Alex McCarthy lässt in „Die Schönheit der Rosalind Bone“ auf diese menschlichen Empfindungen, auf diese menschlichen Eigenschaften blicken und begeistert mich damit ungemein. Und damit ist dem Goya-Verlag ein erneuter großer Wurf gelungen, das Augenmerk der Leserschaft sollte meiner Meinung nach mal mehr auf diesen kleinen Verlag gerichtet sein. Ich habe in letzter Zeit so einiges von Goya gelesen, was mich begeistert hat, wenn ich da an „Der große Nordwesten“, Das Summen“ oder „Nach einem Traum“ denke. Auch „Die Schönheit der Rosalind Bone“ reiht sich hier hervorragend mit ein und ich kann alle diese Bücher nur wärmstens empfehlen.
Sabrina Tschorn - Aus Liebe zum Lesen Literaturblog
5/5
21.06.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Jahreshighlight
Wow – was für ein Buch! Ich nehme es gleich vorweg: „Die Schönheit der Rosalind Bone“ von Alex McCarthy aus dem Goya-Verlag ist mein bisheriges Jahreshighlight.
Im tiefsten Hinterland von Wales liegt das unaussprechliche Dörfchen „Cwmcysgod“, das so einiges an sonderbaren, eigenen Menschen und trotz des üblichen Dorftratsches doch auch so einige Geheimnisse zu bieten hat. Über das Verschwinden der wunderschönen Rosalind Bone gibt es auch so einige Geschichten und Thesen, doch was wirklich geschehen ist, weiß nicht mal ihre Schwester Mary.
Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln einiger Dorfbewohner und unterschiedlichen Zeiten, sodass sich nach und nach ein Puzzleteil ins andere fügt. Das absolut Bemerkenswerte ist, die sprachliche Ausgestaltung. Alex McCarthy erzählt oft distanziert, deutet eher an, als dass sie etwas ausspricht und wertet nicht. Sie bleibt auch bei den heftigsten Geschehnissen und Gedanken stets zart, feinfühlig und sanft.
Und das funktioniert so wunderbar, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann und nicht erschlagen wird, von dem, was sich da auftut. Ganz besonders hervorheben möchte ich auch die Übersetzung von Silke Jellinghaus, die es schafft, alles einzufangen und ins Deutsche zu übertragen, was die Autorin vermitteln möchte. Ganz große Kunst beider Frauen!
Alex McCarthy hat eine ganz eigene, packende Geschichte geschrieben und schafft mit ihrer Erzählweise etwas ganz Besonderes. Ganz große Leseempfehlung.
rewareni
aus wien
5/5
19.05.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wenn Schönheit zum Fluch wird
In dem kleinen idyllischen Ort Cwmcysgod in Wales, wo sich sprichwörtlich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, leben die Menschen scheinbar glücklich und zufrieden, doch was hinter verschlossenen Türen passiert weiß keiner, oder so mancher will es nicht wissen. Die junge Rosalind Bone, die ob ihrer Schönheit beneidet und auch gehasst wird, verschwindet eines Tages und keinem scheint es wirklich zu interessieren. Auch ihre Schwester Mary findet sich damit ab, bis zu dem Tag, als ihre Tochter Catrin ein altes Foto ihrer Tante findet und nun Dinge ihren Lauf nehmen, die so manche Tragödien ans Tageslicht bringen.
Der Debütroman ,, Die Schönheit der Rosalind Bone“ der Autorin Alex McCarthy entführt den Leser in eine Geschichte, wo man nicht nur mitleidet, sondern auch in einer emotionalen Achterbahn der Gefühle landet. Dazu passt das dezente, aber wunderschön gestaltete Cover wunderbar dazu.
Die Autorin schafft es mit ihrer poetischen, aber zugleich auch kraftvollen Ausdrucksweise eine emotionale Tiefe zu erzeugen, wo man all das spürt, was auch die Protagonisten empfinden. Dafür gebührt auch ein Lob der Übersetzerin Silke Jellinghaus, die diese Geschichte ausdrucksvoll wiedergibt.
Man findet dabei so viele negative Gefühle, dass man selbst schon am verzweifeln ist, wie verletzend und gemein andere Menschen sein können, sowohl physischer, als auch psychischer Art.
Man kann sich bei der Geschichte wunderbar vorstellen, was hinter verschlossenen Türen passiert und wie verletzend über andere getratscht wird, wo es oft reicht, dass ein einziges Wort für einen Menschen zu seinem Stigma wird. Man spürt in der Geschichte wie verzweifelt so mancher ist, weil man entweder nur nach dem Äußeren geht ohne die Person zu sehen, die dahinter steckt oder einem Menschen gar keine wirkliche Chance geben will, da man ja seinen Vorurteilen treu bleiben muss.
Die kurzen Kapiteln entführen den Leser immer wieder auch in die Vergangenheit, wo man so manches trauriges Schicksal mit erleben kann, wo die Folgen bis in die Gegenwart hinein reichen.
Auch wenn das Sprichwort heißt ,,Reden ist Silber und Schweigen ist Gold“ so hätte in dieser Geschichte das miteinander reden viel an unnötigem Leid, ungerechtfertigten Verdächtigungen sowie körperlichen als auch psychischen Qualen vermieden werden können.
Man wird konfrontiert mit Hass, Egozentrik, Vorurteilen, Schweigen und Verschweigen. Aber man findet auch Vergebung und Hoffnung darauf, dass man die Vergangenheit hinter sich lassen kann und man somit die Chance hat für eine gemeinsame und schöne Zukunft.
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5/5
14.08.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Klug erzählt und voller dramatischen...
Klug erzählt und voller dramatischen Wendungen wird die Geschichte der Rosalind erzählt, deren Schönheit mehr Fluch als Segen ist. Untergang und Fall einer ganz besonderen Frau, die verschwindet und dann plötzlich als anderer Mensch wieder auftaucht. Unbedingt lesen!
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5/5
23.04.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die Schönheit der Rosalind Bone
Die Autorin beschreibt anschaulich & einprägsam gesellschaftliche Vorurteile, mit denen die Protagonisten in diesem Buch ihr gesamtes Leben konfrontiert werden.
Es war unfassbar interessant, durch die vielen verschiedenen Perspektiven den idyllischen Schauplatz sowie die unterschiedlichen Probleme der Bewohner gezeigt zu bekommen. Wir begleiten ein festgefahrenes Dorf, das durch sein konservatives Verhalten Menschen anhand eines einzigen Wortes in Schubladen steckt.
Wortgewandt und tiefgründig erzählt, verspricht die Geschichte genügsame Lesestunden.
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